kc: In dieser Folge von All Glitches Welcome geht es um die politischen Strukturen in deutschen Hochschulen und was es insbesondere aus Sicht der studentischen Selbstverwaltung für Möglichkeiten gibt, für Anti-Ableismus, gegen Queerfeindlichkeit und andere progressive Werte zu kämpfen. Viel Spaß! kc: Hallo und willkommen zu einer neuen Folge All Glitches Welcome. Wieder mit mir, eurer knatschigen Casey und Bommel. bommel: Okay, dieses Mal möchte ich nicht knatschig sein. Beim letzten Mal habe ich mich darüber beschwert, dass ich auch chillig sein möchte. Warum bist du knatschig? kc: Ich habe so ein Tool programmiert und da fällt so ein Wort raus und ich mache das seit ein paar Jahren, dass ich Alliterationen aus meinem Namen mache. Und ich dachte mir... Für diesen Podcast nehme ich das und dann knatschig ist das heutige Wort. Außerdem sind wir heute nicht alleine. Wir haben nämlich zum ersten Mal in diesem Podcast Besuch, nämlich Fay Uhlmann. Hallo. Fay Uhlmann: Hallo. Ich bin Fay. Wenn ich jetzt so eine Alliteration nehmen würde, dann würde ich wahrscheinlich Fabulös nehmen. Einfach nur klingt cool. kc: Fabulös Fay. Ja. bommel: Ja. kc: Ja, nice. bommel: Ja toll und ich. kc: Bommelig. bommel: Der bommelige Bommel. Es ist nicht falsch. kc: Ich kann ja auch mal deinen Namen in mein Tool eingeben. Mal gucken, was dabei rauskommt. bommel: Ich habe ein bisschen Angst. kc: Name: Bommel. bommel: Bommel oder so. kc: Bommel. Bimaxilläre Bommel. Fay Uhlmann: Was? kc: Beaufsichtigter Bommel. bommel: Was war das erste Wort? kc: Weiß ich auch nicht. bommel: Betrauter Bommel. Manchmal ist es ganz gut, wenn man mich beaufsichtigt. Ja, das stimmt. kc: Okay, diese Worte lese ich mal lieber nicht vor. bommel: Okay, okay. Fay Uhlmann: Da hat jemand keinen Language-Filter in das Tool eingebaut. kc: Ja, da ist einfach nur eine Wortliste drin. Nun. bommel: Okay. kc: Fay, möchtest du was über dich erzählen? Wer bist du denn so? Fay Uhlmann: Genau. Ich bin Fay. Ich bin nicht-binär und habe so fünf Jahre in der Hochschulpolitik rumgegeistert, wo ich auch Casey begegnet bin. Letztendlich ganz am Anfang. 2020 war das. kc: Ja, ungefähr so in dem Dreh. Ja, und cool, dass du es jetzt zu uns geschafft hast. Wir wollen heute im Podcast nämlich über Hochschulpolitik sprechen. Fay Uhlmann: Was ein Zufall. Danke, dass ich da sein darf. kc: Was ist denn Hochschulpolitik eigentlich? bommel: Ach so, nee, wir haben vorher, bevor wir mit der Aufnahme angefangen haben, haben wir uns darüber unterhalten, was man so erzählen könnte, wenn man sich vorstellt. Und dann habe ich den Vorschlag gemacht, wir können ja auch so lustige Fragen stellen. Unter anderem wird dann ja gerne gefragt, wenn du eine Superkraft hättest, welche wäre das? Und dann habe ich gesagt, auf diese Frage gibt es zwei korrekte Antworten. Und dann haben wir gedacht, okay, das nehmen wir mit in den Podcast. Und ihr müsst jetzt auch sagen, welche Superkraft ihr gerne hättet. Und ich bin gespannt, ob ihr auf die zwei korrekten Antworten kommt. Fay Uhlmann: Das Problem ist, seitdem du das gesagt hast, overthinke ich das. Und ich frage mich, ich will jetzt nicht die falsche Antwort geben. kc: Okay, ich gebe schon mal eine. Und wenn diese Antwort falsch ist, dann hast du die richtige. Oder mit einer größeren Wahrscheinlichkeit die richtige. Ich würde gerne unsichtbar sein. Fay Uhlmann: Super, du hast eine... bommel: Ja, das ist falsch. Fay Uhlmann: Ich habe mir auch gedacht, Unsichtbarkeit war auch eine auf meiner Liste. Aber dann habe ich mir gedacht, dass immer Leute sagen, naja, das ist eine Superbösewichten-Kraft. Unsichtbarkeit. bommel: Es kommt ja immer drauf an, wie man das einsetzt, oder? kc: Ja, schon. Also ich würde gerne in so Hinterzimmertreffen von hochrangigen Menschen sitzen und da mitschreiben und das später anderen Leuten erzählen. bommel: Nackenschellen verteilen. Fay Uhlmann: Das ist auf jeden Fall eine richtig gute, es ist auf jeden Fall eine gute Superkraft, wenn du Journalismus machst. kc: Ja. Fay Uhlmann: Mach den investigativen Journalismus auf jeden Fall einfacher. bommel: Voll. kc: Deswegen dachte ich mir. Oh, Katze. Fay Uhlmann: Meine Katze, ja. Ich hatte schon ein bisschen Angst, dass es hier anfängt. Komm her. bommel: Sogar zwei Gäst*innen. kc: Krass. Fay Uhlmann: Es kann sein, dass sie noch ein paar Mal schreit. Wir hatten jetzt Unsichtbarkeit. Fliegen ist so ein Klassiker. Weiß ich jetzt nicht, ob ich das unbedingt wollte. Vielleicht so fliegen und Superstärke. Einfach Superperson sein. bommel: Einfach Superperson sein. kc: Aber du bist doch Superperson, Fay. Fay Uhlmann: Weiß ich nicht. Weiß ich nicht. kc: Naja, da können wir zumindest eine weitere Information über dich einflechten, weil ich bin ja auch mal so gut in Überleitungen. Du hast die Ehrennadel der TU Dresden gewonnen. Oder bekommen. Du bist wortwörtlich ausgezeichnete Superperson. Fay Uhlmann: Ich bin von der TU Dresden ausgezeichnet worden mit der Ehrennadel. Ja, für mein Engagement in der Hochschulpolitik, für Diversität. bommel: Bekommt man da noch, also ist es literally eine Nadel und freundlicher Händedruck oder ist es doch irgendwie dotiert oder so? Fay Uhlmann: Es ist eine Nadel, ein freundlicher Händedruck und eine Laudatio- Tatsächlich. Also, basically, nee, es ist nicht dotiert, aber du kannst dir dann zu lustigen Uni-Anlässen diese Nadel an den Blazer stecken und dann sieht das ganz, ganz toll aus. Das Lustige ist ja, die TU Dresden hat vor kurzem ihr Logo geändert und das ist noch das alte Logo. Und jetzt würden manche Leute sagen, okay, das ist besser, ich bin da relativ neutral tatsächlich. Mir ist es egal, aber ich finde es lustig, dass es doch das alte Logo ist. bommel: Also die Ehrennadel der alten Schule quasi. kc: Ja, diese Logoänderung ist ja jetzt auch irgendwie schon über ein halbes Jahr her. Aber trotzdem, obwohl ich nicht an dieser Uni bin und auch schon längst nicht mehr in den Dunstkreisen darum verkehre, kriege immer noch fast wöchentlich mit, wie sich irgendjemand über dieses Logo aufregt. Fay Uhlmann: Das wäre ganz lustig, weil es da ganz unterschiedliche Ebenen gab. Und auf LinkedIn gab es da wirklich mal eine Woche, ist das explodiert. Und dann haben sich alle irgendwie gesagt, ja, das sieht gut aus oder das sieht schlecht aus. kc: Ja. Dann waren die alle so, ja, Casey, kannst du nicht mal sagen, dass das nicht viel barrierefreier ist, als das vorher, weil sie Rechtfertigung für ihre Argumente gesucht hat. Fay Uhlmann: Haben das Leute wirklich gesagt? kc: Ja, es waren über 30 Stück. Fay Uhlmann: Oh Gott. kc: Über 30 Leute haben sich bei mir gemeldet und wollten meine Einschätzung dazu haben, weil die Begründung der Universität gewesen ist, das neue Logo ist barrierefreier. Ich bin da ein bisschen zwiegespalten. In einigen Aspekten ist es das nämlich tatsächlich. Aber jetzt nicht so, als dass ich das so unter dem Begriff barrierefrei hinstellen würde. Das ergibt nämlich wenig Sinn. bommel: Wohin unterscheiden sich die Logos denn? Fay Uhlmann: Das eine sieht so aus wie, okay, wie beschreibt man das jetzt? Also das alte Logo war ein T und ein U in einem Hexagon angeordnet. bommel: Ich habe es hier. Wir können es ja sonst auch in den Shownotes mal verlinken. Es gibt nämlich eine Petition. Altes TU Dresden-Logo wiederherstellen. Fay Uhlmann: Das wird nicht passieren. Es ist ja nicht nur ein Logo gewesen, sondern tatsächlich ein Redesign insgesamt auch von allen möglichen Materialien, und einem Markenkern, der dahinter steckt. Aber genau. Und ein Aspekt, ein Argument, da war halt, das ist barrierefrei. Es ist nicht nur das Logo, sondern diese ganze, Überarbeitung. Aber Casey, du hattest da ja gesagt, du bist gespalten Meinung. kc: Ja, ich will nicht sagen ambivalent, aber ich habe auch nichts gegen das neue Logo. Fay Uhlmann: Ich habe mir auch so gedacht, okay, das hat jetzt ein besseres Corporate Design. kc: Ja. Also ich glaube, insgesamt ist das halt deutlich besser geworden. bommel: Ich bin fasziniert davon, wie starke Emotionen diese Änderungen in Menschen hervorruft. Und es ist ein bisschen lustig, also, Also will jetzt kein Männerbashing betreiben, aber irgendwie aktuelle Unterzeichner*innen dieser Petition sind nur Männer. Fay Uhlmann: Das Lustige ist ja, es gibt am Anfang bei solchen Prozessen, ich habe mich im Rahmen dieses Wechsels irgendwann mal aus Langeweile damit beschäftigt, bei solchen Prozessen gibt es am Anfang immer gegen wer, immer, egal was, also wenn irgendeine bekannte Marke ihr Logo ändert oder ihr Markendesign, dann gibt es immer erst Aufruhr und dann schwächt es irgendwann mal wieder ab und dann redet niemand mehr drüber. bommel: Ja, es ist ja auch einfach relativ egal. Schon. Also wenn das Logo jetzt nicht wie wirklich beleidigend ist oder unsensibel oder so, dann ist es halt ein Logo. Jetzt gibt es bestimmt Leute, die irgendwie beruflich Logos designen und jetzt in denen so der Hass hochkommt. Ich glaube, in den Leuten kocht auch richtig der Hass hoch, weil ich noch nicht aufgelöst habe, was die beiden korrekten Antworten sind. Ich glaube, es sind einige Leute, die so richtig gestresst sind. kc: Nein, nein, weiß nicht. Fay Uhlmann: Ich habe noch eine neue Antwort. Das ist Logos entwerfen. Perfekte Logos entwerfen, über die sich niemand aufregt. kc: Ja, tatsächlich. Fay Uhlmann: Das ist die Superkraft. bommel: Da habe ich ein großartiges Talent für. Ich weiß nicht, Casey, warst du da dabei? Wir haben im Stream tatsächlich mal ein Spiel ausprobiert. Das ist der Ad-Agency-Manager oder irgendwie so. Nee, Ad-Agency-Simulator. und da entwirft man halt so Werbung und Logos für Unternehmen in diesem Spiel. Und das war so grauselig, aber ich hatte den Spaß meines Lebens, das Spiel habe ich auch irgendwann mal gratis zu irgendwas dazu bekommen, ich hatte den Spaß meines Lebens und alles sah wirklich aus wie Graphic Design is my passion. Ja. Ja, also großartige Logos. Auf jeden Fall kann man damit, glaube ich, viel Geld machen, wenn man das wirklich sehr gut kann. Also es gibt zwei korrekte Antworten. Die eine ist nicht so wirklich eine korrekte Antwort. Das wäre einfach meine Antwort und das wäre Teleportation. Und das fände ich halt einfach cool. Aber die ist eigentlich genauso richtig oder falsch wie Unsichtbarkeit oder Fliegen. kc: Das ist eine falsche Antwort. Ich habe eine Bahncard 100 und das ist quasi Teleportation. Fay Uhlmann: Teleportation mit langen Wartezeiten. Und auch nur in Deutschland. bommel: Lange Ladezeiten, ja. Aus deiner Perspektive kann ich das verstehen, aber für mich gibt es nichts Schlimmeres als so Reisen oder Wege. Also für mich für Teleportation wirklich fantastisch. Aber es gibt tatsächlich eine objektiv richtige Antwort, mit der man dieses, ja Spiel ist es ja nicht, aber mit der man diese Fragerunde auch irgendwie immer kaputt macht. Die tatsächlich korrekte Antwort ist nämlich Wahrscheinlichkeiten beeinflussen, weil du dann alles kannst. Weil du dann jedes Mal sagen kannst, okay, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich jetzt fliegen kann, sagst du 100 Prozent und dann kannst du halt fliegen. Fay Uhlmann: Aber ist das dann nicht eher so Naturgesetze beeinflussen? bommel: Ich habe die Antwort von einer Mathematikerin bekommen. Fay Uhlmann: Ja, ich wollte gerade eben, mein erster Gedanke dazu war auch, das ist die mathematisch korrekte Antwort auf diese Frage. bommel: Ja, absolut. Aber ich finde die einfach, ich finde die sehr schön und die ist ja auch peak unangenehm, wenn du in so einer Vorstellungsrunde sitzt und alle sollen so sagen, ja, was ist so die Superkraft, die du gerne hättest? Und alle sind so, ja, ich wär voll gerne unsichtbar oder will gern Fliegen oder so. kc: Ich will Wahrscheinlichkeiten beeinflussen. Fay Uhlmann: Enter Text... bommel: Da kann ich nämlich alles. Ihr Versager. Fay Uhlmann: Aber das Schöne daran ist, das merke ich mir einfach für die Zukunft und vergesse es dann eh gleich wieder, weil Neurodivergenz. Aber das merke ich mir für die Zukunft und wirkt dann automatisch schlau. Weißt du, wenn in irgendeinem Bewerbungsgespräch das jetzt mal jemand fragt. So ist es gut. kc: Kommen wir doch mal zum Thema zurück. Ich fragte ja auch vorhin, was ist Hochschulpolitik? Möchtest du uns das mal erklären? Fay Uhlmann: Was ist Hochschulpolitik? Also Hochschulpolitik ist letztendlich so ein eigener Kosmos. Das muss man dazu immer so sagen. Es ist jetzt nicht so wie Politik, was irgendwie auf Bundesebene funktioniert. Hochschulpolitik kann auch auf Bundesebene funktionieren, aber es ist ein bisschen, naja, schwierig. Also ganz grundlegend stammt dieser Begriff einfach daraus, dass Hochschulen sich selbst verwalten und diese akademische Selbstverwaltung letztendlich. Fay Uhlmann: Sich selbst verwaltet. Wow, ich bin furchtbar darin, Sachen zu definieren. Nee, aber genau dieses Verwalten von Hochschulen und auch darüber hinaus dem Hochschulkontext, das kann man als Hochschulpolitik bezeichnen und das setzt sich aus ganz vielen unterschiedlichen Elementen zusammen, weil in der Hochschulpolitik selbstverständlich auch sehr viele AkteurInnen irgendwie eine Rolle spielen. Zum Beispiel die Studierenden, die Mitarbeitenden, die DozentInnen und auch die ProfessorInnen. Das sind die Statusgruppen, die letztendlich an der Universität sind und unterschiedliche Interessen haben und die alle versuchen irgendwie unter einen Deckel zu bekommen. Fay Uhlmann: Manchmal mehr oder manchmal weniger erfolgreich. Dann geht es um die strategische Ausrichtung der Universität, um Exzellenz, alles Mögliche. Also da gibt es super viele Facetten. Auch weil Hochschulpolitik nicht nur deutschlandweit ist, sondern darüber hinaus zum Beispiel mit dem Bologna-Prozess. Das ist eine Sache, die genutzt worden ist, um Hochschulbildung im europäischen Raum zu vereinheitlichen. Nach dem Bologna-Prozess sind die Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt worden, europaweit. Also das hat ganz viele Aspekte, die über so viele Level rausgehen, dass es ganz schwierig ist, irgendwie zu sagen, ja genau das ist Hochschulpolitik. Es geht letztendlich darum, Hochschulbildung zu verwalten und Entscheidungen in diesem Rahmen zu treffen und davon gibt es ganz viele unterschiedliche Ebenen. So würde ich das einfach mal sehr schwierig zusammenfassen sozusagen. kc: Also ist es am Ende doch nichts anderes als die große, in Anführungszeichen, richtige Politik, nur halt in Hochschulen. Fay Uhlmann: Das könnte man so sagen. Also es spiegelt das schon