kc: In dieser Folge All Glitches Welcome sprechen wir über einen sehr speziellen Film und über Klassenfahrten und Exkursionen in unserer Schulzeit. Viel Spaß! All Glitches Welcome! Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge All Glitches Welcome mit mir heute wegen des Wetters einer besonders stark knetbaren Casey. bommel: Weil du so warm gelaufen bist, oder was? kc: Ja, also ich klebe so ganz leicht. bommel: Ich dachte, das ist wie bei so Nice Cubes, wenn man die so ein bisschen warm gegrabbelt hat. dann sind die auch so, man kann die ja in den Kühlschrank tun, dann sind die so ganz hart. Oder wenn die so ein bisschen warm sind, dann sind die so ganz weich. kc: Ja, also genauer weiß ich es nicht. Und wer bist du? bommel: Ich bin ein sehr backofenwarmer Bommel. Bin aber auch ein sehr bedufteter Bommel. Ich habe nämlich neues Parfum und ich liebe es. Aber ja, also ich bin auf jeden Fall fertig mit Vorheizen. Kann losgehen. Es ist so warm. kc: Also hier sind gerade 32 Grad und im Laufe dieser Aufnahme soll es hier auch gewittern. Wie sieht es bei dir aus? bommel: Bist du etwa in Neuss? kc: Oh, in Düsseldorf? Nein. bommel: Hier sind es 29 Grad. Bin gespannt. Gewittern sollen es erst heute Abend. Aber man sieht schon, das ist so ein Gewitter, bei dem sich gar nichts abkühlen soll. Das heißt, es wird einfach nur so viel feuchter und so schwüler und es ist so…. kc: Das ist ja ganz schrecklich. bommel: Aber ich bin unendlich glücklich. Ich glaube, ich hatte in einer der letzten Folgen schon darüber gesprochen, dass ich ein Medikament abgesetzt habe und mein Körper ist wieder in der Lage, halbwegs die eigene Temperatur zu regulieren. Und ich sitze hier vor zwei Ventilatoren beim offenen Fenster und es geht einigermaßen und ich liebe es einfach so sehr. Es ist so eine Wohltat. kc: Ja, ich bin sehr empfindlich gegenüber Wärme, aber das war auch noch nicht immer so und das sorgt dafür, dass ich jetzt hier im Schlübber dasitzen muss. Ja, wollte auch niemand wissen. Also Entschuldigung für TMI. bommel: Diese Folge AGW gibt es dann nur auf Onlyfans. kc: Nein, die gibt es natürlich überall. Ich habe einen Lachsack von dir bekommen, Bommel, und ich glaube, ich habe das im Podcast noch gar nicht erzählt, weil es ist schon eine ganze Weile her. bommel: Das stimmt. kc: Und ich liebe diesen Lachsack. Also wollte ich an dieser Stelle auch einfach nochmal Danke sagen. Also er schläft mit mir im Bett und es ist mir bisher zweimal passiert. bommel: Es ist gerade die Frage, ob dir das passiert, dass du dich da nachts draufrollst und auf einmal lache ich dir so ins Ohr. kc: Das war bisher zweimal passiert und ich muss sagen, es war das schönste Aufwachen überhaupt in beiden Fällen. bommel: Magst du vielleicht den Hörer*innen nochmal sagen, was ein Lachsack jetzt genau ist? Ich glaube, wir hatten da schon mal drüber gesprochen. kc: Das ist ein flauschiger Sack, also wie so ein Geschenkesack oder so, ein kleines Säckchen. Und da ist ein bisschen Watte drin und so ein kleines Abspielgerät. Und wenn man das squeezed, also drückt, dann kommt deine lachende Lache daraus. bommel: Meine lachende Lache? Das ist die beste Lache. kc: Hast du auch andere Lache? bommel: Weiß ich nicht, du hast es eingeführt. kc: Ich weiß auch nicht. Es ist wirklich so ganz großartig. Also wenn ihr das Gefühl eines Lachsacks für euch zu Hause habt, dann hört doch mal in unsere erste April-Folge rein. bommel: Stimmt. kc: Da ist es sehr ähnlich. Nur, dass da auch irgendwie ich noch drin bin. bommel: Ja, muss man aber auch nicht mal drücken für. Eigentlich Service. kc: Kleiner Service-Podcast. Sind wir doch bekannt für. Ja, wie geht's dir sonst so? bommel: Warm. Ich bin auch ehrlich, es ist kein Platz für was anderes, weil ich plane meine Tage um die Wärme herum, ich plane meine Aktivität um die Wärme herum und, Ich finde das nervig, bin ich ehrlich. Weil man auch an so viel mehr denken muss, um dann zu gucken, wann lüfte ich wie, damit sich die Wohnung nicht so aufheizt. Es ist auch so, wir überlegen ja auch immer, was essen wir, damit wir bloß keinen Ofen oder irgendwas brauchen, was die Küche aufheizt. Und all so ein Scheiß, ich bin ehrlich, das nervt mich. Und das sind auch so die kleinen Momente, wo ich diese Grillobsession verstehen kann. Weil da hockst du halt draußen, da ist eh warm und deine Bude ist halt nicht voll irgendwie mit so Backofenwärme oder so, weil du halt dein Essen draußen grillst. kc: Ja, da verfliegt es halt auch sofort. bommel: Voll. Aber also, ja, ansonsten geht es mir ganz gut, aber wie gesagt, ich bin mit Temperaturmanagement ganz gut ausgelastet im Moment. kc: Bei mir ist ein bisschen mehr los als Temperaturmanagement. Ich fühle mich irgendwie die ganze Woche extrem gehypt, extrem produktiv und eigentlich auch ganz gut. So vordergründlich, manchmal nicht. Aber das okay, also so die letzten beiden Tage waren wirklich wieder ganz schwer. Da lag ich die ganze Zeit im Bett und habe es nicht geschafft, irgendwie aufzustehen. Außer dann doch, weil du mir Mut gemacht hast. bommel: Außer dann doch. Ich hatte nicht geschafft aufzustehen, außer als es dann doch ging. Nee, aber ich verstehe schon, was du meinst. kc: Ja, aber heute geht es ganz gut. Ich war heute einkaufen, ich war heute spazieren, bevor es so richtig heiß wird. Ich habe schon gegessen, ich habe Eis gekauft und ich habe eisgekühltes Wasser aus dem Kühlschrank. Also nicht eisgekühltes, aber gekühltes. bommel: Das ist so richtig cool. kc: Ja. bommel: Ich bin schon gewundert, weil ich hatte das schon mitbekommen, dass du irgendwie schon unterwegs warst. Dachte auch so, wow. kc: Oh, und Erdbeeren habe ich auch gekauft. bommel: Ja, nur aufgestanden bisher. kc: Was dachtest du? bommel: Nee, ich habe nur gesagt, ich bin nur aufgestanden bisher. kc: Ach so. bommel: Ich habe heute noch nicht so viel gedacht. kc: Ja, wir haben jetzt 13 Uhr. Ja gut, das kennen wir ja. Ich habe die letzten zwei Wochen an barrieren-gutachten.de weitergearbeitet. Darüber habe ich ja in den letzten Folgen schon jeweils sehr ausführlich berichtet. Und diese Woche dementsprechend nur mal einen ganz kurzen Abschnitt. Es wurden ganz viele Dinge ganz viel schöner gemacht. Es wurden ganz viele neue Meldungen eingereicht und es gab die ersten Meldungen, die tatsächlich erfolgreich sind. Und die erste Meldung, die erfolgreich war, wurde vom Bundesinnenministerium of all places beantwortet innerhalb von dreieinhalb Stunden und die Barriere behoben. Und das ist schon ziemlich krass. bommel: Woran man halt dabei aussieht, es geht halt. kc: Ja. bommel: Also. kc: Doch, und jetzt sind es innerhalb von fünf Tagen im Schnitt eine Barriere, die gelöst wurde am Tag. bommel: Das ist richtig nice. kc: Ja, und ich hoffe, das geht jetzt so weiter. Also, liebe Hörende, bitte reicht alle eure Barrieren ein. bommel: Was sind das so für Barrieren? Also ist das so Kleinkram oder sind das Sachen, wo du sagst, boah, das ist richtig krass gut, dass das jetzt gefixt ist? Eigentlich auch eine komische Frage, weil bei jeder Barriere ist gut, dass die gefixt ist, aber weißt du, was ich meine? kc: Ja, so typischerweise ist es halt so Kleinkram. Also das Kraftfahrtbundesamt beispielsweise, das hat innerhalb von zwölf Tagen eine Barriere abgeschafft. Da ging es um ein CAPTCHA, also so ein System, wo du Buchstaben eingeben musst, die irgendwie verzerrt dargestellt wurden. Das gab es da nur visuell und sie haben dieses CAPTCHA halt einfach entfernt und durch eine andere Variante ersetzt. Innerhalb von zwölf Tagen. bommel: Das ist schon cool. kc: Das ist schon schwerwiegend gewesen. Also das Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit hat eine relativ schwerwiegende Barriere gelöst mit dem Tastaturfokus bei der Navigation. Da musste man alles irgendwie durchklicken, bis man zur Seite kam. Das haben die gefixt. Und die Marktüberwachungsstelle der Länder für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen, die haben auch drei Barrieren gefixt. Da ging es um Darstellungen im Dark Mode, wo dann irgendwie Text unsichtbar war oder wo Texte am Rand abgeschnitten waren. bommel: Hä? Ich frage mich immer wieder, also man testet sowas doch, Leute. kc: Also man kann alles öffentlich nachvollziehen, wie die Behörden geantwortet haben, wie lange es gedauert hat, was für Barrieren gemeldet wurden und neue Barrieren melden auf barrieren-gutachten.de. bommel: Ja, den Link packen wir euch natürlich auch noch mal in die Shownotes. kc: Ja. bommel: Oder auf Deutsch in die Folgenbeschreibung. kc: Ja, das habe ich gemacht. Das hat viel Zeit bei mir gekostet. Aber ich glaube, jetzt ist das so langsam auf einem guten Level und es wird auch in den nächsten Wochen hoffentlich noch ein paar weitere News dazu geben. bommel: Ich bin super gespannt. Das ist richtig cool. kc: Auch, ja. bommel: Und ich finde es auch richtig schön, einfach zu sehen, dass das alles nicht so ins Leere läuft, sondern dass sich da wirklich Sachen anfangen zu bewegen und Barrieren halt tatsächlich einfach behoben werden, die, sind wir mal ehrlich, hättest du das nicht gemacht, nicht in der Form behoben worden wären. kc: Ja, also beispielsweise die Barriere des Bundesinnenministeriums, die ich am Anfang erwähnt habe, die innerhalb von dreieinhalb Stunden behoben wurde, die wurde dem Bundesinnenministerium in der Prüfung im Februar 2021 schon gemeldet. Also die war denen bekannt, aber das Bundesinnenministerium hat damals diese Prüfberichte, das habe ich auch über eine IFG-Anfrage gezeigt, einfach nicht bei sich archiviert. Und dem Dienstleister gesagt, ja, macht mal, was da drin steht, was der Dienstleister nicht gemacht hat. Und so lief das bei irgendwie drei Prüfungen bis 2024. Und dann komme ich da an und melde da diese Barriere und dann ist sie dreieinhalb Stunden später weg. bommel: Also das kann nicht sein. Das ist wirklich strange. Ich frage mich auch wirklich, wie das passiert. Meinst du, das ist wirklich einfach so ein bisschen lost in translation? Also, dass dann, weiß ich nicht, irgendeine Stelle das dann nicht weitergeleitet hat oder irgendwas? Oder meinst du, es ist jetzt natürlich auch ein bisschen wilde Mutmaßung, aber meinst du, das ist zum Teil auch Strategie, so nach dem Motto, ja, wir wissen das, aber es hat für uns keine Priorität und wir fixen das halt, wenn irgendwer kommt und meckert und sich darüber beschwert. kc: Naja, das kann ich natürlich nicht so genau sagen und ich habe da auch keine Vermutung, weil es ist natürlich alles Menschen und ich glaube... bommel: Das ist auch eine richtig gemeine Frage, weil was sollst du jetzt sagen? Sollst du jetzt sagen, ja, das machen die bestimmt alle mit Absicht? kc: Also ich glaube tatsächlich auch, dass die allermeisten Menschen, die diese Angebote betreuen, wirklich absolut gute Intentionen haben. Und ich glaube, die Leute wollen ja auch, dass die Software, die sie da bereitstellen oder die Informationsangebote für alle gut nutzbar sind, weil dafür machen sie es ja letztendlich. Und vielleicht setzen die sich auch intern ein, aber so eine Ebene höher wird dann gesagt, ja gut, das ist vielleicht zu teuer, das kostet jetzt zu viel Zeit, das machen wir jetzt nicht. Und wenn dann da so eine Meldung reinkommt, wo da erst mal drölfzig Paragrafen drinstehen, die sagen, ja hallo, du bist verpflichtet, übrigens diese und jene Kriterien, Menschen mit Behinderung haben es getestet, das Problem ist real, jetzt macht hinne. Ich glaube, das kann schon ein bisschen eindrücklich sein. Und gerade auch durch diese Verknüpfung mit der Öffentlichmachung dieser Antworten. kc: Können ganz viele von diesen Behörden sich natürlich irgendwie auch ein Stück weit profilieren, in Anführungszeichen, weil sie als Beispiel für andere Stellen sichtbar sind. Und so, also wenn du jetzt eine Behörde bist, die sagt, nee, du, ich habe da jetzt wirklich keinen Bock, kannst du einfach auf die Seite gehen, dann siehst du da gleich behobene Barrieren und wie lange es gedauert hat und was die Leute gemacht haben. Oder du siehst halt auch die Negativbeispiele, sollte sie es denn bald geben, dafür sind wir gerade noch ein bisschen früh. Und dann kannst du sehen, was auf dich zukommt, wenn du es jetzt halt nicht machst. Und ich glaube, das ist für diese Sache wirklich enorm wichtig, auch diese Kritik zu systematisieren. Ja, und das jetzt da. Wuhu! Spannend. Ich habe ganz viel Freude daran. Und bei dir sonst? So, was hast du gemacht? bommel: Ich bin dann ein... Also erst dachte ich auch so... Das ist ja merkwürdig alles jetzt. Ich weiß, also ich war ganz unschuldig auf Social Media unterwegs. Und ab und zu hat mein Algorithmus so merkwürdige Ausreißer, wo ich mir erstmal auch nicht so richtig erklären kann, woher die jetzt kommen. Ehrlich gesagt kann ich mir bisher auch immer noch nicht erklären, woher dieser Ausreißer kam. Aber mein Algorithmus dachte sich, ja Bommel interessiert sich doch bestimmt extrem stark für Nordic Walking Skil Championships. Ich wusste bis dato überhaupt nicht, dass das existiert. War dir das klar, dass es Nordic Walking Skills Championships gibt? kc: Nee, mir war nur klar, dass es Nordic Walking gibt. Und meine Großeltern haben das früher immer Laufen als Stockente genannt. Das ist das Einzige. bommel: Wegen den Stöckern, hm? kc: Ja, das ist das Einzige, woran ich mich da erinnere. bommel: Ich möchte das auch gar nicht, also ich habe mich so mit den Intricacies of Nordic Walking, habe ich mich nicht beschäftigt, ehrlich gesagt. Ich habe mir auf jeden Fall sagen lassen, dass das deutlich anstrengender ist, als man so meint. Und es ist nicht einfach spazieren gehen und du hast halt auch einen Stock in der Hand, sondern