bommel: In dieser Folge von All Glitches Welcome geht es um das Thema Behinderung in Medien. Wir sprechen darüber, warum man sich überhaupt so viele Gedanken über dieses Thema machen sollte, was das alles mit der Gesellschaft zu tun hat und was für schlechte, aber vor allem auch gute Beispiele wir kennen. Ganz viel Spaß mit der Folge. Hallo und herzlich willkommen zu dieser superfrischen neuen Folge All Glitches Welcome mit mir, eurem buchstabengetreuen Bommel und der kessen Casey. kc: Aber was zur Hölle ist denn ein buchstabengetreuer Bommel? bommel: Ich weiß es auch nicht. Dein Tool hat es ausgespuckt und ich dachte, das Wort ist total lang, das gefällt mir gut. Das nehme ich jetzt. Ich meine, vorher liefen hier so Dinge durch wie so benommen oder den Rest habe ich natürlich schon wieder vergessen, weil mein Gedächtnis einfach ein Sieb ist. Aber wenn ich mich zwischen benommen und buchstabengetreu für mich entscheiden muss, dann nehme ich lieber buchstabengetreu. kc: Ich habe das Tool immer noch auf und hier stand gerade kokainsüchtig. Nah, nah. bommel: Ich hoffe nicht. Ja, wie geht es dir? kc: Ach ja, ich bin gerade erst aufgestanden. Wir haben jetzt halb fünf. bommel: Also nachmittags sollte man vielleicht dazu sagen. Wir sind nicht sone gottlosen Frühaufstehermäuse. Eher im Gegenteil. kc: Also, ich glaube eigentlich, ich bin das schon, wenn mein Schlafrhythmus das irgendwie zulassen würde, aber ich bin auch eine Spät-ins-Bett-Geh-Maus. bommel: Ja, ich habe gerade total überlegt, was das Gegenteil von einer Frühaufsteher-Maus ist. Ist es eine Spät-ins-Bett-Geh-Ratte oder so? kc: Ja. bommel: Naja, dann sind wir wohl das. kc: Oder eine Katze. Irgendwie sowas. bommel: Ja, egal. Und wie geht es dir? Okay. Eigentlich geht es dir gerade wirklich ganz gut. Ich habe so ein paar Sachen, die mich einfach im Moment wirklich des Todes nerven, die aber wichtig und richtig sind. Wir haben uns da schon auch außerhalb des Podcasts drüber unterhalten, aber ich habe ja Therapiehausaufgaben bekommen. Und now it actually feels like therapy. Und ich bin nicht amüsiert darüber, sagen wir es so. Aber es ist wichtig und wichtig. Ja, es geht halt so ein bisschen darum, dass ich halt wieder mehr, alleine mich draußen in der Welt bewege und halt irgendwie schaue, dass ich also was ohne Unterstützung geht und ja, deswegen geht es jetzt darum, dass ich, mich alleine draußen in der Welt bewege. bommel: Das ist ja alles richtig und wichtig, aber meine Therapeutin ist ja cool und deswegen ist es halt so ein Ding von, naja, dann gehen Sie sonst erstmal einfach aus der Tür raus und seien Sie ganz präsent und schauen, was das mit Ihnen macht. Und als wir uns darüber unterhalten haben, ob ich mir das vorstellen kann, habe ich auch direkt so darüber nachgedacht, was für Sachen ich so erledigen könnte, weil ich so dachte, ja, dann, keine Ahnung, gehe ich halt jeden Tag alleine so nach Post gucken oder noch mal Müll rausbringen oder irgendwas aus dem Keller holen oder so. Und dann war sie auch so, ja, aber das muss ja auch immer alles gar kein Ziel haben. Und ich dachte nur so, boah, Dinge, die kein Ziel haben, das ist ja wirklich das Allerschlimmste. bommel: Und dann, ich musste gestern damit anfangen und bin dann gestern auch raus. Und ich stand erst mal so einen kleinen Moment so muffelig vor meiner Haustür. Und es ist ja wirklich, also, es ist ja schlau erstmal so zu gucken, ein paar Schritte zu gehen, wie fühlt sich das an und so. Aber das ist mir ja gottlos, peinlich. Das ist mir ja wirklich so peinlich, aus meiner Tür raus zu gehen und dann stehe ich da erstmal und fühle so und dann gehe ich mal so ein paar Schritte und fühle mal so wieder. Das heißt, also gestern bin ich einfach in so Maximalanspannung, die Straße hoch und runtergestratzt. Und als ich dann zu Hause wieder ankam, habe ich auch gemerkt, ich habe gar nicht richtig geatmet und so. Ich war so fertig. Also wirklich, ich war fix und fertig danach. Aber heute Morgen war es ein bisschen entspannter. Ich habe das direkt, ich habe es sogar vorm Frühstück noch erledigt, das war nämlich auch so ein Ding. Ich habe das gestern so richtig lange aufgeschoben, weil ich einfach gar keinen Bock hatte. Aber das ist auch schon mein ganzes Leben lang so. Also ich hasse spazieren gehen. Weil das ist so, Also, ja, man ist dann da so, man hat irgendwie so kein Ziel und es ist so, oh, nee, ich, mh, mh. Ich kann nicht. Das ist ganz schwierig für mich. kc: Ich brauche auch immer sehr lange, bis ich mich mit dem Spaziergang, den ich gerade unternehme, angefreundet habe. bommel: Ja. kc: Also beim Losgehen geht es mir ganz genauso, aber ich gewöhne mich dann mit der Zeit dran. Und wenn ich dann irgendwie mal eine halbe Stunde draußen bin, dann macht es Spaß. Aber wenn ich 40 Minuten draußen bin, dann wird mir so langsam wieder kalt. Und so langsam kriege ich wieder das Bedürfnis reinzugehen. Und dann sind das kurze zehn Minuten, in denen das irgendwie Freude macht. bommel: Vor allem dachte ich ja auch noch so ganz kurz, naja, okay, dann mache ich mir halt ein Hörbuch an oder so, dann mache ich das halt einfach. Bis sie dann an diesen Part gingen, so ja, und dann führen Sie da so Tagebuch drüber und sind so ganz im Moment und so, bis, wo mir so klar wurde, Okay, die meint, ich mache das ohne Musik und ohne Hörbuch und ohne Podcast, sondern einfach nur mit mir selber. Wo ich so dachte, und ich kann sehr gut mit mir selber sein, so zu Hause habe ich da überhaupt gar kein Problem mit. Aber so draußen in der Welt, näh. Naja, das übe ich jetzt und heute Morgen war es auch ganz schön. Es war auch nicht so viel los. und. bommel: Ich bin ja eigentlich nicht so eine Esoterik-Maus und so, aber, manchmal sind Zufälle dann doch irgendwie total groß. Es gibt hier in der Straße, da habe ich einen Lieblingshund, weil ich den so süß finde. Der ist einfach so schnufflig, der ist so groß und der sieht so ein bisschen aus, als hätte der so eine kleine Löwemähne und der ist auch immer so ganz langsam und der ist einfach richtig toll. Ich freue mich mal richtig toll, wenn ich den sehe. Und der kam mir gestern Abend schon auf den Weg, als ich alleine draußen war, kam der mir entgegen und wir hatten kurz Blickkontakt. Und heute Morgen, als ich zur Haustür raus bin, Habe ich schon den dazugehörigen Besitzer dieses Hundes dazu gesehen und dachte so, irgendwo ist der Hund. Und dann kam er so ganz langsam an mir vorbeigeschlurft und dann dachte ich so, das ist doch kein Zufall. Dafür lohnen sich meine Spaziergänge dann auch. Wenn ich jedes Mal diesen Hund sehen kann, wenn ich rausgehen muss, dann bin ich happy. kc: Das ist so süß. bommel: Bisher ist es eine 100% Quote. Ich werde sehr traurig sein, wenn das Mal kommt, wo ich ihm nicht begegne. und ich weiß, dass es mal kommen wird und ich bin jetzt schon genervt. kc: Ich liege sehr gerne an meinem Fenster, allein aus dem Grund, dass ich eine kleine Wiese vor meinem Fenster habe und da auch hin und wieder Hunde rüber spazieren. Also was heißt hin und wieder? Ich glaube, hier in der näheren Umgebung ist das der Ort, wo am häufigsten irgendwie Hunde auftauchen, was sehr schön ist. Da kann ich immer meine tägliche Portionen Happiness in Hunden abholen. Und meistens kriegen die das nicht mal mit. bommel: Okay, Casey einfach confirmed Hundestalkerin. Ja. Hunde sind aber auch einfach toll. Das muss man echt sagen. kc: Es gibt keine besseren Wesen. Ja, Katzen sind auch toll. bommel: Du bist so eine richtige Hundeperson, ich kann mich immer gar nicht entscheiden. kc: Ja, ich dachte immer, ich bin eine Hundeperson. bommel: Mhm. kc: Ich glaube auch immer noch, dass ich eine Hundeperson bin, aber ich glaube, ich bin auch eine Katzenperson. bommel: Ist bei mir auch so. kc: Ich bin einfach alles. Ich finde Katzen auch sehr cool. Und ich bin eine Kühe-Person. bommel: Ja. Ich habe auf Instagram so ein niedliches Reel gesehen. kc: Letztens, wo eine Kuh einfach Wasser geschlabbert hat. Ich will diese Kuh umarmen, bitte. bommel: Ja, es gibt ja auch so Kuhkuschel-Experiences und so, wobei das geht ja dann schon wieder so ein bisschen Richtung Tierausbeutung im Zweifel, aber das muss schon sehr, das muss schon richtig nice sein. Wobei ich sagen muss, also ich liebe Kühe und mir gefällt das theoretische Konzept einer Kuh total gut, aber wenn ich so einer Kuh gegenüberstehe, habe ich da einfach richtig Schiss. Die sind so groß. kc: Was ist denn das theoretische Konzept einer Kuh? bommel: Naja, so, dass die so sind und dann sind die so auf der Weide und sind so cute miteinander, weil die haben ja auch so soziale Geflechte und dann fressen die so Gras und dann haben die, weiß ich nicht, haben die so hübsche Augen und sind einfach so, Kühe sind so liebe Wesen einfach irgendwie. Das finde ich richtig gut und ich gucke auch richtig gerne so Videos von Kühen, von Lebenshöfen oder so, wenn die da einfach so ihr bestes Leben leben. Am besten haben die noch irgendwie so einen großen Ball, mit dem die spielen können oder so, weil Kühe spielen richtig gerne und auch richtig viel und es ist einfach richtig herzerwärmend. Aber wäre ich mit auf dieser Wiese, wo so eine Kuh so ein Riesenball hinterher rennt, ich würde mich ja umdrehen und aber schnurstracks in die andere Richtung laufen. Ich wäre einer Kuh ja so dermaßen unterlegen. Ja gut, das ist wahrscheinlich so. kc: Aber ich glaube, ich habe noch nie eine Kuh gesehen, die irgendwie irgendwas gegenüber aggressiv wäre. Gut, das sind wahrscheinlich auch viele... Menschlicher Domestizierung zu tun, aber... bommel: Ja, aber vielleicht denkt sie irgendwann, ich bin der Ball und dann will sie mit mir spielen, das muss sie ja gar nicht böse meinen. Oder die rennt mich einfach um, weil sie vielleicht auch denkt, oh, guck mal, du bist eine komische Kuh, aber du bist trotzdem toll und deswegen spiele ich mit dir und dann, ja, das möchte ich irgendwie nicht. Da habe ich irgendwie Respekt vor. kc: Wie ist das mit großen Hunden, also so Leonbergern oder so? bommel: Ah, sind das diese super plüschigen? kc: Ja. bommel: Also gut, ich glaube gar nicht so. kc: Ich glaube, wenn ich die beschreiben sollte, dann sind die einfach extrem übergroße Schäferhunde. bommel: Ich gucke einfach mal. Ah, ja. Ich glaube, das kommt auf die Flauschigkeit drauf an. Also ich muss sagen, als ich klein war, hatte ich eine richtige Phobie vor Hunden, weil ich da einen so einen Schlüsselmoment auf einem Spielplatz hatte, wo ich einfach ganz unschuldig war, auch echt klein, ich war so vier oder so, wollte ich einfach mein neues Fahrrad ausprobieren, was ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe und bin da so selig über den Spielplatz gecruised, als dann irgendjemand kam und dann, der hatte zwei Pitbulls und die waren super jung. Und aus heutiger Sicht glaube ich auch nicht, dass die mir was tun wollten. Aber die sind halt beide so auf mich zugewetzt und haben mich beide so angesprungen. Und die waren ja so schon fast größer als ich und dann natürlich noch viel mehr. Und ich bin immer ohne Tiere aufgewachsen. Wir hatten nie Haustiere. Deswegen konnte ich und kann ich auch immer noch Tiere nicht so richtig gut lesen, was bei mir so ein bisschen Berührungsängste teilweise auch auslöst. Also ich bin positiv und wohlgesonnen Tieren gegenüber, aber ich bin auch erstmal immer so ein bisschen vorsichtig, weil ich so erstmal gucke, wie die mich so finden und wie ich die so finde und dann können wir Buddies werden. Aber das kommt mir nicht so natürlich, wie das so Leuten kommt, die mit voll vielen Tieren aufgewachsen sind. kc: Und ich weiß ja nicht, wie das mit dem Tiere lesen ist und so, weil ich bin ja blind und ich kann ja auch keine Körpersprache irgendwie so richtig wahrnehmen und noch viel weniger bei irgendwie anderen Spezies. bommel: Aber auch nicht so über Geräusche oder so? Oder manchmal nimmt man ja auch irgendwie so eine Anspannung von einem anderen Körper irgendwie so wahr oder so? kc: Also ich glaube nicht, dass man über andere Sinne die Anspannung von einem anderen Körper wahrnehmen kann, außer wenn sich der Körper ungewöhnlich bewegt. Aber das weißt du nicht, wenn du dieses Lebewesen vorher halt noch nie gesehen hast und nicht weißt, wie es sich sonst verhält. Aber ich bin halt einfach generell sehr ruhig. Und ich glaube, das ist halt auch eine Eigenschaft, die mit den meisten Tieren irgendwie gut funktioniert. bommel: Mhm. Ja, und ich bin ja gerade in neuen Situationen bin ich ja unfassbar angespannt. Und gerade so neues Tier ist immer neue Situation. Das heißt, wahrscheinlich kommt das auch so ein bisschen daher, weil da sind Tiere ja auch sehr empfänglich für. Ja, nee, aber genau, ich hatte eine richtige Hundephobie, weil die dann auch so mit so, die waren so im Spielmodus und hatten dann natürlich auch so ihre Mäuler so offen und so. Und also Pitbulls sind ja schon einfach, also die sind halt auch voll cute, aber das sind ja einfach so sehr stämmige Hunde mit so