irgendwie... kc: Ja, es gibt ja auch die klassischen Parteienstrukturen in vielen, gerade auch studentischen Selbstverwaltungen und so. Wo warst du da tätig? Fay Uhlmann: Okay, ich habe sozusagen einmal den Speedrun gemacht, in Anführungsstrichen. Vielleicht fangen wir einfach mal ganz von unten an, auch dort, wo wir uns begegnet sind, Casey, das war der Fachschaftsrat. Das ist sozusagen, Universitäten sind so ein bisschen eingeteilt. Es gibt Fakultäten, die sich um ein bestimmtes Thema kümmern. Wir beide waren an der Fakultät Informatik und wir waren beide im Fachschaftsrat Informatik. Der Fachschaftsrat ist sozusagen die studentische Vertretung für diese Fakultät, für diesen Themenbereich letztendlich. Genau, da haben wir uns getroffen und irgendwann war ich dann so laut, dass mich die Sächsische Studierendenvertretung, das ist die Konferenz der Sächsischen Studierendenvertretungen, es gibt ja an jeder Hochschule Studierendenvertretungen, da habe ich auch irgendwie schon eine Ebene übersprungen, nämlich den Studierendenrat. Beziehungsweise das ist ganz unterschiedlich von Bundesland zu Bundesland. Nennt man das entweder Stura oder Asta. Ich glaube, Asta war Allgemeiner Studierendenausschuss. kc: Ja. Fay Uhlmann: Und Stura ist eben Studierendenrat. Genau. Und sozusagen die Zusammenkunft aller Studierendenräte oder Asten sind dann die Landesstudierendenvertretungen. Genau, da bin ich dann auch irgendwann mal gelandet und habe dort das Referat für Feminismus übernommen. Das war noch eine Ebene. Dann bin ich irgendwann mal wieder an der Universität, an der TU gelandet und war dann im Senat. Das ist das höchste beschlussfähige Gremium der Universität. Also relativ wichtig für die Universität, genau. Und dann war ich ein Jahr lang Vorständ*in beim Freien Zusammenschluss von Student*Innenschaften. Das ist sozusagen der Bundes-Asta oder der Bundesstura. Genau, also ich habe irgendwie alle Ebenen, Lokal, Land und Bund einmal durchgedribbelt und auch auf der lokalen Ebene, ich habe den Fakultätsrat vergessen. Der Fakultätsrat ist dann das höchste beschlussfähige Gremium der Fakultät, das sich halt um Fakultätsangelegenheiten kümmert. kc: Du hast noch so viel mehr vergessen. Es gibt Prüfungsausschüsse. Fay Uhlmann: Ach Gott, ja. bommel: Berufungsausschüsse. kc: Und das auch wahrscheinlich auf jeder erdenklichen Ebene. Fay Uhlmann: Genau, ich war auch mal in der Senatskommission. Das ist auch noch was anderes. kc: Institutsräte gibt es auch. Fay Uhlmann: Oh Gott, genau. Also das Witzige ist halt, dass diese Selbstverwaltung schon sehr komplex ist und vor allem auch von Universität zu Universität variiert. Es ist sehr, sehr schwierig, sich da überhaupt einen Überblick zu stellen. Zu schaffen oder auch irgendwann mal zu verstehen, wie eine Hochschule überhaupt funktioniert und aufgebaut ist und wer sich um was kümmert, das ist total undurchsichtig. Ich habe das irgendwie fünf Jahre versucht und ich würde tatsächlich sagen, ich habe es irgendwann mal ganz gut verstanden, aber ich habe auch noch nicht alles gesehen. kc: Ja, aber letztendlich ist es überall ähnlich ein sehr, sehr demokratischer Prozess, oder? Fay Uhlmann: Ja, ich würde schon sagen, dass es sehr danach strebt, Demokratie irgendwie abzubilden. Man muss aber auch sagen, die Statusgruppen sind total unterschiedlich vertreten. Also der Senat, der hat keine paritätische Besetzung aus allen Statusgruppen. Die Studierenden haben da, glaube ich, bei uns an der TU Dresden vier Sitze gehabt und es gab eine professorale Mehrheit. bommel: Ich glaube, das ist auch immer so, ja. Fay Uhlmann: Ja, tatsächlich gab es ja jetzt in Thüringen, ich bekomme das immer noch so aus dem Buschfunk mit, auch wenn ich versuche, mich mittlerweile so ein bisschen aus der Hochschulpolitik auszuhalten. Ich bin ja jetzt auch frisch von der Uni durch sozusagen. Es gab tatsächlich einen Urteilsspruch von einem höheren Gericht, das zumindest gesagt hat, ja, es ist möglich, das alles paritätisch zu machen. Das muss dann halt der Senat entscheiden. Ich glaube, das war in Thüringen. Müsste ich jetzt auch nochmal genauer nachgucken. Aber tatsächlich ist es nicht, es muss nicht überall so sein. Und die Studierenden kämpfen auch immer sehr dafür, dass es nicht so ist. bommel: Ja, ja. kc: Und welche war deine liebste Ebene? bommel: Achso, ja. Fay Uhlmann: Ihr habt zwei Fragen so übereinander geredet, dass man genau in dem Moment ausgeschaltet hat. kc: Ich frage zuerst, welche der Ebenen war deine Lieblingsebene? Und jetzt sag nichts Falsches, weil offensichtlich ist es die, in der du mich getroffen hast. Fay Uhlmann: Also ich glaube, darum kann man sich auch streiten, Weil wir hatten im Fachschaftsrat ja auch echt viel Stress. Das muss man auch immer dazu sagen. Man macht das unbezahlt und auch höchstens mal für eine Aufwandsentschädigung, aber auch die gibt es recht selten. Und das ist extrem viel Arbeit auf allen Ebenen. Auf der Fachschaftsebene ist es halt sehr viel, wir versuchen uns um die Studis zu kümmern, wir machen sehr viel unbezahlte Beratungen über alle möglichen Themen. Das geht sogar ins Psychosoziale rein. Fay Uhlmann: Also unglaubliche, wichtige Arbeit, die aber Knochenarbeit ist. Und ja, ich würde jetzt keine Ebene davon irgendwie hervorheben und sagen, das ist so richtig wichtig. Ich würde sagen, die strategische Ebene hat mir am liebsten gefallen, die einfach nur, Weil ich das Gefühl hatte, da kann ich meine Themen irgendwie am besten umsetzen. Das war also vor allem auf Landesebene und im Senat. Das hat mir am meisten Spaß gemacht, weil man da irgendwie sehr in den Austausch gekommen ist mit anderen Studierenden. Ob jetzt von anderen Universitäten hier in Sachsen oder an der eigenen Universität. Und dann versucht hat, irgendwie was besser zu machen, was Besseres umzusetzen. Und ich glaube, da hatte ich auch die größten, naja, Erfolgsmomente für mich. Fay Uhlmann: Die Bundesebene ist nochmal ein bisschen komplexer, weil Bildung ist ja größtenteils Ländersache. Das bedeutet, da geht es halt vor allem um Vernetzungsarbeit unter den Studierendenschaften und auch so ein bisschen zu gucken, wie kriegen wir das alles zusammen? Wie sorgen wir dafür, dass Erfolge, die wir hier in Sachsen haben, auch in Hessen funktionieren können? Und umgedreht so ein bisschen Synergien zu finden. Das hat auch sehr viel Spaß gemacht, das ist bloß unglaublich anstrengend, wenn man, Wir waren damals im Vorstand ein Viererteam und haben irgendwie versucht, ganz Deutschland abzudecken. Und das ist unheimlich schwierig, vor allem, wenn alle Universitäten und alle Studierendenvertretungen dann noch eine unterschiedliche Vorstellung haben, was so eine Bundesvertretung machen muss. Also da war sehr viel Druck dabei. Und mir hat die Freiheit in der Themensetzung im Senat und auch auf Landesebene einfach sehr viel Spaß gemacht. Aber das hätte ich ja auch alles nicht gemacht, wäre ich nicht im Fachschaftsrat gelandet. Und dementsprechend, ich habe fünf Jahre für dieses Thema Hochschulpolitik wirklich sehr gebrannt. Und jetzt, da ich da so raus bin, so frisch, vermisse ich es auch echt sehr. Das war so ein bisschen Hyperfokus von mir. kc: Ja, das kann ich gut verstehen. Ich war ja auch irgendwie ein bisschen mehr als drei Jahre sehr eng verbandelt mit dem Fachschaftsrat Informatik. Das ist, glaube, deutlich länger als du. Also zumindest deine aktive Zeit. und ich bin nie über diese Ebene quasi hinausgegangen. Ich war im Fakultätsrat auch gewesen und ich war natürlich auch irgendwie so in Kreisen um den Stura, aber auf Landesebene und auf Bundesebene habe ich nicht existiert, weil ich das nicht wollte. Das erschien mir da irgendwie ein bisschen zu viel, wobei das im Nachhinein wahrscheinlich wirklich eine wilde Annahme ist, Weil ich habe auch im Fachschaftsrat zuletzt über 20 Stunden pro Woche unbezahlt gearbeitet, weil ich habe da Büroadministration hauptsächlich gemacht. Da fallen dann so Sachen drunter wie Protokolle prüfen, Protokolle abheften, irgendwelche Räume beantragen, irgendwas mit anderen Leuten absprechen, ganz viele E-Mails beantworten, die die Studie so haben. Und das habe ich halt echt viel gemacht mit dem Ziel, eine möglichst gute Zeit für alle Leute da irgendwie... kc: Zu schaffen, eben auf dieser untersten Ebene. Was natürlich dazu geführt hat, dass so meine Themen, also so Barrierefreiheit und Behinderung, jetzt da nicht den allergrößten Raum eingenommen haben. Aber ich habe es trotzdem da immer wieder geschafft, ab und zu mal Impulse zu geben und auch da ein paar Verbesserungen zu erzielen. Fay Uhlmann: Ich glaube, es ist auch wichtig zu sagen, dass keine dieser Ebenen irgendwie mehr wert ist. Wenn es die Fachschaftsräte nicht gäbe, dann würde alles zusammenbrechen. Alles an der studentischen Selbstverwaltung. Das ist alles wirklich enorm viel Arbeit, die meistens auch nicht sonderlich gut gesehen wird. Und Casey, wie du schon gesagt hast, was du gerade für Kompetenzen auch aufgezählt hast, die man als Mensch da mitnimmt und letztendlich geht man da irgendwie ohne ein Arbeitszeugnis raus meistens. Und naja, hat dann aber wirklich so 20 Stunden die Woche reingesteckt. Also meine Hochzeiten waren, glaube ich, auch wirklich mehr als Vollzeit irgendwann. kc: Ich habe ja dann auch in dieser Funktion, die ich hatte, hatte ich regelmäßig für Mitglieder des Fachschaftsrats für irgendwelche Stipendien und so Schreiben ausgestellt mit den Tätigkeiten, die einzelne Leute übernommen haben. Das war halt immer so viel. Und dann habe ich das mal für mich gemacht. Ja, ich habe es unterschrieben und ich habe es geschrieben und ich habe es ausgedrückt. Nee, ich habe das dann irgendwann mal für mich gemacht und da ist mir auch erst mal klar geworden, wie viel ich da eigentlich gemacht habe. Und ich habe aber nie von jemand anderem so ein Schreiben selbst bekommen. Ich hatte mal danach gefragt, aber da wurde mir gesagt, ja, wir können das nicht machen. Wir haben da keine Kompetenz, wir wissen nicht, wie es aussehen soll. Dinge sind, wie sie sind, aber daran merkt man halt auch, dass da sehr viel immer an den individuellen Personen liegt, die da eben gerade zu Gange sind. Und gerade in der Studierendenschaft ist es ja so, dass die meisten Studis nach fünf, sechs, sieben, acht Jahren, acht Jahre schon wahrscheinlich sehr oberstes Ende, dann da wieder raus sind. Fay Uhlmann: Ich würde sogar sagen, es sind noch viel weniger. Wenn ich mir so überlege, wer irgendwie mit uns in einer Legislatur im Fachschaftsrat angefangen hat und wer danach weggegangen ist. Also ich habe mich ja jetzt auch nicht nochmal neu für den Fachschaftsrat wählen lassen nach der ersten Legislatur. Einfach nur, weil ich auch sehr durch war von dieser Aufgabe. Ich war damals Sprecher*in. Ich habe also so ziemlich die ganze Außenwahrnehmung irgendwie versucht, gemanagt, ganz viele E-Mails geschrieben. Das war so dieses Ding, die Anfragen die reinkommen, verantworten, irgendwie sehr viele Gespräche mit ProfessorInnen und damals noch dem Dekan geführt. Ich glaube, das ist aber auch eine Rolle, in der ich sehr aufgegangen bin. Ich hatte damit Spaß, aber irgendwann war es mir auch ein bisschen zu viel, weil eine Rolle war damals auch so den Laden irgendwie ein bisschen beieinander halten, Leute immer zu den Sitzungen, die einmal wöchentlich eine Stunde mindestens, meistens waren es aber eher so drei, sind zu scheuchen, also das ist... Das ist echt harte Arbeit gewesen und dann habe ich mir halt auch gedacht, okay, ich brauche jetzt ein bisschen frische Luft, war dann ja gleichzeitig irgendwie noch bei der KSS und dann im Senat gelandet und im Fakultätsrat tatsächlich auch noch. Also ich weiß manchmal, das ist echt crazy, wie viel Zeit man da reinsteckt, wie viel coole Arbeit man macht, aber halt auch, wie viel Arbeit das ist. kc: Ja, den Fakultätsrat hast du ja dann von mir übernommen, als ich von der Uni gegangen bin. Also, ein bisschen deine Schuld. Fay Uhlmann: Es ist meine Schuld, dass du von der Uni gegangen bist. kc: Nein, es ist deine Schuld, dass du im Fakultätsrat gelandet bist. Fay Uhlmann: Achso, ja, natürlich. Ich habe mich auch einmal für den Fakultätsrat wählen lassen tatsächlich. Dann danach. Also, das ist alles meine Schuld tatsächlich gewesen. Ich habe mir sehr viel aufgeladen und letztendlich, du hast gerade gesagt, dann nach acht Jahren sind die Studis wieder weg. Meistens sind es eher so, glaube ich, sechs, sieben. Ich habe sieben Jahre für meinen Bachelor gebraucht. kc: Ja, also die meisten Leute studieren natürlich in Regelstudienzeit, aber viele Leute, die dann ihren Weg in diese studentische Selbstverwaltung finden, die brauchen dann da deutlich länger eben, weil das so viel zusätzliche Zeit kostet. Bei mir war es ja dann auch zusätzlich noch dazu, dass ich nebenbei auch einen Teilzeitjob hatte, auch mit so 20 Stunden pro Woche, der irgendwie passieren musste. Und dann musste auch noch irgendwie die Uni passieren. Und letzten Endes habe ich ja dann mein Medieninformatikstudium abgebrochen, einfach weil diese Dreifachbelastung zu viel war, obwohl ich jederzeit hätte sagen können, ich höre jetzt auf, in der Studierendenschaft aktiv zu sein. Aber das geht halt, also zumindest für mich hat sich das extrem schwer und extrem klebrig angefühlt, da irgendwie wegzukommen. Und das hat auch noch anderthalb Jahre länger gedauert, bis ich dann wirklich so halbwegs da raus war, bis ich einen Fuß in dieses Gebäude setzen konnte und Leute nicht irgendwas von mir wollten. Fay Uhlmann: Ja. kc: Ganz davon weg bin ich auch noch nicht. Jetzt setze ich einen Fuß in das Gebäude und es kommen gleich zwei Leute angerannt und erzählen mir, hast du schon gehört? Fay Uhlmann: Aber das finde ich angenehm. Auf dem Level bin ich mittlerweile auch. Wenn ich nochmal einen Fuß in die Fakultät setze, dass das passiert. Da habe ich einen Genuss drin gefunden. So ein bisschen den Tratsch mitzuhören, der gerade passiert. Das hat so ein angenehmes Level an Distanz, glaube ich, wo man nicht mehr davon betroffen ist, sich sagen kann, okay, das ist nicht mehr mein Problem, aber immer noch so einen weisen Rat reinfreuen kann. kc: Ich habe so lange gebraucht, um das zu verstehen. Bommel, du warst ja auch im Fachschaftsrat. Möchtest du darüber was erzählen? Wie war es bei dir? bommel: Meine Erfahrung generell mit Horschulpolitik ist, glaube ich, eine extrem andere als eure. Was mich aber gar nicht so richtig wundert, hat, weil tatsächlich an allen Universitäten, an denen ich das