das ist schon eine ernstzunehmende Sportart. Ich bin ja sowieso kein Fan davon, das in irgendeiner Art und Weise abzuwerten oder nicht ernst zu nehmen oder so. Ich wusste trotzdem nicht. bommel: Dass es da richtige Meisterschaften gibt. Und ich wusste vor allem nicht, dass es Skill-Championships gibt. Weil das waren so zwei junge Frauen in so Fashion-Outfits mit so Hüten. Aber also auf Ernst halt, nicht irgendwie auf Quatsch. Sondern die hatten so knielange schwarze Hosen an, dann so eine weiße Bluse und darüber so eine schwarze Anzugweste und so dazu passende Hüte. Und dann haben die in dieser Skill-Championship haben die dann tatsächlich so ihre Nordic Walking Skills gezeigt im Duo synchron. Also es war so auf Musik synchron laufen und halt so das Präsentieren der Skills. Also so vor, zurück, zur Seite, ran irgendwie im Slalom und dann sich irgendwie abwechseln aber immer schön so im Gleichschritt und so. Das habe ich mir so lange angeguckt. Und dann bin ich natürlich so, dass ich dachte, okay, das recherchiere ich jetzt. bommel: Und bin dabei tatsächlich darauf gestoßen, und darüber haben wir im Podcast auch schon öfter gesprochen, warum es im Sport mit Behinderung eigentlich immer alles so schwierig ist und warum das immer alles so extra ist. Wir haben im Rahmen von Olympia darüber gesprochen, dass es dann halt nicht einfach während Olympia halt auch Wettkämpfe gibt für behinderte SportlerInnen, sondern dass es dann extra die Paralympics gibt und so. Und ich habe erfahren dadurch, dass es in der Nordic Walking World League total gang und gäbe ist, dass die Meisterschaften der Menschen mit Behinderung einfach ganz normal mit stattfinden, während der normalen Meisterschaft. Und du musst dich dann, das ist ein bisschen lustig, du meldest dich dann da an mit so männlich, weiblich oder behindert. New gender just dropped. Und tatsächlich ist die Startgebühr halt auch einfach ein bisschen reduziert und ich habe mir für ein paar kommende Meisterschaften das angeguckt. Lustigerweise konnte ich ganz viel auch gar nicht unbedingt lesen, weil super viele Websites sind halt irgendwie so auf Polnisch oder so, weil das offensichtlich in Osteuropa ein extremes Ding ist. Also gerade in Polen, der Slowakei und so gibt es so viele Nordic Walking Meisterschaften. kc: Hä, das ist ja richtig interessant. bommel: Ja, und du konntest dann, also was ich bei den Meisterschaften, die ich mir angeguckt habe, gesehen habe, ist, dass man nur, also man geht dann irgendwie in eine bestimmte Strecke und mit Behinderung, gibt es nur die 5-Kinometer-Kategorie und die anderen nicht. Wenn du halt längere Strecken laufen möchtest, dann würdest du halt bei den Nichtbehinderten mitlaufen. Ich habe aber auch nicht herausgefunden, warum das so ist. Und irgendwie fand ich das insgesamt relativ spannend. Ich habe auch ganz viele FAQs durchgelesen und so. Und da war jetzt auch nicht genauer definiert, was das jetzt irgendwie heißen soll oder für welche Behinderung das gilt oder so. Also es war jetzt zum Beispiel auch nicht explizit, also zumindest von dem, so wie es da stand, auf Körperbehinderungen bezogen oder so. Das ist ja vielleicht in der Praxis dann immer nochmal was anderes. Und dann dachte ich so, ah guck mal, das ist doch spannend, das kann ich doch im Podcast erzählen. Das ist ja sogar irgendwie related. Aber das ist so ein ganzes Rabbit Hole. Und jetzt kriege ich immer. bommel: So Reels reingeschickt in mein Algo, wo irgendwelche so mittelalten osteuropäischen Frauen eine zweite Person suchen für diese Duo Championships und so. Und die dann so nicht im Garten sind mit diesen Stöckern und so ihre Skills so vormachen, die sie so haben. Und das ist so cute. Weil die so voll begeistert, dann da so ein paar Schritte vorwärts, dann so scharf links und dann so rückwärts durch so einen selbstgestalteten Slalom wackeln und so. Ich finde das so cool. Und ich finde das auch, also ich bin ja immer ein bisschen fasziniert davon, ich bin jetzt kein so kompetitiver Mensch. Also ich mache eigentlich eher lieber was mit Leuten zusammen, als dass es mir darum geht, irgendwo Beste zu sein oder irgendwas zu gewinnen oder so. Deswegen finde ich das sowieso mal so ein bisschen befremdlich, dass man aus allem einen Wettbewerb machen kann. Und deswegen war ich erst auch so ein bisschen so, warum macht man jetzt aus Nordic Walking auch einen Wettbewerb? bommel: Im zweiten Gedankenschritt hat es mich dann aber auch gar nicht gewundert, weil Leute machen aus allem einen Wettbewerb. Es gibt ganze Sportarten. High Rocks zum Beispiel ist eine Sportart, die ausschließlich dafür existiert, dass man Fitnessstudio wettbewerbsfähig machen kann, wenn man so will. bommel: Von daher ist es eigentlich gar kein Wunder. Aber irgendwie, ich glaube, es hat mich gewundert, weil Nordic Walking irgendwie was ist, was immer so belächelt wird. Weißt du, das machen so ältere Damen, machen das dann irgendwie, weil sie keinen Bock haben, joggen zu gehen oder auf Ernst zu wandern oder so. Ich habe das Gefühl, das ist immer so das, wie Nordic Walking so wahrgenommen wird. Deswegen fand ich das so spannend, da so einen halben Deep Dive reinzumachen. Und dann fand ich das irgendwie auch noch so cool, dass es so selbstverständlich zu sein scheint, dort mit Behinderung diesen Sport einfach mitzumachen tatsächlich. Das fand ich irgendwie richtig cool. kc: Ja, das ist richtig cool. Aber ich glaube, das ist auch mit ein Ausdruck davon, dass es halt ein Sport primär von älteren Frauen ist. bommel: Das mag sein. kc: Wäre das männerdominiert, wäre das sicher nicht so. Dann wäre das sicher auch nicht alles zusammen. Und dann gibt es ja Männer-Championships und Frauen-Championships. Aber schön, dass es auch mal andere Beispiele gibt. Ich bin richtig begeistert davon. Das ist ja richtig cool. Du musst mir mal welche weiterleiten und ich muss mal selber gucken. bommel: Ja, kann ich bestimmt machen. Das nächste Mal, wenn die... Ich weiß nicht, ob ich das originale Video noch wieder finde. Muss ich mal schauen. Ja, vielleicht können wir es ja auch verlinken. Genau, ich gucke da noch mal nach und dann verlinken wir das sonst auch in den Shownotes. Das ist jetzt kein super tiefes Rabbit Hole für mich gewesen, aber für eine Stunde hat mich das alles schon echt abgeholt. kc: Nee, ich finde es toll. bommel: Ich muss mich auch so zusammenreißen, das nicht vorher alles zu erzählen. Aber ich denke dann immer so, wenn ich dir das vorher immer alles schon erzähle, ist ja, weiß ich nicht. Also wahrscheinlich habe ich da noch selber gar nicht mehr so viel Spaß daran oder so viel Lust, das im Podcast noch einmal zu erzählen. kc: Die halbe Überraschung kaputt. bommel: Ja, gar nicht so die Überraschung, aber das erscheint mir so sinnlos. Vor allem, wenn ich weiß, also mir ist schon klar, dass sehr viele Leute diesen Podcast hören und wir uns letztlich vorrangig für die unterhalten, gerade so. Und nicht rein für uns, weil das könnten wir auch privat machen. Aber es ist trotzdem so komisch, wenn ich halt dann in dem Moment weiß, dass ich vor allem dir das schon erzählt habe. Weil das ja irgendwie so voll die Dynamik ändert. kc: Da kann man auch nicht mehr so schön drauf reagieren. bommel: Ja, eben. kc: Aber versetz dich mal in meine Position rein. Du hast angekündigt, dass du dieses Thema gefunden hast und wolltest dann in dem Moment nichts darüber erzählen. Was soll das denn? bommel: Das würde mich auch so nerven, bin ich ganz ehrlich. kc: Und das haben wir in dieser Folge ja zweimal. bommel: Ja, stimmt. kc: Und dann blieb es ja auch nicht dabei, dass du das einmal angesprochen hast, sondern mehrfach. bommel: Das hat ja auch in mir gearbeitet. kc: Nee, also ja, kein Problem, aber Ich kann es schon verstehen. Ja, wir reden ja für die Leute. Wir haben eine neue Rubrik, wollen wir damit weitermachen? bommel: Ja, auf jeden Fall. kc: Wie kommt es zu dieser Rubrik? bommel: Es kommt zu dieser Rubrik, weil eine liebe Freundin, die Alex... Tatsächlich, also sie streamt auch auf Twitch, könnten wir auch mal verlinken, ihre Streams sind ein bisschen speziell. kc: Alex ist ADHS in Person. bommel: Alex ist ADHS in Person, ich liebe die, aber ich bin auch ehrlich, manchmal sind diese Streams auch wirklich schwer zu ertragen. Meine Lieblingssituation, die kann ich einmal kurz schildern, war, im Stream fing es auf einmal an, bei ihr zu piepsen und sie wusste nicht, woher dieses Piepsen kommt. Dann meinte sie, ich muss mich da jetzt drum kümmern, ich weiß nicht, was das ist. Und dann meinte sie, das klingt wie ein Rauchmelder. Und dann meinte sie, stimmt, das können die Rauchmelder sein. Und normalerweise gehen Leute ja dann holen, weiß ich nicht, einen Besen oder irgendwas, um die Rauchmelder an der Decke irgendwo halt zu bespaßen. Was sie machte, war, sich zu bücken und aus einer Kommodenschublade einen kompletten Stapel Rauchmelder rauszuholen. Und war so like, ja stimmt, die piepsen. Und alle waren so, Alex, die musst du aufhängen. Ja, ich weiß, ich bin da noch nicht zu gekommen. Und so, ich dachte, diese Frau, also wirklich, das ist der Wahnsinn. Und vor allem, die macht auch alles nachts. Letztens hat sie nachts, also ich meine nachts, ich meine nicht irgendwie so 21 Uhr, nein, 0 Uhr, 2 Uhr nachts, hat sie ihren Rasen vertikutiert. Oder halt so Unkraut gezupft und so. Was heißt dieses Wort. kc: Dass du nach Rasen gesagt hast? bommel: Vertikutiert. Das habe ich auch gelernt. Vertikutierer sind irgendwie, so Geräte, Die sehen ein bisschen aus wie ein Rasenmäher, es gibt die aber auch manuell und die ritzen so die oberste Schicht des Rasens irgendwie an oder so, und es so gegen Unkraut, aber auch damit halt so an den Rasen, der da wachsen soll, mehr Sauerstoff rankommt und so, glaube ich. Diese Frau ist ein absolutes Phänomen. Ich liebe die. Auf jeden Fall kamen wir aber letztens auch während ihres Streams auf dieses Thema Podcast. Dann hatte sie gefragt, ob ich eigentlich einen Podcast habe und habe gesagt, jahabich. Dann ging es halt ein bisschen darum und sie war dann ein bisschen fasziniert davon. Was heißt fasziniert davon? Das ist das falsche Wort. Aber sie war einfach sehr interessiert daran, dich einfach mal ein paar Sachen zu fragen, weil sie halt einfach nicht wirklich mit blinden Personen in ihrem Umfeld zu tun hat und sich halt einfach wirklich so absolute, Standard- oder so Basissachen fragt, wie zum Beispiel, wie benutzt du eigentlich ein Smartphone, weil du kannst es ja gar nicht sehen. Und als es darum so ein bisschen im Stream ging, hatten wir dann so ein bisschen die Idee, naja, okay, eigentlich könnten wir, so absolute Basics von so Fragen und Sachen, die sich Leute halt einfach so ein bisschen fragen, auch so mit in den Podcast mal hin und wieder mitnehmen. kc: Ja, deswegen nennen wir die neue Rubrik, die wir versuchen ab und zu mal hier einbringen zu lassen, Basics. Vielleicht haben wir irgendwann einen lustigen Jingle, vielleicht habt ihr ja Lust, welche zu machen. bommel: Ja, das so deinen cooleren Namen generell. Aber ich meine, ja, eigentlich ist es, es beschreibt halt das, was da passiert. kc: Ja, wollen wir reinsteigen in diese Kategorie? bommel: Ja, fang doch direkt einfach mal an zu erzählen. Also die Ausgangsfrage ist ja, wie benutzt du eigentlich dein Smartphone? Und die habe ich auch einfach für dich jetzt mitgebracht. Casey, wie benutzt du dein Smartphone? kc: Also ich habe ja noch einen kleinen Sehrest. Das bedeutet, ich kann noch ein bisschen was sehen. Ich kann auch noch ein kleines bisschen was lesen. Dementsprechend benutze ich mein Smartphone erstmal mit extrem großer Schrift auf 190 Prozent aktuell, so in der Regel. Je nach App ein bisschen unterschiedlich. Ich benutze die Zoom-Funktion, das heißt, ich kann mit drei Fingern doppelt tippen und dann da so reinzoomen, alles möglich. bommel: Aber warte mal, das heißt, die Schriftgröße lässt sich auf App-Ebene einstellen? kc: Also auf iOS kann man das im Kontrollzentrum einstellen. Da gibt es so diesen Schriftgrößen-Toggle. Und da kann man auch auswählen, dass eine Änderung nur appweit passiert. bommel: Ah, cool. kc: Ja. Aber selbst das hilft nicht immer. Dann benutze ich einen sogenannten Screenreader. Das ist für mich ein Sprachausgabesystem. Man kann das auch über Braillezeilen, also über... Blindenschriftbretter. bommel: Blindenschriftbretter. kc: Ja. Weiß nicht wie man das nennen sollte. Aber jedenfalls sind das halt so Geräte mit ganz vielen kleinen Motoren, die so Braillepunkte erheben und absenken. Und da kann man halt bestimmte längen Text darstellen. Aber ich benutze es halt per Sprachausgabe, per relativ schneller Sprachausgabe. Und dann liest mir mein Telefon vor, was da eigentlich drauf zu sehen ist. Und ich kann dann per Gesten vor und zurück wechseln. bommel: Benutzt du die Sprachsteuerung häufig? kc: Ich benutze hin und wieder Siri, aber so die tatsächliche Sprachsteuerung oder Spracheingabe, wo man dann so sagen kann, ja, zurück, vorwärts, tippe auf, bla bla bla, eigentlich nicht. Das hilft mir nicht so sehr und damit bin ich auch nicht so schnell, weil ich also mit Voice-Over, mit dem Screenreader halt in der Regel einfach weiß, wie häufig ich irgendwo wischen muss, bis ich an dem Punkt bin, wo ich gerade gerne hin möchte. bommel: Gibt es irgendwas, wo du sagst, boah, wenn es das noch gäbe oder wenn es das noch hätte, das würde mir die Smartphone-Bedienung noch deutlich erleichtern? kc: Ja, bessere Unterstützung für den ganzen Kram, weil nach wie vor ist es halt immer noch so, dass es da ganz viele großartige Barrieren gibt, die beispielsweise auch gemeldet werden können bei barrieren-gutachten.de, wenn sowas irgendwie