einem ganz kurzen Fell. Es gibt ja so Hunde wie so Leonberger, die sehen ja einfach harmlos aus. Der hat so Schlappohren und dann guckt er so lieb und hat ganz viel plüschiges Fell. Das ist ja schon weniger bedrohlich als so ein Pitbull, wo du so total siehst, wie muskulös diese Hunde auch so sind. Und das hat dann echt, das hat richtig lange gedauert, bis ich da wie das weggearbeitet hatte. Weil am Anfang habe ich wirklich auch immer, wenn ich schon 50 Meter Entfernung einen Hund gesehen habe, habe ich sofort die Straßenseite gewechselt. Egal was für ein Hund es gewesen ist. Und das ist heute zum Glück nicht mehr so. Aber ja, ich und Tiere, wir müssen uns immer erst mal ein bisschen anfreunden. kc: Das ist ja auch voll okay. bommel: Und dann mögen mich die meisten auch richtig gerne. Also ich bin ja auch nett, vor allem zu Tieren. Aber ja. kc: Bist du dir sicher, dass du nett zu Tieren bist? bommel: Schon. I try my best. Also von meiner Intention her kann ich mir da nichts vorwerfen lassen, was Tiere angeht. kc: Ich hab auch Therapiehausaufgaben. Ich muss lustige Marmeladengläser der Momente befüllen. Ein bisschen anders. Also ich mache da keine Momente rein, sondern ich mache da Tätigkeiten rein. Und dann mal schauen, was daraus wird. Und ich muss irgendwie auch da jeden Tag mir jetzt länger Gedanken zu machen, um zu gucken, was da überhaupt irgendwie reinpasst und verarbeitet werden kann. Vielleicht kann ich in der nächsten Podcast-Folge ein bisschen darüber erzählen, was da passiert ist. Ich bin so gespannt. Oder ob ich irgendwelche großen, krassen Erkenntnisse über mein Sein dadurch gewonnen habe. bommel: Wir haben ja schon drüber gesprochen außerhalb des Podcasts. Und als du von deiner Therapieausgabe erzählt hast, dachte ich so, okay, vielleicht bin ich mit meiner dann doch ganz gut dran. Weil ich muss ja so im Grunde, ich muss ja nichts nachdenken. Ich gehe einfach raus und bin so wie, ja, ist Kacke oder ja, ist ganz cool. kc: Ja, aber das sind ja trotzdem Gedanken, die dann da sind. Ja, ich habe meiner Therapeutin von unserem Podcast erzählt. Vielleicht hört sie das an dieser Stelle. Liebe Grüße, falls. Finde ich ganz cool. Also ich glaube, sie hat nicht gesagt, dass sie reinhört, aber wie ich sie kenne, tut sie das vielleicht irgendwann. Mal gucken. bommel: Findest du das merkwürdig? kc: Nee, tatsächlich gar nicht, weil das im Endeffekt natürlich auch irgendwie ein bisschen bedeutet, dass sie Dinge über mich lernt, die relevant für die Therapie sein könnten, auf die ich in diesem Moment der Therapiestunde überhaupt nicht kommen würde. Also wenn das hier sowas ist, wo sie, unabhängig davon, dass sie meine Therapeutin ist, irgendwie ein bisschen Wissen über die Welt bekommen kann oder ein bestimmtes Bild davon, wie verschiedene Menschen so leben, dann finde ich das sehr gut. bommel: Ja, das kann ich gut nachvollziehen. kc: Keine Ahnung. Eine Hauptzielgruppe dieses Podcasts sind ja auch Arbeitskolleg*innen von mir, die einen ähnlichen Job haben wie ich. Und ich glaube, viele Leute fänden das halt auch irgendwie seltsam, wenn so viele Leute, die man irgendwie mal getroffen hat, so anonym deine Inhalte rezipieren und was du über die Welt zu sagen hast. Ich glaube, das ist letztendlich das gleiche, mit meiner Therapeutin habe ich ja auch nur eine Arbeitsbeziehung dein Partner hat ja auch unseren Podcast ja gut. bommel: Aber also ich weiß nicht, ob es an oder in mir etwas gibt was du so noch nicht kennt also das ist ja wirklich also dem gegenüber, verbalisiere ich ja im Zweifel auch alles außer ich weiß es selber noch nicht So, das passiert ja manchmal auch. Da weiß der schon Sachen, bevor ich sie weiß. Umgekehrt aber auch. Aber ja, ich glaube, das kommt dann auch irgendwann. Also es sind ja mittlerweile, es nervt ihn aber bald zehn Jahre. Es sind eher neun als zehn, aber egal. Und das ist ja einfach auch eine richtig lange, lange Zeit. Und wir reden halt viel über solche Themen. Und ich bin aber auch eine Person, ich bin ja manchmal, drifte ich ja auch in so sehr Dating-Reality-TV-Gefilde ab und so von meinen Sehgebohnheiten. Und jetzt habe ich es sehr gewählt ausgedrückt, dafür, dass ich einfach so Trash-TV schaue. bommel: Und jetzt habe ich mich so sehr darüber gefreut, wie ich das ausgedrückt habe, dass ich vergessen habe, was ich eigentlich sagen wollte. Ach so, doch, ich müsste da eingefallen. Da ist es halt auch ganz oft so, dass ich gar nicht verstehen kann, wie Leute so über bestimmte Dinge gar nicht reden können. Also so. bommel: Es sind dann so Menschen, die auch keine Ahnung, dann irgendwann sich so Gedanken darüber machen, zu heiraten und dann kommt so raus, die eine Person ist so gigareligiös und will unbedingt kirchlich heiraten und die andere Person ist so, ich bin Atheist, ich finde es richtig scheiße. Und dann so was, gehen dann so Beziehungen kaputt und ich denke mir so, hä? Also wie ist das passiert, dass ihr da noch nie drüber gesprochen habt? Also ich weiß ja sogar über meine Freund*innen, ob die religiös sind oder nicht. Weil das sind so Sachen, die kommen halt einfach mal so auf, wenn man halt Zeit miteinander verbringt und halt so über Dinge redet. Und da bin ich ganz oft irgendwie so ganz irritiert davon, über was für Dinge Menschen nicht reden. Auch so politische Einstellungen oder irgendwas. Also ich könnte das auch gar nicht mit einer Person zusammen zu sein, die eine sehr andere politische Haltung hat als ich. Also ich wüsste nicht, weiß ich nicht. Oder so ein ganz anderes ethisches, moralisches Verständnis von Welt und Dingen und so. Also das heißt nicht, dass man in jedem einzelnen Punkt irgendwie derselben Meinung sein soll oder muss, überhaupt nicht. Aber so diese Wertebasis ist mir so wichtig. Hä, wie sind wir da jetzt hingekommen? Achso, ich habe einfach erzählt, dass wir über viel reden, Punkt. Ja. kc: Ich halte das auch für super wichtig und für super gut, dass man gerade über solche Sachen redet. Aber scheinbar ist es in unserer Gesellschaft nicht sehr verbreitet, dass man das tut. Also nicht unter Freund*innen und seltsamerweise auch nicht in Liebesbeziehungen. bommel: Ich verstehe das gar nicht. Also gar, gar, gar nicht. kc: Ja, gaga-gar nicht. bommel: Ja. kc: Ja, hattest du noch irgendwas Tolles gemacht diese Woche? bommel: Nee, ich glaube nicht. Keine Ahnung, ich müsste meinen Kalender gucken. Ich weiß ja schon wieder überhaupt nicht, was passiert ist überhaupt. Aber nee, ich habe mich halt voll viel mit diesem Therapiestuff und so beschäftigt. Und ich versuche halt im Moment sehr viel so, das ist so komisch, Körperarbeit zu machen in irgendeiner Art und Weise. Also ich habe nicht so die beste Beziehung zu meinem Körper und da konzentriere ich mich im Moment sehr drauf. Und das ist auch richtig gut und richtig schön. Aber da gibt es halt nicht so viel zu erzählen irgendwie. Oder beziehungsweise das ist halt eher was, was ich so mit mir selber mache. kc: Ja. bommel: Ja. kc: Ich habe ein paar coole Dinge gemacht. bommel: Tell me. kc: Das war ein Kick-Off-Event für das Jugend hackt-Ehrenamt. bommel: Ah stimmt! kc: Wovon ich erzählt habe dass ich jetzt über das nächste Jahr über dann begleiten werde. Und in zwei Wochen bin ich dann da auch beim Startwochenende vor Ort in Berlin. Und das wird alles ganz, ganz doll großartig und habe richtig Lust darauf. bommel: Das heißt, Startwochenende und wenn du dann da bist, ist es ein Starwochenende. kc: Nein. bommel: Ich weiß. kc: Ja, es sind richtig liebe Menschen da und richtig coole, spannende Projekte, die die Jugendlichen da über das nächste Jahr umsetzen und ich bin so gespannt, was da rauskommt. bommel: Du weißt noch nicht, welches Projekt du betreust, oder? kc: Nee, das weiß ich noch nicht, aber ich weiß, welche Projekte generell zur Auswahl stehen und ich bin außer von einem von allen sehr, sehr begeistert. Und ich glaube, ich kann zu allen auch sehr, sehr viel, Inhaltlich technisches Beitragen, so aus meiner beruflichen Usability-Sicht, Blick, User Experience Teil, was ja tendenziell Wissen ist, dass es bei Jugendlichen nicht so häufig gibt, weil da halt viel getinkert wird, viel ausprobiert wird, was ja auch überhaupt nicht schlecht ist, was ja auch definitiv so sein soll. Aber wenn du dann irgendwie das Ziel verfolgst, dein Projekt größer zu machen und auf Leute zu skalieren, spätestens dann musst du halt anfangen, dir Gedanken darüber zu machen, wie überhaupt Nutzungsszenarien aussehen und wie das im Kontext der Welt gut funktioniert. Und ich sehe mich da bei allen außer einem Projekt sehr gut in der Lage dazu, das zumindest mit dieser Brille zu begleiten. Und ansonsten hoffe ich einfach gut für Leute da zu sein und ihnen zu helfen, ihr eigenes Projekt zu managen. bommel: Richtig schön. Ich bin so gespannt, was du berichtest. kc: Ich habe so, so Lust. bommel: Das ist richtig cool. kc: Ja, und ansonsten, Da hatte ich ein Lunch Date mit einer sehr lieben Arbeitskollegin, die auch diesen Podcast hört. Nämlich Anne. Ganz viele Grüße. Das war auch richtig schön. Als wir dann da raus sind, haben wir einen Berg mit Eiswürfeln gesehen, der da irgendwie abgeladen wurde. Das sah richtig seltsam und wild aus, aber irgendwie auch cool. bommel: Das heißt, du wusstest gar nicht, wo der herkommt? kc: Nee. bommel: Oder du hattest das auf Social Media auch geteilt? Ich weiß nicht, ich hatte das gesehen. kc: Da ist ein bisschen Gastro drumherum. Wahrscheinlich kommt es von da aus irgendeiner Kühltruhe. Aber keine Ahnung, wer genau und wann genau. bommel: Wenigstens waren es nur Eiswürfel. Ich muss jetzt daran denken, weil mein Partner hat uns gestern erzählt, dass irgendwo in, ich weiß nicht, Kalifornien oder so, wahrscheinlich falsch, aber ist egal, Oder dass es da so kalt ist, dass überall so Leguane aus den Bäumen fallen, weil die halt einfach in so Kältestarre fallen. Und dann irgendwie halt aus dem Baum plumpsen und man die halt in Ruhe lassen soll. Weil irgendwann, wenn es warm genug ist, dann erwachen die halt auch aus der Kältestarre wieder. Von daher ist es vielleicht ganz gut, dass es quasi nur ein Haufen Eiswürfe war und kein Haufen Leguane. kc: Ja, wahrscheinlich. bommel: Heute ist bei mir im Kopf richtig Tag der weirden Assoziationen, glaube ich. Ich habe auch heute schon so weirde Wortspiele und Pans gemacht. kc: Das passt ja zum Thema der Folge, da können wir ja gleich drauf kommen. Ich habe noch was zu erzählen. Ich war so dermaßen produktiv diese Woche, das hatte ich schon richtig lang nicht mehr. Und das hatte halt solche Ausmaße angenommen, dass ich teilweise überhaupt nicht mehr aufhören könnte zu arbeiten. Dann habe ich halt die ganze Nacht durchgearbeitet. Und als ich mir dann dachte, ja, jetzt könntest du eigentlich ins Bett gehen, bin ich ins Bett gegangen, habe trotzdem weiter nachgedacht, was irgendwie sein kann und wie man irgendwie was machen kann. Und dann hatte ich eine tolle Idee und dann bin ich wieder aufgestanden und habe die gemacht. Also ohne zu schlafen. Also das ist natürlich absolut nicht gesund. Mein Schlafrhythmus ist ja vorher schon sehr zerstört gewesen und jetzt ist das noch ein Stückchen mehr und ich muss mich dringend darum kümmern, dass das irgendwie wieder in halbwegs gelenkte Bahnen kommt. Aber irgendwie hat es auch richtig Spaß gemacht, über so viele Tage hinweg so dermaßen produktiv zu sein mal wieder. bommel: Das glaube ich. Ich habe mir ein altes Stickprojekt wieder rausgeholt, weil ich ja sticke. Und das lag irgendwie ganz lange rum und ich war ganz lange so gar nicht motiviert. Und jetzt ist es quasi vor der Vollendung. Also so ein paar kleinere Sachen fehlen noch und dann ist es fertig. Da bin ich auch richtig hyped darüber, dass ich da so ein bisschen was geschafft habe. Und da habe ich auch richtig viel Zeit investiert in der letzten Zeit und so. Also ein bisschen kann ich dein Gefühl nachvollziehen. Wenigstens hast du dir für sowas... kc: Richtig Euphorie. bommel: Ja, ich wollte gerade sagen, wenigstens hast du dir für sowas Cooles den Schlafrhythmus zerstört und nicht einfach so random. kc: Also ich kann hier im Podcast nicht sagen, was ich gemacht habe und wofür ich es gemacht habe, aber ihr könnt uns glauben, das ist was sehr, sehr Cooles. bommel: Ja, und es ist auch einfach richtig gut geworden. Ja. kc: Das finde ich auch und finden auch bisher alle Leute, die es gesehen haben. Ja, wollen wir mal zum Thema übergehen? bommel: Können wir machen. Oder zumindest zum ersten Teilthema. kc: Ja. bommel: Ich habe das Thema so ein bisschen angeschleppt, weil wenn diese Folge rauskommt, ist dann in einer Woche so Rosenmontag. Dann, glaube ich, heißt es Faschingsdienstag und Aschermittwoch, korrekt? kc: Ich glaube, ja. bommel: Okay. Naja, auf jeden Fall ist mir da dann so ein bisschen in den Sinn gekommen, vielleicht könnten wir auch noch so ein bisschen über Behinderung als Kostüm reden, beziehungsweise Behinderung auch in Medien und wie Behinderung in Medien