bisher mitbekommen habe, ist die Informatikfakultät immer sehr speziell und damit, also das ist gar nicht wertend gemeint, aber ich habe oft das Gefühl, dass da Dinge einfach sehr, sehr anders laufen. In Hamburg ist das auf jeden Fall räumlich bedingt, weil die Informatikfakultät einfach so weit weg vom Hauptcampus ist, dass sie da irgendwie so wirklich ihr eigenes Essen machen. Da kannst du dir sogar, wenn du dich mit den Kantinenfrauen da irgendwie gut stellst, also wir haben wirklich nur Frauen gearbeitet, dann kannst du dir auch aus allen Mensen irgendwie das Essen dahin bestellen, wenn dir das Essen in der Informatik-Mensa nicht schmeckt und so. Also die Strukturen sind generell einfach sehr, sehr anders. Und ich habe tatsächlich insofern andere Erfahrungen gemacht, als dass der... bommel: Bei uns wurde sehr, sehr stark, aber ich glaube, das kam auch durch uns eigentlich auch Unterschieden zwischen der akademischen und der studentischen Selbstverwaltung. Also die studentische Selbstverwaltung ist ja die Verwaltung, die sich tatsächlich aus Studierenden zusammensetzt und vor allem auch für die Belange von Studierenden sich einsetzt. Also das sind halt solche Sachen wie der Fachschaftsrat oder auch das Studierendenparlament beispielsweise oder auch der AStA. Und wir haben das immer sehr, sehr deutlich getrennt von der akademischen Selbstverwaltung, weil wir ein großes oder für uns war das wahrgenommen ein großes Problem, dass wir, ich weiß nicht, wie das in anderen Hochschulen ist, aber bei uns, gerade an unserer Fakultät, hatten wir einfach sehr viele Menschen, die so BerufshochschulpolitikerInnen gewesen sind. Also das sind in großen Teilen Leute, die sind seit den frühen 90ern an der Universität, kein Scherz. Und die machen nichts anderes als Hochschulpolitik. bommel: Und, Das war sehr, sehr schwer, weil für uns war es häufig ein Ringen überhaupt, im Fachschaftsrat wirklich Belange von Studierenden durchzusetzen und nicht eigentlich des sogenannten Mittelbaus, also der wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, der VerwaltungsmitarbeiterInnen und so weiter. Weil das war durchsetzt teilweise sehr von Promotionsstudierenden. Und Promotionsstudierende haben ja so eine merkwürdige Mittelrolle in dem Sinne, als dass sie faktisch noch Studierende sind, aber auch Lehren an der Universität häufig. Und dementsprechend natürlich mit dem Wissenschaftsbetrieb ganz anders wie verbunden sind und auch personell irgendwie verbandelt sind, als es so, ich sag mal in Anführungsstrichen, normale Studierende sind. Und da hast du dann natürlich ganz andere Beziehungs- und Loyalitätsgeflechte. Und für uns war das damals ganz, ganz schwierig, überhaupt eine echte Studierendenvertretung aufzubauen, erstens als Fachschaftsrat und dann von dort aus auch solche Gremien wie den Fakultätsrat zu besetzen oder so. bommel: Und ich habe ja Lehramt, studiert, das heißt, ich war in der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät. Und da ist mir auch eine Situation tatsächlich extrem mit im Gedächtnis geblieben, weil es gab dann irgendwann quasi so ein bisschen so eine, ich glaube, das war von denen, die tatsächlich seit den 90ern da irgendwie nichts anderes gemacht haben, ein bisschen so eine feindliche Übernahme durch uns des Fachschaftsrates, und dann waren wir der Fachschaftsrat. Aber in anderen Gremien saßen dann natürlich, weil diese Besetzung findet einmal jährlich bis alle zwei oder vier Jahre statt, je nachdem so. Das ist immer ein bisschen unterschiedlich. Und dann werden die Menschen halt auch gewählt.Und dann gab es da sehr merkwürdige Geflechte, dass halt zum Beispiel im Fakultätsrat gar keine Leute saßen, die halt aktuell im Fachschaftsrat sind und solche Themen irgendwie. Und was mir da ganz stark im Gedächtnis geblieben ist, es gibt ja gerade im Lehramtsstudium immer so dieses Thema mit, ja, ich möchte später vielleicht verbeamtet werden, deswegen mache ich keine Therapie. bommel: Die Studierenden achten sehr genau darauf, welche Diagnosen in ihren Krankenakten stehen und so weiter, weil sich das so sehr hartnäckig hält, dass man nicht verbeamtet wird, wenn man zum Beispiel mal eine Depression hatte oder so. Kann man auch nicht so pauschal sagen, aber die Befürchtung ist an sich durchaus gerechtfertigt. Und was total spannend war, war, dass unser Fakultätsrat mal, das haben die ganz klammheimlich, still und heimlich, haben die das gemacht, irgendwie durchgewunken, dass du für Prüfungen, wenn du eine Krankschreibung hattest, für eine Prüfung hat keine normale Krankschreibung mehr gegolten, sondern du brauchtest ein qualifiziertes Attest. bommel: Auf qualifizierten Attesten steht aber zum Beispiel die Diagnose mit drauf. Abgesehen davon, dass das Dinge sind, die du bei ÄrztInnen immer zusätzlich bezahlen musst. Du bekommst nicht einfach so ein qualifiziertes Attest. Und das war eines der Hauptaugenmerke damals, wo ich mich auf jeden Fall gegen eingesetzt habe. Weil das war schon beschlossen. Und wir haben da so Bambule gemacht, damit die das wieder zurücknehmen. Weil das ist ja ein Abfuck auf so ganz vielen Ebenen. Denn erstens hast du Studierende, die sowieso chronisch eher kein Geld haben und die du damit dann letztlich dazu zwingst, das bezahlen zu müssen. Das ist halt die Frage, was mit Leuten, die es nicht bezahlen können. Und die gibt es. bommel: Und die haben dann einen Prüfungsversuch weniger, weil sie sich die Krankschreibung nicht leisten können. Das ist ja absurd. Plus, da war auch eine Klausel direkt festgehalten, dass sich das Prüfungsbüro vorbehält zu entscheiden, ob die Diagnose gilt. Das ist ja auch komplett - absurd fasst es ja gar nicht, wie dreist es ist. Weil du gehst zu einer ausgebildeten Ärzt*in und die Person sagt, okay, du bist krank, ich schreibe dich krank. Und dann sitzt jemand im Prüfungsbüro und sagt, glaube ich aber nicht. Das ist ja Quatsch. Also das hatte so viele Ebenen und ist natürlich für gerade chronisch Kranke oder so Studierende natürlich auch noch mal ein ganz anderes Thema. Und wir haben es tatsächlich geschafft, dass es zurückgenommen worden ist vom Fakultätsrat. Aber dementsprechend ist, wir hatten teilweise gar nicht so wirklich Zeit und Ressourcen, zum Beispiel Beratung für Studierende anzubieten oder so, weil solche Themen so viel Energie und Zeit gefressen haben, das war wirklich krass. kc: Ja, ich glaube, über das ganz selbe Thema kann Fay auch was erzählen, weil das war auch in unserer Zeit eine Sache, die sich ziemlich genau so abgespielt hat, bloß nicht auf der Ebene der Fakultät, sondern ich glaube sogar auf Landesebene, Fay, ne? Fay Uhlmann: Das ist auf Landesebene gewesen. Ja, also das Problem ist tatsächlich, das, was du gerade beschrieben hast, Bommel, das gilt teilweise in Landeshochschulgesetzen. Das ist so absurd. Dass es einen Unterschied gibt zwischen Krankheit und Prüfungsunfähigkeit. Also es kann sein, dass dir jemand sagt, na gut, du hast dein Bein gebrochen und willst deshalb dir eine Prüfungsunfähigkeit attestieren lassen und das kann sein, dass dein Arzt dann aber sagt, hey. Fay Uhlmann: Nee, mache ich nicht. Du kannst ja immer noch zu der Prüfung, weil die mündlich ist. Oder was weiß ich, du hast ja deine Hand gebrochen und könntest jetzt keine Prüfung schreiben. Dann bekommst du keine Prüfungsunfähigkeit, weil du kannst ja noch reden. Egal, keine Ahnung, wie viele Schmerzen du gerade noch hast. Was wir hier als Landesstudierendenschaft dann tatsächlich in Sachsen irgendwie errungen haben, ist, dass rein theoretisch die Möglichkeit besteht, dass eine einfache Arbeitsunfähigkeitserklärung, also der gelbe Schein, eine simple Krankschreibung reicht. Aber das Problem ist auch, das müssen die Prüfungsämter, die Einzelnen dann auch umsetzen. Und da kommt man schon in die Absurdität rein, dass es sehr, sehr individualisiert ist. Es kann sein, dass du einen Prüfungsausschuss hast, der dir das durchwinkt und auch irgendwie eine Prüfungsordnung, in der das vollkommen okay ist, in der das funktioniert, dass es einfach nur eine Krankschreibung ist. Und es gibt Prüfungsordnungen wie bei uns an unserer Fakultät, Casey, immer noch tatsächlich, dass du einen Attest brauchst. Ich habe meine Bachelorarbeit, während meiner Bachelorarbeit bin ich zwei, dreimal krank geworden und habe 60 Euro dafür bezahlt am Ende, dass ich krank geworden bin. bommel: Das ist so absurd. Fay Uhlmann: Und mir Atteste ausstellen lassen konnte. Und ich hatte das Privileg, dass ich mir das leisten konnte. Aber Bommel, wie du auch schon gesagt hast, irgendwie chronisch kranke Menschen, bei denen das irgendwie öfters passiert und auch über das Studium hinweg, unterschiedliche Prüfungsphasen und dann studierst du natürlich ja auch noch länger, das summiert sich und das ist unglaublich. Das ist eine Diskriminierung, die da besteht. Und auch so ein Auswuchs von einem sehr ableistischen System. Aber da gibt es unglaublich viele solche, naja, es ist jetzt irgendwie fies, das Kleinigkeiten zu nennen. Das System Hochschule sieht das so ein bisschen als Kleinigkeiten an. Das ist ja ein Edge-Case. Das funktioniert ja nicht so. Man kann da jetzt auch noch über Nachteilsausgleiche reden. Die sind bundesweit verankert. Also das ist Nachteilsausgleichende für Menschen mit Behinderungen, chronische Erkrankungen, teilweise, wenn das sehr progressiv ausgelegt ist, auch Menschen mit psychischen Erkrankungen. Dass es die geben muss, das steht im Gesetz, das ist bundesweit so. Die Umsetzung ist halt total unterschiedlich wieder, je nach Prüfungsordnung, wie das funktioniert, je nach Prüfungsausschuss. Fay Uhlmann: Ich saß da teilweise schon in Prüfungsausschüssen drin, wo irgendwie, da lag ein Zettel mit einer Empfehlung von einem qualifizierten Arzt und die Person ist nochmal zum Amtsarzt geschickt worden und hat halt für die Prüfungsphase nur anteilig was bewilligt bekommen. Fay Uhlmann: Und bei solchen Sachen wie Neurodivergenz, ADHS, Autismus wird dann auch meistens gesagt, naja, nö, das braucht ja keinen Nachteilsausgleich. kc: Das ist ja nur Fühli-Fühli oder so. Fay Uhlmann: Das ist ja ein Dauerleiden. Also ich habe schon wirklich sehr, sehr viele Sachen gehört und mitbekommen hier in Sachsen, aber auch darüber hinaus, dass die Argumentationenda vollkommen verschoben. Weil mit einem Dauerleiden kannst du ja rechnen. Funktioniert halt nicht, wenn deine chronische Erkrankung einen Flare-Up hat, den du nicht berechnen kannst. kc: Aber ich finde den Begriff auch seltsam, weil meine Sehbehinderung, wegen der ich Nachteilsausgleiche beantragt habe, auch ein Dauerleiden ist. Die war auch schon immer da, die geht auch nicht mehr weg. bommel: Ja, was mich daran auch so unheimlich wütend macht, ist, wie willkürlich das halt auch alles tatsächlich ist und wie abhängig du da von Einzelmenschen bist, die das dann entscheiden. Also ich kenne zum Beispiel einige Menschen von der Uni Hamburg, die Nachteilsausgleiche aufgrund von ADHS bekommen haben zum Beispiel. Das aber nur, weil die Person, die das bearbeitet hat, ein Verständnis davon hat, was es bedeutet, ADHS zu haben und ein Verständnis davon hat, wie das mit Deadlines funktioniert oder solche Dinge halt einfach. Und dass du da halt einfach Verlängerungen bekommst, um Hausarbeiten zu schreiben beispielsweise oder so und das ist, Das ist so absurd, dass du dem Wohlwollen einer einzelnen Person ausgeliefert bist, obwohl, und da sind wir auch wieder bei dem, es ist ein Nachteilsausgleich, der dir rechtlich zusteht. Der ist ja nur dafür da, um dich in irgendeiner Art und Weise zu befähigen, das auf einem gleichen Level bewältigen zu können wie Leute, die diesen Nachteil nicht haben. Und dann muss individuell geguckt werden, was möglich ist, um deinen Nachteil auszugleichen. Und dass sich das so quergestellt wird stellenweise, das ist so mies. Fay Uhlmann: Das Problem ist halt, dass diese Prüfungsausschüsse, die meistens die Nachteilsausgleiche irgendwie bewilligen, eben aus Einzelpersonen bestehen, die unterschiedliches Wissen dazu haben. Und die dann teilweise auch damit argumentieren, naja, wir wissen ja jetzt nicht, ob das rechtlich ist mit dem Argument der Vergleichbarkeit. Also wenn irgendwie eine Person mit ADHS eine Zeitverlängerung beantragt, dann habe ich da auch schon mal gehört, ja, das können wir ja jetzt nicht irgendwie so in dem Umfang durchgehen lassen, weil dann riskieren wir ja die Vergleichbarkeit und dann könnten ja Klagen kommen. Fay Uhlmann: Es ist immer, wie du schon gesagt hast, sehr abhängig davon, dass irgendwie die Leute, die in den Prüfungsausschüssen drin sitzen, geschult werden. Das Problem ist halt bloß, diese Prüfungsausschüsse werden gewählt und besetzt, meistens irgendwie aus Fakultätsmitgliedern, die alle gar nicht dazu geschult sind, die das alles ehrenamtlich machen. Und auch, da gibt es überhaupt keinen Rahmen, um sich irgendwie professionell damit auch mal auseinanderzusetzen. Ich glaube, Versuche gibt es immer, diese Schulungen anzubieten, aber die sind halt meistens freiwillig. Das ist genauso wie mit Berufungskommissionen, wo wir dann, also da werden ProfessorInnen eben, es ist wie eigentlich Bewerbungen für ProfessorInnen, die stellen sich da vor und dann, naja, wird ein Ranking erstellt und die Kommission kümmert sich halt darum, um dieses Ranking zu erstellen und ein bisschen zu gucken. Aber auch da gibt es ja Biases, die Menschen haben. Also irgendwie voreingenommene Diskriminierungen. Professuren werden meistens mit Männern besetzt. Also die Professorenquote ist deutlich höher als die von Professorinnen. Und von Professor*innen müssen wir jetzt auch nicht reden. Verschwindendend klein irgendwie. Fay Uhlmann: Und da gibt es auch nicht die Möglichkeit zu sagen, okay, wir machen jetzt verpflichtend mal eine Schulung zu Internalized Biases. Ja. Die eigentlich alle da machen müssten, damit man gucken kann, dass das Verfahren irgendwie so neutral wie möglich läuft und auch irgendwie, naja, Gleichstellungsaspekte, Diversitätsaspekte irgendwie beachtet werden. Also es ist extrem tricky. kc: Wie du sagst, solche Schulungen gibt es. Ich habe in meiner Zeit wirklich solche Angebote nur wahrgenommen von Studierenden für Studierende. Also dass dann quasi der oder irgendein Bundesverband sagt, ja hier übrigens, wir haben da jetzt so einen Schulungstermin, Kommt doch mal vorbei, wenn ihr in Prüfungsausschüssen seid. Da bringen wir euch diese Sachen bei und erzählen euch mal ein bisschen, was eure Rechte sind. Und bei ProfessorInnen