nicht funktioniert, weil irgendwie ein Button nicht ordentlich beschriftet ist, weil ein Bild keine Beschreibung hat. Weil irgendwas sich zu schnell bewegt und ich das mit Zoom nicht lesen kann, weil ein Text abgeschnitten wird, weil die große Schriftart nicht so richtig unterstützt wird und dann an der Seite halt einfach irgendwie was Wichtiges fehlt, wenn ein Text irgendwie nur halb dargestellt wird. Das sind halt wirklich sehr, sehr häufige Probleme, die diese Sachen immer wieder haben und deswegen möchte ich, dass diese Sachen ordentlich unterstützt werden und dass Leute, die das entwickeln, auch darüber Bescheid wissen, dass es Leute gibt, die das benutzen. bommel: Das heißt, du hast es, wenn du auf bestimmten Websites bist oder bestimmte Apps benutzt, dass das dann passiert? kc: Genau. Ja, und halt regelmäßig. bommel: Das heißt, und darüber reden wir ja auch immer wieder, beziehungsweise, ich weiß gar nicht, ob wir das letztens im Podcast hatten oder privat, aber dass es auch darum ging, erinnere ich mich, dass es gar nicht nötig ist, dass alle Leute permanent alles neu erfinden, sondern dass es viel wichtiger ist, dass wenn sie wissen, okay, ich entwickle die App jetzt, fürs iPhone, dass sie einfach darüber Bescheid wissen, welche Funktionen das iPhone bietet. Und nicht irgendwelche Lösungen seitens der Website daran flanschen, sondern einfach schauen, dass die Lösungen, die es halt dann dementsprechend geräteseitig für diese Probleme gibt, dass sie das halt, oder das heißt Probleme für diese Barrieren gibt, dass sie das halt einfach vernünftig benutzen. kc: Genau, also wenn man einfach die Technologien benutzt, die es halt gibt, wenn man nicht anfängt, das Rad neu zu erfinden, oder wenn man vor allem auch diese Technologien nutzt, die beispielsweise Apple zur Verfügung stellt, also da gibt es beispielsweise dieses Framework, das heißt SwiftUI, womit man iPhone-Apps gestalten kann, dann kriegt man ganz viel von der Unterstützung für diese Sachen einfach kostenlos, weil die halt da mehr oder weniger automatisch berücksichtigt werden, je nachdem, verschiedene Dinge. Und ja, machen noch zu wenige Leute, viel zu viele Leute kramen dann da irgendwie, ihre eigene Werkzeugkiste raus und gestalten dann alles irgendwie neu und machen es vielleicht dann so, dass es so aussieht wie bei Apple, weil darauf kommt es ja an, aber im Hintergrund ist es was ganz anderes. Das ist zum Beispiel so ein Ding bei Telegram. Ich mag diesen Messenger absolut nicht, das sind ganz, ganz schreckliche Leute auch dahinter, Aber ich finde das furchtbar interessant. Die haben ein komplettes Designsystem gebaut, das so aussieht wie Apple, aber nicht Apple ist. bommel: Warum? kc: Ich weiß es nicht. Die hätten auch einfach das von Apple nehmen können, weil sie benutzen das auch nur für Apple-Sachen. bommel: Merkwürdig. kc: Und da über ganz, ganz lange Zeit und immer wieder, weil sie eben bestimmte Dinge immer wieder neu erfunden haben, haben sie halt einfach diese Sachen vergessen und dann war dieser Messenger absolut unbrauchbar. bommel: Mhm. Was mir zu diesem Thema auf jeden Fall gerade noch in den Kopf kam, ist dieses Thema Crip Tax. Also quasi das Geld, die Zeit und die Energie, die Behinderte extra aufwenden müssen, um Dinge benutzen zu können. Und das ist ja auch so eine ganz eigene Form von, also wir können den Begriff sicherlich mit einer Definition oder so oder zum Weiterlesen nochmal in den Shownotes auch verlinken. Aber das ist ja auch nochmal so eine ganz eigene Form von Crip Tax, dass wenn du dein Handy benutzt, dass es halt nicht nur darum geht, dass du weißt, wie du mit diesem Handy umgehen sollst, sondern dass jede Website und jede App, nicht jede, jede, aber viele einfach dann nochmal so ihr eigenes Süppchen kochen, und du dann um die ganzen Barrieren, die dadurch entstehen oder die ganzen Eigenheiten, die das so mit sich bringt, auch nochmal herumarbeiten musst. Das ist so anstrengend. kc: Ja, so ist das. Aber dann machst du nichts. So ist es halt. Und ich glaube, letztendlich ist es auch ein bisschen ein Stück weit gut, dass es so ist, weil so können natürlich verschiedene Lösungen miteinander konkurrieren. Also es gibt durchaus auch einige Sachen, die bei anderen Sachen viel, viel besser umgesetzt sind, als die bei Apple-Äquivalenten sind. bommel: Hast du ein Beispiel? kc: Jetzt nicht von der Hand, aber ich habe schon welche gesehen. bommel: Okay. Vielleicht fällt dir ja noch eins ein. kc: Ja. Darf ich dich die Basic-Frage stellen? bommel: Stell mir die Basic-Frage. kc: Hast du, beziehungsweise haben Autist*innen eigentlich gar keine Gefühle? bommel: Diese Frage ist bodenlos und frech, weil darüber könnten wir, keine Ahnung, zehn Podcast-Folgen alleine machen. Okay, vielleicht nicht zehn, aber drei bestimmt. kc: Und vielleicht haben wir ja auch schon einige gemacht, wo ähnliche Sachen besprochen wurden. Spoiler. bommel: Also nein, es ist nicht so, dass AutistInnen keine Gefühle haben. Wir haben sie genauso wie alle anderen Menschen auch. Was sich vielleicht manchmal unterscheidet, ist der Ausdruck. Es kann sein, dass das bei AutistInnen sich einfach anders zeigt und das vielleicht nicht so lesbar ist wie bei nicht-autistischen Menschen. Also bei nicht-autistischen Menschen sieht man vielleicht eher, dass die traurig sind oder glücklich oder Angst haben oder irgendwas. Und bei autistischen Menschen, auch nicht bei allen, Aber bei manchen kann es halt sein, dass man das so an Körpersprache, Mimik, Gestik vielleicht nicht so ablesen kann und das auch einfach sehr individuell ist. Und was es natürlich aber auch für nicht alle, aber manche gibt, ist dieses Thema der Alexithymie, wieder schwieriges Wort. bommel: Aber Alexithymie beschreibt quasi einen Zustand, in dem die Betroffenen, dass es denen sehr schwerfällt, ihre eigenen Emotionen überhaupt wahrzunehmen, von körperlichen Empfindungen zu unterscheiden und dann halt auch irgendwie in Worte zu packen. Und das ist durchaus was, was bei AutistInnen vorkommen kann. Das ist eigentlich auch nochmal spannend. Ich habe gar nicht recherchiert, wie häufig das bei AutistInnen ist und ob das bei AutistInnen so viel häufiger vorkommt als bei Nicht-AutistInnen. Weil Autismus ist keine Voraussetzung für Alexithymie. Das kann es halt auch unabhängig von Autismus geben, zum Beispiel auch durch Traumata oder auch bei Depressionen kann es auch vorkommen, aber eben auch bei Autismus. Und da kann das dann natürlich sein. Aber auch da muss man halt ganz doll unterscheiden, dass ich meine Emotionen nicht wahrnehmen kann oder nicht beschreiben kann oder nicht von Hunger unterscheiden kann. Heißt nicht, dass sie nicht da sind. Und es heißt auch nicht, dass sie mich und mein Handeln nicht beeinflussen. kc: Also gibt es diese Geschichte von dem immer fröhlichen oder immer traurigen, Autisty-Person einfach gar nicht? bommel: Ja, die Geschichte gibt es halt schon. Es gibt ja auch dieses, wie heißt das, Kanner-Syndrom oder so, das ja auch irgendwie sehr eng mit Autismus assoziiert ist. Also ich glaube, das Kanner-Syndrom wird auch, oh, das ist jetzt ein bisschen gefährliches Halbwissen, aber ich glaube, Menschen mit Kanner-Syndrom wird halt häufig nachgesagt, dass die so quasi immer happy sind, was aber auch Quatsch ist. Das hat halt auch wieder einfach häufig was mit dem Ausdruck zu tun, dass die Leute häufig lächeln oder so. Aber das ist auch wieder... Es gibt halt auch solche und solche. Das trifft auch wieder nicht auf alle Personen mit Kanner-Syndrom zu, sondern es kann zutreffen. bommel: Ich glaube, das Grundproblem bei allem, was dieses Thema angeht, ist, dass autistische Menschen oder auch generell Behinderte einfach als sehr eindimensional wahrgenommen werden. Und irgendwie wird ihnen so die innere Komplexität abgesprochen. Da wird dann einfach gesagt, die haben keine Empathie, keine Gefühle, weil der Ausdruck vielleicht des Ganzen auch nicht so ist, wie man das möglicherweise erwarten würde. Und das ist einfach fatal und falsch und nicht okay. Weil das ist einfach nicht so. Und ja, natürlich gibt es auch da Leute, also keine Ahnung, das verändert sich ja auch bei dem einzelnen Menschen. Also ich meine, ich bin auch autistisch und ich habe Depressionen. Das heißt, es gibt Zeiten in meinem Leben, da habe ich besseren Zugang zu meinen Gefühlen und Emotionen. Es gibt Zeiten, da habe ich gar nicht so wirklichen Zugang. es gibt. Ich habe zum Beispiel persönlich auch ein großes Problem, damit so auch körperliche Dinge wahrzunehmen. Also ich habe das zum Beispiel, dass ich oft nicht merke, dass ich Hunger habe, sondern mir ist dann halt schlecht. Also wirklich, als müsste ich mich gleich übergeben. Das ist Hunger. bommel: Das habe ich in meiner Studienzeit herausgefunden, weil das so, das hat einfach so lange gedauert, bis ich diesen Link hinbekommen habe, weil das ist ja auch total gegen die Intuition. Wenn die schlecht ist, ist ja eigentlich das Letzte, was du tun möchtest, was essen. Aber das ist halt das, was mir quasi gegen diese Übelkeit geholfen hat. Dass ich irgendwann gerafft habe, okay, das ist nicht mir übel und ich muss mich gleich übergeben, sondern das ist Hunger. Das ist halt komisch. Aber das heißt halt nicht, dass ich nicht in der Lage bin, Hunger zu empfinden. Oder es äußert sich vielleicht anders oder sieht ein bisschen anders aus. oder so. kc: Ja, also ich hatte auch irgendwie richtig, richtig lange Probleme, wirklich Zugang zu meinen Gefühlen zu haben. Ich habe erst angefangen, das so ein bisschen für mich zu entdecken in meiner ersten Therapie, wo ich jetzt mittlerweile halt so langsam an einem Punkt angekommen bin, wo ich das meiste irgendwie mehr oder weniger einordnen kann, aber irgendwie so richtig immer noch nicht und es fällt mir immer noch schwer, das wirklich in Worte zu packen. Es fällt mir vor allem auch schwer, anderen Leuten davon zu erzählen oder irgendwie wirklich genau meine Gefühle rüberzubringen. bommel: Es ist ja auch, so ein riesiger Unterschied, ob du verstehst, dass du gerade traurig oder wütend bist oder ob du fühlen kannst im Körper, dass du traurig oder wütend bist und, das tatsächlich durchfühlen kannst. Also ganz, ganz viele Leute, und das hat mit Autismus gar nichts zu tun, das betrifft auch sehr viele, auch neurotypische Leute, dass sie glauben, dass, zu verstehen, was ich gerade fühle oder warum ich gerade irgendwas fühle oder so, dass das dasselbe ist wie etwas zu fühlen, aber das sind grundverschiedene Sachen. Weil nur, dass dir etwas so im Kopf klar ist, heißt das nicht, dass dir das körperlich, emotional klar ist. Und das ist halt etwas, was ich extrem durch so körpertherapeutische Sachen gelernt habe und woran ich in den letzten Jahren, unendlich viel gearbeitet habe und auch immer noch weiter daran arbeite und arbeiten will. kc: Da muss man erstmal alles synchronisieren. bommel: Man lernt das ja auch gar nicht. Niemand bringt es bei. Also viele Leute können das gar nicht. Dann ist halt häufig gar kein Platz dafür. Und dann, also in der Schule, das kannst du ja voll vergessen. Darüber haben wir schon geredet. kc: Die letzten Folgen über. bommel: Ja, Kindergarten ist halt auch Quatsch, weil Kindergarten ist häufig einfach Vorbereitung für Schule irgendwie so. Ja, keine Ahnung. Wo lernt man tatsächlich mit seinen Emotionen umzugehen und die vernünftig zu bearbeiten? Das ist so selten. kc: In der Psychotherapie. bommel: Ja, ich wünschte. ich wünschte, aber ganz ehrlich gerade so diese sehr westlich geprägte Gesprächstherapie, nene, also darüber reden und das zu intellektualisieren und zu verstehen ist ein Teil davon, aber diese Körperarbeit das ist ein ganz anderes Level. Stimmt. kc: Das ist ein guter Punkt, vielleicht muss ich mich da auch noch ein bisschen mehr mit beschäftigen. bommel: Und früher dachte ich auch immer, es ist halt so Quatsch. Wie geil wäre das, wenn unsere Emotion bearbeitet ist, wenn wir einfach verstanden haben, wo kommt sie her, warum fühle ich das und was hat sie vielleicht für eine Funktion. Das wäre ja geil, wenn das einfach zu verstehen, das dann halt auch reicht. Aber das reicht halt nicht. kc: Ja, aber gut, wir sind halt keine Computer. bommel: Ja. kc: Ja, nee, das macht schon voll Sinn. Also auch vielen Dank für diese Darstellung. Boah, ich glaube, das hilft mir gerade richtig doll weiter. bommel: Ja, wie gesagt, wir können da super gerne auch nochmal mehr Folgen drüber machen in irgendeiner Art und Weise. kc: Ja, bitte. bommel: Ja. kc: Das ist bestimmt auch eine tolle Folge, wo es sich mal anbietet, irgendwie eine Gastperson zu haben. Aber können wir ja dann gucken Ja, Ich glaube, das war der erste Teil. War der erste Basic-Teil. bommel: Ja. Ich finde es aber eigentlich gar nicht so schlecht. Weil ich glaube, daraus entstehen auch noch mal ein paar Sachen, wo wie eben, dass wir halt irgendwie merken, okay, darüber wäre es vielleicht noch mal spannend, irgendwie mehr zu erzählen oder da tiefer reinzugehen. Ja, ähm, die Leute können uns gerne Fragen stellen, die in diese Richtung gehen irgendwie. Natürlich, also für mich ist es halt auf jeden Fall total okay, über meine eigenen Behinderungen zu sprechen und aus meiner eigenen Lebenserfahrung, aber im Zweifel auch so, ja, keine Ahnung, wenn jemand dann nochmal über sowas wie Crip Tax oder so stolpert als Begriff und damit nichts anfangen kann, dann finde ich, könnten wir das vielleicht auch nochmal sowas mit aufnehmen irgendwie. kc: Oder? Wir haben noch eine ganz andere Idee. Wir können ja für diese Rubrik, für Leute mit den verschiedensten Behinderungen, die Möglichkeit einführen, uns Sprachis zu schicken. Dann können wir ihnen diese bodenlosen Fragen stellen und dann können sie selbst darauf antworten. Also natürlich konsensual. Also wenn Leute auf uns zukommen und sagen, ja ich werde so häufig dies und jenes gefragt, ich will das jetzt mal beantworten, dann schickt uns Sprachnachrichten, dann machen wir das ja, finde ich cool, Ja, cool. bommel: Nicht gut. kc: Ich mag diese neue Rubrik. Alles toll. bommel: Ja, vor allem zwingt sie uns vielleicht auch mal dazu, uns ein bisschen kurz zu fassen. kc: Ja, da haben wir jetzt darüber geredet, aber auch eine Viertelstunde fast, oder? bommel: Weiß ich nicht. Nein, nein, das war bestimmt viel kürzer. kc: Wir haben doch ein Vorgeplänkel-Thema in Anführungszeichen. bommel: Gar nicht Vorgeplänkel. Das ist komplett richtig reingeplänkelt. Ich habe einen Film geguckt. kc: Das meinst du, oder? Das hast du auch mehrfach angesprochen, dass du einen bodenlosen Film geguckt hast und davon dringend im Podcast erzählen musst. Aber du wolltest mir partout nicht sagen, was für ein Film das ist. bommel: Gar nicht bodenlos. Casey, ein herzerwärmender Feelgood-Film. Habe, das habe ich gesehen. kc: Ja, aber da höre ich ja sogar nicht im Sarkasmus. bommel: Bevor wir in das Thema einsteigen, beziehungsweise es ist schon der Einstieg in das Thema, habe ich aber zwei Fragen für dich. Und die sind jetzt echt wichtig, weil die zeigen unterm Strich, ob du behindert bist oder nicht. kc: Achso, ja, wir alle wissen, ich fake meine Behinderung, das ist alles gar nicht wahr. bommel: Das finden wir jetzt raus. Okay. Also, pass auf. Frage Nummer 1. Was ist die Hauptstadt von Thailand? kc: Bangkok. bommel: Das ist korrekt. Schon mal 50% gefakt. Warte, zweite Frage. Was ist 12 mal 7? kc: Rechen, rechen, rechen. Ja, Autismus auch gefakt, ich kann nicht kopfrechnen. Also nicht gut, das dauert lange. 