dargestellt wird, weil das ja im Großen und Ganzen häufig auch da so als Kostüm in irgendeiner Art und Weise benutzt wird. Aber erst mal möchte ich von dir wissen, wieso dein Verhältnis zu Karneval oder Fasching ist. Wie heißt das überhaupt bei dir und wie hyped bist du, was dieses Thema angeht? kc: Ich komme ja aus Rheinland-Pfalz, aus der Nähe von Mainz, was ja gemeinhin bekannt als die Karneval-Fasching-Fassnacht-Hochburg ist. Und bei mir heißt es dementsprechend Fastnacht und man sagt Helau. Und dementsprechend war das mein ganzes Leben lang ein mehr oder weniger großes Thema, weil das halt irgendwie jedes Jahr passiert ist. In der Schule wurde das immer gefeiert, es sind Leute in Kostümen in die Schule gekommen, es gab dann hin und wieder mal eine Fastnachts-Disco. bommel: Und das auch wirklich so bis, also deine gesamte Schulzeit über, oder? kc: In der Oberstufe gab es es auch noch, also wirklich vom ersten Schuljahr an bis zur 13. Klasse, immer, jedes Jahr, überall. Und dann gab es immer Fastnachtsferien noch dazu. bommel: Ihr hattet Ferien? kc: Ja, also so einen beweglichen Ferienfeiertag, weil ich weiß gar nicht mehr, wie genau das ist, aber so am Donnerstag vor Fastnacht ist ja Altweiber-Fastnacht. Ja. Und das war tendenziell der Tag, wo in der Schule dann irgendwie gefeiert wurde. Und der Freitag danach war dann frei. bommel: Okay. kc: Und Montag und Dienstag waren noch frei. Und man musste erst am Mittwoch wieder in die Schule gehen. Und manchmal, oder ich glaube ein bisschen später zu meiner Schulzeit, ich weiß gar nicht mehr genau, wie das war, wurden dann irgendwie Winterferien eingeführt und die waren dann auch immer erst danach. bommel: Mhm. Er see. Wie oft hast du in deinem Leben mit einem aufgeklappten Regenschirm, den du umgekehrt gehalten hast, vor so einem Umzug gestanden und Unmengen an Bonbons aufgefangen? kc: Nullmal. Also Unmengen an Bonbons aufgefangen habe ich. Unmengen an Popcorn aufgefangen habe ich. bommel: Popcorn? kc: Ja, also zumindest in der Gegend, wo ich herkomme, ist das irgendwie das Ding gewesen. Hä? Verpackt oder? Das so kleine eingeschweißte Tütchen Popcorn, ja. bommel: Ah, okay. Ich dachte einfach so, so gepoppte Popcornkörner einfach so. kc: Ja, aber so, das war das Denken. Und ja, dann ist man immer mit zwei, drei Säcken losgezogen und hat dann das Zeug eingesammelt, was von den ganzen Karnevalsgesellschaften da dann abgeworfen wurde. bommel: Das war ja wirklich mein absoluter Traum als Kind. kc: In jedem Kaff gab es Fastnachtsumzüge in dieser Region. Das heißt, du konntest wirklich von Freitag bis Dienstag jeden Tag woanders hingehen und die Kamelle einsammeln. bommel: Boah, das ist wirklich mein absoluter Traum als Kind. Wirklich. Also heute mein absoluter Albtraum. Ich kann mir ja nichts Schlimmeres vorstellen, als da in so einem Karnevalsumzug zu stehen. Aber als Kind dachte ich wirklich, also da zu stehen mit einem Regenschirm voller Süßigkeiten, so muss der Himmel aussehen. Ich fand das so toll, als ich klein war. Ich komme ja aus Mecklenburg-Vorpommern und ich weiß, dass es da auch irgendwie so Karnevalsvereine gibt, irgendwie so hier und da. Aber so generell ist es nicht so ein Ding. Also bei mir hieß es halt auch immer Fasching und nach der Grundschule hat da nichts mehr stattgefunden. Das ist halt so ein Kindergarten-Grundschuldings wie gewesen und ich habe das geliebt. Ich habe das so geliebt, weil ich habe mich erstens unglaublich gerne verkleidet. Ich war ein sehr leidenschaftlicher Fliegenpilz. Ich war ein sehr, sehr leidenschaftliches Marienkäferchen. Ich war wirklich, also ich war so hyped. Und was ich ja immer geil fand, es war immer Disco. Es gab immer Musik. Damit kriegt man mich ja auch sofort. Und es wurde immer getanzt. Ich war das glücklichste Kind der Welt. Fasching war wirklich genau meins. kc: Ich fand diese Umzüge immer absolut schrecklich. Ich fand diese Discos, die in der Schule gemacht wurden, immer absolut schrecklich. bommel: Ich war immer die Person die die Disco gemacht hat. Ich habe richtig oft die Musik gemacht und so. Und dann stand ich immer so mit meinen Bravo-Hits-CDs da irgendwie vor so einem tragbaren Radio und habe immer schnell CD gewechselt und so. kc: Du hast Bravo-Hits gespielt und nicht Ballermann-Hits? bommel: Ja, natürlich. Ballermann-Hits hatte ich ja nicht. Damals hatte man ja noch CDs. Ich weiß, die Zeiten, die kennst du so nicht mehr. kc: Doch. bommel: Aber knapp. kc: Bei mir zu Hause gab es auch immer Ballermann-Hits-CDs. bommel: Ballermann? Warum? Nee, sowas. Nee, nee, nee. Also gut, meine Eltern sind halt eh ganz in einer anderen Musikrichtung unterwegs. Ich bin mit Metal groß geworden, bin ich auch sehr dankbar für, bin ich ehrlich. Deswegen, also bei uns zu Hause gab es immer eher so Schallplatten und so oder Konzertmitschnitte. Aber ich selber hatte dann schon eine beachtliche Sammlung Bravo-Hits und diverse Backstreet Boys-Alben. Aber Ballermann hat es nie in meinem CD-Regal geschafft. kc: Ja. Aber so als kleines Wesen allgemein zwischen den ganzen Erwachsenen bei diesen Umzügen fand ich auch nicht so geil. Und was ich jetzt erst im Nachhinein festgestellt habe, Die meisten von den Süßigkeiten fand ich auch einfach überhaupt nicht geil und ich habe die nur mitgenommen, weil man das ja so macht. bommel: Ja, das wäre mir wahrscheinlich auch so gegangen. kc: Ja, also diese Unmengen an Popcorn, die es da immer gab. Ich mag Popcorn ganz gerne, wenn das qualitativ Gutes ist, wo keine Kerne irgendwie drin übrig sind. Das ist ein Popcorn-Snob. Aber dieses Popcorn, das es da gab, war das halt gar nicht. Und da hatte man das immer zwischen den Zähnen und ich fand das immer furchtbar. bommel: Haben die das selber gemacht oder wurde das so eingekauft? kc: Ich glaube, das wurde eingekauft. Ich bin mir aber absolut nicht sicher. bommel: Stell dir vor du musst einfach als Karnevalsverein sitzen und dann da wirklich nächtelang mit so einer dämlichen Popcornmaschine und plopst es immer alles auf und tust dann immer so zehn von diesen Dingern in so ein kleines Tütchen. kc: Jedenfalls war das Produkt in den ganzen über 18 Jahren, die ich da gelebt habe, immer das Gleiche. Es war wirklich so eine eingeschweißte Tüte Popcorn, so lang wie ein Zeigefinger und so breit wie anderthalb Zeigefinger. Ja. Mit durchsichtiger Folie und da drin irgendwie schlechtes Popcorn mit vielen Kernen, mit vielen Schalen. bommel: Ich habe es, also man kann das so kaufen, Karnevalssüßigkeiten von Captain Play. Jetzt war es schon wieder Werbung, aber es ist egal. Das ist ja wirklich, also wenn ich dir mal was nicht so Gutes tun möchte, dann kaufe ich das. Das sind 100 Beutel mit jeweils 8 Gramm Popcorn. kc: Wow, wie viel kostet sowas? bommel: 12,99 Euro. Boah. Ja, wegen dem ganzen Plastik wahrscheinlich. Das ist ja wild. kc: Wenn du auch überlegst, wie viel davon abgeworfen wurde oder immer abgeworfen wird, das ist ja dann wahrscheinlich so ein Hunderterpaket innerhalb von drei Minuten. bommel: Das ist ein Online-Shop. Hier gibt es nur Wurfmaterial für Karneval. Das ist ja geil. Vielleicht wünsche ich mir einfach irgendwann mal zum Geburtstag oder so. Da lade ich alle meine Freunde ein. Ihr kriegt so eine Kiste und dann müsst ihr mich, stelle ich mich hier hin mit dem Regenschirm, ihr müsst mich mit Bonbons bewerfen, damit ich einmal die Experience haben kann, ohne auf den Karnevalsumzug zu müssen. Oh, da träume ich bestimmt heute Nacht von. kc: Ich glaube, das ist aber eine sehr andere Experience, weil der Target ist ja viel kleiner. Und wenn du dann da auf so einem Umzugswagen stehst und da Sachen in die Menge wirfst, da landet schon sehr viel weniger bei dir. bommel: Ja, das kann ich gut nachvollziehen. kc: Ich wollte immer die Chips haben. Manchmal haben sie Chips abgeworfen, aber das nur ganz selten. Auf 20 Tüten Popcorn kam vielleicht eine Tüte Chips. bommel: Das ist kein gutes Verhältnis. kc: Ja, das ist wirklich kein gutes Verhältnis. Und dann habe ich mich immer mit Menschen über die Chips gestritten. bommel: Oh, oh no. kc: Ja, und irgendwann, ich glaube, das letzte Mal, dass ich auf einem Fastnachtumzug gewesen bin, müsste so 2013 oder 2014 gewesen sein. Also es ist auch schon super lange her. Ich habe dann irgendwann damit aufgehört, weil mir einfach klar geworden ist, das ist mir zu viel. Das ist mir zu laut. Ich bin seltsam. Ich mag keine Kostüme. Und das hat man auch an den Kostümen gemerkt, die ich dann in der Schule immer anhatte, wo alle anderen sich irgendwie richtig krass viel Mühe gegeben haben, habe ich mir eine Minecraft-Creeper-Maske gebastelt und habe ein grünes T-Shirt angezogen und das war dann mein Kostüm. Und in dem einen Jahr habe ich mir einen Aluhut aufgesetzt und dann war ich Verschwörungspraktikerin. bommel: Das ist so, das bist so du, wirklich. Also ich kann mir eigentlich für dich kein perfekteres Kostüm ausdenken. kc: Aber das ist auch ein bisschen sehr cringe. bommel: Ein bisschen. Aber ich finde, es passt zu dir. Nicht wegen des Cringe-Faktors, sondern wegen des geringen Aufwands, wegen des witzigen Effekts und wegen der Idee generell einfach. kc: Ja, aber die Idee hat ja niemand verstanden. bommel: Das liegt ja nicht an dir. Das liegt ja auch nicht daran, dass die Idee schlecht ist. Die Idee ist ja super. kc: Ja, aber witzig fand das dann auch niemand, weil das hat ja niemand verstanden. bommel: Ja, weil die Leute keinen Geschmack haben, aber auch das ist ja nicht dein Problem. kc: Ja, aber ich fand es ja witzig. bommel: Ja, ich hätte es auch lustig gefunden. kc: Ja gut, aber so im Nachhinein weiß ich, weshalb ich da Außenseiterin gewesen bin. bommel: Wegen deinem Aluhutkostüm. Wie ist denn so deine Erfahrung mit so Behinderungen als Kostüme? Ich habe da vorher auch nochmal drüber nachgedacht und tatsächlich sind, Aber das kann auch sein, dadurch, dass es halt so ab der Grundschule irgendwie kein Thema mehr so war, ist sowas tatsächlich eigentlich eher was, was ich mit Halloween verbinde. Da halt auch gerade bei so Halloween-Kostümen ziemlich viel Erfahrung damit gemacht. Und das ist ja auch ein bisschen dem Anlass entsprechend vielleicht auch ein bisschen logischer, dass Leute sich einfach so Wunden schminken oder tatsächlich so tun, als hätten sie bestimmte Behinderungen wie für einen bestimmten Gruselfaktor oder irgendwas. Wie siehst du das in Bezug auf Karneval? Ist das da genauso ein Thema? kc: Ich glaube, es ist nicht ganz so groß, aber es kommt definitiv auch schon vor, dass Leute das irgendwie machen. Da eine kleine Observation, die ich gemacht habe in der Vorbereitung auf dieser Folge und wo ich auch immer mal wieder gucke. Also auf Amazon kann man Hilfsmittel in Anführungszeichen kaufen, also seien es irgendwie Rollstühle oder Krücken oder Blindenlangstöcke. Gerade bei den Blindenlangstöcken ist es zumindest so, ich weiß nicht, wie es bei Rollstühlen und bei anderen Sachen irgendwie ist, aber bei Blindenlangstöcken ist es so, dass das qualitativ wirklich schlechte Sachen sind, die du quasi nicht sinnvoll und sicher benutzen kannst. kc: Weil es gibt halt nur ein paar wenige Herstellende von solchen Sachen, die halt wissen, was sie da tun, das halt nicht nur irgendwie so aussieht. Ja. Und immer so vor Fastnacht/Karneval oder vor Halloween ist, ist die Verfügbarkeit davon quasi nicht mehr gegeben. Sonst gibt es da immer viele Angebote, die auch irgendwie über Prime verschickt werden können. Und ansonsten, wenn man auf Produktseiten drauf geht, ist Lieferverfügbarkeit von sowas erst wieder in drei, vier Wochen in solchen Jahreszeiten. Also es kommt, dass es so übel... Daran kann man halt sehen, dass das halt definitiv vorkommt, dass Leute sich solche Hilfsmittel kaufen, einfach um irgendwas darzustellen. Und manchmal liest man dann da auch Rezensionen, Dass Leute das irgendwie für eine Karnevalssitzung oder für eine Theatervorstellung oder irgendwie sowas kaufen, um eben diese Behinderung darzustellen. Ich glaube so Jugendbereich oder bei mir in der Schule jetzt so an sich war das kein großes Thema, dass man dann da irgendwie Behinderung dargestellt hat, aber da gibt es natürlich dann auch so Themen wie Blackfacing und solche Sachen, was man sich da sicher denken kann, dass sowas passiert. Das gab es. Aber ich habe jetzt keine Erinnerung daran, dass da irgendwie viel Wert auf Behinderung gelegt wird. Vielleicht liegt es aber auch an der Zeit. kc: Dass Leute damals schon eher so waren wie, ja, mach mal lieber nicht. Dann denken Leute, du bist komisch, wenn du was mit Behinderten zu tun hast. bommel: Inwiefern mit Behinderten zu tun? kc: Naja, wenn du eine Behinderung darstellst oder an Fasnacht, wo du ja tendenziell Sachen darstellst, die du irgendwie cool findest aus irgendwelchen Medien oder was weiß ich. Also so meine ich das, habe ich vielleicht ein bisschen seltsam ausgedrückt. bommel: Ich verstehe schon, was du meinst, dass sich so dieser Schock- und Gruselfaktor auch generell vielleicht