und beim wissenschaftlichen Mittelbau ist das natürlich alles irgendwie nochmal ganz anders, nochmal sehr viel weniger, weil die wahrscheinlich auch sehr viel weniger Zeit da rein investieren können, weil sie ja anderweitig für ihr Geld gebunden sind. Fay Uhlmann: Aber auch da ist so ein fieser Unterschied. Also die ProfessorInnen und der Mittelbau, die machen das alles in ihrer Arbeitszeit. Es ist Aufwand, es ist extra Aufwand, ohne Frage. Und es ist richtig gut, dass die das machen, aber die werden da teilweise bezahlt dafür, dass sie drinnen sitzen. Studierende bekommen für Gremientätigkeiten, um das jetzt ganz inkorrekt auszudrücken, feuchten Furz, nämlich, ein Gremiensemester. Und ein Gremiensemester bringt, Nur Leuten, was die BAföG beantragen und auch nur dann, wenn das BAföG das anerkennt. Ich habe irgendwie drei Gremiensemester gemacht und kein einziges davon ist mir beim BAföG anerkannt worden. Und letztendlich musste ich dadurch mein Studium halt länger finanzieren und auch die Hilfe zum Studienabschluss aufnehmen, wodurch ich jetzt mehr Schulden habe. Und diese Hochschulen an sich, man sagt ja immer, Hochschulen sind wunderschön progressiv, aber da steckt so viel Hierarchie drin und auch so viel Möglichkeit irgendwie zur Diskriminierung. Ja, das ist richtig schwierig, weshalb es so wichtig ist, sich auch da an den Hochschulen irgendwie zu beschäftigen damit, okay, wie kriegen wir das jetzt hin, dass erstmal Bildung gerecht ist, dass alle irgendwie einen Zugang zu diesen Hochschulen haben können. Und auch, dass möglichst niemand dort diskriminiert wird. kc: Gehen wir nochmal kurz zurück zu Nachteilsausgleichen. Ich habe da nämlich auch noch eine witzige Geschichte dazu, weil selbst wenn es formal irgendwie alles klar ist, wenn es Präzedenzfälle gibt, wie beispielsweise mit meiner Sehbehinderung, das ist nichts Neues an dieser Fakultät gewesen. Man kannte das, dementsprechend gab es an meinem Antrag zum Nachteilsausgleich nichts zu beanstanden und das ist quasi durchgekommen. Ich habe allerdings nichts davon erfahren, denn dieser Antrag wurde bewilligt mit einer handschriftlichen Unterschrift auf meinem Antrag, den ich da eingereicht habe. Und mir wurde dann gesagt, ja, Sie können mal Ihren Antrag hier wieder abholen. Und ich war so, hä? kc: Aber habe ich dann gemacht und ich habe dann erst irgendwie drei Monate später, nachdem schon längst die Prüfungsanmeldung geschlossen war, festgestellt, dass mir der Nachteilsausgleich ja schon bewilligt wurde, weil auch niemand auf meine Mails geantwortet hat, wo ich da nach gefragt habe. Und neben solchen Sachen kamen dann auch noch so Sachen darauf, wie dass ich mich natürlich individuell um Sachen kümmern musste. Ich brauche beispielsweise Lehrmaterial anders aufbereitet oder halt im Quellformat. Und einer Professur habe ich relativ am Anfang meines ersten Semesters gesagt, hey, hallo, ich kann mit euren Tafelbildern nicht arbeiten. Ihr habt aber ein Skript, das weiß ich, weil der Prof daraus abschreibt. Gib mir doch mal das Skript bitte. Und dann wollten die nochmal, trotz anerkanntem Nachteilsausgleich und trotz allem, meine Diagnose haben, eine Kopie meines Schwerbehindertenausweises haben und eine Erklärung an Eides statt, dass ich das garantiert niemals irgendwo veröffentliche oder weitergebe, weil ansonsten bin ich dran und das böseste Studi, was diese Welt jemals gesehen hat. Fay Uhlmann: War das Mathe? kc: Ich möchte jetzt nicht sagen, wo. Fay Uhlmann: Okay, das klingt nach Mathe. Nee, es ist einfach, es ist richtig Panne, was da manchmal passiert und ich habe mir auch irgendwie, als ich meine Bachelorarbeit dann geschrieben habe letztes Jahr, habe ich mir so gedacht, scheiße, du hättest einen Nachteilsausgleich beantragen können. Ich hatte wahrscheinlich Diagnosen, mit denen das funktioniert hätte, ich habe es nie gemacht, aber ich habe halt gemerkt, wie mir die Zeit davon gelaufen ist. Andererseits ist es, wenn du eh schon mit dieser Behinderung durch deinen Alltag gehst, furchtbar sich dann noch darum kümmern zu müssen, nebenbei arbeiten, damit du dir das Studium überhaupt leisten kannst. Das ist crazy, wie viel dann auch auf betroffene Personen abgeladen wird und wie viel man dann für sich selbst einstehen muss, um das zu bekommen, was einem zusteht. kc: Ja, und um das irgendwie strukturell zu verändern, muss man erstmal in diese Strukturen rein. Wir haben ja jetzt einen guten Teil davon beschrieben, was man irgendwie wo machen kann an so Unis. Und wenn du dann irgendwie eine Behinderung hast, vielleicht nebenbei arbeiten musst und studierst, ist es für die meisten Leute ohne das entsprechende Privileg quasi unmöglich, in solchen Strukturen stattzufinden. Und ich kenne eine einzige andere Person abgesehen von mir mit einer körperlichen Behinderung, die in solchen Gremien überhaupt existiert. Also neurodivergente Menschen sind ein paar mehr, aber auch das so verglichen mit was ich sonst so kenne an Menschen, sind die absolut in der Unterzahl. Wie ist das bei dir? Fay Uhlmann: Also ich glaube, es war nur du und noch eine andere Person bezüglich jetzt konkret körperlicher Behinderung. Neurodivergente Menschen gab es schon einige, obwohl ich sagen muss tatsächlich, dass meine Erfahrung als selbst neurodivergente Person immer war, dass ich sehr, sehr viel erklären musste. Immer über meine eigene Neurodivergenz, wie das irgendwie funktioniert, was ich brauche, dass ich mir da auch in der studentischen Selbstverwaltung selbst sehr viel einfordern muss. Und das ist ja auch nochmal eine andere Ebene davon, wie inklusiv sind studentische Strukturen selbst. Also es gibt ja nicht, und auch Hochschulgremien. Fay Uhlmann: Also das faltet sich alles irgendwie so doppelt und dreifach zusammen und ist dann ein richtiger Knochenjob für Menschen, die selbst betroffen sind und dann aber irgendwie advocacy work für sich selbst machen wollen. Auch aus dem Gedanken heraus, hey, ich will irgendwie, dass sich das ändert, einerseits für mich, aber andererseits laufen Hochschulen so langsam, dass es höchstwahrscheinlich erst die Leute sind, die was mitbekommen, die dann irgendwie fünf Jahre danach kommen. Aber auch dieser Gedanke heraus, und das hat mich, glaube ich, immer motiviert, ich will irgendwie dafür sorgen, dass Leute, die queer sind, die Neurodivergent sind, in fünf Jahren eine einfachere Zeit haben als ich jetzt, weil ich habe mich an Stellen schon durch mein Studium irgendwie durchgequält und ich habe auch erst ganz am Ende davon meine Diagnosen bekommen letztendlich. Ich habe immer so vermutet, ja, wahrscheinlich bin ich irgendwie neurodivergent und erst am Ende hatte ich dann diese Diagnosen ADHS und Autismus dastehen und habe mir dann auch gedacht, na gut, jetzt weiß ich, warum ich sieben Jahre gebraucht habe für den Schmarrn. Fay Uhlmann: Aber ich glaube vielleicht, um auch nochmal ein bisschen in so einen aufmunternderen Moment zu kommen, Hochschulen sind Orte, an denen man sehr viel bewegen kann. Ich habe zumindest auch das Gefühl, dass seitdem ich irgendwie angefangen habe zu studieren im Vergleich zu jetzt, sich an meiner Universität und auch in dieser gesamten Hochschullandschaft einiges verbessert hat. Und auch aufgrund der Arbeit von sehr vielen Betroffenen, ich bin da selber, Casey, dass ich dich kennengelernt habe im Studium, hat mir ganz sehr den Blick geöffnet für Inklusion und mich auch letztendlich dazu bewegt, mich mehr damit zu beschäftigen, um das irgendwie besser einbinden zu können in die Arbeit, die ich da gemacht habe. Also ich glaube, es wird besser, ist halt bloß ein ellenlanger Kampf, aber vielleicht eine Sache, über die ich mich sehr gefreut habe, ist. Fay Uhlmann: Ich saß irgendwann mal im Landtag zu einer Anhörung, da ging es um Diskriminierungsschutz für Studierende. Den gab es in Sachsen bis 2023 noch nicht. Und ja, es ist auch wild und das Schöne war irgendwie, wir konnten es erreichen als Landesstudierendenschaft, dass das dann irgendwie passiert ist und das war auch ein ganz konkreter Erfolgsmoment von mir, wo ich sagen konnte, okay, ich saß da jetzt irgendwie in der Anhörung drin und habe meine Argumente vorgebracht und irgendwie auch meinen Teil dazu beigetragen, dass das jetzt umgesetzt ist, dass das noch von ganz vielen anderen Menschen mit vorangetrieben worden ist über Jahre, das steht völlig außer Frage, aber das war so für mich einer der größten Erfolgsmomente, wo ich mir so gedacht habe, okay, irgendwie echt cool, dass das jetzt funktioniert hat. bommel: Ich muss auch sagen, ohne meine Tätigkeit in der studentischen Selbstverwaltung wäre ich, glaube ich, niemals durch dieses Studium gekommen. Weil ich glaube, Leute, die das von außen so hören, die denken sich vielleicht auch so, seid ihr eigentlich bescheuert? So, ihr erzählt hier irgendwie, das war teilweise mal als Vollzeitjob und dann irgendwie noch Job und Studium und was weiß ich nicht alles. Und ich kenne das halt auch, dass ich teilweise 60, 80 Stunden irgendwie gefühlt in der Uni gewohnt habe. Ich war auch viel tatsächlich in Freiräumen unterwegs und so. Das sind häufig so einfach besetzt, also das sind Räume, die von Studierenden mal besetzt worden sind oder die sie gütigerweise in irgendeiner Art und Weise zur Verfügung gestellt bekommen haben und wo sich meistens dann irgendwie so kleine selbstverwaltete Cafés oder so drin befinden. Und das ist ja auch. Ich glaube, weil ich hatte in meinem Studium halt noch gar keine Diagnosen, also doch hatte ich aber halt meine Autismusdiagnose zum Beispiel nicht. Und es gab eine Zeit an der Universität, da gab es keine Person, die mich nicht kannte. bommel: Und auf der einen Seite ist das irgendwie super gruselig, nicht an der Universität, an meiner Fakultät. So, Kirche im Dorf lassen. aber genau und das hat mir aber auch ultra viel geholfen weil ich hatte ich hatte ein Draht zu den Hausmeistern ich hatte einen Draht zu den Pförtner*innen und so weiter also so auch zu diesem ganzen Verwaltungspersonal und so und das hat mir so dermaßen oft den Arsch gerettet weil ich musste mir nie Gedanken darüber machen ob ich irgendwie einen Raum bekomme oder irgendwas da wurde mir dann einfach aufgeschlossen. Ich hatte, das ist eine andere Story, ich hatte, irgendwann habe ich auch in meiner Verwaltung selber gearbeitet als Nebenjob und brauchte Zugang zu meinem Büro und es hat ein Dreivierteljahr gedauert, bis, und das ist mir ja auch nie aufgefallen, bis irgendjemand mal gerafft hat, dass der Schlüssel, den ich da habe, dass das ein Generalschlüssel ist. Das war auch spannend, aber I did not know. Von daher konnte ich es auch nicht nutzen oder so. Dann hat mein Büro damit aufgeschlossen. bommel: Aber auf der einen Seite dieses Eingebundensein, aber auf der anderen Seite diesen, ich konnte das einfach an sehr vielen Stellen und das klingt so eklig eigentlich, aber so zu meinem persönlichen Vorteil nutzen. Zum Beispiel war ich auch, ich hatte einen sehr, sehr guten Draht zu dem Leiter vom Studien- und Prüfungsbüro. Ich musste mir nie Gedanken darüber machen, ob ich die Kurse bekomme, die ich wollte oder nicht. Was für mich immer hieß, dass ich einfach sehr sicher zum Ende meines Studiums zwei studienfreie Tage hatte immer. bommel: Und das sind Sachen, hätte ich die nicht gehabt. Hätte ich mein Studium nicht durchziehen können. Also auch da irgendwie ist es so absurd, dass man irgendwie sich in der Selbstverwaltung so sehr selber einbringen muss, um erstens strukturell Dinge für andere verändern zu können, aber auch um die bestehende Struktur für sich irgendwie überhaupt so zu machen, Dass man das nutzen kann und gefühlt sind, die allermeisten auch durch irgendwie solche Umstände in die Joche-Politik so reingerutscht. Also die meisten Leute wollten das gar nicht so in dieser Form machen, sondern sehr viele Leute in meinem Umfeld hatten einfach sehr konkrete, bestimmte Probleme mit Änderungen an ihrem Studium oder an Praktika oder irgendwas und sind einfach durch dieses von, das ist ungerecht, das darf so nicht sein oder ich kann das nicht leisten oder das sollte niemand leisten müssen, dann in diese Strukturen reingeraten. Und das fand ich an der Hochschulpolitik immer sehr faszinierend. Fay Uhlmann: Das kann ich auch nur bestätigen. Ich habe meinen Einstieg in die Hochschulpolitik tatsächlich damals gefunden, weil es war Corona-Zeit und eine Professorin wollte trotzdem in Präsenz schreiben. Das war 2020, Sommer 2020, also so richtig die absolute Hochphase. Fay Uhlmann: Und naja, ein Freund von mir, der damals im Fachschaftsrat von einer anderen Fakultät satt, hat so gesagt, okay, hier ist das, was du machen kannst, engagiere dich doch auch mal im Fachschaftsrat, geh doch mal zu deinem Fachschaftsrat und so bin ich da hängen geblieben. Fay Uhlmann: Und ich glaube, dass es einerseits irgendwie traurig ist, dass es nicht auch einfach so geht. Andererseits hat es was unglaublich Empowerndes, auch so für Dinge zu kämpfen. Und ich sage auch immer, ich glaube, die Erfahrungen, die ich aus der studentischen Selbstverwaltung, aus diesen ganzen Hochschulgremien irgendwie mitgenommen habe, ist so viel mehr wert als mein Studium selbst. Ich habe da so viel mehr Konkretes gelernt, so viel mehr gemacht, auch irgendwie in der Praxis, so viel mehr umgesetzt und auch so ein, das klingt jetzt traurig, aber ich hatte mehr ein Erfolgsgefühl, wenn irgendwas in der Hochschulpolitik gelungen ist, wenn wir irgendeinen Antrag im Senat durchbekommen haben, als am Ende meines Studiums. Das war irgendwie antiklimaktisch, als ich dann diese Urkunde an der Hand hielt und mir so gedacht habe, okay, ja, jetzt hier, Bachelor, Medieninformatik. Ich sage immer, ich habe so viel mehr Erfahrungen gemacht, indem ich mich engagiert habe und ich würde allen Personen, die es sich irgendwie leisten können, das ist auch wieder traurig, dass ich das sagen muss, man muss es leisten können, aber es ist leider so, Also würde ich empfehlen, das zu tun und sich auch für die eigenen Belange einzusetzen, weil das was unglaublich Bestärkendes hat und auch richtig viel Spaß macht. bommel: Ja, also was mir dabei auch nochmal eingefallen ist gerade ist, um das auch nochmal so zu diesem Thema Ableismus und Behindertenfeindlichkeit zurückzuspielen auch nochmal. bommel: Es ist ja, wenn man sich das gesamte Bildungssystem anguckt, auch einfach überhaupt gar kein Wunder, warum es überhaupt so wenig behinderte Menschen an Hochschulen gibt. Einfach weil wir sehr weit weg von einem inklusiven