204? bommel: Nee, es ist 84. Hä, du bist doch halb behindert, voll gut. kc: Warte, was war die Aufgabe? bommel: 12 mal 7. kc: Ach, ich habe 17 mal 12 gerechnet. Ja, da wäre das nur halb so schwer gewesen. Da wäre ich viel schneller gewesen. bommel: Ja, also das sind zwei Fragen, die ich mitgebracht habe aus diesem Film, aus einer Konfliktsituation. Ich versuche aber, das ein kleines bisschen chronologisch zu erzählen, weil sonst muss ich jetzt so viel vorwegnehmen. Wir kommen da gleich nochmal drauf zurück. Aber das ist einer der Banger, wo ich so dachte, Leute, das ist doch alles hier nicht euer Ernst. Wo feelgood? Also, der Film, den ich geguckt habe, der ist aus dem Jahr 2025 und er heißt Ganzer halber Bruder. Hast du von dem Film schon mal gehört? kc: Noch nie. Ist das eine deutsche Produktion? bommel: Natürlich ist das eine deutsche Produktion. Hauptrollen mit Christoph Maria Herbst als Thomas und mit Nikolas Randel als Roland oder Sunny. Nikolas Randel hat Trisomie 21, wenn ich das richtig erinnere, warte, ich schaue nochmal kurz nach, ja, Trisomie 21. Und das Setting ist jetzt dieses. Thomas, ein zumindest im Film so dargestellt nichtbehinderter mittelalter Mann, kommt gerade aus dem Gefängnis. Er ist nämlich Immobilienbetrüger und erfährt dann, dass er ein Haus geerbt hat. Und da sieht er natürlich groß Cash in diesem Haus und möchte das eigentlich gerne verkaufen. Problem ist nur, in diesem Haus wohnt sein behinderter Halbbruder, der von der noch nicht verstorbenen Mutter, aber die Mutter ist halt nicht mehr, die liegt glaube ich im Koma. Deswegen ist dieses Vorerbschaftsding da irgendwie schon, ich frage mich nicht, keine Ahnung, aber deswegen bekommt er halt schon mal quasi dieses Haus so vorvererbt und möchte jetzt natürlich seinen behinderten Bruder loswerden, damit er das Haus verkaufen kann. Das ist erst mal das muckelige Feelgood-Setting für diesen herzerwärmenden Film. kc: Ich habe Angst. bommel: Und da war ich ja schon mal richtig gehookt, weil ich so dachte, das ist ja schon mal scheiße. Und was ich richtig sexy finde, in dieser ganzen Szene, wo er dann beim Notar sitzt, glaube ich, und erfährt, du hast ein Haus geerbt, wird zum Beispiel behauptet, dass sein behinderter Halbbruder dieses Haus ja nicht erben kann, weil er wäre nicht erbberechtigt, weil er ja behindert ist. Und da dachte ich so, hä? Und dann habe ich das extra noch mal recherchiert. Das ist kompletter Quatsch. Du bist mit Behinderung erbberechtigt. Punkt. kc: Das wäre auch richtig seltsam. bommel: Das wäre extrem seltsam. Und du bist auch erbberechtigt, wenn du eine gesetzliche Betreuung hast. Also natürlich kümmert sich dann darum, die gesetzliche Betreuung ist ja logisch. Aber das ändert nichts daran, dass du erbberechtigt bist. Wo ich auch dachte, was ist das für ein Quatsch? Also das habe ich auch wirklich gar nicht verstanden, warum man sich dafür entscheidet, weil es ist ja sowieso ausgedacht. Du kannst dir ja wirklich alles ausdenken. Man hätte auch einfach sagen können, weil dieser Thomas, der nichtbehinderte Bruder, der wurde von der Mutter als Baby ins Heim gegeben oder zu irgendeiner Pflegefamilie oder so. Könnte man ja jetzt auch sagen, ja, deine Mutter hat dir das vererbt und nicht deinem Bruder oder so, weil die ein schlechtes Gewissen hatte oder so. Keine Ahnung, ist ja egal. Aber da muss man ja nicht so einen Megaquatsch behaupten. Und natürlich fallen dann auch irgendwie Sätze, als er dann anfängt zu überlegen, bevor er seinen Bruder überhaupt kennt, wie er den loswerden kann, fallen dann natürlich auch so Sätze wie, ja, gibt es da nicht Heime, weil das ist ja Verschwendung, wenn dieser Behinderte in diesem schönen Haus da alleine wohnt und so. Ich meine, gut, das ist aber was, wo ich so denke, das ist halt irgendwie erwartbar und wo man vielleicht auch sagen könnte, naja, okay. bommel: Im Sinne der Charakterentwicklung fängt man halt so an, dass der Charakter halt einfach voll scheiße ist und halt sowas reproduziert und dann halt irgendwann rafft, okay, was habe ich da überhaupt gesagt, das ist ja total, total absurd. bommel: Das passiert nicht so wirklich. Kleiner Spoiler. Aber die erste Begegnung ist dann halt so, dass Thomas einfach zu diesem Haus fährt und da klingelt, ohne dass Roland irgendwas weiß. bommel: Und Roland hat halt gerade seine Betreuerin da vielleicht habe ich nicht aufgepasst vielleicht wird das im Film auch nicht so bewusst benannt, ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das eine gesetzliche Betreuung ist oder ob das halt einfach eine Person ist, die ihm so bei Wochenplanung, Haushaltsgeld und so ein bisschen hilft, macht auf mich eher letzteren Eindruck, Und also dieser Thomas klingelt da dann an der Tür und der Roland ist so, kein Bock. bommel: Und die Betreuerin von Roland, Yeşim, bittet Thomas dann rein und bietet dem Kaffee an und so und nimmt dann auch noch Rolands Tasse für den. Also aus meiner Perspektive super übergriffig. Weil du als Betreuerin halt gar nicht die Wünsche der betreuten Person ignorieren kannst. So, hä? Also wie kommt man überhaupt dazu, als betreuende Person dann irgendwen? Also wäre es jetzt ein Gerichtsvollzieher, weißt du? Dann wäre das halt natürlich so eine Situation, wo man halt sagen könnte, naja, okay, da hast du als betreuende Person auch so ein bisschen die Verantwortung zu sagen, so hey, ich weiß, es ist gerade schwierig für dich, aber den müssen wir gerade reinlassen oder whatever. Aber ja nicht bei so einem random Typ. Und dann fragt Thomas, die Betreuerin, auch noch so, ist der jetzt sauer? Und dann sagt die, nein, nein, der ist nur verwirrt. Der ist nicht verwirrt. Der war an keiner Stelle verwirrt. Der hatte keinen Bock auf einen fremden Mann in seinem Haus. bommel: Also, komplett absurd. Und generell wird Roland wirklich, und das zieht sich auch bis zum Ende durch, behandelt wie ein Kind. Thomas will ihn zum Beispiel umarmen, Roland sagt, nicht anfassen, und dann ist Thomas halt verwirrt. Und Yeşim die Betreuerin erklärt dann, dass ungefragt anfassen keine gute Idee ist. So, ja, so wie das nie eine gute Idee ist. Bei allen Leuten. Man sollte bitte niemanden ungefragt anfassen. kc: Und sagt die dann wenigstens auch, er hat Nein gesagt? bommel: Nein, natürlich nicht. Und das wäre halt zum Beispiel was, wo ich wirklich neugierig auf den Film war, wie die sowas umsetzen. Weil ich auch dachte, naja, vielleicht ist diese Betreuerin ja tatsächlich so voll die Advokatin für ihn. Aber das passiert einfach nicht. Thomas nennt ihn dann halt auch zum Beispiel einfach so Ronald, obwohl er Roland heißt. Und Roland will eigentlich auch einfach immer nur Sunny genannt werden. Und immerhin passiert dann das wenigstens auch überwiegend einfach so. kc: Was ja auch irgendwie so richtig typisch ist. bommel: Ja. kc: Immer fröhliche, immer sonnig gelaunte Person mit Trisomie 21. Ja, ja, wir lieben das. bommel: Absolut. Und Funfact dazu, der absolut kein Funfact ist, eigentlich hätte der Film Sunny heißen sollen, was ja auch nochmal ein ganz anderes Level ist. Und natürlich ist der auch noch so ein bisschen komisch. Sunny hört nämlich nur diesen einen Song, dieses "Sunny, yesterday my life was filled with me." Kennst du den? kc: Ja. bommel: Ja, und den gibt es halt in offensichtlich 500 Milliarden verschiedenen Cover-Versionen und Sunny hört nur diesen Song in sämtlichen Cover-Versionen. Keine andere Musik. Und auch diese ganze Exposition und wie sich die Brüder kennenlernen, ist so weird. Thomas war vorher zum Beispiel in so einem Hotel und da lag auf seinem Kissen eine Schokoladentafel mit Traube-Nuss, wo er die dann so wegpfeffert und es so legt, Traube-Nuss. Und in der nächsten Szene sieht man dann, wie er Sunny das als Geschenk mitbringt. Also diese Schokolade, die er selber komplett widerlich findet. Und gibt die dann einfach an Sunny weiter. Und Sunny findet die Schokolade halt aber auch beschissen, weil da ist es Traube-Nuss. Und wirft sie halt weg und seine Betreuerin ist dann so, ja, jetzt bedank dich doch mal, das ist doch ein Geschenk. Hä? bommel: Nein, was Leute, was ist mit euch? Und dann gibt es auch noch eine ganz, ganz komische Szene, weil also Thomas versucht halt auf Krampf in irgendeiner Art und Weise in Kontakt mit Sunny zu kommen. Weil sein Ziel ist es halt eigentlich, Sunny loszuwerden und quasi dem Sozialamt begreiflich zu machen, dass Sunny eigentlich ins Heim gehört. Und um diesen Kontakt aufzubauen, fährt Thomas ihm hinterher. Also Sunny fährt dann einfach alleine, selbstständig mit dem Bus zur Arbeit, und dann auch zu seiner Mutter ins Krankenhaus und so. Und dann gibt es so eine komische Szene, wo Thomas versucht, ihn so mit Schokolade zu bestechen, in sein Auto zu steigen, um ihn von der Arbeit abzuholen. Und dann, die Szene fand ich richtig geil, Sunny nimmt dann so die Schokolade, diesmal halt eine vernünftige, keine Traube-Nuss. Sorry an alle Leute, die Traube-Nuss Schokolade lieben, aber es sind halt einfach Rosinen drin. Und Sunny nimmt dann so die Schokolade und nimmt dann trotzdem den Bus. Die Szene mochte ich ein bisschen, bin ich ehrlich. bommel: Dann gibt es halt, ich weiß gar nicht mehr genau, warum die in diesen Konflikt geraten, aber es ist dann natürlich auch so, Thomas zieht da dann halt einfach irgendwie so ein. Weil, also der hat ja auch eh kein anderes Zuhause so bisher, weil er aus dem Knast kam bisher und sein Bewährungshelfer auch sehr weird ist. Und ja, Yeşim findet das natürlich alles, also die Betreuerin findet das ja alles irgendwie okay und die machen das dann halt auch so irgendwie so halb über Sunnys Kopf hinweg. Und... Die geraten dann in einen Konflikt und dann kommt diese Szene, wo Thomas zu Sunny sagt, du verstehst das nicht, du bist behindert und Sunny sagt so nein. Und Thomas sagt so, aha, was ist denn die Hauptstadt von Thailand und wie viel ist denn 12 mal 7? Und dann kann er die Fragen nicht beantworten und dann sagt Thomas so, siehst du? bommel: Also, das ist ja wirklich so hochgradig ableistisch und auch das, wie gesagt, wenn das halt ein Vehikel wäre, um so Charakterweiterentwicklung zu transportieren. Ich meine, ich bin auch keine Person, die Filme macht. Das sollten Leute, die Filme machen, vernünftig hinbekommen. Aber wenn man dann irgendwann gemerkt hätte, okay, Thomas reflektiert das halt so ein bisschen oder kriegt halt Gegenwind und sagt, sag mal, bist du bescheuert oder was? Als ob du das daran festmachen kannst, ob der selbst weiß, was die Hauptstadt von Thailand ist oder wie viel 12 mal 7 ist. so. Aber das passiert halt einfach nicht. Und das ist, ja. Und als Thomas dann einziehen will und das nicht mit Sunny bespricht, sondern mit der Betreuerin, sagt die, und ich habe mir das wörtliche Zitat aufgeschrieben, sagt die, mutest du dir da nicht zu viel zu, mit einem Menschen mit Down-Syndrom zusammenzuleben? Das ist eine Aufgabe. So, excuse me, what? Vor allem ist es halt auch so so absurd, weil, ja, der braucht ein bisschen Unterstützung, so wie es dargestellt ist bei so Wochenplanungen und so, seine Termine auf dem Zettel zu haben. Aber wenn man ihn dann halt in Ruhe lässt, dann macht er halt sein Ding. Dann fährt er pünktlich zur Arbeit, dann nimmt er seine Termine wahr und kommt halt klar. bommel: Und der erste Moment, also Thomas hat natürlich Bewährungsauflagen, muss sich auf einen Job bewerben und so. Und der erste Moment, wo Thomas Sani wirklich ehrlich zugeneigt ist und nicht nur um ihn irgendwie zu bestechen, um ihn zu irgendwas zu bewegen oder was auch immer, ist, als er ihn benutzen kann, um einen Job nicht zu bekommen, den er nicht haben will. bommel: Weil er fährt dann zu diesem Bewerbungsgespräch und hat Sunny im Schlepptau. Und das ist irgendwie auf so einem Recyclinghof oder so, wo er nicht arbeiten will. Also Thomas, der da im Knast war. Und dann sagt die Person, die dieses Gespräch mit