eher Richtung Halloween verlagert dann im Zweifel auch. kc: Aber was ich da auf jeden Fall für Erfahrungen gemacht habe und jetzt kommt eine dicke Content-Warnung, also es gibt gerne irgendwie drei Minuten vor, geht um Bedrohung und um Waffen. Also so Spielzeugwaffen waren ein sehr sehr großes Thema also viele Leute haben irgendwie Sachen aus Western dargestellt oder Polizist*innen und das ging quasi immer mit Waffen einher, und mir ist es in meiner Schulzeit durchaus passiert, dass mir eine von diesen Spielzeugwaffen an den Kopf gehalten wurde und gesagt wurde, ja alle Krüppel müssen sterben. bommel: Das tut mir so leid. kc: Mir auch. bommel: Das ist so scheiße. Das ist auch einfach echt gar nicht okay. kc: Nee, also wirklich überhaupt nicht. Aber wenn du Leuten Spielgeräte gibst, die irgendwas tun, wenn das dann noch Kinder sind, die vielleicht nicht so richtig drüber nachdenken, was sie da eigentlich gerade machen, dann hast du halt solche Situationen, wo ziemlich doll deutlich wird, wie die Gesellschaft insgesamt mit Menschen mit Behinderung umgeht. Und es ging in dieser Situation wahrscheinlich nicht um mich, sondern es ging halt nur um den Fakt, dass ich halt in dieser Situation da war und irgendwie eine behinderte Person verkörpert habe. bommel: Ja, aber ja nicht, weil du es irgendwie lustig fandest oder so, sondern weil es halt deine Lebensrealität ist. Und auch das ist ja letztlich was, also das ist schon klar, dass Kinder sich da häufig nicht so viel bei denken, aber auch das, auch dieses Wording und auch diese Idee letztlich, die muss ja irgendwo herkommen. Und das wäre eigentlich ein guter Punkt, um in das Thema einzusteigen, wenn du da schon ready für bist. kc: Ja. bommel: Ich habe mir nämlich ein paar Sachen nochmal rausgesucht auch. Wir haben einen Bildungspodcast hier. Und tatsächlich habe ich auch nochmal darüber nachgedacht, weil ich glaube, du hattest es ja eben schon so gesagt, Kinder denken sich irgendwie nichts dabei. Und das ist ja auch häufig das Argument von Erwachsenen, so dieses, naja, was ist denn schon dabei? Es ist ja nur aus Spaß oder whatever. Ja, gefährlich ist es trotzdem. Genau und deswegen habe ich mich nochmal gefragt, warum macht man sich darüber überhaupt so viele Gedanken, wie Behinderung zum Beispiel auch vorrangig in Medien dargestellt wird. Und das Stichwort, mit dem man sich da am meisten befasst, ist Kultivierungshypothese. bommel: Das ist so eine Hypothese von einem Forscher, die letztlich besagt, dass vor allem Leute, die sehr viel Fernsehen, dass diese durch das Fernsehen kultiviert werden und dass sie die Welt dann vorrangig so sehen, wie sie im Fernsehen gezeigt wird, aber nicht so, wie die Welt tatsächlich ist. Also zum Beispiel wird Fernsehen deutlich mehr Gewalt gezeigt als real gegeben. Es werden deutlich mehr Tötungsdelikte gezeigt als real gegeben sind. Und deswegen nehmen Menschen die Welt auch als brutaler und gefährlicher wahr. Und das führt letzten Endes dann auch zu mehr Angst bei den betroffenen Personen. Und es gibt an dieser ganz ursprünglichen Studie, die sich mit dieser Kultivierungshypothese befasst hat, gibt es durchaus Kritik an der Methodik beispielsweise. Aber in der Wissenschaft ist es heutzutage Konsens, dass solche Kultivierungseffekte durch Medien belegt sind. Also es gibt über 300 Studien, die das belegen und deswegen gilt es heute als gesichert, dass Fernsehen und Medien zur Sozialisation von Menschen beitragen, auch wenn es nicht so der allergrößte Sozialisationsfaktor ist. Aber dieser Sozialisationsfaktor wird gerade dadurch besonders wirksam, dass wir dem halt alle ausgesetzt sind. Also wir alle konsumieren wie... bommel: Filme, Serien, Hörspiele, Werbung, was auch immer. Und deswegen ist es halt so extrem weit verbreitet. Und dementsprechend ist es dann halt auch so, dass wenn häufig sehr stereotype Darstellungen von behinderten Menschen in Medien erfolgen, dann werden bei Leuten dadurch halt auch vorhandene Stigma bestärkt oder überhaupt erst ausgelöst. Und das wirkt sich dann letztlich auch auf die Einstellung der allgemeinen Bevölkerung gegenüber Behinderten aus. kc: Oh, da kenne ich eine sehr, sehr gute Quelle, die sehr, sehr anschaulich zeigt, wie solche Dinge funktionieren. Nämlich von Tom Scott gibt es ein Video, wo er ein Experiment gemacht hat, wie Leute die Songtexte von Jingle Bells Batman Smells fortsetzen, weil es da einen extrem kulturellen Unterschied gibt zwischen US-Amerika und Großbritannien, wo dieser Song jeweils unterschiedlich fortgesetzt wird. Wird, bis in den 90ern dann irgendwann die Simpsons aufgetaucht sind und auf einmal ist die Verwendung in Großbritannien genau dieselbe wie in den USA. bommel: Aha. kc: Und er hat da richtig interessante Graphen und das können wir auf jeden Fall mal in die Shownotes tun. Ich fand das sehr, sehr eindrücklich, als ich das gesehen habe. Also ja, solche Sachen funktionieren auf jeden Fall. Ob das jetzt tatsächlich Einfluss von den Simpsons war, wie es in dem Video gezeigt oder dargestellt wurde, ja, wahrscheinlich debattierbar, wahrscheinlich methodisch mindestens schwach, aber der Effekt ist halt sichtbar. bommel: Ja, und was halt auch noch erschwert hinzukommt, ist, dass halt behinderte Menschen in dem Alltag von den meisten Leuten einfach gar keine Rolle spielen. bommel: Also es gibt so viele Menschen, die in ihrer Lebensrealität keinen wirklichen Kontakt zu Behinderten haben. Und warum ist das so? Na ja, klar, es sind halt einfach nicht KollegInnen von uns oder FreundInnen von uns, also von uns jetzt schon, aber so in der allgemeinen Bevölkerung. Eben weil für behinderte Menschen so krasse Parallelstrukturen geschaffen werden in eigenen Schulen, in eigenen Werkstätten, in eigenen Heimen oder was auch immer. Und deswegen ist halt einfach diese Aufteilung so groß. Und in Medien sehen die Leute dann halt irgendwie so, ja, okay, psychisch kranke Leute sind halt häufig irgendwie eine Gefahr für sich oder andere. Danke, Sebastian Fitzek. Oder andere Krimi-AutorInnen, wo dann der große Plottwist ist, oh mein Gott, die Person ist entweder trans oder psychisch krank und behindert. so. Und Menschen mit halt so Sinnes, Körper- oder Lernbinderung werden halt meistens irgendwie so, hilflos oder unselbstständig, mitleiderregend und so dargestellt, was halt häufig in diesen Inspiration-Exploitation-Part reingeht, über den wir ja schon gesprochen haben. Aber zum großen Teil im Zweifel auch als böse. Und da gibt es ein sehr... Also das ist stark auch durch Social Media gegangen. Da hast du sicherlich auch von mitbekommen. bommel: Da gab es diesen Film, Hexen Hexen heißt der. kc: Ich habe noch nie davon gehört. bommel: Ich habe davon nur gehört, weil es halt einfach in meiner Bubble damals unter dem Hashtag #NotAWitch total rumgegangen ist. Weil dieser Film Hexen daran erkenntlich macht, dass sie nur einen Zeh haben und drei Finger an jeder Hand. Und dann hat sich halt in der Bubble von Leuten mit so Handfehlbildungen dieser Hashtag NotAWitch so breit gemacht, weil es natürlich super viel Kritik daran gab. Weil in diesem Film sind Hexen halt auch die Bösen. Das ist ja nicht immer so aber in diesem Film geht es halt darum dass die Hexen alle Kinder auf der Welt auslöschen möchten indem sie sie in Mäuse verwandeln und, Und es war auch gezielt dafür da, dass Kinder halt Angst vor diesen Hexen haben und so. Und das sichere Erkennungsmerkmal, ob jemand eine Hexe ist oder nicht, war halt diese drei Finger an einer Hand und ein Zeh pro Fuß. bommel: Und das ging damals wirklich extrem rum. Es gab ganz viele Bilder, es gibt einen Beitrag von Die neue Norm. Zu dem Thema, da gibt es dann auch ganz viele Bilder, wo Personen sich halt auf ihre Hände dann geschrieben haben, #NotAWitch. Das war so ein Social Media Ding, dass Leute dann ihre Behinderung gezeigt haben und dann das damit verbunden haben. Genau. Und die Hauptrolle in dem Film wurde von Anne Hathaway verkörpert, die sich dafür auch entschuldigt hat. Und ich denke mir dann halt also dieser Film kam 2020 raus. bommel: Und ich finde das total krass, weil also das ist ein Warner Brothers Film und in der offiziellen Entschuldigung von Warner Brothers schreiben sie "It was never the intention for viewers to feel that the fantastical non-human creatures were meant to represent them" wo ich mir auch so denke, Warner Brothers geht's euch gut Also ihr versucht. bommel: Wesen dort als explizit non-human darzustellen. Und das größte Erkennungsmerkmal dafür ist, dass ihr ihnen Handfehlbildungen gebt. Also da muss man jetzt auch wirklich nicht tief in der Behindertenrechtsbewegung sein, um zu kapieren, dass das keine gute Idee ist und dass das ziemlich scheiße ist. Und das ist halt was, was unglaublich oft gemacht wird. Es gibt ja auch total viele Überschneidungen mit so, natürlich auch Rassismus, weil Bösewichte häufig schwarz sind oder vor allem auch Queerfeindlichkeit. Dann gibt es auch gerade in Bezug auf so Disney-Bösewichte auch super viel Input und Material drüber und vor allem auch Fettfeindlichkeit. Aber eben auch Behinderung ist einfach immer wieder zuverlässig dafür genutzt, dass Leute als böse gecodet werden. Und spannenderweise, du wirst es tatsächlich wissen, aber ich kann mir vorstellen, dass das nicht allen so bewusst ist. bommel: Häufig wird ja auch irgendwie gesagt, so ja, aber das sind ja auch private Filmstudios und bla und das können die ja dann selber entscheiden und das sind ja im Zweifel auch wirtschaftliche Entscheidungen, bla bla bla. Wir alle kennen die vermeintlichen Argumente, aber es ist tatsächlich ein Teil der UN-Behindertenrechtskonvention, dass behinderte Menschen das Recht auf eine angemessene und würdige Darstellung in den Medien haben. bommel: Das ist in Artikel 8 geregelt, da geht es um die Bewusstseinsbildung und da geht es halt darum, dass die Vertragsstaaten, die halt die UN-BRK, ja gut, das ist jetzt auch wieder die Frage, wie sind privatrechtliche Unternehmen daran gebunden, aber auch gerade wenn wir uns über so öffentlich-rechtliche Sender oder so Gedanken machen, spielt das ja schon eine Rolle so, dass halt innerhalb der Gesellschaft das Bewusstsein für Menschen mit Behinderung geschärft wird und dass vor allem Klischees, Vorurteile und schädliche Praktiken bekämpft werden und dass letztlich das Bewusstsein für die Fähigkeiten und den Beitrag von Menschen mit Behinderung, dass das halt auch gefördert wird. Und da sind die Vertragsstaaten tatsächlich auch angehalten, Medienorgane aufzufordern, Menschen mit Behinderung in einer dem Zweck dieses Übereinkommens entsprechenderweise darzustellen. Das fand ich eigentlich auch nochmal ganz spannend, dass es da tatsächlich auch irgendwie, ja, menschenrechtlich geregelt ist, dass das halt nicht einfach in irgendeiner Art und Weise so eine Privatentscheidung von Konzernen ist, sondern dass wir uns auch da mal wieder auf der Ebene der Menschenrechte bewegen und aus meiner Perspektive wir auch nicht weniger argumentieren sollten. Also es geht da halt um die Wahrung von Menschenrechten letztlich. kc: Ja. Also mir geht es auch gar nicht so wirklich in den Kopf rein, wie Leute bei sowas halt immer wieder dagegen argumentieren können. bommel: Verstehe ich auch nicht. kc: Und dann halt auch wie Warner hier zu sagen, ja, es war doch nicht unsere Intention, wir wollten das doch gar nicht. Ja, was man will und was man ausdrückt, sind halt unabhängig davon, wie es rezipiert wird. bommel: Zumal es tatsächlich bei dem Film auch irgendwie spannend ist, der basiert auf einer Buchvorlage und in dieser Buchvorlage gibt es tatsächlich so eine Liste von, woran Hexen zu erkennen sind und da ist gar keine Rede von Handfehlbildung oder so. Also auch da ist halt so, wenn man sich einfach irgendwie an das Material gehalten, dann wäre das gar nicht in irgendeiner Art und Weise passiert. Und man muss halt einfach immer noch sagen, das Thema Behinderung in Medien ist halt total unterrepräsentiert. Es gibt tatsächlich Studien, die dieses auch mal so untersucht haben. Und zwar haben die sich angeguckt, wie oft Behinderung in öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern in sogenannten Boulevard-Magazinen eine Rolle gespielt hat. Und zwar in 11 Prozent der Beiträge. bommel: Und in den Fernsehserien Tatort und Polizeiruf wurde Behinderung in etwa 14 Prozent der Folgen thematisiert. Das fand ich eigentlich auch ganz spannend. Und in so Daily Soaps ist es tatsächlich so, dass im Jahr 2014 im öffentlich-rechtlichen Programm behinderte Menschen nur in 5% der Szenen auftauchen und bei Privatsendern noch viel weniger, nämlich nur in 0,4% der Szenen. Und was ich aber auch ein bisschen lustig an den Studien finde, ist, man hat sich auch gar nicht angeguckt, was da gezeigt wird. Sondern es ist halt wirklich nur, also es geht auch nicht darum, welche Behinderung thematisiert wird oder wie die thematisiert wird, sondern nur ob. Und das ist halt auch so ein... So ein fucking