Bildungssystem sind und Behinderung einfach immer sehr stark mit Sonderbeschulung und Separation in irgendeiner Art und Weise immer noch behandelt wird. Und das zeigt sich da halt auch. Und deswegen ist es auch einfach, also es gibt vielleicht auch Leute, die sich überhaupt fragen, warum reden die so viel über Hochschulpolitik? Aber das ist halt auch ein Ort, wo man Allies tatsächlich wirklich braucht, weil das einfach sonst so stark untergeht. Und ich war damals auch die einzige Person, weil ich hatte, ich meine gut, ich war ja damals schon Autistin, ich wusste es nur nicht und habe sehr stark immer mit wiederkehrenden depressiven Phasen irgendwie gekämpft. Und ich war die einzige Person, die sich zumindest in erster Instanz so stark an diesem qualifizierten Attest gestört hat und hätte ich da aber nicht die Unterstützung dann von Leuten bekommen um mich herum, also alleine hätte ich das ja auch nicht erkämpfen können. bommel: Dann wäre das halt auch überhaupt nicht so weit gekommen, dass sie das dann wieder zurückgenommen hätten und ich wäre davon sehr direkt betroffen gewesen. bommel: Ich glaube einfach, dass wir auch viel mehr dahin kommen müssen, dass die Belange von behinderten, chronisch kranken, neurodivergenten Menschen grundsätzlich einfach eine größere Rolle spielen müssen, völlig unabhängig davon, ob den Leuten bewusst sind, ist dass Betroffene im Raum sind oder nicht. kc: Ja, das geht halt nur über direkte Partizipation und damit meine ich explizit eben nicht Konsultation in ganz klarer Abgrenzung dazu, weil wir können auch so oft Leute fragen und sie irgendwie so tun lassen, als würden sie beraten und am Ende halt trotzdem entscheiden, sondern wir müssen halt Leute an den Tisch holen, um Sachen mitentscheiden und mitgestalten zu können. Ja, ich glaube, sorry, ich glaube, mein Start in die Studierendenschaft war sehr ähnlich wie Fays. kc: Ich habe auch in der Pandemie angefangen zu studieren und ich dachte mir, cool, jetzt fängst du an zu studieren und jetzt sind die zwangsweise alles online. Online kannst du gut, weil es ist ja tendenziell meistens irgendwie barrierefrei. Ja, Pustekuchen war nicht so. Und das war dann auch der Moment, wo ich meine Seminargruppenleiterin im ersten Semester aus einem älteren Semester da mal dazu gefragt habe, ob sie irgendwie was weiß, ob sie irgendwie was empfehlen kann, ob sie mir irgendwie helfen kann. Weil dafür waren die an unserer Informatikfakultät eben genau da. Und die sagte so, ja, nee, das ist jetzt ein bisschen doof, aber komm doch mal in den Fachschaftsrat. kc: Und so bin ich dann da hingekommen und da hängen geblieben und war dann da auch immer bei den Sitzungen. Und was ich super seltsam fand... Das war für mich der einzige Ort, wo während der Pandemie überhaupt irgendeine Form von Gemeinschaft existiert hat, die ich zumindest so wahrnehmen konnte, wo ich die Möglichkeit hatte, daran teilzuhaben. Und dementsprechend ist es, glaube ich, auch so gewesen, dass es für mich eben der Ort gewesen ist, an dem ich an der Uni war, weil ich da diese Gemeinschaft, diesen Allyship hatte, den ich in so normalen Übungsgruppen oder so nie gefunden habe. Fay Uhlmann: Ich glaube, es ist halt, also ich habe sehr viel zu Queerness irgendwie gemacht und sehr viel zu Toiletten irgendwann. Mein Problem, kann ich gleich noch irgendwie als Anekdote erzählen. Ich glaube, das braucht eine Erklärung, aber ich glaube, ich hatte es auch irgendwann mal so ein bisschen satt, immer nur mit meinen Themen, in Anführungsstrichen, dann konfrontiert zu werden, weil da gab es immer, eigentlich ist alles, was irgendwie ansatzweise queer war mir zugeschoben worden. Und das ist irgendwie ganz nett, also in dem Sinne von, hier, guck mal, wir haben jetzt das, willst du da nochmal drüber schauen, das wäre nett gewesen, aber es war halt immer, hier ist Arbeit, irgendwie zu queerness. Das Letzte, was mir da im Kopf geblieben ist, war irgendwie Semesterticket, das sich in irgendeinem Land, in irgendeiner Stadt. Fay Uhlmann: Die das Verkehrsunternehmen geweigert hat, bei Personen mit einer Namens- und Personenstandsänderung an der Universität auch das Semesterticket zu ändern. Und naja, dann konnte die Person halt nicht mehr fahren. Irgendwas, sowas war das. Und das habe ich dann halt einfach vorgeworfen. Also ich habe die E-Mail weitergeleitet bekommen, obwohl es eigentlich gar nicht mein Themenbereich war damals, die Mobilität. Und habe mir dann auch gedacht, okay, klar kann ich mich jetzt hier drum kümmern, aber irgendwie nervt es mich, dass du mir noch nicht mal einen Vorschlag gemacht hast, wie wir jetzt damit umgehen können und dann gesagt hast, hey, hey, funktioniert das so? Sondern ich habe es halt immer hingeklatscht bekommen und ich hätte mich an der Stelle viel lieber mit irgendeinem anderen Thema auseinandergesetzt, was mich damals auch interessiert hat. Fay Uhlmann: Also ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass Betroffene immer mit dabei sind und auch mitreden können und dass wir auch irgendwie enabled werden, Entscheidungen mitzutreffen, das ist ein richtig wichtiger Punkt. Aber ich glaube, es ist auch wichtig, dass Betroffene auch mal andere Arbeit machen können und irgendwie andere Themen bekommen können und dass es dann nicht nur immer das eine ist. kc: Ja, das habe ich bei dir irgendwie ganz besonders so wahrgenommen, dass dir wirklich immer dieses eine Thema zugeschrieben wurde. Also du warst quasi da für Queerness und für Wir reden mit der Hochschulpolitik und ich war währenddessen dabei, dafür da, wie organisieren wir das intern, wer von uns kann das machen? Fay Uhlmann: Ja, das ist... Es ist ein komplexes Thema und ich glaube natürlich, ich habe mich auch sehr in diese Rolle irgendwie selber gedrückt, aber manchmal habe ich mich auch von anderen in diese Rolle gedrückt gefühlt. Fay Uhlmann: Letztendlich war es dann für mich irgendwann auch okay, das zu übernehmen, weil es halt meine Expertise war, aber natürlich hängt dann immer noch diese Betroffenheit mit daran. Und ich erinnere mich an einige Situationen, wo ich irgendwie versucht habe, diese Betroffenheit zu weaponisen, sozusagen. Die Toiletten waren eine Situation davon. Tatsächlich, vielleicht spiele ich das mit den Toiletten erstmal durch, ich erkläre. Es ist ja schön, wenn ich auf eine Toilette gehen kann als nicht-binäre Person, ohne auf eine binäre Toilette zu gehen. Funktioniert halt schlecht, wenn die Toilettenräume in öffentlichen Gebäuden alle irgendwie binär gegendert sind. Deshalb habe ich mich irgendwann mal sehr oft beschwert und das ist dann so lange gelaufen, dass ich irgendwann mal auf der Ebene vom Senat war. Und wir haben dann eine Beschlussvorlage geschrieben, dass in jedem Gebäude von der Universität eine geschlechtsneutrale Sanitäranlage sein muss. Also tatsächlich auch duschen, haben wir bewusst so formuliert. Und das ist irgendwie einstimmig durchgegangen, auch weil ich mich dann da hingestellt habe und das präsentiert habe und gesagt habe, ja, das ist jetzt konkret mein Alltagsleiden. Also ich habe irgendwie diese Betroffenheit genommen, um den ganzen Senat irgendwie damit so ein bisschen zu schocken. Damals war ich selber noch nicht im Senat, sondern war als Gäst*in da. Fay Uhlmann: Und das hat funktioniert. Das ist dann irgendwie einstimmig durchgekommen. weil, Auch unter Umständen die Leute, nachdem ich gerade gesagt habe, Fay Uhlmann: ja, so und so ist das schlimm und das und das. Damals gab es auch noch Drama um die Toiletten, weil der Stura hatte was beschlossen und dann ist das irgendwie auch in der Bild-Zeitung explodiert. Das ist auch ganz lustig gewesen. Und das sind die Hasskommentare, die es dazu gab und dann haben wir im Senat diesen einstimmigen Beschluss geschafft und ich glaube, das war unter Umständen auch dadurch, dass ich diese Betroffenheit irgendwie militarisiert habe und teilweise aber auch wirklich als Expert*in von diesen Situationen aufgetreten bin, was einerseits dann, umso öfter ich das gemacht habe, habe ich gemerkt, okay, das ist auch irgendwie erschöpfend, aber es funktioniert auch irgendwie. kc: Ja, das ist auch wieder so ein Argument, das ich immer wieder irgendwie bringe in meiner Accessibility-Arbeit, was jetzt natürlich was völlig anderes ist, aber ich mag das an dieser Stelle trotzdem mal erzählen. Da sind immer richtig viele Leute, die sagen, ja, aber du weißt ja jetzt nicht, wer hier wirklich eine Behinderung hat. Es sind ganz viele, die nicht sagen, dass sie eine Behinderung haben in dieser Arbeit, weil sie irgendwie Repressionen oder Anfeindungen befürchten. Und ich finde das an der Stelle immer ein bisschen ein Quatsch-Argument, wenn man sagt, ja, es sind Betroffene im Raum, wenn sich die Betroffenen aber selbst aus welchen Gründen auch immer nicht aussprechen können, nicht als Betroffen outen können, wenn es da irgendwie was anderes gibt. Aber dann bist du natürlich in der Position, wo du diese Behinderung auf diese Art und Weise weaponisen kannst, wie du es eben da gemacht hast. Und das gibt dir dann zusätzliche Autorität zu einem Thema. Und deswegen ist es für mich auch immer super wichtig, das zu erwähnen, wenn das an irgendeiner Stelle irgendwo relevant ist. Aber häufig ist deine Queerness oder meine Behinderung überhaupt nicht relevant für das, was wir tun. Fay Uhlmann: Ja, ich glaube, es ist auch immer eine Sache, die man sich irgendwie in gewissen Räumen leisten können muss. Also ich frage mich, ich gehe mittlerweile auch ein bisschen differenzierter damit rum, in welchen Räumen ich jetzt irgendwie sage, hier, ich bin neurodivergent und in welchen nicht. Das liegt aber auch daran, dass ich gerade auf der Arbeitssuche bin und mir tatsächlich Angst mache, hey, wenn ich jetzt irgendwie öffentlich sehr laut, so wie ich das früher gemacht habe, drüber rede, in dem Fall war es halt queer, aber wenn ich jetzt öffentlich irgendwie sage, hier, das und das klemmt hier für neurodivergente Menschen, das merke ich gerade in meinem Alltag, mache ich mir tatsächlich sehr viele Sorgen, dass ich irgendwie daraus hingehend keinen Job bekomme, weil dem ADHS und dem Autismus dann dieses Label, okay, ja, funktioniert nicht, auf der Arbeit aufgedrückt wird. Also das ist immer extrem schwierig und macht einen auch irgendwie extrem verwundbar, auch wenn es so extrem effektiv sein kann. Fay Uhlmann: Ich finde mich da sehr oft aktuell in so einem Zwiespalt. kc: Ja, also gerade wie wenn du jetzt in einem Bereich eigentlich arbeiten wollen würdest, der sich mit DEI-Themen befasst, Aber weil da halt die Situation so ist, wie sie ist, dass es halt sehr wenige Jobs gibt und Sachen einfach chronisch unterfinanziert sind, dass man dann da eher auf was anderes ausweichen muss, wo es dann halt wirklich keine Rolle spielt und dieser Spagat ist super schwierig. bommel: Was ich da tatsächlich aber auch irgendwie, also vielleicht um da nochmal eine andere Perspektive reinzubringen, weil ihr sprecht davon, dass ihr das so weaponized, auf der anderen Seite ist es ja aber auch einfach letztlich eine Frage von Leidensdruck. Also klar, ihr nutzt es dann quasi in dieser Art und Weise, aber ihr nutzt es ja auch nur letztlich, weil ihr im Zweifel merkt, dass ihr anders euch überhaupt gar kein Gehör verschaffen könnt. Und das ist natürlich eigentlich auch ein total absurder Umstand, dass quasi für Betroffene der Leidensdruck wie regelmäßig so erhöht wird, dass man, was für einen Bereich auch immer, zu einem Outing gezwungen ist, um zu sagen, das ist aber wichtig, weil ich bin hier. bommel: Und das ist auch genau das, was ich halt meinte, wir brauchen halt einfach Menschen, die mit für diese Dinge kämpfen und streiten, egal, allen klar ist, dass Menschen im Raum sind oder nicht. Und ich glaube, das ist auch so ein Punkt, der überhaupt nichts spezifisch irgendeiner Art und Weise mit Hochschulpolitik zu tun hat. Weil das ist eigentlich total egal, ob sich Leute irgendwie im Betriebsrat engagieren oder in Gewerkschaften oder, keine Ahnung, in der Kaffeeküche versuchen, da mehr Verständnis für Themen in irgendeiner Art und Weise zu erlangen oder für mehr Verständnis zu sorgen. Das ist was, was halt alle mitnehmen können. Fay Uhlmann: Und letztendlich bringt es ja auch allen irgendwie was. Meistens bringt es so eine gewisse Achtsamkeit und auch so, wenn man jetzt versucht, einen Raum irgendwie für eine bestimmte Menschengruppe zugänglicher zu machen. Okay, jetzt komme ich mit meiner Bachelorarbeit. Ich habe meine Bachelorarbeit über die Adaption von assistiven Technologien für autistische Menschen am Arbeitsplatz geschrieben und habe da aber auch irgendwie immer mal mit FreundInnen drüber geredet und die meinten so, naja, aber diese assistive Technologie fände ich ja auch richtig hilfreich, fände ich richtig nützlich. Also meistens ist es eh nur ein Mehrgewinn, wenn wir irgendwie gemeinsam dafür Fay Uhlmann: kämpfen, dass Räume inklusiver werden. Nicht nur für die Menschen, die dann zusätzlich in diese Räume gehen können und ihre Interessen, ihre Ideen, ihre Perspektiven einbringen können, was richtig viel wert ist, sondern auch, weil es mehr Optionen gibt für die Menschen, die eh schon in diesem Raum sind und weil das so vielleicht besser funktionieren kann. Es ist ein sehr, also ich wünschte manchmal, es wäre ein Argument genug schon zu sagen, hey, wir müssen einfach dafür sorgen, dass alle Menschen irgendwie teilhaben können. Mhm. Fay Uhlmann: Aber manchmal muss man noch dazu sagen, ja, das hilft anderen Menschen auch irgendwie, um das hinzukriegen, was auch richtig, richtig, das finde ich richtig nervig. Ja, das ist so ekelig. In meiner Bachelorarbeit, es gibt zu diesem Thema assistive Technologien für autistische Menschen immer diese Argumentation von, autistische Menschen sind richtig tolle Arbeitskräfte und können richtig produktiv sein und richtig super. Aber ich habe absichtlich versucht, das zu avoiden, dieses Argument irgendwie mitzubringen und einfach nur zu argumentieren, hey, es gibt eine Gruppe, die hat eine extrem hohe Arbeitslosigkeit. Es wäre schön, wenn die auch arbeiten können, weil Arbeit sinnstiftend sein kann und gut für Menschen ist. Fay Uhlmann: Anstatt zu sagen, hey, das ist gut für den Arbeitsmarkt, weil das ist immer so eine verschrobene Logik. Fay Uhlmann: Nee, aber ich stimme da ganz stark zu bommel, wir brauchen wirklich Allies, die sich einsetzen egal, ob da jetzt eine betroffene Person im Raum ist oder nicht und irgendwie Gehör verschaffen, damit mehr Leute