ihm da führt, ist so, ja, egal, ist egal, wir können halt jede Hilfe gebrauchen. Weil erst versucht er es noch so mit, ja, ich habe sowas noch nie gemacht und ich weiß gar nicht, wie das alles funktioniert. Und die ist so wie, ja, scheißegal, kannst du schnell lernen. Und dann hat Sunny irgendwie ein Problem mit seinem Kassettentape, weil er im Auto saß Musik gehört hat. Und diese Frau, die dieses Bewerbungsgespräch führt, bekommt das halt mit. Und dann ist der Thomas halt so, ja, den müsste ich halt auch immer mitbringen. Der hat keine Betreuung und so. Und daraufhin bekommt er den Job halt nicht. Und das ist der erste Moment, wo man in der ganzen Mimik, Gestik, in der ganzen Gestaltung merkt, dass er ihm gerade so positiv zugeneigt ist, was ja komplett ekelhaft ist, weil das halt nichts damit zu tun hat, dass Sunny halt einfach ein netter Mensch ist oder halt auch einfach ein Mensch, sondern dass Sunny für ihn einen Zweck hat. Und das ist dann letztlich auch der ganze Plot des weiteren Films. Der benutzt Sunny dann nämlich, um Leute zu beklauen. kc: Also, ich habe überhaupt keine Worte. Ich sitze hier mit meinem Kopf vergraben. Was ist das denn für eine Scheiße? bommel: Und es wird noch schlimmer. Also richtig grausam. bommel: Da könnte man ja irgendwie noch sagen, ja, du gehst zum Lachen ja jetzt auch in den Keller. Versteh das doch. Nimm das doch leichter oder so. Aber was ich richtig, richtig grausam fand, war, ich hatte ja gesagt, dass die Mutter im Koma liegt und dann kommt die Stelle, wo sie im Krankenhaus sind, also Thomas und Sunny und die Mutter besuchen, und die Ärzte dann zu Thomas sagen und mit Thomas besprechen, dass das keinen Sinn mehr hat aus medizinischer Sicht und er jetzt entscheiden soll, ob die Geräte abgestellt werden oder nicht. Und Thomas entscheidet sich dann dafür, also das ist letztlich legitim, dazu habe ich keine Meinung. Aber mit Sunny wird nicht geredet, der bekommt kein Heads-up, also der weiß nicht, was passiert, und dann sitzt Sunny da, hält die Hand seiner Mutter und ist halt so mit ihr da, wie er immer mit ihr da ist, wenn er sie besucht. Und dann kommen die Ärzte und schalten einfach die Geräte ab. Und er sitzt daneben und weiß nicht, was passiert. Das ist so ekelhaft und so grausam. Und das kann man auch nicht mit Humor entschuldigen oder mit sonst irgendwas. Das ist einfach... bommel: Oh, nee, also das fand ich wirklich schlimm und danach gibt es dann noch so einen Brief von der Mutter an Thomas, wo die auch noch schreibt, du kannst mit Roland keine tiefgreifenden Gespräche führen, aber er hat diese eine besondere Gabe, die Fähigkeit glücklich zu sein. Und weißt du was noch der absolute Kicker ist ich glaube das ist ja auch so der letzte, wie sagt man das immer der letzte Nagel im Sarg oder so wobei ich auch nicht weiß, was dann begraben wird ich hoffe dieser Film, der Sohn des Regisseurs hat Trisomie 21 und das war die Bewandtnis für diesen, ich meine Regisseur oder Produzenten, ich bin nicht ganz sicher, diesen Film zu machen. kc: Das ist ja komplett furchtbar. Also ich habe ja manchmal gesagt, bodenlos, aber bodenlos reicht gar nicht. bommel: Nein. Und wenn man, also im Wikipedia-Artikel zu dem Film, sind so ein paar, Rezeptionen drin irgendwie. Und Leute sagen, Feel-Good-Film mit Crowd-Pleaser-Qualitäten oder so. kc: Und hier, und auch als Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung. bommel: Ja, also ich finde, dass, also, nee. Und was ich auch total spannend finde, ist, dass darüber gesprochen wird, dass die beiden Hauptcharaktere Roland und, also Sunny und Thomas sind. Und ich bin ehrlich, das hat sich für mich nicht an einer Sekunde so angefühlt. Für mich ist total klar, dass Thomas als Hauptcharakter angelegt ist und Sunny ist reines Vehikel für seine Geschichte. Und ich finde das einfach wirklich Augenwischerei und ganz unehrlich, da einfach davon zu sprechen, dass Sunny auch ein Hauptcharakter ist. Also ja, er hat sehr viel Screentime und er spielt quasi eine große Rolle in dem Film. Aber, also das mag jetzt auch irgendwie pingelig sein, aber es geht in diesem Film nicht um Sunny. Also vielleicht so in den letzten zehn Minuten, da geht es nochmal, also er schafft es dann letztlich tatsächlich auch, dass Sunny ins Heim muss. Was letztlich halt vorrangig dadurch kommt, dass er ihn zum Klauen benutzt, und Sunny ein schlechtes Gewissen hat und welche von den Sachen zurückbringt und das dann die Polizei bemerkt und ja genau, dementsprechend kommt er dann, in so ein betreutes Wohnen. bommel: Und. bommel: Da entführt Thomas ihn dann letztlich raus, aber schon konsensuell, also nicht gegen Sunnys Willen, aber Sunny macht Kraftsport und hat so eine Gewichtheben-Meisterschaft. Und das ist dann der Punkt, also am Ende mit dieser Meisterschaft. Da geht es dann wirklich, in den letzten Szenen geht es halt wirklich so ein bisschen um Sunny und da geht es auch wirklich ein bisschen darum, dass Thomas tatsächlich ein bisschen an ihn glaubt, und auch Zuversicht hat und ein bisschen Vertrauen in die Fähigkeiten von Sunny. Dafür sind dann aber andere Leute da, die sind wie, nein, das schaffst du nicht, mach das nicht und so. Also es gibt einfach keine Szene in diesem Film, wo Leute einfach mal ihn unterstützen, für ihn da sind und an ihn glauben. Ohne Einschränkung. Das hört ja gar nicht mehr auf. Aber das als Feelgood-Film zu verkaufen, das finde ich, sagt so viel über den Stand. Der ist von 2025, das darf man nicht vergessen. kc: Vor allem, das überhaupt zu filmen und so bereitzustellen, völlig egal, wie es verkauft wird, oder? bommel: Ja. Und dann auch noch hier, keine Ahnung, die Produktion sei ein harmloser, gut gemeinter, charmanter Familienfilm. Nein. Oder hier schreiben Leute, es ist ein herzlicher Film, der eine geschickte und ausgewogene Balance zwischen Humor und Botschaft findet. kc: Auf gar keinen Fall. bommel: Es gibt keine Botschaft hinaus über, naja, ein paar Sachen können Leute mit Trisomie 21 vielleicht doch. Aber so mittel und naja, die sind halt immer glücklich und haben so ein sonniges Gemüt. Und sorry, aber ganz ehrlich, die Botschaft brauchen wir nicht. Kein Mensch braucht diese Botschaft. Also selbst wenn das die Botschaft ist, kann weg. kc: Ja. bommel: Und ich finde das total krass, weil gerade es gibt so aus den 2000er, 2010er Jahren viele Filme, die so in irgendwie diese Richtung gehen. Und dann denke ich mir so, ja, okay, ist jetzt halt auch so im Schnitt irgendwie so, keine Ahnung, 10, 15 Jahre her. kc: Haben wir nix gelernt. bommel: Offensichtlich haben wir nicht so viel gelernt. Also, nee. Kann ich nicht weiterempfehlen und das finde ich auch nicht okay. kc: Möchtest du deine Kritik gegenüber diesem Film vielleicht so in so ein, zwei Sätzen zusammenfassen? Weil ich glaube, der Wikipedia-Artikel hat unter dem Punkt Rezeption noch ein bisschen Platz für so einen Abschnitt wie "Bommel vom Inklusions-Podcast All Glitches Welcome übt vernichtende Kritik am Film." bommel: Vielleicht in dem Sinne von, über Humor kann man sich streiten und es ist auch okay, dass es vielleicht stellenweise einfach nicht mein Humor war, aber, wenn man sich die Botschaft des Films anguckt, dann muss man ehrlich sagen, solche Botschaften brauchen wir nicht mehr. War das ein guter Satz? Ich weiß nicht, ich kann sowas immer nicht. kc: Ich glaube, da fehlt ein bisschen mehr Information über die absolut fatale Inklusions- und Behinderungsdarstellung in diesem Film. Naja, wir haben ja auch schlaue Sachen gesagt. bommel: Irgendwer kann das ja dann zusammenstückeln. Da muss man halt mit Auslassungen arbeiten. Ich habe ja viel dazu gesagt. kc: Ja, auf jeden Fall würden wir uns freuen, wenn diese Kritik in diesem Wikipedia-Artikel auftaucht, weil die muss da hin. Und ich gehe stark davon aus, dass absolut keine Menschen mit Behinderung mit irgendeiner Rezension in diesem Wikipedia-Artikel zensiert sind. Zensiert, zitiert sind. bommel: Ne, davon gehe ich nicht aus. kc: Ja, also das muss dahin. Ach du Scheiße. Das ist ja... bommel: Ja, das Ding ist halt auch, aus so einer Behindertenrechtsperspektive, glaube ich, gibt es auch gar nicht so eine wirkliche Rezeption des Films. Es gibt halt aus filmischer Sicht quasi Rezeptionen im Sinne von ja, sehr vorhersehbar und so, which is true, wo ich mir auch so denke, ja, peinlich, warum ist das so vorhersehbar? Ja, weil wir schon tausende solcher Filme gesehen haben, es reicht. Also, es ist ganz unangenehm. kc: Boah, jetzt bin ich froh, dass du mir das nicht vorher erzählt hast über diesen Film. bommel: Ja, sag ich doch. Dann hättest du es ja auch zweimal anhören, müssen, weil das wollte ich schon wirklich in den Podcast mitbringen. Als sie dir zweimal anhören müssen, hätte dir auch keine gute Laune gemacht. kc: Ich bin einfach fertig. Wie kann man denn? bommel: Ich weiß es auch nicht. Ich finde es auch wirklich einfach schade, dass, Ich hatte sehr viel Hoffnung in Yeşim, die Betreuerin gesetzt, in die Gestaltung dieser Figur. Aber die war halt einfach nur, ja, ich weiß sie auch nicht, irgendwie war die auch dabei. Also ich weiß gar nicht so richtig, was sie jetzt tatsächlich, irgendwann gab es auch eine Szene, wo sie mit Thomas rumgeknutscht hat auch. kc: Hä? bommel: Keine Ahnung. Also es gibt noch einige Plotlines dieses Films, die absolut weird sind, die ich gar nicht erzählt habe. Er macht dann auch noch so krumme Dinger mit seinem Bewährungshelfer und so. Also, oh jetzt. kc: Ich glaube, wir müssen dringend aufhören, über diesen Film zu reden und ihn bloß nie wieder anfassen und bloß überhaupt nie irgendwie weiter über diesen Film reden, weil über Scheiße redet man nicht. bommel: Absolute Anti-Empfehlung für ganzer halber Bruder. Ah, wo ich dazu sagen muss, der Titel bezieht sich nicht auf Sunny, sondern er bezieht sich auf Thomas. Das ist das einzig Gute, weil da hatte ich auch noch Angst, dass Thomas das auch noch zu Sunny sagt, so dass es so eine komische Spielerei ist mit so, Du bist ein halber Bruder, nicht wegen Halbbruder, sondern so wegen Bezug auf die Menschlichkeit oder so. Da hatte ich ein bisschen Angst, aber nee, da liegen die irgendwie so zusammen dann im Bett. Und dann ist Sunny dann auch irgendwie recht glücklich da mit Thomas, weil er auch zum Beispiel ja nicht weiß, dass Thomas ihn benutzt zum Klauen und so. Das checkt er irgendwie im Film so in dem Sinne einfach nicht. Und da sagt Sunny dann zu Thomas, du bist ein ganzer halber Bruder. kc: Aber ja, dann hätte man auch anders denken können, wenn man so die Zusammenfassung liest. bommel: Ja, vor allem, ich bin auch trotzdem immer noch ein bisschen skeptisch, weil ursprünglich sollte der Film ja Sunny heißen und dann zieht sich der Titel halt auf Sunny. Und es ist halt, ja, ich finde trotzdem nach wie vor, es spielt halt damit. Weil es, diese Beziehung als Halbgeschwister im Sinne von wir haben unterschiedliche Väter die spielt gar nicht so eine zentrale Rolle naja ich hab auch nicht mehr zu dem Film zu sagen, ich bin froh, dass ich ihn auf doppelter Geschwindigkeit geschaut habe. kc: Schneller vorbei, Ich komme wirklich einfach nicht mehr raus aus Kopfschütteln. bommel: Ja, alles für den Podcast. Siehst du mal, was ich hier für Opfer bringe. Warum hast du das gemacht? Ich finde es halt, ja, erstens bin ich ja auch offener für mich positiv überraschen zu lassen und wie gesagt, ich hätte ja auch Ideen dafür gehabt, Zum Beispiel die Betreuerin stärker als Person zu etablieren, die einfach sehr viel Partei für Sunny ergreift. bommel: Oder ich glaube, es hätte auch sehr viel Gelegenheit gegeben, Sunny einfach noch als selbstständigeren Charakter darzustellen, indem man einfach seine Wünsche respektiert. Und Thomas zum Beispiel einfach vielleicht am Anfang diesen Plan hat, ihn zum Klauen zu benutzen oder so, aber das vielleicht gar nicht so richtig funktioniert, weil Sunny einfach klare Grenzen setzt, die er ja am Anfang hat. Er sagt ja so, ich habe keinen Bock, ich will nicht, so Tür zu. Und man hätte ja daraus auch eine Story machen können in irgendeiner Art und Weise, wo Thomas sich ernsthaft um eine Beziehung mit Sunny bemüht, zwar erst mit dem Ziel, ihn zu benutzen oder ihn loszuwerden und sich das dann wandelt. Weißt du? Und das wäre halt zum Beispiel auch was, wo ich vielleicht gesagt hätte, naja, okay, man muss halt trotzdem nicht jedes Klischee reproduzieren oder irgendwas. Letztlich muss man ja aber auch sagen, diese Klischees existieren. Das hätte ja sein können, dass das ein Film ist, der einfach clever mit solchen Klischees bricht oder so. Deswegen, wie gesagt, der Film ist aus 2025, der ist super aktuell und viel, was wir haben, ist halt einfach irgendwie so ein bisschen älter, so. bommel: Und ja, aber irgendwie hat sich gefühlt einfach nichts verändert. Und das finde ich super schade. Also wie gesagt, ich wollte mir die Möglichkeit offen halten, mich positiv überraschen zu lassen. Und ich hatte, bevor ich angefangen habe zu gucken, halt schon eine gewisse Vorstellung davon, was ich mir gewünscht hätte, damit dieser Film für mich auch was Positives hat. So. Aber das einzig Positive, was ich finden kann, ist, dass Sunny gesagt hat, ey, ich will Sunny genannt werden und dann haben Leute ihn Sunny genannt. kc: Ja, auch einfach wie das bare minimum ist. bommel: Ja, wirklich. kc: Ich bin so wütend jetzt. Dabei hatten wir doch eigentlich ein schönes Thema noch vor, was wir in dieser Folge anfangen konnten. bommel: Ja, können wir ja auch noch machen. Es ist ja auch Also, ich finde es halt, also ich habe gar nicht so sehr schlechte Laune, was das angeht, wie, ich finde es nur so schade. Weil, imagine, du hast die Möglichkeit, einen Film zu