oberflächliches Level, wie sich das angeguckt wird, das finde ich auch nochmal so ein ganz eigenes Thema. Weil letztlich, das haben wir glaube ich auch schon mal besprochen, man braucht halt einfach irgendwie so Studien und wissenschaftliche Erkenntnisse, um halt für bestimmte Dinge vernünftig argumentieren zu können, weil das ist grundlegendes Menschenrecht, für viele Leute einfach irgendwie scheinbar nicht ausreicht. Aber dann haben wir so eine Müllzahlen. bommel: Es ist ja schön, wenn einem Tatort in jeder Serie oder in jeder Folge im Zweifel eine behinderte Person vorkommt. Aber wenn das immer das Mordopfer ist, ist halt auch gar nichts geworden. bommel: Das ist so weird einfach. kc: Da habe ich auch noch eine Anekdote aus meiner Woche, denn ein großer Teil meines Hyperfokuses diese Woche bestand daraus, mich irgendwie mit den Gesetzen zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu befassen und mit dem Medienstaatsvertrag. Denn you heard it here first, ich werde eine Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht diesbezüglich einreichen, um da vielleicht irgendwie ein paar Dinge zu verbessern. Aber in keinem dieser Dokumente steht irgendwie drin, dass da Qualität gesichert werden soll. Sondern es steht einfach immer nur drin, es soll mehr gemacht werden. Und das ist halt als freiwillige Selbstverpflichtung zu sehen, also es werden da nicht irgendwie Quoten gesetzt oder Sanktionen gesetzt oder was immer, es wird keine Verpflichtung gemacht, es wird nur gesagt, ja mach mehr. Und das ZDF sagt in seiner Selbstverpflichtungserklärung für 2025 bis 2026 ganz eindeutig, ja, wir wollen auch KI benutzen. kc: Wo wir dann wieder bei einem großen anderen Thema sind, dass KI-Modelle natürlich auch Ableismus und gesellschaftliche Strukturen reproduzieren, wie sie sind. Und wenn sich diese Entwicklung halt nicht auf irgendeine Art und Weise umkehrt, wird sich die Mediendarstellung von Menschen mit Behinderung auch nicht großartig verändern, dass das besser ist. kc: Also ich hatte... In meinem Oberstufen-Biologie-Unterricht mal einen Vortrag über eine spezifische meiner Behinderungen gehalten und habe in dem Zug auch irgendwie nach Medienrepräsentation gesucht. Ich fand nix außer zwei. Die beiden waren Villains. bommel: Ja. kc: In Werken, die keiner kennt. bommel: Cool. kc: Und ist aber trotzdem so, dass diese spezifische Behinderung eine Prävalenz von ungefähr 10 pro 100.000 hat. bommel: Ja, das ist absurd. kc: Schon nicht so selten. Also selten, klar, aber man könnte erwarten, dass es irgendwie häufiger vorkommt. Und so in Vorbereitung auf diesen Podcast habe ich auch nochmal explizit geguckt, kc: was finde ich denn eigentlich an guter Repräsentation über Blinde. Und ich habe nichts gefunden, also zumindest von dem, was ich überhaupt schon mal gesehen habe. Ich weiß, dass es auf Apple TV eine Serie gibt, für die explizit blinde Consultants eingekauft wurden, die diese Serie beraten und mitgestaltet haben, wo es eine postapokalyptische Welt gibt, wo alle Menschen ihren Sehsinn verloren haben und halt alle irgendwie anders klarkommen müssen. Da ist halt die Blindheit nicht einfach da, sondern sie ist das Defining Feature dieser Gesellschaft. Also auch das vielleicht wieder irgendwie ein bisschen seltsam, weil ich glaube nicht, dass diese Serie großartig für Verständnis bei irgendwem sorgt oder für sinnvolle Repräsentation. bommel: Es ist halt wie der Plot-Device. Es ist halt keine alltagsnahe Repräsentation in dem Sinne. kc: Und alle anderen so wirklich populären Sachen, die ich finden konnte, nämlich so Toph Beifong oder Daredevil, was ja den meisten Leuten irgendwie ein Begriff sein dürfte. Die sind zwar blind, aber bei denen ist es allen so, dass sie auf die eine oder andere Art und Weise halt trotzdem sehen können und ihre Blindheit dementsprechend selten ein Problem ist. kc: Also Toph Beifong ist eine Erdbändigerin aus Avatar, der letzte Airbändiger, der letzte Luftbändiger. Ja. kc: Und sie kann quasi über ihre Erdbändigungsfähigkeiten ihre Umgebung erfassen, um dann vollständig dreidimensionales Bild zu bekommen. Sie springt auf Luftschiffen rum am Ende. kc: Sie lernt irgendwie... So was heißt sie lernt, sie kommt ohne Hilfsmittel zurecht, sie hat keinen Blindenführhund, sie hat keinen Langstock, was man irgendwie in unserer Gesellschaft jetzt hier irgendwie sehen würde. Ihre Struggles damit werden sehr wenig gezeigt. Sie wird "beschützt" von ihrer Familie, die nicht wollen, dass sie irgendwie rausgeht, aber sie kann das dann natürlich doch, weil sie das gelernt hat. Niemand weiß, dass sie das kann, sie muss es verstecken. Und ihre Voice Actor ist auch nicht betroffen, genauso wenig wie die Leute, die diesen Charakter geschrieben haben. Und ich finde das sehr interessant, dass ich ganz, ganz viele Beiträge von insbesondere blinden und sehbehinderten Leuten geschrieben habe, die Toph Beifong als tatsächlich eins der besten Beispiele für Medienrepräsentationen von Sehbehinderung und Blindheit herausstellen, einfach weil sie hat manchmal Probleme hat, ne? Wenn andere in eine Bücherei gehen, ist sie so wie, ja, ich bin ja blind, das ist doch jetzt scheiße. Oder wenn sie ein Plakat falschrum aufhängt, aber dann trotzdem sagt, ja guck, ich kann genauso Plakate aufhängen wie ihr. kc: Also wenn ihre Behinderung irgendwie vorkommt, dann ist es für sie ein Nachteil. Und diese Behinderung ist einfach nicht da. Und wenn sie nicht da ist, dann ist sie quasi dadurch wegkompensiert, dass sie es halt auf irgendeine Art, auf eine andere Art und Weise trotzdem kann. bommel: Mhm. kc: Und das gibt es halt richtig, richtig häufig. Und das finde ich so super schade, dass das nicht einfach mal irgendwie eine blinde Person einfach existieren kann. bommel: Ja, das ist es halt auch. Dieses einfach existieren und auch diese Balance eigentlich zwischen es spielt natürlich eine Rolle, weil es einfach im Alltag bestimmt Konsequenzen nach sich zieht. bommel: Und es ist aber nicht das Einzige, was diese Person ausmacht. Und was du ja auch noch angesprochen hast, gerade weil du meintest, so weder die Person, die den Charakter geschrieben haben, noch die Voice Actress, die waren betroffen, ist halt letztlich auch immer wieder dieses Thema Cripping Up. Also dass halt behinderte Rollen von nichtbehinderten SchauspielerInnen gespielt werden. Und das ist halt natürlich auch nochmal so ein Thema, wenn wir uns halt angucken, wie oft ist Behinderung repräsentiert, ist es einfach nicht irrelevant, auch zu schauen, durch wen wird Behinderung repräsentiert und ist das tatsächlich eine angemessene Alltagsrepräsentation. Weil letztlich muss man ja auch sagen, mir begegnet das immer wieder, dass Leute mit der Kritik an Cripping Up so ein Problem haben, weil die halt sagen, naja, aber wenn das halt ein richtig guter Schauspieler ist oder eine Schauspielerin, die sich da total gut in diese Lebenswelt einfühlen kann, dann ist das ja auch eine krasse Leistung. Und warum sollte man das dann nicht machen dürfen? Und da habe ich mir auch nochmal ein bisschen Gedanken drüber gemacht. bommel: Und da gibt es halt so mehrere Aspekte. Also zum einen ist es natürlich dieser Aspekt, dass es für behinderte SchauspielerInnen ohnehin sehr begrenzte berufliche Möglichkeiten gibt. Also wenn du eine blinde Schauspielerin bist, dann ist es nicht so ohne weiteres möglich, dass du eine sehende Person spielst. bommel: Beziehungsweise wie realistisch ist es, dass du als blinde Schauspielerin für eine sehende Rolle gecastet wirst. Und diese ohnehin begrenzten Möglichkeiten, die werden dann natürlich einfach immer noch weiter reduziert, wenn wir nichtbehinderte Menschen für behinderte Rollen casten. und. bommel: Das Problem ist nicht unbedingt primär das, dass Nichtbehinderten quasi jede Rolle zugetraut wird, sondern vor allem, dass behinderten Schauspielern eben nicht jede Rolle zugetraut wird. Und daraus resultiert dann halt einfach diese strukturelle Benachteiligung. Und deswegen wird das kritisiert. Und man muss ja auch sagen, dass wenn nichtbehinderte Schauspieler*innen behinderte Charaktere verkörpern, wird sehr, sehr häufig auf sehr stereotype Darstellungen zurückgegriffen. Und das stärkt dann am Ende natürlich auch Stereotype. Und das fällt nichtbehinderten Menschen natürlich auch nicht auf. Ich weiß noch, wir haben mal zusammen so eine Kinderserie geschaut und da kam dann eine blinde Person vor und du warst sofort, hast du gesagt, diese Schauspielerin ist nicht blind. Niemals würde jemand so einen Langstock benutzen und mir wäre das natürlich niemals aufgefallen. Das heißt, ich als nicht blinde Person, ich bin im Zweifel überhaupt gar nicht in der Lage dazu, irgendwie einschätzen zu können, ob das eine gute Repräsentation ist oder nicht. bommel: So, weil das, also klar, da ist eine blinde Person, die existiert blind in dieser Welt und ist mit einem Langstock unterwegs, aber für dich ist dieser Fall ja trotzdem keine Repräsentation gewesen. kc: Also es ging dann auch noch weiter in diesem spezifischen Medium, wo diese blinde Person überfallen war und dann dementsprechend das arme Opfer über die ganze Folge von dieser Serie hinweg gewesen ist, der irgendwie geholfen werden muss. Und natürlich ist sie aber am Ende die Ausschlaggebende dafür gewesen, dass irgendjemand anders gestellt werden konnte. Weil sie ist ja doch irgendwie toll. bommel: Ja, und das ist dann am Ende, muss man einfach ganz klar sagen, das sind keine Repräsentationen, das sind Karikaturen. kc: Ja. bommel: So, das ist halt irgendwie Klamauk. Und deswegen finde ich auch, also ich glaube, manche denken sich auch so, hä, wieso reden die erst über Behinderung als Kostüm und warum, wie kommen die jetzt auf Medien und so? Ja, aber das ist halt einfach ein Kostüm. So, Nichtbehinderte kostümieren sich als Behinderte und finden dann irgendwie in Medien statt. Und es gibt tatsächlich auch Studien, in denen man herausgefunden hat, dass besonders realitätsnahe Darstellungen von behinderten Menschen besonders vielversprechend für die Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung sind. Was irgendwie auch so ein bisschen logisch ist, aber ich finde das immer ganz nett, wenn es halt auch wissenschaftlich bestätigt ist. Und insofern ist es natürlich umso wichtiger, dass wir wirklich gute, Und auch nicht immer nur positive, aber einfach lebensnahe, alltagsnahe Darstellung von behinderten Personen haben. Und ich habe, also wenn du noch weitere Beispiele hast, können wir uns über die natürlich auch nochmal unterhalten, aber ich habe zwei Sachen mitgebracht, wo ich finde, wo das echt gut gelungen ist. Weil ich finde das auch nochmal, es gibt Trilliardenbeispiele, vielleicht ein bisschen übertrieben, aber vielleicht auch nicht, wo das einfach schlecht gemacht ist. Aber mir sind auch einfach so zwei, drei Sachen eingefallen, wo ich fand, dass das mindestens überwiegend richtig gut gemacht worden ist. kc: Ich glaube, dann würde ich vorher trotzdem ganz gerne noch mein letztes Beispiel, das ich vorbereitet habe, mit einbringen, weil das ist ein schlechtes Beispiel, das aber halt genau darauf aufbaut, was wir jetzt gerade besprochen haben. Ich habe neulich, aus welchem Grund auch immer, und ich mag die Serie absolut nicht, Breaking Bad geschaut, wahrscheinlich zum zweiten oder dritten Mal. Und darin gibt es einen Charakter mit Cerebralparese. Das ist der Sohn der Hauptfigur und der wird gespielt von R.J. Mitte. bommel: Ich dachte, das ist der Sohn von dem Bruder der Hauptfigur. kc: Nein. bommel: Das ist auch lange her, dass ich die Serie gesehen habe. kc: Das ist der Sohn von Walter White und der hat Cerebralparese. Und in der Serie ist das so dargestellt, dass er halt Sprachprobleme hat und dass er nur sehr schwer laufen kann und deswegen hat er immer Krücken. Und seine Persönlichkeit ist basically "ich mag Frühstück." Und das ist ja erst mal toll, weil dieser Charakter offensichtlich halt einfach nur da ist und trotzdem diese Behinderung hat, die so an sich in der Serie überhaupt keine Rolle spielt, bis sie es dann doch tut und der Schauspieler ist selbst behindert und hat diese Behinderung selbst. Jetzt ist es aber so, ich habe in Vorbereitung hierauf ein paar Quellen gefunden, wo gesagt wird und wo man auch ihn sehen kann, dass er in seiner Ausprägung der Cerebralparese überhaupt keine Einschränkung hat im Laufen. Das heißt, auch das seinerseits war nur eine Darstellung und was es bei ihm halt wirklich nur gibt, sind halt diese Sprachstörungen. kc: Kann man sich fragen oder kann man sicher debattieren, ob das jetzt vielleicht auch schon Cripping Up gewesen ist oder ob man dann vielleicht einfach jemand anders da hätte nehmen können. Wo es dann aber für mich tatsächlich irgendwie seltsam wurde, war irgendwann auch in der ersten Staffel schon, wo er wegen seiner Behinderung irgendwie beim Hosenkaufen negativ dargestellt wurde und irgendwie gehänselt und ausgelacht wurde. Das war halt einmal ein