in den Räumen sein können, damit mehr Perspektiven irgendwie da sind weil ich auch immer gemerkt habe, als ich dann im Senat saß und irgendwie meine Perspektive eingebracht habe, ich habe immer wieder reflektiert und gemerkt, okay, ich bekomme jetzt BAföG, und deshalb kann ich irgendwie hier sitzen, weil mein Studium ist irgendwie finanziert, ich komme da durch, deshalb funktioniert das, aber es gibt Leute, die irgendwie, erstmal gar nicht studieren können, weil das Geld nicht reicht, die aber gerne studieren wöllten, es gibt Leute, die aufgrund von Diskriminierungen, die in solchen Räumen stattfinden, nicht in solchen Räumen sein wollen, und die Perspektiven fehlen dann. bommel: Ja. kc: Und wie glaubst du, Fay, sieht das aktuell aus in der Hochschulpolitik so verglichen mit allen anderen Politikfeldern? Gibt es da Leute? Fay Uhlmann: Es ist sehr schwierig zu sagen. Also ich glaube, das, was ich irgendwie persönlich erlebt habe, ist ja irgendwie auch noch ein Ausschnitt. Ich glaube schon, dass es funktioniert. Ich glaube auch, dass vor allem Studierende sehr aware sein können, was das angeht. Aber es kommt halt immer von Standort zu Standort an, von Organisation zu Organisation, weil die Hierarchien unglaublich unterschiedlich sind. Ich glaube, die Hochschule ist wahrscheinlich noch relativ progressiv und gibt sich da auch Mühe. Also wenn ich jetzt von der TU Dresden rede, klar gehen da Dinge besser, um einiges. Aber ich habe in dem Verlauf der Jahre immer eine Willigkeit erlebt, das zu ändern. Fay Uhlmann: Die war nicht immer so schnell, wie ich sie mir gewünscht habe und ich war auch sehr oft immer noch frustriert und habe mir immer gewünscht, da geht doch mehr, da kriegen wir doch irgendwie mehr hin. Aber ich habe mir auch immer so gedacht, na gut, als ich da in der Bundesstudierendenvertretung war, habe ich ganz andere Dinge gesehen von Hochschulen, wo es wirklich ganz anders funktioniert hat, wo eine Anerkennung von einem Ergänzungsausweis vom DGTI für trans Personen ein absolutes Problem war, gegen das sich die Hochschule komplett gestellt hat, wo von der Namens- und Personenstandsänderung überhaupt nichts zu sprechen war. Also ich glaube, das funktioniert ganz gut das ist aber wie alle Gesellschaftsfelder ausbaufähig und man muss ja auch noch sagen, bei den Hochschulen gibt es gerade massive Kürzungen, im Bildungsbereich gibt es gerade massive Kürzungen und das wirkt sich natürlich auch darauf aus, wo die Hochschule irgendwie ihr Geld hinlegt und da wird auch bei den Diversitätsmaßnahmen bei den Gleichstellungsmaßnahmen massiv gekürzt, es ist trotzdem, glaube ich, noch einer der Orte, wo man, naja, am besten dafür kämpfen kann, weil die Offenheit da ist für neue Ideen und das irgendwie funktioniert, wo ich jetzt im gesamtgesellschaftlichen irgendwie eher einen Verschluss gegenüber dem Thema erlebe, was ich auch echt krass finde. Fay Uhlmann: Jetzt schreit meine Katze wieder im Hintergrund hier. kc: Wir sollten häufiger Tiere zu Besuch haben im Podcast. bommel: Ich finde auch. Das ist einfach das Kriterium für die nächsten Gäst*innen, in die wir einladen. Erste Frage ist, hast du ein Haustier? Wenn ja, möchtest du in unserem Podcast? Stimmt. kc: Ah, das ist so schön. Fay Uhlmann: Nee, meine Katze ist mittlerweile sehr alt und senil und schreit irgendwie öfters. Vor allem, wenn sie Aufmerksamkeit will. Es ist sehr putzig, aber es raubt mir auch manchmal den Schlaf. kc: Aber ist Kuscheln noch gut? Fay Uhlmann: Sie liebt kuscheln, die ist kuscheliger als je zuvor. kc: Das ist sehr schön. Apropos kuschelig, du hast an der TU Dresden auch als Queer Peer-Counseling-Person gearbeitet. Was macht man denn in so einer Rolle? Fay Uhlmann: Das Witzige ist, dass ich die Stelle, das war eine Sache, die ist schon vor meiner Zeit irgendwie gefordert worden und dann habe ich irgendwann auch nochmal gesagt, hey, das wäre doch eine gute Idee und dann kam eine Person zu mir und hat gesagt, hey, Du, ich habe die Finanzierung gekriegt, wirst du das machen? Das bedeutet, ich habe das irgendwann mal übernommen und auch so ein bisschen aufgebaut und letztendlich ging es da vor allem darum, irgendwie eine Ansprechperson zu sein, die bei Anliegen rund um Queerness an der Hochschule, auch ganz unabhängig, aus welchem Bereich, also bei mir konnten sich alle Menschen melden und das war mir auch sehr wichtig von der Hochschule, da zu beraten und irgendwie zu begleiten. Bei mir ist das dann sehr schnell, ich bin so eine Person, die sehr in diesen strukturell Dinge ändern Modus einkommt und ich habe dann halt sehr schnell auch versucht, diese Rolle strukturell auszugestalten, wo ich mir mittlerweile aber irgendwie auch so denke, okay, ich hätte vielleicht mehr Werbung machen können für diese Stelle, damit die bekannter ist, damit sich mehr Leute irgendwie davon bewusst werden und sich an die Stelle hätten wenden können. Fay Uhlmann: Genau, also prinzipiell, ich habe Hochschulangehörige beraten, ich habe teilweise so ein bisschen Workshops gemacht tatsächlich zu Queerness, Dinge erklärt, ganz grundständig. Das hat auch richtig viel Spaß gemacht tatsächlich, es war eine richtig coole Arbeit. Aber ich habe auch so ein bisschen überlegt, okay, wie kann Queerness besser ein Durchschnittsthema sein? Wir haben das irgendwann tatsächlich sogar ins Gleichstellungskonzept gekriegt. Im Gleichstellungskonzept 2025 der TU Dresden wird Neurodivergenz und Queerness erwähnt. Fay Uhlmann: Und darauf war ich auch ein bisschen stolz. Man muss natürlich sagen, okay, das steht im Präambel, die Maßnahmen, die queere Peerberatung ist verstetigt worden, das war eine Maßnahme in die Richtung und es gab, glaube ich, noch so ein, zwei andere, die waren ein bisschen mager, aber das liegt auch da dran an dem Gesetzesrahmen, aber es steht im Präambel drin und das Bewusstsein ist, glaube ich, auch bei allen Beteiligten angekommen über diese Themenfelder Queerness und Neurodivergenz. Fay Uhlmann: Genau und ich war da halt auch als queere Peerberatung, habe ich da einmal bei so einem Workshop zum Gleichstellungskonzept so ein bisschen Input gegeben, was ist denn für queere Menschen irgendwie wichtig an der Universität, was sind so Hauptanliegen, die ich in der queeren Peerberatung betreue. Das war tatsächlich so Namens- und Personenstandsänderungen, Misgenderings in Lehrveranstaltungen, Lehrmaterial, was sehr binär war, was sehr heteronormativ war. Solche Sachen sind da bei mir angekommen. Und dann habe ich irgendwie versucht, mit den Verantwortlichen auch darüber zu reden. Genau, das war eine Arbeit, die ich echt gerne gemacht habe. Und vielleicht hätte ich ein bisschen mehr beraten müssen. Das Strategische hat mich dann meistens manchmal ein bisschen abgelenkt. kc: Wie politisch war diese Rolle? Weil ich habe im Rahmen des Fachschaftsrats in verschiedenen Gremien auch gesessen, also so Prüfungsausschuss und so, was halt dann auch irgendwie öffentlich bekannt war, wo irgendwie mein Name zu dieser Position dann dazu stand, so ja, Casey macht das und du kannst dich irgendwie bei Casey melden und Casey kann dich beraten, I don't know ich weiß jetzt nicht mehr genau, wie das alles war und was ich alles gemacht habe, weil es halt einfach so viel war. Fay Uhlmann: Es stand überall deine E-Mail-Adresse und meine auch von FSR. kc: Ja. Du bist in diese Rolle aber wahrscheinlich auch nur wegen deinem sonstigen Engagement überhaupt erst mal angesprochen worden, ob du das machen wollen würdest, oder? Fay Uhlmann: Naja, ich habe tatsächlich Beschwerden geführt gegen die Universität intern bei der Beschwerdestelle der Universität. Und da war halt eine Sache so, hey, es wäre cool, wenn wir irgendwie eine spezifische Beratung hätten. Und dann bin ich da reingerutscht. Und die Frage, wie politisch das war, Ich frage mich immer, was ist unpolitisch überhaupt an unserem Handeln? Also wenn ich in so einer Rolle irgendwie bin, dann handle ich immer irgendwie politisch in Anführungsstrichen. Jetzt höchstwahrscheinlich nicht im klassischen Sinne, aber ich hatte eine Meinung und die habe ich umgesetzt und ich habe mich sehr für queere Menschen eingesetzt Fay Uhlmann: in dem Sinne. Aber das war tatsächlich einfach nur ein SHK-Vertrag. Das war eine Hilfskraft. Und irgendwann ist das Geld ausgelaufen. Und dann habe ich es ehrenamtlich gemacht. kc: Aber dadurch, dass es jetzt verstetigt ist, heißt das, das sind wieder Mittel da? Fay Uhlmann: Rein theoretisch stehen die Mittel im Gleichstellungskonzept. Aber ich glaube, es gibt noch keine neue queere Peer-Beratung. kc: Okay. Fay Uhlmann: Denkst du, das wird sich noch tun? Ich habe mir tatsächlich fest vorgenommen, weil ich noch einen Abschlussbericht schreiben will. Da mal eine Person anzuhauen an der Universität und zu fragen, was da gerade der aktuelle Stand ist. Das ist halt die Frage, findet sich eine Person dafür, die das irgendwie übernimmt? Weil das ist dann auch immer so die Schwierigkeit, ne? kc: Ja. Was sind denn die Qualifikationen für so einen Job? Fay Uhlmann: Die Qualifikationen? Also ich habe vorher eine Beratungsschulung gemacht tatsächlich. Das war über zwei Tage weg und ich glaube, ich hätte es gerne auch noch ein bisschen länger gemacht. Es gibt tatsächlich auch Ausbildungen zu Peer-Counselor*inteilweise Wochenendseminare, aber es gibt auch tatsächlich ganze Blöcke, wo man irgendwie fünf Wochenenden damit verbringt. Ich glaube, das ist ganz unterschiedlich. Ich habe damals eine Schulung gekriegt und ich war queer und, Das hat mich in dem Fall qualifiziert. kc: Ja, also ich finde solche Ressourcen halt immer super spannend und super wichtig, weil ich glaube, die wichtigste Person an der Universität für mich war eine blinde Peer-Counselorin, die mir unglaublich viel auch erklärt hat, wie Sachen funktionieren und die mir überhaupt erstmal gesagt hat, ja, es ist okay, dass du dich von dem Allen irgendwie komplett überfordert fühlst. Ich kenne das selber, weil ich bin da selber durch. Von daher finde ich solche Stellen immer gut. Wie sieht es denn so bundesweit aus? Gibt es solche Peer-Beratungsstellen in vielen Unis? Fay Uhlmann: Das ist absolut unterschiedlich das ist glaube ich auch das was ich gelernt habe aus diesem einen Jahr Bundesvertretung es sieht überall total anders aus und man kann alles nicht so sehr verpauschalisieren, es ist auf jeden Fall bei sehr vielen Studierendenschaften ein Bewusstsein dafür da, dass solche, Peer-Counseling-Stellen irgendwie sehr wichtig sind und sehr, Wirksam auch. Also vor allem, weil sich daraus, es ist jetzt wieder dieser strategische Blick, aber daraus erschließen sich natürlich auch irgendwie Handlungsmöglichkeiten. Also wenn bei dem Peer-Counseling-Service dann irgendwie 10.000 Mal gesagt wird, das ist das Problem, dann kann die Person, die dieses Peer-Counseling macht, das an Stellen in der Universität weiterleiten und dann besteht tatsächlich ein Druck, dass man daraus was ändert und vielleicht sogar auch konkrete Ideen von Betroffenen. Hey, das würde ich irgendwie gerne anders haben und so könnte das funktionieren. Also ich glaube, das Bewusstsein dafür ist da. Die Finanzierung ist höchstwahrscheinlich immer schlecht. Fay Uhlmann: Genau. Und auf Bundesebene, so zentralisiert vom FZS, gibt es da jetzt auch nicht direkt eine Ansprechperson, sondern es gibt das Antidiskriminierungsteam vom FZS. Das ist jetzt aber auch nicht sonderlich Peer-Counseling, sondern eher höchstwahrscheinlich eine Ressource, an die man sich irgendwie wenden kann, wenn man an der Universität irgendwie in der Studierendenschaft Probleme hat mit Diskriminierung oder auch irgendwie schauen will, wie kann ich ein Awareness-Konzept machen in meiner studentischen Selbstverwaltung und wie kann das irgendwie funktionieren. Ist definitiv ausbaufähig, würde ich tatsächlich sagen. Und vielleicht noch, um eine Sache zu sagen, ich habe tatsächlich gehört, dass diese Peer-Counselorin, die du gerade angesprochen hast, Fay Uhlmann: durch den Buschfunk, habe ich das gehört, nominiert worden ist für eine Ehrennadel. Und ich drücke gerade ganz sehr die Daumen, dass das tatsächlich funktioniert. Weil ganz viele andere Menschen genau das sagen, was du auch gesagt hast, dass die Person da wirklich richtig gute Arbeit macht und, die hätte es wirklich verdient. kc: Ja, immer diese Einzelpersonen, an denen alles hängt, aber das hatten wir vorhin auch schon mal. Es ist irgendwie ein richtig kompliziertes, schwieriges Thema. Was ich aber auch spannend finde, ist, dass ganz, ganz viele Leute, die in der Studierendenschaft aktiv sind, später irgendwie in einer Gewerkschaft landen oder zumindest diese Arbeit dann in Betriebsräten und so weiter fortsetzen. bommel: Ja gut, aber wenn du halt einmal siehst, wie wichtig das ist und das ohne Selbstverwaltung letztlich, also das, was du halt in der Selbstverwaltung, in der Uni lernst, ist, wenn du es nicht machst, macht es keiner. Und das ist halt sowas, was du daraus halt so extrem mitnimmst. Und dann, das ist das eigentlich ja nur so die logische Konsequenz, weil während alle anderen in Unternehmen immer rumsitzen und quatschen und sagen, ja man müsste mal, man müsste mal, weißt du halt so, ja macht halt keiner, also mach ich das halt. Und dann landest du halt im Betriebsrat, in Gewerkschaften, in whatever. Also es wundert mich wirklich gar nicht. kc: Ja, also mich würde schon stark interessieren, wie da so der Überhang ist. Also keine Ahnung, in meiner Familie kommt es beispielsweise irgendwie so super häufig vor, dass irgendwie gerade der sehr, sehr konservative, vielleicht schon rechtsextreme Teil meiner Familie ist. Dann mal so Dinge sagt, ja, wie, ja, die ganzen Grünen, die haben ja alle überhaupt keinen Abschluss, die haben nie gearbeitet, aber die sehen dann alle irgendwie nicht, dass diese Leute eben in diesen Selbstverwaltungsstrukturen über Jahre hinweg aktiv waren, jetzt vielleicht nicht unbedingt in der Hochschulpolitik, sondern dann vielleicht in Parteien und so. Das ist ja alles letztendlich genau das Gleiche, oder? Fay Uhlmann: Ja, schon. Also ich glaube aber tatsächlich, es gibt ja auch zwischen dem studentischen und Gewerkschaften zum Beispiel, das Beispiel hast du gerade gebracht, da gibt es ja auch sehr einen Arbeitskampf, weil studentische Beschäftigung meistens irgendwie echt prekär ist, enorm befristet und da gibt es eine Überschneidung. Und ich kenne tatsächlich eine Person, mit der war ich in der Selbstverwaltung, die ist jetzt Gewerkschaftssekretärin. Ja, also den Überhang