machen, vor allem auch einen Film zu machen über ein Thema, was dein Leben in gewisser Hinsicht irgendwie berührt, weil du halt ein behindertes Kind hast. Vor allem mein Kind mit Trisomie 21. Und dann fällt dir nichts Besseres und anderes ein, als die Klischee-Kiste aufzumachen, alles rauszukramen, in Zelluloid zu gießen oder worauf auch immer Filme heutzutage gemacht werden, auf Speicherkarten zu gießen und zu veröffentlichen. Also das ist auch, ich glaube, das, was ich irgendwie, mir macht das gar nicht so richtig schlechte Laune. Ich finde das einfach frech. Weil ich finde das irgendwie... bommel: Es hat für mich was von Verweigerung, weil ich mir, nicht wirklich vorstellen kann, dass man das nicht hätte besser hinbekommen. Ich meine, ich habe keine Ahnung von Filmen und ich gucke auch nicht viele Filme oder so. Und selbst ich habe Ideen und konkrete Wünsche, was ich wie hätte besser gefunden im Sinne von, ich mache einen Film über, nicht unbedingt über Behinderung, aber in dem Behinderung eine zentrale Rolle spielt, im Jahr 2025, weißt du? Ja. kc: Also, ich glaube, mit dem nächsten Thema wird es wirklich nicht besser. Ich dachte eigentlich, man könnte das ein bisschen... bommel: Doch. kc: Man könnte das eigentlich ein bisschen schöner anmoderieren. Aber wir haben ja schon gesagt, wir wollen über Exkursionen in unserer Schulzeit reden. bommel: Ja, ich habe da ein paar lustige Anekdoten sonst auch. kc: Ja, ich auch. Aber ich glaube, ich möchte erst mal meine Wut loswerden, weil ich wahrscheinlich nicht ganz so viele Anekdoten hier erzählen möchte oder kann wie du. Ich war mal auf einer Klassenfahrt in Südfrankreich und da sind wir wandern gegangen. bommel: Wie war das eigentlich? Habt ihr jedes Jahr eine Klassenfahrt gemacht? War das bei euch so Standard? kc: Nee, wir haben in der Mittelstufe zwei Klassenfahrten gemacht, in der sechsten und in der neunten, glaube ich, und in der Oberstufe eine, beziehungsweise zwei. Da haben wir ja noch eine Fahrt nach Berlin gemacht, um den Bundestag und eine Politikerin zu besuchen. bommel: Mhm. kc: Nee, also das waren die Klassenfahrten, aber bei uns gab es halt auch hin und wieder Wandertage oder irgendwelche anderen Aktionen. Ja, schrecklich. bommel: Wandertag, wirklich furchtbar. kc: Ja, aber ich möchte erstmal meine Wut loslassen über diese Abifahrt nach Südfrankreich. Wir waren wandern in der Provence, genauer gesagt, ich weiß gar nicht, ob man das richtig so ausspricht, aber Gorges du Gardon. Also die Gardonschlucht. Und das ist wirklich hübsch da. Aber wir sind da über eine Absperrung drüber geklettert, weil Leute meinten, der Wanderweg geht da lang. Bisschen später stellt sich raus, dass der Wanderweg da nicht lang ging. Ja, merkwürdig. bommel: Vielleicht war deswegen auch die Absperrung da. kc: Und statt dann ab diesem Punkt dort einfach umzudrehen, haben alle Leute, natürlich mit Ausnahme von mir, beschlossen, dass man da doch ohne Probleme weitergehen kann und irgendwann wird man schon unten in diesem Tal ankommen. bommel: War da eine Lehrkraft dabei? kc: Da waren vier Lehrkräfte dabei. bommel: Sorry, aber ganz ehrlich, da denke ich mir auch wirklich, also wie viel Bock auf Knast hast du als Lehrkraft? Was ist das? Also erst mal, wenn ich mit Schülis unterwegs bin und die sagen zu mir, Absperrung, ah komm, da gehen wir einfach drüber. No fucking way. Nur über meine Leiche. kc: Ja, das war ja sogar deren Idee. bommel: Niemals steigen wir über eine Absperrung auf gar keinen Fall und dann auch noch zu raffen, dass das nicht der offizielle Weg ist und dann einfach zu sagen, hä? Hier an der Schlucht? Gar kein Problem. Da gehen wir doch einfach weiter. Nein. Ah, also, das ist, nee, das begreife ich gar nicht, gar nicht. Vor allem nicht mal auch aus so einer Überlegung von, wir haben eine blinde Schülerin dabei, ist vielleicht nicht so schlau. Selbst wenn ich nur an mich denke, no fucking way steigt da jemand über eine Absperrung. Nein. kc: Ja, ich habe ja schon gesagt, dass das für mich wahrscheinlich zu gefährlich sein wird und ich mich das eigentlich nicht traue. Aber dann wurde auf mich eingeredet und hat gesagt, ja, das ist ja überhaupt kein Problem, wir helfen dir, rate, wer überhaupt nicht geholfen hat. Und dann sind wir mit der ganzen Stufe, alle hintereinander, so wirklich im Gänsemarsch, irgendwo da diese Felsen und diese Schlucht runtergehangelt, durch Dickicht, durch alles Mögliche. Und ich hatte da wirklich Todesangst teilweise, weil manchmal ging es dann auch so meine Körpergröße runter, ohne dass da irgendwas fest war. Als ich jetzt gesagt habe, niemand hat mir geholfen, da habe ich einer Person ein bisschen Unrecht getan. An dieser Stelle liebe Grüße an Ben. Ben hat das Opfer auf sich genommen, um auf mich aufzupassen und mich da irgendwie halbwegs sicher runterzubringen. Aber ich war dann so kaputt und danach waren wir halt irgendwie noch in dieser Schlucht und wir waren dann auch noch irgendwie sechs Kilometer entfernt von der Stadt, wo wir hinwollten, nämlich Callias. Weil da war geplant, dass man dann da irgendwie noch ein bisschen Kanu fahren geht. bommel: Was? kc: Ja. bommel: Kann es sein, dass die Stadt Calais heißt? kc: Nee, Callias. bommel: Okay, ich weiß es nicht. Französisch ist für mich auch einfach komplette Quatschsprache. Es tut mir leid für alle Leute, die Französisch lieben, aber... kc: Callias bei Nîmes. bommel: Okay. kc: Ja, und das haben dann alle gemacht, außer ich und Ben. Weil Ben wahrscheinlich irgendwie selbst so kaputt war vom mich unterstützen oder weil er sich schlecht gefühlt hat, dass ich dann da bleibe, weil es nicht geht. bommel: Wie lang war die Wanderung? kc: Also ich glaube, wir sind da um 10 irgendwie los und in Callias waren wir dann 16, 17 Uhr. bommel: Ach du Scheiße und dann sind die noch Kahn fahren gegangen? kc: Ja, also ich war da auch echt nicht vorbereitet darauf, auf so eine lange, anspruchsvolle, schwierige Wanderung. bommel: Naja, war ja auch nicht geplant, dass die so anspruchsvoll und schwierig waren. kc: Und ich dachte mir wirklich zweimal bei diesem Abstieg da, ich kann nicht mehr. Ich brauche, ich muss hier mit dem Heli abgeholt werden. bommel: Ich habe einmal. Aber ich kann das so verstehen einfach. Und ich lache nur über die Absurdität. Hätte sich das jemand ausgedacht für einen Film oder so, würde ich sagen. Boah, das ist so überzogen. Das würde niemals passieren. kc: Nee, das ist real. bommel: Ja. kc: Und ich habe wirklich einmal wirklich 112 gewählt. Aber es gab keinen Empfang. Und damals hatte ich noch kein Handy, mit dem man irgendwie über Satelliten Notruf abschicken können kann. Oh Gott. bommel: Gott. Was hat dich dazu bewogen, in dem Moment die Nummer zu wählen? kc: Ich konnte nicht mehr. Es ging nicht weiter. Leute sind auch teilweise irgendwie vorausgegangen. Ich war dann da auch teilweise mit Ben erstmal ein bisschen alleine, bis mal Leute auf die Idee gekommen sind, irgendwie auf uns zu warten oder zu gucken. bommel: Also. kc: Aber die Aussicht hat sich gelohnt. Die Aussicht hat sich gelohnt. Das sah so schön aus dort. bommel: Nee. Also, das ist wirklich für keine Aussicht der Welt, ist das auch nur annähernd okay. kc: Nee, wirklich nicht. Ja, das ist aber auch so ziemlich das einzige Erlebnis, was ich aus dieser Klassenfahrt überhaupt mitgenommen habe, weil es so krass war. bommel: Ja, das ist ja auch so einnehmend. Ja, das wollte ich gerade fragen, ob du dafür wenigstens eine Entschuldigung bekommst. Boah, bei sowas sagen Leute am Ende dann immer auch noch so, ja siehst du, hat doch alles geklappt. Oh mein Gott, es gibt ja wirklich kaum was, was mich wütender macht. Ja, es hat geklappt, aber zu was für einem Preis? seid ihr alle komplett bescheuert? Was? Also wie unmenschlich. Ich hasse das. Es geht, oh, das macht mich so wütend, wenn ich auch durch so Angstsituationen gehe oder so und weißt, wenn jemand danach irgendwie sagt so, boah, ich bin echt froh, dass trotzdem alles gut gegangen ist oder so. Das ist was anderes. Aber wenn jemand sagt so, ja siehst du, hat doch geklappt. Boah, das, also da, ich bin ein sehr friedliebender Mensch, aber da kriege ich richtig Hass. Und da wird es auch wirklich gefährlich für andere Leute mit mir. kc: Leider war ich damals absolut nicht gut genug, diesen Hass irgendwie auszudrücken. Aber in mir drin hat es gearbeitet. bommel: Ich weiß auch nicht, ob ich das heute wäre. Aber boah, das kann ich so gut verstehen. Das ist so frech. Das ist so frech. Imagine, du bringst eine Person einfach in Lebensgefahr und bist danach auch noch so dreist zu sagen, siehst du, hat doch funktioniert. kc: Ja, doch geklappt. Sich dann nicht mal zu entschuldigen, dass man ja offensichtlich was gemacht hat, was gar nicht geplant war. bommel: Ja. kc: Dass man dann auch noch bequatscht hat. bommel: Ja. kc: Ja, guck mal, alle sagen, ist das okay, du schaffst das bestimmt auch. Du schaffst doch alles. Und das weiß ich nicht mehr, ob es gesagt wurde, aber es kam mir so vor. bommel: Ja. Vor allem, es ist auch einfach ein totaler Rückschaufehler, weil so, siehst du, hat doch alles geklappt. Ja, aber nicht, weil du so believed hast oder weil du das vorher schon gewusst hast, sondern aus Glück. Glück gepaart mit Vorsicht dann irgendwie beim Machen, aber nicht, weil es so einfach war oder weil es kein Problem war oder sonst irgendwas. Und das ist halt so, das kann halt am Anfang einfach ja niemand wissen. Also selbst, wenn es dir am Ende sogar gefallen hätte oder so, finde ich das halt trotzdem frech, weißt du? kc: Ja. bommel: Weil das kannst du ja nicht wissen. Du kannst auch nicht mit 30 Leuten über so eine Absperrung kraxeln und einfach daran glauben, dass das schon gut gehen wird. Das finde ich, also... kc: Naja, das ist, wie es ist. Also ja, das wollte ich erzählen, weil solche Sachen halt passieren und mir wieder zeigen, wie irgendwie überhaupt keine Rücksicht auf Behinderung gegeben wird, wie Sachen relativiert werden und so. Aber ich habe noch ganz viele andere lustige Erfahrungen an so Aktionsdingern. bommel: Aber da muss man ja auch sagen, das war ja auch nicht ungefährlich, selbst für Sehende, oder? kc: Das stimmt nicht. Also keine Ahnung. Kann ich nicht beurteilen. Okay. Ja, aber dann gab es beispielsweise noch irgendwie die eine Situation in der Mittelstufe, wo wir in einen französischen Kinofilm gegangen sind mit Untertiteln. Als wäre mein Französisch gut genug, dass ich da irgendwas verstehen konnte. bommel: Ist das beschissen. Ich hasse alles wirklich. kc: Ich habe dafür, keine Ahnung, bestimmt acht Euro oder so bezahlt. Und ich glaube, dass du mich auch aus meinem eigenen Taschengeld bezahlt. bommel: Was ist das Scheiße? Ich lache wirklich nur aus Verzweiflung. Wirklich, ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, sonst würde ich heulen. kc: Ja, da saß ich auch irgendwie nur so zwei Stunden und habe irgendwie gar nichts gecheckt. Aber ich weiß noch, dass dieser Film auch absolut beschissen war. Ich glaube, ich könnte sogar noch mal raussuchen, welcher Film das gewesen ist. Kann ich dir vielleicht an anderer Stelle erzählen. Ja, dann waren wir mal Bogenschießen. Der Verein, wo wir das gemacht haben, war natürlich nicht auf Sehbehinderung eingestellt. Die hatten da keine Leute. bommel: Auch wenn es sowas gibt. Ist das kacke... Oh Mann, vor allem, das Ding ist ja auch... Da könnte man jetzt auch sagen, ja, man kann halt vielleicht auch nicht bei allem Rücksicht auf dich nehmen. Da denke ich mir, erstens, warum nicht? Und zweitens, es ist ja wirklich nicht so, als wäre Bogenschießen die einzige Sache auf der Welt, die man bei einer Exkursion machen kann. Es gibt ja so viele Dinge, die man machen kann, von denen du halt auch einfach mehr profitieren hättest können, die anderen Leuten halt auch Spaß gemacht hätten. Und wenn ihr in einen scheiß Trampolinpark gegangen wärt oder irgendwas, aber Bogenschießen... kc: Oh ja, so ein Trampolinpark, das wäre richtig cool gewesen. bommel: Das ist wirklich so. kc: Es gibt ja Sportvereine, wo man auch als sehbehinderte Personen irgendwie Bogenschießen kann. Und es gibt Techniken und es gibt Möglichkeiten, wie man das machen kann. Aber halt nicht in diesem Verein, wo wir waren. Da war man halt absolut nicht drauf eingestellt. Dementsprechend bin ich da halt ein bisschen so durch den Wald gestolpert und habe mal einen Bogen in die Hand genommen. Du kannst mich doch nicht mit dem Bogen auf irgendwas schießen lassen. bommel: Ist das beschissen. Ich verstehe das gar nicht. Haben Lehrkräfte wirklich auch so gar keinen Selbsterhaltungstrieb? Ja, ich weiß nicht. Keine Ahnung. Nee, das verstehe ich gar nicht. kc: Ja, gut, einmal waren wir bei einem Barfußpfad. Das war schön. Da konnte ich mitmachen, da konnte ich mitlaufen, auch wenn das so auf der Autismusebene, ganz andere Bereiche getickled hat. Aber gut, das war wenigstens so ein Barfußpfad, wo man an manchen Sachen auch einfach vorbeigehen konnte. bommel: Ja, da kannst du ja auch immer noch mal gucken, ziehe ich vielleicht Socken an oder so. Aber man kann ja trotzdem irgendwie daran teilnehmen. kc: Ja, solche Sachen gingen. bommel: Ja. kc: Ja, im Schwimmbad waren wir auch hin und wieder, das war auch gut. bommel: In meinem Kopf ist so ein Bild einfach, wie du mit diesem Bogen, durch diesen Wald peest da ey. Oh, nee. Oh, ich kann noch nicht. kc: Und wie ist das bei dir gewesen? bommel: Ich überlege gerade, so einzelne Exkursionen kann ich mich kaum daran erinnern. Gerade in der Grundschule fand ich Wandertage immer noch so okay, auch wenn ich nie Bock hatte. Vor allem in der Grundschule und Anfang der weiterführenden Schule hat es zum Teil noch funktioniert, weil meine