Problem Walter White ist da gewalttätig geworden, auch mit zum ersten Mal um seinen Sohn irgendwie da zu verteidigen und dann war seine Behinderung an sich irgendwie sehr lange kein Thema mehr, wo man vielleicht hätte hoffen können ja gut, dann ist das jetzt einfach so, ist der jetzt einfach so behindert bis seine Behinderung irgendwann wieder als ein Argument von Walter White, also der Hauptfigur auftaucht, warum es ihm so Scheiße geht und warum er bestimmte Dinge nicht machen kann, weil er ist ja eine Belastung für Walter White mit seiner Behinderung. bommel: Okay, Vater des Jahres auf jeden Fall. kc: Also Walter White generell Vater des Jahrtausends. Aber selbst wenn Aspekte hier irgendwie gut gemacht sind oder gut gewählt wurden, dass seine Behinderung in der meisten Zeit keine Rolle spielt, dass der Junge einfach Frühstück mag, gibt es halt trotzdem wieder diese Ausreißer von, ja, der Schauspieler überspielt seine eigene Behinderung, obwohl es irgendwie überhaupt keine Probleme für ihn sind, die für ihn realistisch sind. Und natürlich ist er in seiner Rolle der Figur das Problem für andere Figuren. bommel: Mhm. Ja, ätzend. Ich hänge auch wirklich immer noch so an diesem, dass er quasi, also ich meine, er hat ja eine Cerebralparese so und er hat ja offensichtlich bestimmte Einschränkungen dadurch. Warum hat man es nicht einfach dabei belassen? Dann frage ich mich dann auch immer, ist das so quasi so sein eigener Ableismus gewesen, dass er dachte, ja, okay, das muss jetzt noch krasser. Oder ist es tatsächlich einfach so, dass, keine Ahnung, die Regie am Ende zu diesem behinderten Jungen gesagt hat, so ja, sei mal noch behinderter, noch ein bisschen mehr behindert, was ja wirklich auch... Das wäre ja auch komplett absurd und ist ja auch nochmal, finde ich, dann letztlich so ein Missstand an sich. Da bist du Schauspieler mit einer Cerebralparese, wirst für eine Rolle gecastet und dann sind da vielleicht irgendwie Leute, die Dinge von dir verlangen, wo du halt dir denkst, ja okay, kann ich halt jetzt mitmachen. Oder kann ich halt sagen, nee, mache ich nicht und im Zweifel meinen Job hier riskieren. Weiß man, hat er sich dazu irgendwie geäußert? Hast du da irgendwas gefunden? kc: Das habe ich nicht rausfinden können, aber letztendlich ist es ja genau das Gleiche, weil am Ende, wenn es sein eigener Ableismus war, dann ist es natürlich die ganze Gesellschaft gewesen, die ihm das gesagt hat, verglichen zu nur die Regie hat es ihm gesagt und der Regie hat es die Gesellschaft gesagt. Aber fest steht, Breaking Bad ist geaired von 2008 bis 2013. Der Junge ist geboren im August 92. Dementsprechend war der da maximal 16 Jahre alt, als er angefangen hat, diese Rolle zu spielen. Und ich glaube, da ziehen noch ganz andere Dinge mit als nur seine Behinderung. bommel: Ja, das glaube ich. kc: Aber auch das, also von Leuten mit Cerebralparese wird das als gutes Beispiel angeführt. Und ich glaube, das ist letztendlich genau das Gleiche wie bei... Toph Beifong und der Blindheit. Ich finde die Serie und Toph insgesamt auch richtig cool. Avatar ist meine absolute Lieblingsserie, seitdem ich sie kenne. Ich liebe alles und ich liebe auch Toph, aber es gibt halt trotzdem teilweise gravierende Probleme mit der Darstellung der Behinderung von diesen Charakteren. Aber leider sind sie stellenweise wirklich das Beste, was wir haben. bommel: Ja. Absurd. Stellenweise echt, echt absurd. Ich bin sehr gespannt, was du zu den Beispielen sagst, die ich mitgebracht habe. Weil ich glaube, das sind Dinge, da wurde sicherlich auch nicht alles perfekt gemacht, aber ich finde, so von dem, ich meine, ich gucke ja auch nicht so unglaublich viele Serien, aber so von dem, was ich irgendwie konsumiert habe, sind das für mich so die prägendsten positiven Beispiele gewesen, die mir so im Kopf geblieben sind. Bist du soweit fertig mit deinem? Ich will dich da nicht abwürgen. Okay, dann gehen wir einfach mal über zu Positivbeispielen. Ist auch immer richtig schön. Ich glaube, du hast keine der Serien gesehen. Die erste Serie, über die ich gerne sprechen würde, ich glaube, die ist generell sehr, sehr unbekannt, heißt Raising Dion. Hast du die mal gesehen? kc: Nee, auch noch nichts von gehört. bommel: Da geht es um eine schwarze, alleinerziehende Mutter mit einem schwarzen Kind. Und das Kind ist Dion und der hat halt so gewisse Superkräfte. Also es ist schon so eine Superkraft, Superheldenumgebung quasi irgendwie. Und ich finde auch noch andere Aspekte an dieser Serie sehr, sehr gut gemacht irgendwie, weil er wächst natürlich einfach als schwarzer Junge in dieser Welt auf. Und das wird zum Beispiel auch thematisiert, was das im Zweifel für ein Struggle für seine Mutter ist, ihm irgendwie begreiflich zu machen, dass er halt nicht nur Dion ist, sondern dass er halt auch schwarz ist. Das nochmal parallel dazu, dass er dann irgendwie entdeckt, dass er da so Kräfte hat. Aber es geht mir gar nicht so sehr um Dion als Charakter, sondern es geht mir um eine Freundin von ihm, nämlich Esperanza, gespielt von Sammy Haney. Sammy Haney ist geboren mit Osteogenesis Imperfecta und ist, Absoluter Lieblingscharakter in dieser Serie, weil Esperanza einfach fucking iconic und sassy ist. Die ist einfach wirklich so ein Charakter und sie möchte eigentlich von Anfang an so mit Dion befreundet sein und er will das aber eigentlich gar nicht so richtig. bommel: Und sie hilft ihm aber die ganze Zeit halt auch so ein bisschen. Und es gibt halt auch so ein paar so, habe ich dir doch gesagt-Momente, weil sie halt Sachen irgendwie so checkt, die er halt noch nicht checkt und so. Und genau, es sind dann so Momente, wo Dion nicht zur Schule darf, weil er seine Kräfte nicht so unter Kontrolle hat. Und da hilft Esperanza ihm halt auch voll viel und sie ist dann so diejenige, die ihm halt so die Hausaufgaben vorbeibringt und so. Und ja, die beiden bauen halt einfach irgendwie dann so über diese Serie eine ziemlich cute Freundschaft miteinander auf. Und Dion baut sich dann halt auch so ein Superheldenversteck quasi so. Und Esperanza ist direkt so wie so, ja, das muss hier Rollstuhl-accessible sein, ist dir schon klar. Und er ist halt so ein bisschen so, ja, okay. Also er ist nicht so direkt Feuer und Flamme und so, weil sie ist halt ein unglaublich starker Charakter. Also sie überrollt ihn auch permanent, also nicht mit ihrem Rollstuhl, sondern halt so in ihrer Kommunikation und mit ihrer direkten Art und so. Und er macht es dann aber und sie kann dann einfach Teil davon sein und so. Und es ist irgendwie einfach schön zu sehen, wie die beiden so ihre Freundschaft zueinander entwickeln. bommel: Und was halt auch einfach total schön ist ist, Esperanza hilft ihm zwar sehr, sehr viel, einfach weil sie eine gute Freundin für Dion ist, aber das ist nicht alles, was sie tut. Sie ist ein komplett ausgeformter Charakter, der ein komplett eigenes Leben abseits von Dion hat und einfach auch Dinge macht. Sie entscheidet dann einfach irgendwie so ein paar Sachen so und dann muss er mit ihr dann auch so ein Science-Projekt da irgendwie machen und sowas alles und wird so eine richtige Vertraute für Dion. Und in der zweiten Staffel ist es dann tatsächlich auch so, dass ganz viel darum geht, dass, ich spoiler das jetzt so ein bisschen, aber dass Esperanza richtig hart Bock hat, in dem Schulmusical mitzuspielen und ihre Freunde dann dabei helfen, dass sie das halt schaffen kann. Und dann geht es halt auch voll viel um sie und ihre Angst, weil eigentlich will sie nur so eine kleine Nebenrolle. Sie will halt einfach nur mitmachen, aber sie kriegt dann die Hauptrolle und ist selber so komplett schockiert. Und dann geht es halt einfach so ein bisschen darum, wie sie damit auch umgeht. Und die ist einfach so, die hat so eine No-Bullshit-Agenda und ist einfach so straight und direkt und so witzig und so sassy. Ich liebe die einfach. Die ist richtig cool. kc: Das klingt wirklich cool. Ich glaube, ich muss das angucken. bommel: Ja, ja. Und sie ist auch, also sie setzt sich auch einfach so richtig für ihre Freunde ein und so. Und es ist nicht so, dass einfach alles geht oder so, weil natürlich sitzt sie halt im Rollstuhl so. Aber Dinge werden dann halt einfach für sie angepasst oder sie sorgt halt dafür, dass die Sachen angepasst werden und so. Und das ist halt irgendwie, finde ich, auch so eine schöne Art und Weise mit, es gibt Struggle, aber es ist nicht alles, was sie ausmacht und sie setzt sich für sich selber ein, sie setzt sich aber auch für ihre Freund*innen ein und ihre Freunde setzen sich auch für sie ein. Also das ist einfach auch so ein, ja, so wie ich das erinnere, ist schon ein bisschen her, dass ich die Serie gesehen habe. Ich habe sie nicht nochmal geguckt jetzt in Vorbereitung auf dem Podcast, aber es ist so ein Geben und Neben einfach. Und ich finde, das hat man, sieht man sehr selten, wenn behinderte Charaktere eine elementare Rolle spielen. bommel: Und tatsächlich, okay, kleiner Spoiler, wenn du ihn nicht hören möchtest, so musst du dir jetzt selber die Ohren zuhalten. Sie hat tatsächlich auch eine super Kraft, aber ihre Superkraft hat überhaupt nichts mit ihrer Behinderung zu tun, sondern einfach nur mit ihrer Persönlichkeit und das ist richtig geil. Das finde ich einfach richtig, richtig gut. Weil diese Superkraft, die sie hat, die ist komplett on character, aber nichts mit ihrer Behinderung zu tun. Und das weiß ich, das hat mich auch richtig gefreut. Das fand ich einfach richtig cool. kc: Das ist wirklich krass. Es freut mich, dass es doch noch solche tollen Beispiele gibt, denen du erzählen kannst. Wie bist du darauf gestoßen? bommel: Ja. Tatsächlich hatte ich damals einfach noch Netflix. Also es ist eine Netflix-Serie. Ich hatte damals halt einfach Netflix und es wurde mir halt so vorgeschlagen. Und dann fand ich das halt irgendwie so, hat mich halt einfach so ein bisschen gekriegt. Ein kleiner putziger Junge irgendwie, der dann so Superkräfte entwickelt und irgendwie so Freundys hat und da mit denen irgendwie so Sachen erlebt und so. Und es war dann insgesamt ein bisschen deutlich erwachsener, als ich am Anfang dachte, die Serie tatsächlich. Also es gibt auch noch ganz viele Plot-Aspekte, die ich jetzt noch gar nicht zur Sprache gebracht habe und so. Aber es ist ja auch ganz gut, wenn Leute die Serie selber nochmal gucken möchten. Genau, aber das war eher so ein Zufallsfund, so ein bisschen. Ja, ja. bommel: Was kein Zufallsfund war, war Sex Education. Ist auch eine Netflix-Serie. bommel: Und Sex Education habe ich damals angefangen, weil es auch viel um Queerness geht und so. Und das sind natürlich Sachen, das finde ich halt spannend. Und das interessiert mich einfach. Und ich finde, Sex Education ist auch eine Serie, die sehr, sehr viel sehr, sehr gut macht. Ich kann die Serie total weiterempfehlen, aber man muss sehr okay damit sein, dass viel über Sex geredet wird, auch viel über Genitalien geredet wird, dass auch viel Sex passiert in der Serie. Ich könnte sich vielleicht auch denken, wenn die Serie Sex Education heißt, aber das ist ja nicht für alle Leute so angenehm. bommel: Damit sollte man okay sein. Und es gibt in dieser Serie Sex Education einen Charakter, Isaac. Und der hat so ein paar Parallelen, finde ich, zu Esperanza. Also während Sammy Haney, die Schauspielerin von Esperanza, tatsächlich seit ihrer Geburt behindert ist, ist es bei George Robinson, also der, der Isaac verkörpert, anders. Der hatte einen Unfall bei einem Rugby-Spiel und ist seitdem Tetraplegiker und benutzt auch einen elektrischen Rollstuhl. Und es gibt, die Szene habe ich dir vorhin gezeigt, weil du die Serie nicht kanntest. Es gibt eine ganz für mich ziemlich beeindruckende Szene innerhalb von Sex Education, die sogenannte Feueralarmszene. bommel: Wir verlinken euch die auch mal in den Shownotes. Und da kommen ganz, ganz viele Sachen zur Sprache. Also man sieht quasi eine Schulklasse, wie sie in einem Raum sitzen und alle so still vor sich hinarbeiten. Und plötzlich geht ein Feueralarm los und alle verlassen halt diesen Raum. Bis auf eine Person, die ganz vorne sitzt, die gehörlos ist. Und die tatsächlich einfach nur bemerkt, dass um sie herum irgendwie Sachen passieren so. Und die Leute neben ihr aufstehen und gehen. Und sie geht dann einfach hinterher. Sie kommen dann, werden von ihrem Lehrer dann durch den Schulflur geführt und kommen an eine Treppe und sie kommen diese Treppe nicht runter, weil diese Treppe komplett zugestapelt ist mit Stühlen. bommel: Und im weiteren Verlauf der Szene erfährt man halt, dass Isaac das gewesen ist mit dem Verbarrikadieren dieser Treppe, weil diese Schule einen Rollstuhllift hat, der aber nicht funktioniert. Und er hat schon super oft wie das gemeldet und so weiter und kann jetzt an seinem Examen nicht teilnehmen, weil dieser Lift nicht repariert ist und weil er da nicht hinkommt. Und weil ihm halt keiner zuhört und er sich anders kein Gehör verschaffen kann, hat er