gibt es und wie Bommel gesagt hat, das ist irgendwie logisch, weil es da teilweise ja auch schon im Studium, wenn man in diesen Gremien drin sitzt, Überschneidungen gibt. Eine Sache, über die wir gerade noch nicht so richtig geredet haben, vielleicht auch weil das bei uns beiden Casey nicht so richtig eine Rolle gespielt hat an der Uni, ist es, die studentische Selbstverwaltung kann auch sehr parteipolitisch sein, das ist meistens aber eher Im Westen von Deutschland so tatsächlich, weil da die Asten und also dieses Asta- und Stupa-System mehr prävalent ist und es da sehr politische Listen gibt und da gibt es auch einen Überhang zwischen Parteipolitik und Bommel, du bringst mich jetzt zurück. Tatsächlich ist Hamburg sehr besonders, was das angeht. Weil ihr habt in Hamburg eine Hochschulsekte tatsächlich. bommel: Ich weiß. Fay Uhlmann: Das Bündnis für Aufbruch und Emanzipation. Genau. Und über die beschwert sich selbst noch Gregor Gysi. Muss man einfach mal. Das ist wirklich so. bommel: Es gibt auch, ich muss dazu nochmal sagen, weil du gerade den Begriff der Sekte verwendet hast. Das ist kein Scheiß. Das ist kein Scheiß. Es gibt das Manifest Der Gleichen. Kann man googeln, kann man vielleicht auch verlinken. Nein, weil Betroffene, die diesem System quasi irgendwie entkommen sind, möchte ich gar nicht sagen. Aber wir reden wirklich über Dinge wie, außerhalb des Bündnisses wird das nicht gerne gesehen, wenn du Beziehungen zu anderen Menschen hast. Über solche Dinge reden wir da. Wir reden über Dinge von, du musst dich da einkaufen und du fängst ganz unten in der Hierarchie an. Wir reden über Dinge wie Tribunale und so. Das ist kein Scheiß. Fay Uhlmann: Es ist kein Scheiß. Ich empfehle wirklich, das mal zu googeln. Da gibt es so viele Ressourcen. Ich habe das auch nur mitgekriegt, weil ich damals in der Bundesstudierendenschaft Hamburg betreut habe als Bundesland. bommel: I'm so sorry. Fay Uhlmann: Ich bin denen teilweise näher gekommen, als ich gewollt hätte. Ich habe die Leute gesehen. Und da gab es auch wirklich, als wir manchmal irgendwie in den Räumen vom AStA saßen und uns besprochen haben, hieß es auch wirklich so, okay, wir müssen jetzt mal kurz ein bisschen leiser sein, das BAE ist nebenan. Ja, ja. Fay Uhlmann: Es ist richtig crazy, was es teilweise in der Hochschulpolitik auch für Versenkungen gibt, tatsächlich. kc: Und was macht man dagegen? bommel: Da kannst du nichts gegen machen. Fay Uhlmann: Die sind tatsächlich, also, es ist eine Sekte, die sind tatsächlich so organisiert und üben so einen Druck aus, dass man einfach nur standhaft bleiben kann und aufpassen muss, dass man nicht übernommen wird. Das ist glaube ich einem AStA tatsächlich passiert in Hamburg, dass die untergraben worden sind, weil sich nicht genug Leute irgendwie zur Wahl aufgestellt haben und weil es nicht genug Informationen gab zum BAE, dass das BAE die übernommen hat, den AStA und die machen jetzt Stunk beim FZS teilweise. Und die Argumentation von denen ist vollkommen absurd. Man muss sie eigentlich irgendwie teilweise versuchen, auch die einfach zu ignorieren und nicht in Strukturen reinkommen zu lassen. Das ist das Wichtigste. bommel: Das ist uns für ein paar Jahre gelungen im Fachschaftsrat und dann entsprechend auch im Fakultätsrat und so. Aber das ist schon schwierig. Und das sind halt auch genau die Leute, von denen ich gesagt habe, die sitzen ja teilweise Anfang der 90er und studieren. Und die wissen ganz genau im Zweifel, die Zeit ist auf ihrer Seite. Also weil ich habe auch schon echt lange studiert, allein dadurch, dass ich Lehramt gemacht habe. Das ist ja sowieso Bachelor, Master. Und ich glaube, Bachelor habe ich, glaube ich, in Regelschulienzeit gemacht, aber Master habe ich ein bisschen länger gemacht. Also allein dadurch war ich ja relativ lang an der Uni. Aber das überleben die ja trotzdem doppelt und dreifach. Und dann warten die halt. Das ist ja egal. Fay Uhlmann: Ja, ich glaube, es ist sogar länger als die 90er, weil wie gesagt, Gregor Gysi hat sich schon mal über die beschwert und ich weiß nicht, wann der studiert hat. bommel: Und wir hatten da auch immer, von denen habe ich den Stempel rechts-grün bekommen. Die verstehen sich natürlich auch als Urlinks, aber es ist halt schwierig, weil wir haben schon über Dinge gestritten, wie wir wollten zum Beispiel, dass überhaupt sowas wie Fachschaftswahlen und so, dass das transparenter stattfindet. Dass Leute wissen, wann sie da wen und was wählen können und so weiter. Und die ganz klare Haltung, die uns da entgegenkam, war halt aber auch, wir möchten ja gar nicht, dass alle wählen. Wir wollen ja nur, dass nur die uns wählen. Also das sind dann halt auch so Sachen, wo man sich so, oder wenn es um die Verständlichkeit von, Beratungsangeboten, Arbeitsmaterialien und so weiter ging, war das halt oft auch eine sehr elitäre Geschichte, wo halt auch ganz klar gesagt worden ist, wir möchten ja gar nicht, dass das alle verstehen. Wir möchten nicht verstanden werden im Zweifel. Fay Uhlmann: Ich erinnere mich, an die letzte Mitgliederversammlung vom FZS, wo tatsächlich auch Leute von denen irgendwie da waren, Und ich habe mich richtig mit denen angelegt, weil die mich angekotzt haben und ich wollte Stunk. Und die Anträge von denen, die Anträge von denen sind halt wirklich auch so hochschweifend irgendwie geschrieben, dass die kaum verständlich sind, obwohl man beim FZS tatsächlich irgendwie versucht, darauf zu achten, dass die irgendwie verständlich sind, die Anträge. Und das habe ich dann auch mehrfach immer wieder bei den Anträgen kritisiert, um immer wieder so ein bisschen zu nerven. Die haben mich irgendwann mal ignoriert. Aber das ist wirklich... bommel: Das ist das Beste, was dir passieren kann. Fay Uhlmann: Es ist absolut crazy. Also an alle Leute von euch, die irgendwie in Hamburg studieren, wenn ihr irgendwann mal vom Bündnis für Aufbruch und Emanzipation hört, wirklich weg. bommel: Aufklärung und Emanzipation. Fay Uhlmann: Aufklärung, was? Aufklärung. Ja, ich glaube ja. Weg. bommel: Vielleicht haben sie sich auch umbenannt, weiß man nicht. Fay Uhlmann: Ganz fern. Die haben tatsächlich mal versucht, eine grüne Liste zu übernehmen oder so. Die haben versucht so ein bisschen zu sagen, ja, wir sind jetzt Campusgrüm, glaube ich. Und dabei war das das BAE. bommel: Es ist alles so merkwürdig. Und das macht mich auch wirklich wütend, weil ich meine, wir haben sehr viel darüber gesprochen jetzt. Und es ist, glaube ich, vielen, auch die mit Hochschule gar nicht so viel anfangen können, klar geworden, dass diese Gremien der Selbstverwaltung echt einfach bommel: ein wichtiger Hebel sind. Und es nervt mich, wenn solche Leute da sitzen und das im Wesentlichen Sachen blockieren. Weil natürlich ist halt auch nicht jeder Scheiß, den du da in deinem Alltag machst, irgendwie so die linke Weltrevolution. Aber es kann trotzdem den Alltag für Studierende halt verbessern. Und das gerät dabei so aus dem Blick, wenn du solche Grabenkämpfe irgendwie führen musst. Das ist einfach, das macht mich richtig wütend. Fay Uhlmann: Aber das ist ja auch noch so ein Problem von der studentischen Selbstverwaltung, wenn man da, also meistens nicht in der lokalen, das ist, Kommt auch wieder ganz drauf an, dass es da so Ideologiekämpfe gibt. Was ist jetzt das Richtige? Dass es sehr vertheoretisiert wird, was ich mich rumprügeln musste mit materiellem Feminismus. Und SexarbeiterInnenfeindlichkeit, Terfigkeit von vorne bis hinten. Und irgendwann konnte ich auch Adorno nicht mehr hören. Weil dann wirklich diese Lesekreise, es ist ein Rabbit Hole. Ich habe das Gefühl, es gibt diese unterschiedlichen, du kannst so einen ganzen Iceberg machen von Leveln der studentischen Selbstverwaltung und irgendwann bist du dann halt wirklich bei Adorno-Lesekreisen und materiellem Feminismus, wo es auch gar nicht mehr darum geht, irgendwie was tatsächlich zu bewegen und zu lösen, sondern es geht einfach nur noch darum, wer die Theorie besser kennt und wer am meisten Adorno gelesen hat. Und das ist so unproduktiv. Das führt zu gar nichts und bremst alles aus und gibt dann Leuten, die das irgendwie übernehmen wollen, auch die Möglichkeit, das relativ einfach zu übernehmen, weil man einfach ein bisschen spalterisch ist und dann fliegt das ganze Ding eh hoch. Es ist absolut crazy. kc: Was bedeutet, das fliegt hoch? Fay Uhlmann: Das fliegt hoch im Sinne von,es gibt diese Grabenkämpfe, es gibt diese Meinungskämpfe, es ist eigentlich irgendwie so wie in der Politik. Es schaukelt sich alles irgendwie hoch und dann bist du in einem Moment der Unfähigkeit, weil es nicht mehr darum geht... Jetzt irgendwas an der konkreten Situation zu ändern, sondern es geht einfach nur noch darum, wer Recht hat und wer nicht und dann verfängt man sich irgendwie da drin. Es geht dann auch irgendwie darum, dass eine Struktur sich zu sehr mit sich selbst befasst und wie sie aufgebaut ist, anstatt irgendwie zu versuchen. Fay Uhlmann: Naja, was zu tun, was zu ändern irgendwie im Sinne der Studierenden. Und es gibt dann tatsächlich auch noch solche Diskussionen, was ist jetzt gut für Studierende und was ist schlecht. Es gibt ja vor allem, wenn man dann wieder auf die parteipolitischen Positionen und auf die parteigeprägten Hochschulgruppen gibt, ich glaube, die Hochschulgruppe von der FDP hier in Dresden ist gegen eine Maßnahme, die sehr inklusiv ist, nämlich unbegrenzte Prüfungsversuche, weil die dann sagen, naja, dann bleiben ja alle eine halbe Ewigkeit irgendwie an der Uni, obwohl an Orten, wo damit experimentiert worden ist, tatsächlich eher, naja, die Benefits davon gezeigt worden sind. Also es gibt dann auch so richtig harte Meinungskämpfe, die in Ideologiekämpfe übergehen und das verlangsamt alles irgendwie. Und das ist das Schöne, glaube ich, an diesem Stura-System. Klar gibt es da auch diesen Clinch, aber das hält das alles kleiner. Da geht es noch sehr darum, irgendwie was für Studierende zu machen, wobei es diese politischen Grabenkämpfe in diesen Stupen, Stupen ist der Plural davon, in den Studierendenparlamenten viel mehr gibt, habe ich viel mehr beobachtet zumindest und das nervt mich. bommel: Also es ist ja zum Teil auch tatsächlich wichtig, da verschiedene Positionen auszukämpfen und so weiter. Und es geht ja gar nicht darum, dass alle dieselbe Meinung haben. Aber sehr viele verpassen einfach so diesen Punkt, wo es saumäßig unproduktiv wird. Und also, dass das Bildungssystem ungerecht ist zum Beispiel, it's a given. Da brauche ich nicht jedes Mal quasi im Urschleim drüber anfangen, so. Und dass auch so zum Beispiel Studienvergabesysteme, also Studienplatzvergabesysteme, wie das gemacht wird und so, dass es überhaupt über die Noten geht beispielsweise, dass das auch scheiße ist. Ja, da müssen wir uns ja nicht drüber unterhalten. Nichtsdestotrotz gibt es ja trotzdem real Dinge, die man jetzt aktiv für Studierende tun kann. Wenn dein Hauptfokus deiner Arbeit dabei ist, jede Woche ein Pamphlet darüber zu schreiben, wie unfair die Welt ist, was sie ist, und du zu nichts anderem mehr kommst, dann ist es halt irgendwann einfach so ein Punkt, der super schwierig ist. Gerade, und das haben wir ja gehört, wenn die Studierendenschaft einfach tatsächlich auch irgendwo darauf angewiesen ist, dass es eine funktionierende Selbstverwaltung gibt, die ihre Interessen gegenüber den anderen Parteien, also nicht Parteien im Sinne von politischen Parteien, aber der anderen Stakeholder an einer Universität zu vertreten einfach so. Fay Uhlmann: Ach Gott, jetzt hatte ich einen Gedanken und ich habe ihn wieder vergessen. Ich liebe mein ADHS. kc: Also zumindest habe ich habe ich eine Anekdote dazu, die vielleicht passen könnte in meiner Zeit im Fachschaftsrat. Im Fachschaftsrat habe ich ja vorhin schon gesagt, habe ich so Büroadministration gemacht, eben weil mir relativ früh aufgefallen ist, dass, Diese Gremien an der Hochschule sehr dazu neigen, sich sehr viel mit sich selbst zu beschäftigen und wie sie funktionieren, eben weil das für gerade Studierende das erste Mal ist, dass sie so mit dem politischen System in Berührung kommen, wo sie dann merken, ja, sie können sich jetzt hier einbringen und sie können irgendwie Meinungen kundtun und sie können irgendwie mitmachen. Und dann wird halt eben ganz schnell versucht, das System umzugestalten, das System zu ändern und irgendwie wirklich tiefgreifende Änderungen an beispielsweise einer Fachschaftsordnung oder sowas vorzunehmen. Und mir kam es öfter als keinmal in meiner Position so vor, als würde dieser Fachschaftsrat insgesamt gerade überhaupt nur funktionieren, weil ich im Hinterkopf hatte, wie die Sachen irgendwie rechtlich geregelt sind, was es für Ordnungen gibt. Und wo ich dann mal sagen konnte, hey Leute, stopp, stopp, stopp, das, was ihr wollt, das können wir gar nicht machen. Das ist überhaupt nicht unser Bier. Das sollte vielleicht eher in diesem und jenem Gremium mal angesprochen werden. Und jetzt können wir uns bitte auf unsere Arbeit konzentrieren. kc: Und solche Personen, die sowas machen können, die dazu überhaupt fähig sind, gibt es halt sehr, sehr selten, weil man sich dafür halt extrem viel Wissen aneignen muss. Wenn man sich in diese ganzen Strukturen irgendwie richtig tief einarbeiten muss, um das überhaupt erstmal nachvollziehen zu können, was da eigentlich wie passiert und wie das ineinander spielt. Fay Uhlmann: Und nicht nur in die Strukturen, sondern auch die Gesetzesbedingungen dafür. Und die sind ja auch nicht universell. Also wenn ich jetzt irgendwie im Bachelor in Sachsen studiere und dann meinen Master irgendwo anders mache, dann... Dann fange ich eigentlich nochmal von vorne an, gefühlt. Ich glaube auch, jetzt bin ich wieder bei dem Punkt, den ich vorhin machen wollte. Es ist eine extreme Einstiegshürde, wenn sich solche Gremien immer um sich selber drehen und vor allem auch diese Debatten sind für NeueinsteigerInnen richtig furchtbar. Es ist richtig schwierig für neue Menschen sich in die Gegebenheiten reinzufinden. Also du musst ja erstmal Leute irgendwie motivieren und das ist eines der größten Probleme der studentischen Selbstverwaltung. Du musst Leute motivieren, da einzusteigen, weil alles chronisch unterbesetzt ist. kc: Ich erinnere mich an deine Willkommensrede, Fay, wo du eine Folie über den FSR gezeigt hast, wo keine Ahnung wie viele Fachbegriffe drauf waren. Fay Uhlmann: Ja, ja, ja. Das GIF liegt, ich muss mal gucken, das GIF liegt bei mir noch irgendwo rum. Ich habe damals wirklich