Mutter immer mit war. Meine Mutter war immer als Betreuung dabei und das ging für mich einigermaßen. Es gibt auch diverse Klassenarten, wo ich dann bei meiner Mama im Zimmer einfach geschlafen habe. Aber ich sag mal so. bommel: Jetzt mal ganz unabhängig davon, dass die anderen Kinder das halt weird fanden und mich das haben spüren lassen. Für mich war das super, weil ich halt, ich hatte halt diesen Anker so und etwas, wo ich wusste, auf meine Mama kann ich mich verlassen und die ist für mich da. Und auch zum Schlafen war es halt was, was irgendwie so ein bisschen so war wie halt immer. Aber tagsüber konnte ich ja trotzdem die Aktivitäten mitmachen, mit den anderen Kindern irgendwie so Stuff machen und so. Und es gab halt auch zum Beispiel mal, ich war nie so wirklich im Ferienlager, aber das weiß ich noch, es gab mal ein Ferienlager von meiner Grundschule aus in den Sommerferien. Und das war einfach nur in Zelten auf dem Schulhof. Und die, also ich glaube, bis auf mich haben alle Kinder da geschlafen, aber ich war halt tagsüber da und bin nachts dann halt nach Hause und das hat für mich richtig gut funktioniert. So, was natürlich mich super gestresst hat, waren die Hänseleien oder auch von Lehrkräften, die dann irgendwie denken, ja, das Kind, das muss halt irgendwie ermutigt werden oder so, wo ich mir so denke, nein, lass mich so. Das hat für mich so gut funktioniert eigentlich, wenn dieses Drumherum nicht gewesen wäre, dass ich mich heutzutage auch wirklich frage so, was ist denn so schlimm daran? bommel: Das sind auch so Punkte, wo ich mir so denke, okay, da hätte es vielleicht auch doch besser gemacht, früher zu wissen, dass ich autistisch bin. Wobei auch da weiß ich nicht, ob es diesen Part geändert hätte von, ja, das Kind muss das üben, das Kind muss das ja lernen. Weißt du? bommel: Es gibt aber auch in der siebten Klasse, das weiß ich noch, war das bei meiner damaligen Schule so, dass in der siebten Klasse alle siebten Klassen gemeinsam eine Woche nach Föhr gefahren sind. Das ist eine Insel in der Nordsee. Und da war ich auch mit ohne meine Mutter. Und das hat komischerweise sehr problemlos funktioniert. Und ich denke immer wieder darüber nach, warum das so war. Und ich kann es dir nicht sagen. Ich kann es dir nicht sagen. Es gab auch in der 10. Klasse, aber da auf einer anderen Schule, da war ich auf einer Realschule, weil ich die 10. Klasse wiederholt habe, aus gesundheitlichen Gründen, war das quasi die Abschlussfahrt, aber die fand ganz zum Anfang des Schuljahres statt. Und das war ein bisschen kurios, weil ich quasi irgendwie eine Woche in dieser Klasse war oder so und dann war diese Abschlussfahrt schon. Also ich kannte eigentlich noch gar keinen. bommel: Aber das war auch super. Aber da weiß ich, das lag an meiner damaligen Klassenleiterin. Weil die hat mich auch einfach so genommen, wie ich war. Und die hat mich auch so mein Ding machen lassen. Und das war auch super. Aber es gab wirklich auch einige Klassenfahrten, die ich einfach nicht mitgemacht habe. Und das klingt so absurd, einfach nicht mitgemacht. Ich habe zum Beispiel meine eigene Abifahrt nicht mitgemacht. Weil ich, und das habe ich aber auch bis heute, weil ich krank geworden bin. In dem Moment, wo die Entscheidung fiel, ich fahre nicht mit, war ich aber gesund. Weil das so krass psychosomatisch ist, wenn ich zu viel Druck und Stress durch etwas habe. Dann werde ich einfach tatsächlich auch körperlich krank und bekomme richtig krasse Symptome. Und das werde ich aber auch nie vergessen, weil wir konnten uns die Fahrt halt auch gar nicht leisten. Ich erinnere mich, dass ich sie, also ich weiß nicht, wie ich das aus heutigem Wissen irgendwie beurteilen würde, Aber damals weiß ich noch, dass ich das unheimlich teuer fand. Vor allem für etwas, worauf ich gar keinen Bock hatte. Und wir sind halt auch nur nach Köln gefahren. Die Abschlussfahrt ging halt nach Köln. Und da ist halt auch einfach irgendwie gar nichts passiert, außer so, man geht ins Stern-TV-Studio. kc: Oh, da war ich auch in Köln. bommel: Ja, ich war da ja nicht. Ich bin ja nicht mitgefahren. Und dann, also wir konnten uns das halt einfach gar nicht leisten, weil wir halt in Hartz IV gelebt haben. Und dann haben die das aber irgendwie bei den Schulverein hingekriegt und keine Ahnung was. Und dann bin ich halt krank geworden. Und dann, es gab in der Oberstufe so eine Kuriosität, dieser Typ war mein Klassenleiter von der achten bis zur neunten, Anfang zehnten Klasse. Und dann habe ich aus gesundheitlichen Gründen die Schule gewechselt. Und genau dieser Lehrer war dann aber der Klassenleiter meiner Parallelklasse zum Abi an noch einer anderen Schule. Kurios, aber egal. Und wir hatten dementsprechend aber so Geschichte miteinander und der kannte dementsprechend natürlich auch meine Mutter schon, weil das halt mal mein Klassenleiter war. Und der hat dann, das ist kein Joke, hat er meine Mutter privat angerufen und die angeschrien, an dem Morgen, wo es losgehen sollte zur Abi-Fahrt, wo ich halt krank war, dass die mich jetzt zu bringen hat, wo ich auch dachte so, Also erstens muss man dazu sagen, ich war zu dem Zeitpunkt schon volljährig. bommel: Weil ich habe halt zehn Jahre Schule gemacht, dann habe ich meine zehnte Klasse nochmal auf einer Realschule gemacht, um Abschluss zu haben und habe dann in drei Jahren Abi gemacht. Also ich war viel zu lange in der Schule, aber ich habe mein Abi dann mit 20 gemacht, was halt verhältnismäßig spät ist, gerade für so G8-Verhältnisse. Und die Abschlussfahrt war, glaube ich, Ende der 12. Klasse und da müsste ich schon volljährig gewesen sein. Also das ist ja auch schon so eine total weirde Sache dann einfach irgendwie. Plus ich war halt auch krank, das ist halt auch ganz, ganz merkwürdig und ich muss aber auch ehrlich sagen, ich glaube, ich habe einfach gar nichts verpasst. Null. Nix. kc: Das ist so traurig und so schade. bommel: Ja, ich habe gerade in der Mittelstufe, Anfang der Mittelstufe, haben wir gar nicht viele Klassenfahrten gemacht, weil ich da in so einem Musikprofil war und wir hatten immer Chorfahrten. Also da sind wir halt auch weggefahren, aber da ist meine Mutter halt auch zur Betreuung mitgekommen und da hatten wir nie Ausflüge oder so, sondern wir haben halt, keine Ahnung, wir haben irgendwie vorm Frühstück kurz gesungen, dann haben wir gefrühstückt, dann waren danach irgendwie drei Stunden pro, Dann gab es Mittagessen, dann war ein bisschen Freizeit, dann gab es wieder, drei Stunden Probe, dann gab es kurz Pause, dann gab es was zu essen, dann gab es Abend singen. Also wir haben den ganzen Tag gesungen. Was für mich der absolute Himmel war, ich habe das geliebt. So, ganzen Tag Chorprobe, gibt für mich nichts Besseres. Aber das ist natürlich was anderes, als wenn du irgendwo hinfährst, um so Exkursionen zu machen oder so. Und bei ganz vielen Sachen war ich einfach nicht mit, weil wir es uns nicht leisten konnten. Oder weil es mir persönlich so viel Stress gemacht hat, dass ich krank geworden bin. bommel: Das klingt auch heutzutage irgendwie so komisch, weil ganz oft ist es halt auch so, ich habe das halt auch so mit Arbeitsdingen oder so im Zweifel, dass ich halt, das klingt so weird, wenn ich vorher sage, ja, dann werde ich krank. Das klingt, als würde ich halt einfach drohen und als würde ich sagen, ja, dann mache ich krank. Aber das stimmt halt nicht, weißt du? Sondern ich weiß, das verursacht mir so viel Stress, dass ich krank werde. Es ist ganz, ganz kurios. Und bei so Exkursionen und Klassenfahrten und so war das halt extrem immer der Fall, weil ich da so wenig Kontrolle hatte auch einfach. Weil, Alles stresst mich, weißt du, so irgendwie, es ist egal, ob ich dann zu einer bestimmten Zeit beim Frühstück sein muss oder bei einer bestimmten Zeit wieder am Bus oder bei einer bestimmten Zeit dies, bei einer bestimmten Zeit jenes, das macht mir alles immer Stress, weil das, also, das ist so eine komplette Woche, wo ich gefühlt ja durchgehend maskieren und funktionieren muss, so, und ich, also ich kann mir wirklich nichts Schlimmeres vorstellen. kc: Ja, das fühle ich ganz doll sehr. bommel: Und ich finde es so schade, dass da so wenig Rücksicht drauf genommen wird. Irgendwo kann ich es auch ein Stück weit verstehen, weil jeder hat so sein Päckchen zu tragen. Und es ist halt, glaube ich, dann auch schwierig, da was zu finden, sowas halt mal zu machen und trotzdem allen Bedürfnissen halbwegs gerecht zu werden. Aber ich kann mir beim besten Willen noch einmal nicht vorstellen, dass das unmöglich ist. kc: Das ist ganz sicher nicht unmöglich. Ich habe eine Frage dazu. Wurde dir genau wie mir irgendwann auch mal die Option gegeben, dass gesagt wurde, ja beim nächsten Mal darfst du dann aussuchen, was wir machen? bommel: Ach so, nee. Ich dachte, was du jetzt sagst, ist, dass du dann Unterricht in der Parallelklasse machen darfst, solange. Was ja auch Quatsch war. kc: Das ist ja auch Standard. bommel: Weil ich bin ja Krank geworden. Nee, ich durfte nie irgendwas aussuchen. Also ich glaube, Leute haben auch einen absoluten Teufel getan, mich irgendwas aussuchen zu lassen. Meine ehemalige Chefin hat das ab und zu mal versucht, aber das waren auch wirklich so Sachen wie, ich habe das privat schon mal erzählt, aber dann ging es um so Betriebsausflüge. Und die hatte dann so Ideen wie, ja, wir gehen im Dezember, achso, nee, das war nicht Betriebsausflug, das war so Weihnachtsfeier, wir gehen im Dezember zusammen Weihnachtsbäume schlagen, sie bezahlt die dann und dann können wir die mit nach Hause nehmen. Wo ich mir so denke, erstens, ich will nicht unbedingt einen echten Baum stehen haben, den ich irgendwo abhaue, sehe ich mich nicht. Zweitens, das Letzte, was ich will, ist an Weihnachten zu Hause zu sitzen, auf diesen Baum zu gucken und an dich zu denken. Das Allerletzte, wirklich. bommel: Also ganz komisch. Und da habe ich dann irgendwie mal versucht, so ein bisschen reinzusehen. Aber was wir dann stattdessen gemacht haben, war bei einer Kollegin zu Hause, die wirklich am absoluten Arsch der Heide gewohnt hat, aus meiner Perspektive, zu Hause Plätzchen zu backen. Wo ich mir auch so denke, ich will mit meinen KollegInnen keine Plätzchen backen. Mit dir (Casey) will ich Plätzchen backen. Oder mit meiner Partnerperson will ich Plätzchen backen. Mit meiner besten Freundin, da mache ich mir schöne Weihnachtsmusik an, da will ich Plätzchen backen. Vor allem, man darf nicht vergessen, ich habe in einer Unternehmensberatung gearbeitet. Das heißt, dieses Plätzchen backen war einfach 300% ungemütlich, weil alles auf effizient getrimmt war. Aber wir hatten eine Liste mit x verschiedenen Kekssorten, die jetzt alle zu produzieren sind. Dann hat die, das ist kein Joke, meine ehemalige Chefin, die hat so einen Fleischwolf mitgebracht. bommel: Den man an so einen Holztisch schrauben kann, um da den Teig durchzudödeln irgendwie. Und da hat die auch ungefragt, nicht so, hey, kann ich das hier an deinen Holztisch anbringen. Hat die das da einfach angebracht, hat dann nachher auch so voll Kratzer und Druckstellen hinterlassen auf dem teuren Holztisch meiner Kollegin. Dann hatte die noch extra Bleche von sich zu Hause mitgebracht, damit wir schon mal mehr Kekse machen können und die schon mal auf so Bleche verteilen können, während die anderen Kekse schon so backen. Wo ich mir auch so denke, ey, also was für ein Stress, wie stressig kann man Kekse backen machen? Das war Horror. Ich fand das wirklich schlimm. Naja, und zum Glück habe ich andere Betriebsausflüge echt gedodged, die so an Vorschlägen noch da waren. Da haben, also, ich glaube, die anderen waren echt auch ein bisschen unzufrieden, aber wenigstens haben wir meine Sachen gemacht. Einmal waren wir Äpfel pflücken, da konnte ich dann wenigstens noch so eine absolut unvernünftige Menge an Äpfeln mit nach Hause nehmen. Meine Chefin hat das bezahlt, das fand ich gut. Und einmal haben wir so eine so eine Stadttour gemacht, so eine Krimi-Stadttour mit so Rätseln und so. Aber, ne, also wirklich... bommel: Es gibt bestimmt Leute, die finden das nett mit dem Weihnachtsbaum. Aber das sind doch auch so, weiß ich nicht, das sind keine Aktivitäten, die ich mit meiner Chefin machen möchte. Wenn ich mit der befreundet bin, zusätzlich vielleicht auch noch, soll ja vorkommen, vielleicht. Aber nicht, wenn ich das nicht bin. kc: Wo sind wir denn mit dieser Folge jetzt hier schon wieder abgebogen eigentlich? bommel: Ja, aber meine alte Arbeit könnte ich auch, also kann ich Folgen mit füllen. Aber das waren so die letzten Exkursionen, an die ich mich erinnern konnte. kc: Boah, ich bin so sauer. So, erst mal dieser Film und jetzt diese ganzen Erinnerungen. bommel: Ja. kc: Wir waren auch mal im EU-Parlament in Straßburg. Da gab es irgendeine interaktive Show, die auch irgendwie so 20 Minuten gedauert hat oder so, mit Lichteffekten und allem Möglichen, und auch nicht gesprochen wurde dabei. Das war auch wieder so eine Situation, wo ich einfach nur dann da saß, was man vielleicht im Vorhinein hätte wissen können, dass es da nichts zu tun gibt. Und ich glaube, so Situationen, wo du dich halt komplett so ausgesondert fühlst aus dem Geschehen, sind sowas von fatal in jedem Alter. bommel: Ja. Da wird halt einfach auf so einer körperlichen Ebene spürbar, das hier ist nicht für mich gemacht und es juckt auch keinen. Und mit diesem Gefühl sitzt du dann nach zwei Stunden in diesem französischen Film, bei dem du nichts verstehst. kc: Ja, ich habe dafür bezahlt. Alle anderen reden danach darüber, weil die haben die Untertitel gelesen, die haben kapiert, was passiert. Ja, kannst du halt überall nicht mitmachen. Und wenn