halt diesen Weg gewählt, einfach den Feueralarm zu zünden und diese Treppe zu blockieren. Und dann gibt es dann so einen Austausch, wo dann auch jemand von der Schule dann meint, ja, das ist alles irgendwie so ein großes Missverständnis und so. Und ich habe ihren Namen vergessen, habe ich auch nicht recherchiert. Klasse vorbereitet wieder. Aber die gehörlose Person, die auch von einer gehörlosen Schauspielerin gespielt wird, das habe ich vorhin extra nochmal nachgeguckt, weil ich dachte, das wirst du mich fragen. bommel: Sie wird von einer gehörlosen Schauspielerin gespielt. Die tritt dann nach vorne und ist dann halt auch so wie, nee, das ist überhaupt gar kein Missverständnis. Ihr habt mich gerade auch einfach alle da sitzen lassen, obwohl ich nichts höre. Als ich kleiner war, habe ich mich noch mit British Sign Language verständigt, aber dann ab der weiterführenden Schule war das einfach keine Option mehr und es ist so fucking anstrengend, den ganzen Tag Lippen zu lesen und mich artikulieren zu müssen und so weiter und ihr macht euch einfach gar keine Vorstellung und aus dieser, Szene wird dann halt so ein schulweiter Protest, wo keiner der SchülerInnen mehr irgendwas macht, bis dieser Lüft nicht repariert ist und Isaac auch am Examen teilnehmen kann. Und auf der einen Seite kann man halt sagen, ist diese Szene natürlich so richtig voll auf die 12. Aber ich finde es irgendwie auch so passend, weil und das ist ja auch eine Erfahrung, die wir ganz oft machen, wenn man diese Forderungen und seine Bedürfnisse als behinderte Person eben nicht so radikal und voll auf die 12 tatsächlich formuliert und äußert, dann passiert einfach nichts. Und ich finde diese Szene einfach so beeindruckend. kc: Ja, ich finde das auch eine richtig krass tolle Szene, die das ein bisschen beschreibt. Aber letztendlich darf man da glaube ich nicht vergessen, dass es eine zutiefst aktivistische Szene ist. Und dass wenn sowas in echt gemacht, also in echt würde so eine Situation quasi überhaupt nie passieren. Weil wenn rausgefunden werden würde, dass der Behinderte das war, würde der wahrscheinlich eher ausgeschlossen von allem werden und weggeschickt werden, statt da irgendwie die Unterstützung von der ganzen Schule zu finden gegenüber den Einzelnen. bommel: Genau, das ist auch so eine Wir-hab-uns-alle-lieb-Schule. Das ist so ein bisschen hängt mit anderen Plotlines dieser Serie zusammen. Das ist eine Szene aus Staffel 4, also da ist auch schon sehr viel vorher passiert. Aber was ich an Isaac als Charakter generell mag, ist, auch da wieder, er ist halt einfach ein komplett ausgeformter Charakter mit Bedürfnissen. Der hat Hobbys, er fotografiert zum Beispiel super, super gerne und er verliebt sich und wird abgewiesen. Dann verliebt er sich neu und sie verliebt sich auch in ihn. Und das ist halt auch so eine ganz schöne Geschichte, wo auch die Geschichte zwischen Isaac und Amy sich so sehr langsam entwickelt und auch ganz viel zum Beispiel ihre Unsicherheiten im Vordergrund stehen, weil, Spoiler, Amy im Verlauf der Serie einen sexuellen Übergriff erlebt. bommel: Und danach ganz starke Schwierigkeiten hat. Und das ist so ein ganz bezeichnender Punkt eigentlich in der Beziehung zwischen Isaac und Amy. Weil Amy versucht diesen Übergriff über Kunst zu verarbeiten und Selbstausdruck zu verarbeiten. Und Isaac ist ein extrem künstlerischer Mensch. Also der malt, der fotografiert und so weiter. Und er bringt Amy ganz doll viel bei und stärkt Amy so total in ihrem Prozess und bringt ihr nicht nur so die Skills bei, sondern ermutigt sie total wieder zurück zu sich selbst zu finden und dieses ganze Geschehen zu verarbeiten. Und das ist so eine schöne Geschichte, wo auch seine Behinderung natürlich eine Rolle spielt, weil ich meine, es gibt auch. bommel: Amy ist einer meiner Lieblingscharaktere aus Sex Education generell, weil die ist sehr, man könnte sagen naiv, aber sie ist auch so sehr unbedarft und sehr, sehr offen. Und das macht irgendwie auch eine ziemlich schöne Dynamik, wo so sehr offen mit Themen umgegangen werden kann. Und deren Geschichte so mitzusehen und zu erleben, das war einfach unglaublich schön. Und auch da wieder so dieses seine Behinderung spielt natürlich eine Rolle, aber es ist bei weitem nicht alles, was ihn auszeichnet und es ist auch nicht immer nur ein Hindernis. kc: Ja, ich finde es schön, wenn es solche Repräsentationen gibt. Aber letztendlich über alles, was wir jetzt hier in dieser Folge Podcast besprochen haben, sind fiktive Werke. Lass uns doch nochmal ganz kurz einen Blick abseits dessen davon werfen, was irgendwie Realdarstellungen in Medien sind. bommel: Die Realität. kc: Die Realität. Weil die gibt es natürlich auch noch. bommel: Oh Mann. Okay. kc: Und in der Realität ist es natürlich ganz, ganz häufig so, dass wenn Menschen mit Behinderung irgendwo auftauchen, sie in der Funktion eines Betroffenen ihrer Behinderung auftauchen und über solche Themen reden, kc: was wir natürlich auch across Diskriminierungserfahrungen sehen. Also queere Menschen sind häufig da, um über Queerness zu reden oder schwarze Menschen sind häufig da, um über Schwarzsein zu sprechen. Was sich in den anderen Kategorien in den letzten Jahren aber deutlich entwickelt hat und insgesamt auch deutlich vielfältiger und diverser geworden ist. Also keine Ahnung, in der PULS-Reportage oder so haben wir jetzt eine schwarze Host. Sowas sieht man schon immer öfter, dass auch da Repräsentation irgendwie vorhanden ist und dass das da funktioniert, aber so im Bereich Behinderung existiert das eigentlich nicht. Oder wann hast du zuletzt beispielsweise mal eine Talkshow angemacht und da war eine behinderte Person zu Gast? Überhaupt. Und diese behinderte Person hat da nicht über Behinderung geredet. bommel: Da kann ich mich nicht dran erinnern. Immerhin muss man jetzt noch sagen, ich mache sehr selten Talkshows an, aber das ist ja nicht der Punkt. kc: Man kriegt ja doch tendenziell mal mit, wer da irgendwie zu Gast ist. Und das sind ja dann ganz überwiegend eben doch Menschen, die der Norm entsprechen, die Normschön sind, die irgendwie was anderes machen, die nicht auf solche Eigenschaften irgendwie runtergebrochen werden können. Und ich war jetzt in dieser Situation, das ist jetzt auch schon irgendwie zwei Jahre her, dass ich mal für eine Talkshow angefragt wurde, als ich die Redaktion gerade Gedanken gemacht hat, über das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz zu sprechen. Und die hatten da aber kein Bildmaterial, kein Videomaterial und so von mir gefunden und haben darum gebeten, dass ich denen das zuschicke. Und ein bisschen später haben sie dann bei mir angerufen und haben gesagt, nee, wir müssen die Einladung zurücknehmen. sind sie nicht telegen. bommel: Was? Das ist nicht dein Scheißernst. kc: Das war die Geschichte, wie ich und dieses Thema nicht in einer sehr angesehenen, weit verbreitenden Talkshow irgendwie stattgefunden haben. bommel: No fucking way. Leute wie Richard David Precht sitzen bei Markus Lanz und solche Leute erzählen dir, du bist nicht telegen? Leute wie Friedrich Merz sitzen im Fernsehen. Gut, der hat jetzt auch eine spezielle Funktion, aber der saß ja vorher auch schon mal im Fernsehen. kc: Ja, aber gut, ich kann halt nicht irgendwie sinnvoll Blickkontakt halten. Mein Kopf ist immer schief. Ich habe einen Nystagmus, das heißt, meine Augen zittern. Und scheinbar diese Redaktion, die dafür Leute gesucht hat, cares. Ich weiß nicht, warum sie das gesagt haben, aber solche Sachen kommen halt tendenziell vor. Und ich würde alles darauf verwetten, dass ich nicht die erste Person bin, bei der das überhaupt mal ein Thema gewesen ist. bommel: Die haben dir ernsthaft gesagt, du bist nicht telegen? kc: Ja, die haben es ein bisschen anders ausgedrückt. Und die haben gesagt, ja, sie sind nicht so fernsehgeeignet. Ich weiß auch die Formulierung tatsächlich nicht mehr, aber ja. bommel: Ey, also, dass sich Leute nicht schämen. Wirklich. Weißt du, ich schäme mich für jede Scheiße. Und Leute sagen solche Dinge einfach und schämen sich dafür nicht. Ich hoffe wirklich, es gibt irgendwo eine Person, die diese Mail geschrieben hat oder diesen Anruf getätigt hat, die nachts wach liegt und daran denkt und sich denkt, boah, Scheiße, was habe ich da gemacht? bommel: Wirklich, was wünsche ich dir? Und immer nasse Ärmel. kc: Das wünsche ich auch. bommel: Das ist ja so eine Bodenlosigkeit. kc: Tendenziell wäre das natürlich auch was, wo man gegen gerne irgendwie vorgehen wollte, könnte. Also man kann nicht dagegen vorgehen, weil welches Gesetz sollte da zum Tragen kommen, mit dem ich die irgendwie verpflichte, eine bestimmte Person in eine Talkshow einzuladen. Ja. Das funktioniert nicht. Und dann habe ich ja keinen Beweis letztendlich. Und ich kann jetzt mich natürlich hierhin, stellen und genau sagen, wer das war und von welcher Redaktion. Aber am Ende bringt das nichts, weil ich dann wahrscheinlich eine Klage am Hals habe wegen Verleumdung oder wegen Lügen, was weiß ich. Ja, voll. bommel: Und ich höre auch schon wieder Leute, die dann sagen so, ja, bei so einer Redaktion, die müssen ja auf ganz viele Dinge achten, vielleicht hat es ja in der Runde auch einfach nicht gepasst oder bla bla bla, wo ich mir auch so denke, ja, erstens hätte man das dann auch so sagen können und sagen können, okay, wir haben Gesprächs-Runde zusammengestellt und wollen den Fokus doch anders setzen oder whatever, was ja was anderes ist, so, als dir dieses Feedback zu deiner Person zu geben und auch da muss ich dann halt einfach irgendwie letztlich sagen, ich habe, Also ich beschäftige mich auch schon wirklich lange mit dem Thema Ableismus, aber so in meiner persönlichen Reise, was so die Beschäftigung mit sozialen Ungleichheiten angeht, kam Ableismus einfach super, super spät. Was, glaube ich, für sehr viele Menschen, die nicht betroffen sind oder nicht wissen, dass sie betroffen sind, so wahrscheinlich eine Erfahrung ist, die viele Menschen machen. Aber was wollte ich denn jetzt sagen? Ich kriege den Faden wieder, ich schwöre. bommel: Ich glaube, ah, genau. Und ich weiß auch noch, dass auch ich damals irgendwie so voll Berührungsängste hatte und irgendwie nicht wusste, wie kann ich eigentlich nach bestimmten Sachen fragen. Weil mich zum Beispiel ja nicht unbedingt interessiert, weiß ich nicht, was du kannst oder was du nicht kannst oder was dir schwerfällt oder nicht. Aber ich bin daran interessiert, dass ich zum Beispiel, keine Ahnung, wenn du mich besuchen kommst, dir ein Umfeld schaffe, in dem du gut sein kannst. Und das waren auch so Unsicherheiten, wo ich so dachte, wie frage ich sowas? Wie öffne ich so Gesprächsräume für sowas? Und ich kann verstehen, dass man damit Schwierigkeiten hat. Aber erstens ist es halt so ein Ding, wo ich mir so denke, ja, du musst es halt im Zweifel einfach mal machen. Und wenn du halt dann Fehler machst, ist es halt das eine, aber der Fehler sollte nicht sein, einer Person einfach zu erzählen, du bist nicht telegen genug. Und was man halt auch sagen muss. bommel: Sehgewohnheiten können sich halt auch ändern und deswegen lasse ich sowas halt auch immer nicht gelten, weil auch sowas ist einfach so durch unsere Umwelt geprägt, was wir gewohnt sind zu sehen, auch wen wir attraktiv finden und so. bommel: Das existiert alles nicht in einem luftleeren Raum. Das existiert alles in dieser Gesellschaft. Und umso wichtiger ist es einfach, dass behinderte Menschen auch eingeladen werden, auch wenn es vielleicht den Leuten erstmal eine Irritation auslöst, dass dein Kopf nicht immer gerade ist oder was auch immer. Aber diese Irritationen und Berührungsängste, die Menschen haben, die werden ja niemals abgebaut, wenn das einfach nicht stattfindet. Und dazu muss man ja auch nochmal sagen, das wäre ja auch eine gute Gelegenheit, Leute vor dem Fernseher mit Dingen zu konfrontieren, wo du der direkten Reaktion dann im Zweifel auch gar nicht so ausgesetzt bist. weißt du? Also dass Leute halt einfach mal sehen, dass es irgendwie nicht schlimm ist, wenn jemand irgendwie die ganze Zeit Kopfschief hält oder so, weißt du? Oder halt vor ihrem Fernseher sitzen und sich denken, was macht die da? Das ist ja komisch, irgendwie sich damit beschäftigen, aber nicht dir gegenüber sitzen und du das abfangen und abpuffern musst. Also auch da ist halt so, selbst wenn es Leute irritiert, dann irritiert es sie halt. So, also. bommel: Das ist ganz absurd. kc: Ja, also ich finde das auch richtig absurd, aber ich kann mir zumindest denken, dass da irgendwie auch so eine gewisse Schutzrolle versucht wurde einzunehmen von Seiten dieser Produktion. Dass gesagt wird, ja, Leute sehen das und sind danach irgendwie sehr erpicht darauf, mehr von den Personen, die da geredet haben, zu lesen. Und dann gucken die, was du so ins Internet geschrieben hast und dann schreiben die böse Dinge über dich. Mach mal lieber nicht. Das ist natürlich letztendlich was, was definitiv