dafür ein GIF gemacht. Aber was ich sagen will, es ist extrem schwer, da reinzukommen und manchmal macht die studentische Selbstverwaltung sehr viel auch dafür, dass nicht genug neue Leute reinkommen, in denen diese Debatten unglaublich unzugänglich sind. Und da muss man manchmal sagen, okay, hey Leute lasst uns jetzt auf das Wesentliche konzentrieren, lasst uns vielleicht auch, das ist cooler im FSR und das macht der FSR glaube ich immer noch, wir haben, in der Legislatur immer so eine Einstiegssitzung gehabt, wo irgendwie, es gab Pizza damit haben wir die Leute angelockt, es gibt kostenlose Pizza und dann haben sich manche Leute noch was über den FSR angehört, die Wahlen sind dann einen Monat danach und so haben wir neue Leute in den FSR gekriegt. Das hat irgendwie immer ganz gut funktioniert. kc: Ich glaube, wir können uns da tatsächlich mal sehr auf die Schultern klopfen, weil die Legislatur, nachdem wir beide weg waren vom FSR, war die Legislatur, die die meisten neuen Mitglieder hatte, wo es tatsächlich, eine Wahl gab. Das muss man auch wissen bei so Hochschulwahlen. Für ganz viele Gremien gibt es Listen, die einfach alle verfügbaren Plätze abdecken. Es sind meistens gar nicht so richtige Wahlen, weil jeder, der eine Stimme bekommt, ist in Gremien drin. Fay Uhlmann: Und bei uns war es damals, nachdem wir raus waren, waren es echte Wahlen. Wir konnten damals Leute irgendwie begeistern. kc: Und das gibt es seitdem auch nicht mehr. Fay Uhlmann: Wirklich? kc: Nee, gab's nicht mehr. Der FSR ist wieder kleiner geworden. Fay Uhlmann: Das ist echt krass. kc: Also ja, Lob an uns beide. Wir haben das scheinbar, also natürlich die anderen, die in dem FSR damals waren, das war teilweise dann gerade gegen Ende wirklich gut, als es sich eingespielt hat. Fay Uhlmann: Es gibt ja auch Leute, mit denen wir damals im FSR waren, die da immer noch rumgeistern. kc: Ja. Fay Uhlmann: Was ich irgendwie echt putzig finde. Andererseits, denke ich mir auch manchmal so. Leute, ihr überarbeitet euch immer noch und ihr habt euch damals schon überarbeitet, bitte, bitte, hört auf, sonst kriegt ihr einen Burnout. kc: Ja, wobei ich glaube, in der aktuellen Legislatur jetzt seit letztem Monat ist tatsächlich keine der Personen mehr vorhanden. Okay, okay. Fay Uhlmann: Wie lange hat es gedauert? Das waren dann vier Jahre. Fünf? Fünf Jahre. bommel: Es ist schwer reinzukommen und schwer rauszukommen. Fay Uhlmann: Ja, es ist halt wirklich so. kc: Ich sagte ja schon, ich habe über anderthalb Jahre, nachdem mein Studium abgebrochen war, immer noch in diesen Strukturen und Kreisen festgehangen. Fay Uhlmann: Ich glaube aber, das ist auch so ein Learning. Wir müssen irgendwie in der oder wir, Hochschulpolitik RentnerInnen wie wir müssen irgendwie oder auch die Leute, die da aktiv noch drin sind, müssen sehr viel daran arbeiten, dass es irgendwie eine bessere Wissensweitergabe gibt und eine bessere Wissenssicherung. Das Problem ist halt, es ist alles ehrenamtlich, es ist alles prekär und das ist halt noch eine Aufgabe auf dem Stapel dieser eh schon viel zu vielen Aufgaben, aber irgendwie müssen wir uns da was einfallen, wie das besser funktioniert, aber ich glaube auch so, wie ich das sehe, funktioniert das besser, als ich in die Hochschulpolitik damals eingestiegen bin, zumindest auf der Ebene vom Stura und vom FZS. Habe ich zumindest das Gefühl, weil so verhindert man auch, dass irgendwie solche Altlasten das Ganze irgendwie am Laufen halten. Altlasten ist so ein freundliches Wort für Leute in der HoPo, die schon länger da sind. Wesentlich länger. Und so kann man auch irgendwie sorgen, dass die sich in die HoPo-Rente begeben dürfen, ohne dass sie dann fehlen. Weil ganz viele Leute, die ich kenne, haben auch einfach ein, zwei Jahre länger gemacht, weil sie nicht wollten, dass das Ganze in sich zusammenbricht. kc: Ja, die Sorge hatte ich tatsächlich auch so richtig, richtig doll gehabt, als ich dann aufgehört habe, dass ich mir dachte, oh Gott, oh Gott, kc: ich weiß, wer es übernimmt. Ich habe Vertrauen in diese Personen, aber ich habe nicht so großes Vertrauen in die Personen wie mich selbst. An der Stelle, Entschuldigung, Antonia. Fay Uhlmann: Antonia. Und man muss sagen, Antonia rockt das immer noch. kc: Ja. Antonia ist auch immer noch da. Antonia hat eine super Arbeit gemacht. Also ich war sehr erleichtert, nachdem ich gesehen habe, wie das läuft. Fay Uhlmann: Antonia ist super. Punkt. Ja, nee. Aber es ist sehr schwer, da raus zu kommen. Ich glaube, man muss sich das aber manchmal dann auch man. kc: Muss sich dazu zwingen. Fay Uhlmann: Man muss sich dazu zwingen und das ist auch wichtig. kc: Ich habe im Dezember letzten Jahres die Telegram-Gruppe des Fachschaftsrats verlassen. Fay Uhlmann: Ich bin da immer noch drin. kc: Ich bin gegangen. Ich habe es geschafft. Fay Uhlmann: Du bist nicht gegangen worden. Ich finde tatsächlich, man sollte auch etablieren, dass man einfach irgendwann mal gegangen wird. Das habe ich jetzt gemerkt. Ich bin aus einigen Gruppen gegangen worden und ich habe mich darüber gefreut. Aber ich hänge noch in viel zu vielen Gruppen drin und lese dann einfach nur noch, ich lurke so und lese mit und lache dann einfach manchmal oder gebe einen schlau-dummen Kommentar ab, der manchmal hilft. Fay Uhlmann: Du motivierst mich dazu mal, so ein paar Gruppen zu verlassen, Casey. kc: Ich habe fertig und ich kann das absolut empfehlen, das mal zu machen. So ein bisschen Hygiene bei den digitalen Räumen und mal so zu gucken, wo will man denn eigentlich noch sein und wo nicht. Finde ich immer gut. Fay Uhlmann: Ich glaube, ich habe einfach viele stumm geschalten. Ich habe keine aktiven Benachrichtungen mehr. kc: Das habe ich sowieso grundsätzlich bei allen Gruppen immer gemacht, weil es war immer so viel. Wenn ich alles einfach immer gelesen hätte, dann würde mein Handy wahrscheinlich im 10-Sekunden-Takt irgendwie eine Nachricht anzeigen. Fay Uhlmann: Noch eine Sache, die sich die studentische Selbstverwaltung abgewöhnen muss, für alles Telegram-Gruppen zu erstellen. Und bitte einen anderen Messenger, der sicher ist. Bitte einen anderen, vernünftigeren Messenger. Oder ich weiß nicht, in wie vielen HoPo-Telegram-Gruppen ich drin stecke. kc: Ja, es ist alles immer Telegram gewesen. Habt ihr noch Dinge, die ihr gerne teilen wollt? Fay Uhlmann: Vielleicht, ich habe das euch vorhin schon erzählt, um nochmal auf die Toiletten zurückzukommen, weil ich gerne auf die Toiletten zurückkomme. Und immer darüber rede. Ich habe irgendwann mal in einer Telegram-Gruppe, das passt auch schön, Telegram-Gruppe, siehst du, tolle Überleitung, habe ich den lieblichen und positiv konnotierten Namen Toilettenfay (Toilettenfee) bekommen. Und ich trage ihn immer noch mit Würde. Und das ist immer so was Schönes, was man erzählen kann. Vor allem, weil ich halt ganz genau weiß, dass das aus Appreciation heraus passiert ist. Und ich lieb's einfach. kc: Ja. Und es gibt ja auch dieses sehr bekannte Foto, zumindest unter Dresdner Studierenden, wo du in den Lokalmedien vor diesem Toilettenschild stehst. Fay Uhlmann: Nein! Warte mal, das hat einen Untertitel tatsächlich, der enorm witzig ist, wenn man das googelt. Ich muss es jetzt nochmal nachgoogeln, Weil irgendwo ist da in der Woche was abgebrannt. Und eine ganze Weile, das ist jetzt nicht mehr so, aber eine ganze Weile stand da irgendwie was mit Polizei ermittelt unter diesem Bild bei dieser Googlesuche. Und das war immer hilarious. kc: Wurdest du geschnappt? Fay Uhlmann: Nee, tatsächlich nicht. Ich stehe immer noch vor der geschlechtsneutralen Toilette im Diversity Management und habe mich da getarnt. kc: Du hast erzählt, es kam in die Bild-Zeitung, das Thema, und dann gab es Anfeindungen. Willst du darüber irgendwie noch was erzählen? Fay Uhlmann: Ja, also der Studierendenrat hat sich irgendwann mal gesagt, okay, wenn die Universität das mit den Toiletten nicht ändert, dann machen wir das und ändern unsere Toilette in eine All-Gender-Toilette und eine, ich glaube, damals war es tatsächlich FLINTA*-Toilette. Kann man sich jetzt auch darüber streiten, ob das irgendwie gut gewählt worden ist? bommel: Nein, die Antwort ist nein. Fay Uhlmann: Nein, die Antwort ist höchstwahrscheinlich nein, weil das Akronym sehr unspezifisch und teilweise auch exklusiv ist, im Verständnis heraus. Und das hat dann irgendwann mal die Bild-Zeitung mitbekommen und sich übel darüber aufgeregt. Ich habe einen Ordner auf meinem PC und den gucke ich gerade live nach. Der heißt Berichterstattung und Kommentare zu Toiletten. Und da habe ich tatsächlich ein bisschen gesammelt. Tatsächlich ist es auch so in die rechte Blase gegangen. Reitschuster und Acht Gut ist es gelandet. Es ist alles ein bisschen explodiert und irgendwann hat es dann niemanden mehr interessiert. bommel: Und das ist so merkwürdig. Fay Uhlmann: Es ist wirklich crazy. Und dann hatten wir eine Diskussion dazu, tatsächlich, im Stura, die aber sehr positiv verlaufen ist. Da kam niemand, um das irgendwie zu sprengen. Es hat alles irgendwie funktioniert, weil sich die Leute, die sich darüber aufregen, dann nie trauen, auch irgendwie da in der Debatte drüber zu gehen. kc: Ja, ich kann mich noch an die Diskussion darum erinnern, im Vorfeld, wo dann irgendwie überlegt wurde, ob es für diese Veranstaltung Security braucht, es wurde kein Raum irgendwie bekannt gegeben, man musste sich anmelden dafür, oder? Fay Uhlmann: Ja, ungefähr so, also wir haben auch versucht, das irgendwie zu entschärfen, damit das nicht so gesprengt worden ist, weil, wie gesagt, es ist wirklich auf rechten Blogs gelandet. bommel: Das ist so kaputt, ey. Fay Uhlmann: Einfach nur, weil sich ein Stura, ein Studierendenrat von der Hochschule getraut hat, seine eigenen Toiletten in den eigenen studentisch verwalteten Räumen irgendwie umzubenennen. Es war ja noch nicht mal eine bauliche Änderung oder sowas. Es hat kein Geld gekostet, kein Nichts. Ist es irgendwie durch die Medien geschossen. Ja, und dann durfte ich vor einer geschlechtsneutralen Toilette ein Interview halten. Das ist... Und wenn man meinen Namen googlet, findet man das immer noch. Ich finde es ein bisschen panne. kc: Möchtest du ganz zum Schluss noch kurz erklären, wofür es ein geschlechtsneutrales Klo eigentlich braucht? Fay Uhlmann: Naja, also erstmal ist es irgendwie sehr praktisch, ein geschlechtsneutrales Klo zu haben, wenn sich jetzt Leute irgendwie sagen, hey, ich will einfach auf Toilette gehen und die Frauentoilette ist ewig lang besetzt, und was weiß ich, an der Männertoilette steht auch eine Schlange. Tatsächlich gibt es erwiesenermaßen eine Entlastung durch neutrale Toiletten, auf die man irgendwie ausweichen kann. Das bedeutet, es bringt allen Leuten was. Aber genau für nicht-binäre Personen ist es halt eine gewisse Sichtbarkeit im Sinne von, okay, wir existieren jetzt irgendwie auch. Es gibt nicht Nicht nur das Binäre, sondern es gibt auch noch eine neutrale Toilette, wo ich als nicht-binäre Person jetzt nicht irgendwie reingehe und mich damit einem binären Geschlecht zuordne oder auch noch Angst haben muss, dass mich da jetzt jemand rauswirft, komisch anguckt, dumm anmacht, sondern ich kann einfach in Ruhe auf Toilette gehen. Das ist die Idee davon, weil ich habe es damals, bevor es in der Fakultät irgendwie eine geschlechtsneutrale Toilette gab. Und ich glaube, ich habe tatsächlich gar nicht mehr, ich war nicht mehr an der Fakultät, als es die dann gab. Fay Uhlmann: Andere Story. Da bin ich immer in die hinterste Frauentoilette gerannt, wo absolut niemand ist. Das war immer irgendwie zehn Minuten von meiner Veranstaltung entfernt oder fünf Minuten. Einfach nur, damit ich in Ruhe auf Toilette gehen kann. Und genau, um das zu verhindern, dass Menschen irgendwie sich unwohl fühlen, indem sie auf gegenderte Toiletten gehen müssen, ist das da. Genau. kc: Ja, das ist doch super. Dann würde ich sagen, wir machen hier mal die Klappe zu. Wo kann man dir denn folgen, Fay? Fay Uhlmann: Man kann mir folgen auf Instagram, auf LinkedIn, überall eigentlich. Ich heiße überall Fay Uhlmann, weil ich extrem kreativ bin. Ich weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe. BlueSky habe ich auch. Genau. kc: Tun wir alles in die Shownotes. Alles ist in unseren Shownotes. Fay Uhlmann: Ich bin gerade auf Arbeitssuche. Also falls ihr das gerade hört und euch denkt, na Mensch, diese Person, die sich so sehr mit Hochschulpolitik und Diversität auskennt, die will ich anstellen. Ja, ich würde mich darüber freuen. kc: Das kann ich absolut unterstützen. bommel: Was suchst du denn so ungefähr? Fay Uhlmann: Ich suche in Richtung Projektmanagement teilweise. Also der Punkt ist, ich bin im Berufseinstieg. Ich habe gerade meinen Bachelor in der Medieninformatik gemacht. Ich würde super gern auch in der Informatik arbeiten, da höchstwahrscheinlich eher Consulting. Durch diesen analytischeren Blick, den ich mir angeeignet habe in der Hochschulpolitik, kann ich mir das sehr gut vorstellen. Ich bin mir aber auch nicht für Admin- und IT-Support-Zeug zu schade. Und ansonsten natürlich, auch wenn die Jobs gerade irgendwie rar gesät sind, Diversity Management und Diversity, Equity und Inclusion sind natürlich so ein Bereich, für den mein Herz absolut brennt. Und ich hoffe auch so ein kleines bisschen, dass irgendwann mal an der Universität im Diversity Management an der TU Dresden eine Stelle ausgeschrieben wird und ich irgendwie sozusagen heimkehren kann. kc: Ich habe auch immer Witze gemacht übers Heimkehren und ich habe auch immer Auge geworfen auf irgendeine Stelle, die eine andere Person schon seit keine Ahnung wie vielen Jahren bekleidet. bommel: Ach, hört auf, habe ich auch schon gemacht. kc: Mir wurde auch immer gesagt, ich soll diese Stelle nehmen, aber mittlerweile bin ich so, nee, ich glaube eigentlich will ich die gar nicht haben. Fay Uhlmann: Ich weiß es nicht. Ich fände es, glaube ich, aktuell noch ganz nett. kc: Ja, danke, dass du da warst. Ich hoffe, du findest sehr bald eine Arbeit. bommel: Yes. kc: Und an anderen, wie ihr Bommel und mich erreichen könnt, findet ihr wie immer in den Shownotes. Ihr könnt uns liebend gerne eine Bewertung hinterlassen in den gängigen, Podcastportalen und wenn ihr eine Meinung habt, könnt ihr sie direkt unter die Folge schreiben auf all-glitches-welcome.de oder ihr schreibt uns eine Mail an glitches@conesible.de. Das ist wie immer c-o-n-e-s-i-b-l-e.de Und dann sehen wir uns in zwei Wochen wieder. Tschüss! bommel: Tschüss! Fay Uhlmann: Ciao!