es dann in der Unterrichtsstunde oder in den mehreren Unterrichtsstunden danach halt wieder darum ging, kannst du auch wieder nicht mitmachen. bommel: Das ist halt auch geil. kc: Wenn es auch noch unterrichtsrelevant ist. Wo wir letztes Mal drüber geredet haben, wie Mitarbeit, wenn Mitarbeit nicht möglich ist. bommel: Also das verstehe ich nicht. Da muss man schon noch sagen, ja, das System ist kaputt. Am System ist ganz viel falsch und wir müssen an das System ran. Aber das sind halt auch Entscheidungen, die haben Einzelpersonen getroffen. Und das muss man auch ganz deutlich machen. Weil ja, das System ist scheiße, aber es gibt schon auch Handlungsoptionen innerhalb des Systems. Und da kann ich mich für eine schlechtere und eine weniger schlechte entscheiden. Und da muss ich nicht mit dir Bogenschießen gehen. In einem Verein, der das nicht für Blinde anbietet. kc: Und wenn du solche Sachen halt unbedingt machen willst, dann mach sie doch einfach mit einer anderen Gruppe. Ist ja nicht so, als würden Sehbehinderte jetzt von Bäumen wachsen, gerade unter jungen Menschen. bommel: Ja, wobei ich mir da halt auch denke so, also ja, es ist schon recht, aber boah, schraub mal dein Ego zurück. Hä? Also nicht du, sondern dann die Lehrkraft, die das entscheidet. Es geht nicht um dich, also es geht nicht darum, welches Theaterstück du sehen willst oder so, dann mach das privat. Also natürlich ist es eine absolute Win-Win-Situation, wenn man irgendwas findet, worauf halt irgendwie so alle Beteiligten Bock haben. So, klar. So, die Lehrkraft muss ja auch nichts machen, was für die absolut unvorstellbar schlimm ist. Aber gleichzeitig muss man halt auch nichts machen, was für dich super schlimm ist. kc: Ja. Ich hänge immer noch ein bisschen in Frankreich und ich glaube, ich habe tatsächlich noch eine Sache, die ich dazu erzählen will. Weil Frankreich ist ja jetzt nicht unbedingt dafür bekannt, dass Leute da sehr gerne oder sehr gut Englisch sprechen. Vor allem abseits von Paris. Wir waren in dieser selben Klassenfahrt dann da auch noch irgendwie in so einer Burgruine gewesen. Das war eigentlich ganz interessant. Da gab es so einen Audioguide. Aber irgendwann hat man, wenn man dann da so ein paar Stunden rumkraxelt, natürlich auch ein bisschen Hunger. bommel: Ja. kc: Und ich war da alleine rumgelaufen, weil ich hatte da niemanden. Und wollte mir dann irgendwann was holen, aber ich habe es einfach nicht geschafft, weil ich nicht kommunizieren konnte mit den Leuten, die da Zeug verkauft haben. Weil ich nicht wusste, was es zu essen gibt, weil ich nicht wusste, wie viel es kostet, weil die mir das nicht sagen konnten. In einer Sprache, die ich verstehe. bommel: Scheiße. kc: Also habe ich an diesem Tag nichts gegessen. bommel: Ja stimmt, sehend kannst du halt wenigstens irgendwie noch auf irgendwas zeigen oder siehst halt die zeigen dann auf 3,50 Euro oder so und dann kriegt man das irgendwie hin aber klar, wenn man nichts sieht Ja. kc: Es ist alles so insgesamt furchtbar und zur Wandersituation von vorhin ist mir noch eingefallen, dass dabei über 30 Grad waren. bommel: Ich habe also ich verstehe gar nichts daran Mann, wirklich. kc: Ich auch nicht. bommel: Dass das gut gegangen ist, ist doch einfach Glück. kc: Ja, es ist wirklich Glück, dass ich noch da bin. An diesem Tag hätte es anders kommen können. bommel: Es ist wirklich ein Glück. kc: Macht niemals Urlaub in Frankreich, liebe Zuhörende. Also, wenn ihr sehbehindert seid. bommel: Individuell. Individuell mag das vielleicht ja noch gehen, aber als Klassenfahrt ist es wirklich absoluter Horror. kc: So organisierter Urlaub mit so vielen Leuten ist, glaube ich, nichts. bommel: Ja, aber Klassenfahrten sind ja auch kein organisierter Urlaub, oder? kc: Ja, aber organisiert. bommel: Ja, das ist voll korrekt. kc: Und also ich glaube, für meine MitschülerInnen war das durchaus Urlaub gewesen, und war das durchaus ein Erlebnis, wovon sie sehr gerne erzählen. es gab auch einen Film und der Soundtrack dieses Films war Vermissen von Juju und Henning May, und diesen Song jedes Mal, wenn ich ihn höre verknüpfe ich ihn mit dieser Klassenfahrt und, mit dieser Todesangst-Situation ich hab da eigentlich gar keinen Bock drauf, weil der Song eigentlich total schön ist ja ja, naja, so wird man geformt fürs Leben. bommel: Ich wollte gerade sagen, das ist so krass, weil ich glaube, wie viele Personen können sich halt wirklich noch ernsthaft an so Klassenfahrten und, Exkursionen und so erinnern, so wahrscheinlich relativ wenige, es sei denn, man hat da in irgendeiner Art und Weise derartige traumatische Erfahrungen. Und da denke ich mir dann auch so, Ey, wofür? Das ist doch so ein Käse. Ganz komisch. kc: Ja, und ich glaube, weitere schlimme Sachen habe ich inzwischen halt einfach verdrängt. bommel: Ja, aber also das heißt ja, verdrängen okay, aber das heißt ja vorrangig auch nur, dass sie dir nicht bewusst sind. Das heißt ja nicht, dass sie nicht da sind. Also das finde ich halt auch immer noch mal so, man ist da so fürs Leben geprägt, nur weil irgendwie ein paar Hanseln da entscheiden, die Absperrung, die interessiert mich heute aber gar nicht. kc: Ja. bommel: So, und dann muss man da irgendwie mit und, also bitte. Da habe ich auch ganz oft das Gefühl, das macht mich auch immer so wütend, da denke ich mir so, machen sich Leute wirklich keinen Gedanken darüber, was ihre Handlungen für einen Einfluss auch auf andere Menschen haben? Das muss doch nicht sein. kc: Ja, aber das ist dann zumindest so sehr verallgemeinert. bommel: Ihr hattet dann da vielleicht einen netten Ausblick und am Ende hat irgendwie alles geklappt. Aber wahrscheinlich hättest du einen besseren Tag gehabt, wenn ihr einfach umgekehrt wärt. Und irgendwo hätte es auch nett ausgesehen. kc: Auf jeden Fall. Und wir sind ja auch mit dem Bus hingefahren. Also es war nicht mal so, als hätten wir da überhaupt sein müssen. Wir hätten einfach an dieser Absperrung umkehren können. Das war so 100, 200 Meter vom Bus entfernt. und sagen, wir steigen jetzt wieder in diesen Bus ein und fahren woanders hin. bommel: Ja. Also, nee, verstehe ich nicht. kc: Ich verstehe auch nicht, warum so ein Bus einfach am Straßenrand anhält, um da so eine Horde von Abiturient*innen da auszulassen, um da wandern zu gehen. Also, da war ja nicht mal irgendwie ein Parkplatz für einen Wanderweg. bommel: Ach so, hä? Ich hätte gedacht, warum? kc: Weil der Wanderweg eigentlich woanders gewesen ist. bommel: Also, es ist eigentlich der Busfahrer schuld. kc: Nee, der war nicht schuld. Also die Leute, die entschieden haben, da drüber zu fallen, waren schuld. bommel: Jaja, voll. kc: Die über die Absperrung zu klettern waren schuld. bommel: Ja. kc: Aber es sind ja nicht nur so Exkursions-Ausflug-Situationen, sondern es sind halt manchmal auch so Situationen wie, ja neben der Schule ist ein Bach, heute ist es warm, da gehen wir mal ein bisschen in den Bach planschen. Oder im Sportunterricht oder so, wo dann irgendwie über drei Monate Volleyball gespielt werden muss, weil der Lehrplan das so vorsieht. Und du einfach dich absolut nicht verbesserst, weil du halt nicht sehen kannst, wo dieser Ball angeflogen kommt. bommel: Das ist so absurd, dass man sich dann einfach denkt, jo, haste Pech, wa? Schade, schade, Schokolade, Casey. kc: Es war so eine beschissene Situation. Also ich hatte jeden Freitag zur zehnten Stunde Sport. bommel: Das ist auch Verbrechen. Kannst du sagen, was du willst? kc: Was ist das denn? Wirklich zum Wochenende nochmal die größte Kackigkeit der Welt, denn da einfach so zwei Stunden rumzustehen und ab und zu mal irgendwie den Volleyball so ein bisschen zu versuchen, hin und her zu pritschen, weil niemand hatte Bock, mit mir Volleyball zu spielen oder zu üben, weil halt einfach kein Spiel zustande gekommen ist mit mir. bommel: Ja, gibt's da aber nicht eigentlich. Also es gibt doch sicherlich auch blinde Leute, die Volleyball spielen. kc: Nicht, dass ich wüsste. Und wenn, dann hat es wahrscheinlich nicht so sehr viel mit Volleyball zu tun. bommel: Ich google das jetzt. kc: Weil Bälle, die fliegen, können halt keine Geräusche machen. bommel: Wieso können Bälle, die fliegen, keine Geräusche machen? kc: Welche Geräusche sollten die tun? bommel: Oder so, keine Ahnung. Ich weiß es nicht. kc: Hab ich noch nicht gesehen. bommel: Hier steht, in Indien wird Volleyball für Blinde und Sehbehinderte gespielt. kc: Interessant. Zumindest in Deutschland habe ich es, glaube ich, noch nicht wahrgenommen. Aber scheinbar gibt es das. Ja gut, aber wir haben es nicht gemacht. bommel: Das ist echt weird. Vor allem, da denke ich mir dann halt auch so, wenn es halt sowas gibt, dann können die anderen halt ja auch voll was lernen. Und das ist ja trotzdem halt Sport, weißt du? Also, damit befasse ich mich gleich nochmal mit Volleyball für blinde Menschen. Vielleicht kann ich dann beim nächsten Mal ein anderes, nachdem wir heute in Nordic Walking abgedriftet sind. kc: Also, ich habe gerade noch ein bisschen durch Google gescrollt und ich glaube, ich finde zum Blindvolleyball hier wirklich nur einfach Volleyball ohne durchsichtiges Netz. Also, dass du quasi die gegnerische Mannschaft nicht siehst. bommel: Hier steht von Indian Blind Sports, Official Blind Volleyball Final. Ich gucke das. Ich gucke das mir an. kc: Nach der Folge. Wollen wir jetzt zu machen. bommel: Hier! Zusätzlich kann ein Schallball verwendet werden, damit die Spieler den Ball hören müssen. kc: Ja, gab es halt in der Schule nicht. Hat niemand beschafft. Ja, ist doch scheiße. bommel: Warum nicht? Das ist doch Quatsch. Weißt du, ich, was habe ich mit Sport am Hut? Gar nichts. Andere Leute haben Sportlehramt studiert und kommen auf sowas nicht. Das ist doch kacke. Warte mal, ich gucke jetzt was. Schallball. Was kostet sowas? Okay, Google-Ergebnisse wieder. Hier, 50 Euro. kc: Sind da Rasseln drin oder ist das wirklich elektronisch kontinuierliches? bommel: Leuchtend Geld mit Vögeln, ja danke. kc: So ein Blinden-Fußball dann sind da nur Glocken drin Ja, das ist ein Fußball Nicht geeignet für Volleyball Ja. bommel: Okay die Volleybälle, die es in der Schule gibt die sind auch nicht geeignet für Volleyball das ist doch kein Argument. kc: Also wirklich Nein, das lasse ich nicht Nein, das Konzept dahinter ist nicht geeignet, weil in der Luft machen die keine Geräusche. Deswegen werden die halt auf dem Boden gespielt, wo sie rollen. bommel: Ich recherchiere das. Ich finde die Möglichkeit, deine ehemalige Sportlehrperson zu shamen und zu blamen. Bringe ich mit zur nächsten Folge. kc: Ja, wir können die auch einfach shamen, dass die einfach nichts anderes für mich gefunden hat und mich dann da mal zwei Stunden hingestellt hat. Mach mal. Ich habe ja auch keine Unterstützung oder irgendwie irgendwas von ihr bekommen, weil sie halt die ganze Zeit mit den anderen Leuten beschäftigt war, weil sie halt auch nicht geglaubt hat, dass das bei mir überhaupt besser wird. bommel: Danke, das ist ja auch super freundlich. kc: Ich habe dann auch ab irgendeinem Punkt einfach immer die ganze Zeit so richtig doll rumgedruckst und wollte eigentlich überhaupt nichts mehr sagen. Und ich hatte immer richtig Angst, mich da auch irgendwie noch ein bisschen weiter zu blamieren. bommel: Naja, das finde ich auch sehr verständlich. Machen wir zu für heute. kc: Machen wir zu, wird Zeit. bommel: Du brauchst gleich erstmal so ein Anti-Aggression-Training. Was war es für eine Folge? kc: War eine wirklich gute Folge, wenn nicht sogar die beste bisher. bommel: Findest du? kc: Zumindest von meinem Empfinden jetzt hier, ja. bommel: Okay. kc: Können uns ja die Leute auch mal schreiben, wie sie es finden. Genauso wie beispielsweise Olivia und Nina in der letzten Woche, die sich bei mir gemeldet haben und mir erzählt haben, wie gerne sie unseren Podcast hören. Das freut uns immer wirklich doll, wenn wir solche Sachen gesagt bekommen. Oder wenn wir allgemein irgendwie alles Mögliche an anderen Feedbacks kriegen. Scheint so, dass wir beispielsweise auch im Newsletter der unabhängigen Teilhabeberatung jetzt irgendwie auftauchen werden demnächst. Die haben uns nämlich auch eine Mail geschrieben. Ja, coole Dinge, die diesem Podcast passieren und coole Leute, die diesen Podcast hören. Wir freuen uns da total drüber. bommel: Yes. kc: Und das könnt ihr beispielsweise machen auf unserer Webseite unter all-glitches-welcome.de unter der jeweiligen Folge. Oder ihr schreibt uns eine Mail an glitches@conesible.de. Man buchstabiert wie immer c-o-n-e-s-i-b-l-e.de. Und ihr könnt uns auch rezensieren, wie wir das mit dem Film heute gemacht haben, auf der Podcast-Plattform eurer Wahl, beispielsweise Spotify oder Apple Podcasts. Da würden wir uns sehr über eine Bewertung von euch freuen und natürlich auch, wenn ihr diesen Podcast an andere Leute weiterempfehlt, die vielleicht profitieren könnten, ihn zu hören. Und mit der neuen Basics-Rubrik sind das bestimmt noch ein paar mehr Leute. bommel: Glaube ich auch. kc: Ja, also schreibt uns in diesen Wikipedia-Artikel da rein, sucht ein paar schöne Zitate. Und dann würde ich sagen, wenn du nichts mehr hast. bommel: Ich habe nichts mehr. kc: Simmer feddisch. bommel: Sind wir fertig. Danke für die Folge, Casey. kc: Dankeschön. bommel: Ich freue mich schon aufs nächste Mal. kc: Ich mich auch. Bis in zwei Wochen. bommel: Ich wünsche euch einen wundervollen, warmen Tag. kc: Was für wundervoll. Ist so eine Hitze. bommel: Es ist wirklich schlimm. Ich bin auch froh, jetzt gleich erstmal hier wieder Tür auf und Durchzug und alles. Das wird gut. kc: Erstmal Ventilator an. bommel: Ja. kc: Die Luft steht. bommel: Dann bis zum nächsten Mal. kc: Tschüss.