passieren könnte, wo ich auch definitiv eine Angst davor hätte. Aber diese Produktionen sind allesamt in der Rolle, das irgendwie ein Stück weit abzufangen und da Unterstützung zu bieten. bommel: Das und es ist ja auch immer noch eine Möglichkeit, dich auf den Pott zu setzen und zu sagen, pass auf, so und so sieht es aus. Wir würden da und damit rechnen als Reaktion auf diese Produktion. Das und das können wir dir an Unterstützung dazu geben. Das und das müsstest du selber irgendwie abpuffern. Kannst du dir unter diesen Umständen vorstellen, das zu machen. Und dann ist das halt einfach deine selbstbestimmte Entscheidung, ob du das eingehst oder nicht. Da brauchst du keine paternalistische Produktion, die sich irgendwie denkt, oh nein, die arme kleine Casey, die ist so squishy, die müssen wir retten und beschützen. Weil, I mean, ja, okay, Leute schreiben Scheiße über dich im Internet. Ja, hallo, du bist aktivistisch unterwegs. Leute schreiben Scheiß über dich im Internet. kc: Ja gut, das ist jetzt natürlich ein sehr, sehr großes Beispiel. Aber es gibt natürlich auch noch sehr, sehr viele kleinere, wo es dann irgendwie so einzelne Sachen betrifft, wo irgendwie die Darstellung nicht ganz super war. Auch da habe ich ein Beispiel aus meinem eigenen Leben. Ich war ja mal in der Tagesschau. Um da ein bisschen was zu sagen. Und ich habe eigentlich was ganz anderes gesagt. Und inhaltlich war es komplett anders, als was in diesem Tagesschau-Beitrag am Ende über mich gezeigt wurde. Es ging dann nämlich um künstliche Intelligenz und Behinderung. Und wir haben irgendwie eine halbe Stunde Interview geführt, also ich mit der Redakteurin. Und wir sprachen dann darüber, dass es irgendwie große Gefahren für Menschen mit Behinderung gibt, was irgendwie künstliche Intelligenz angeht, dass nicht alles so super ist, wie es aussieht. Und in diesem Beitrag sind dann natürlich nur die Sachen, wie KI irgendwie gut für mich ist, was irgendwie gut klappt. Aber ich habe natürlich auch sehr explizit gesagt, bitte sagt, dass ich blind bin. Das ist der Ausdruck, der für mich passt. Aber die Redaktion, die Tagesschau-Redaktion, die hat daraus dann sehbehindert gemacht und gesendet mit der Begründung, ja, dann wären ja Leute verwirrt. bommel: Wann wären Leute verwirrt? Ich bin jetzt verwirrt. kc: Ja, Leute wären verwirrt, wenn ich da so stehen würde und man nicht sehen würde, dass ich blind bin. Aber trotzdem gesagt wird, dass ich blind bin. bommel: Ja, lasst doch die Leute verwirrt sein. Was ist denn mit euch? kc: Lass doch die Leute verwirrt sein von solchen Dingen. Das ist doch überhaupt kein Problem. Das Ziel ist es doch, Leute daran zu gewöhnen oder Leute daran heranzuführen, dass Menschen eben genauso einfach stattfinden. Und Blindheit und Behinderung, ich bin schon froh, dass sie nicht seh-beeinträchtigt gesagt haben, überhaupt mal so präsent zu bekommen, dass das in einer 20 Uhr-Tagesschau stattfindet. Das ist die Nachrichtensendung, die in diesem Land, lass mich nicht lügen, aber mit Sicherheit über 5 Millionen Leute sehen. Und in solche Sendungen gehört Behinderung einfach als was ganz Normales. Und also hätte in diese Sendung auch das gehört, was ich Negatives darüber zu sagen hatte, was ich gesagt habe, inklusive der selbstgewählten Sprache. bommel: Ja, das ist auch einfach richtig peinlich, weil da denke ich mir dann auch so, ja und dann sind Leute halt verwirrt und schreiben halt irgendwo einen Facebook-Kommentar und sind so wie, die ist ja gar nicht blind, die ist ja höchstens sehbeeinträchtigt oder irgendwas so. Ja, aber dann kann man darauf halt aber wenigstens reagieren und dann kann die Tagesschau da einmal einen Kommentar drunter setzen und sagen, ja, Casey Kreer ist blinde Aktivistin, das ist eine selbstgewählte Bezeichnung, bla bla bla bla, hier ist mehr dazu. Und dann sind Leute ja sogar irgendwie informiert. Dass das nicht unbedingt bei den Leuten ankommt, das ist ja nochmal auf einem ganz anderen Level so. Aber da kannst du ja manchmal auch einfach nichts tun, weil es gibt ja auch einfach Menschen, die wollen das nicht verstehen. Aber ich finde das so krass, dass man Leute überhaupt so von Anlässen fernhält, sich überhaupt mit diesem Thema beschäftigen zu müssen. Das finde ich auch wirklich gar nicht okay. kc: Und ich habe noch ein Beispiel, das auch jetzt gerade wieder sehr aktuell ist. kc: Es laufen ja gerade die olympischen Winterspiele und im Anschluss danach wird es die paralympischen Winterspiele geben, wie das bei olympischen Spielen halt so ist, wo sich dann irgendwie behinderte Leute messen in vielen Sportdisziplinen und das ist alles ein bisschen anders als die großen echten in Anführungszeichen Olympics, wo wir halt auch wieder diese Unterscheidung haben. Bis vor ein paar Jahren war das so, dass das in den Medien quasi überhaupt nicht stattgefunden hat, dass man halt drüber geredet hat, ja Paralympics, da sind jetzt ein paar Behinderte, die machen Sport. Das ist zum Glück nicht mehr so, aber das ist so jetzt wahrscheinlich die größte Veranstaltung auch in den Medien, wo Menschen mit Behinderung eine Rolle spielen, die sie selbst sind, die sie selbst zeigen. Und das ist dann natürlich wieder eine Kategorie körperliche Leistungsfähigkeit, wo wir wahrscheinlich auch nochmal mehrere Folgen drüber führen könnten. Wo das von der Gesellschaft dazu genutzt wird, um sich daran in Anführungszeichen zu ergötzen. bommel: Ja, und was ich auch jedes Mal zu den Paralympics lese, sind irgendwelche Jürgens, die der Meinung sind, gegen die Behinderten bei den Paralympics könnten sie auch gewinnen. Bruder, nein, das sind fucking Leistungssportler. Das kannst du nicht gewinnen. Es sind LeistungssportlerInnen. So, wo ich mir auch jedes Mal denke, sag mal, also und vor allem, also da reicht es ja, wenn ich mir zwei, dreimal irgendwie einen Auszug aus irgendeiner Sportart da angucke, nichts kann ich da gewinnen, wirklich gar nichts. kc: Ja, und immer um solche Ereignisse, also Olympische Spiele, Fußball-WM und so, gibt es natürlich auch immer weiter irgendwie gesellschaftliche Events, seien es irgendwie Weltmeisterbrötchen oder so. Und auch ein ganz aktuelles Beispiel, die Deutsche Bahn hat die BahnCard Gold vorgestellt. Das ist eine Probe BahnCard, die gilt für drei Monate. Die konntest du dir bis zum Start von den Olympischen Spielen kaufen. bommel: Ich bin jetzt schon sauer, weil ich habe so eine Ahnung, was du gleich sagen wirst. Und wenn du das sagst, bin ich sauer. kc: Und bei dieser BahnCard ist es so, dass jedes Mal, wenn eine Person aus Deutschland bei den Olympischen Winterspielen eine Goldmedaille gewinnt, darf man am Tag darauf kostenlos mit den Zügen der Deutschen Bahn fahren. bommel: Ja, und das wird für die Paralympics ja sicherlich auch gelten, korrekt? kc: Natürlich nicht. bommel: Ich hasse alles. Was ist das für eine Scheiße? Was soll denn das? Wie respektlos auch einfach. Das ist ja wohl so fucking easy. kc: Ja, also es wäre an dieser Stelle tatsächlich schon sehr, sehr einfach, das halt einfach auch zu machen. Das würde halt Leute dazu zu prompten, dieses Ereignis zu verfolgen, sich ein bisschen wenigstens mit Behinderung auseinanderzusetzen und zumindest in diese Richtung zu gucken. Also solche Sachen haben natürlich eine große gesellschaftliche Auswirkung. Aber wenn wir alles, was mit Behinderung zu tun hat, eben immer wieder als so extra und als so abgeschirmt betrachten, wie das halt bei solchen Sachen hier immer wieder passiert - ich verstehe es nicht. Warum sind paralympische Events nicht einfach mittendrin? Warum ist es nicht ein großes Olympia? bommel: Ja. Das ist so ätzend. Ich empfinde das wirklich als sehr, sehr respektlos. Weil das ja so klar ist einfach, dass so stark zwischen behinderten und nicht behinderten SportlerInnen unterschieden wird. Und ich kann, auch wenn jetzt irgendeiner denkt, na ja, aber das sind ja auch wirtschaftliche Entscheidungen, das muss die Bahn sich ja auch leisten können. Mein Gott, wie viele Leute werden diese Bahncard haben? Wie viele Goldmedaillen wird es schon geben? Also das ist halt dann... kc: Und wie viele Leute haben dann an dem Tag danach, weil das meiste davon ist ja unter der Woche, auch Zeit, randomly Zug zu fahren. bommel: Ja, voll. Und dann, ja, ganz ehrlich, dann ist es mir lieber, es gibt eine Freifahrt für jede zwei Goldmedaillen und die Paralympics sind mit drin, als dass die Bahn sagt, jede Goldmedaille und die Paralympics sind nicht mit drin. bommel: Und wir reden auch immer noch von einem Großkonzern. So. Also, nee. kc: Letzten Endes, um das auch noch mal ein bisschen in weiteren Kontext zu tun, wir reden nicht nur von einem Großkonzern, sondern wir reden von einem Großkonzern, der jedes Jahr eine ähnliche Anzahl an Bahncards absetzt. Weil die Leute, die eine Bahncard brauchen, tendenziell schon eine haben. Für die das irgendwie sinnig ist für die es überhaupt in Frage käme Bahn zu fahren und dementsprechend ist das ein Treue-Angebot für die Leute, die wahrscheinlich jetzt ihre Bahncard verlängern müssten, dann aber sehen oh da gibt es eine coole Werbung jetzt bleibe ich bei der Bahn Kund*in. Naja. bommel: Ja, es könnte manchmal so einfach sein, auch einfach ja weiß ich nicht, so kleine Signale zu senden. Ja. Es ist auch so ein ätzendes Gefühl, dass man irgendwie, weißt du, du sagst nur Bahncard und Olympia. Und ich wusste genau, worauf das hinausläuft. Das ist doch scheiße. kc: Ja gut, so funktioniert unsere Gesellschaft. Gut, ich glaube, wir haben jetzt einen sehr, sehr großen Blick auf alle möglichen Medien und gesellschaftlichen Ausformungen geworfen, insbesondere im Karneval. Hast du noch was, womit du diese Folge dann gerne abschließen möchtest? bommel: Nee, ich bin einfach nur sauer. Sauer und schockiert und hungrig. Aber ja, was ich halt schön finde, ist, dass ich finde, insgesamt merkt man schon stellenweise, dass sich ein bisschen was tut. Und es ist halt, finde ich, ganz cool, dass man überhaupt... Eigentlich finde ich es richtig cringe. Ich wollte gerade sagen, es ist so schön, dass man überhaupt positive Beispiele findet. So, nee, nee, es ist nicht genug. Punkt. Es ist einfach nicht genug. kc: Vor allem auch verglichen mit den Massen an schlechten Sachen. Ja. Wir sind weit davon entfernt, dass es gut genug ist, um einzelne Sachen wirklich dafür anzuerkennen, ohne sie spezifisch herauszuheben als, du bist gut, nur weil du drei Dinge richtig gemacht hast. bommel: Und Behinderung ist einfach so ein großes Thema innerhalb der Gesellschaft. So viele Menschen sind von Behinderung betroffen und die haben es einfach auch verdient, eine Rolle zu spielen. Überall, in der Gesellschaft, bommel: im Sport, in den Medien, egal wo. kc: Ja, nicht nur eine Rolle zu spielen, sondern einfach zu sein. Ja, ja. bommel: Also ja. kc: Ja. bommel: Ich glaube, das ist für mich synonym. kc: Falls das metaphorisch verstanden wurde, habe ich es jetzt klargestellt. bommel: Ach so. Ah, ja. Okay, ich verstehe. ja, nein, sie sollen genau einfach sie selber sein. kc: So. bommel: Du hast vollkommen recht. Diese Brücke zu eine Rolle spielen, habe ich gerade gar nicht gemacht. Das ist so, man sagt das halt so. kc: Aber gerade wir als Autist*innen müssen natürlich ständig Rollen spielen. bommel: Ja. Du sagst das. Heute spiele ich nichts mehr außer Pizzaröllchen. kc: Heute spiele ich nichts mehr außer Blumenkohl. Auch gut. bommel: Dann wünsche ich dir einen guten Appetit und hoffe, dass wir jetzt niemandem irgendwie so beim Einschlafen oder so nochmal Hunger gemacht haben. kc: Falls doch, könnt ihr das uns sehr, sehr gerne schreiben oder ihr schreibt uns, was ihr selbst für Erfahrungen mit Medien gemacht habt, wo ihr vielleicht irgendwie was gesehen habt, wovon ihr sagen würdet, ach, das war ja ganz schön. Oder wo ihr was gesehen habt, wo ihr gesagt habt, ach, das ist ja richtig scheiße. Schreibt uns das gerne entweder als Kommentar unter die Folge auf all-glitches-welcome.de oder per Mail an glitches@conesible.de Das ist wie immer c-o-n-e-s-i-b-l-e . de und darüber freuen wir uns sehr. Ihr könnt uns auch auf Social Media folgen oder ihr gebt uns eine und ihr gebt uns eine Bewertung bitte in den verschiedenen Podcast-Portalen. Da sind wir sehr, sehr glücklich. Und wir haben einen Discord-Server, der ist in den Shownotes. Wir reden da wann anders noch mal ein bisschen spezifischer. bommel: Eigentlich voll die große Ankündigung. Es ist auch gerade, wo du quasi die Abmoderation angefangen hast, ist dir das eingefallen, dass du dachtest, wir haben einen Discord-Server. Ja, wir haben einen Discord-Server. Vielleicht reden wir dann in der nächsten Folge noch mal mehr darüber, aber ihr könnt ihn joinen. Genau, und könnt auch Teil der All Glitches Welcome Community werden. kc: All Glitches Welcome Familie. bommel: Oh mein Gott, bitte nicht. kc: Ja, und auch für diesen Discord gilt All Glitches Welcome. bommel: Yes, bis zum nächsten Mal. kc: Bis zum nächsten Mal, tschüss.