kc: Bommel, wofür steht denn All Glitches Welcome? bommel: Ja, also ich meine, der Titel war eigentlich ursprünglich eine Idee von dir, aber der hat tatsächlich sofort Anklang bei mir gefunden, einfach weil das so eine schöne Doppeldeutigkeit hat. Also zum einen könnte man ja sagen, Glitches sind halt behinderte Menschen selbst, die in irgendeiner Art und Weise, das wäre jetzt auf Deutsch sehr merkwürdig, aber gestört sind irgendwie in dem Sinne, dass sie nicht der Norm entsprechen, dass sie einfach in irgendeiner Art und Weise anders funktionieren als sehr viele andere Menschen. Aber, und die Bedeutung gefällt mir eigentlich noch viel besser, ein Glitch ist ja eine Störung und behinderte Menschen sind ganz oft so Systemstörer. Ich meine, das ist ja auch was, was uns immer wieder irgendwie nachgesagt wird. Wir sind ein bisschen anstrengend, ein bisschen nervig. Alles funktioniert nicht so, wie es immer funktioniert, sondern man stellt so Systeme tatsächlich irgendwie auf die Probe. Und deswegen finde ich, passt der Titel so gut. kc: Das ist eine richtig gute Erklärung. Danke dafür. [Intro] kc: Hallo Bommel. bommel: Hallo Casey. Na, wie geht's dir heute? Müde, müde und kalt. Wie geht's dir? kc: Ja, ich glaube nicht anders. bommel: Frech. kc: Ja, und damit herzlich willkommen zur ersten Folge All Glitches Welcome. bommel: Zur nullten Folge. kc: Stimmt, zur nullten Folge. bommel: Die allernullteste der allernullten Folgen, die jemals existiert haben. kc: Auf hoffentlich viele Folgen, die da noch kommen werden. bommel: Ja, ich bin auch gespannt. Ich bin sehr, sehr gespannt. kc: Ja, schau mal mal, wie lang das ein Projekt ist, an dem wir zehren. Also ich glaube, in unseren beiden Köpfen ist das gerade so ein Riesending und wir machen das jetzt für die nächsten Jahre erstmal so weiter, oder? bommel: Ja, bis zur Rente, was bei mir ja bedeutend früher eintritt als bei dir. kc: Ja, okay, wir haben ein bisschen den Running Gag, kann ich gleich am Anfang erklären. Ich bin extrem jung und bommel ist quasi sowas wie ein Großelternteil. von mir. bommel: Also eigentlich ist der Running Gag nicht, dass du extrem jung bist, sondern der Running Gag ist, dass ich extrem alt bin. Okay, gut, so rum geht es natürlich auch. Dass du extrem jung bist, quasi ein Baby. Das ist einfach nur die logische Konsequenz daraus. kc: Ja gut, aber in der Realität sind wir ja nicht mal zehn Jahre auseinander. bommel: Ja, das stimmt. Aber es ist trotzdem ein Generationsunterschied, oder? kc: Ja, also ich bin irgendwie so an der Grenze zwischen Gen Z und Millennial und du bist halt noch vollkommenes Millennial. bommel: Ja, das kann ich leider auch wirklich nicht von mir weisen. Also jedes Mal, wenn sich Leute im Internet über Millennials lustig machen, dann haben sie recht. kc: Das Gleiche kann ich wahrscheinlich auch über Gen-Z-Menschen sagen, wobei da glaube ich häufiger vorkommt, dass irgendwelche Männer Kommentare machen wie, ach Gen-Z ist ja so faul, die wollen ja alle nicht mehr arbeiten. bommel: Ja, aber also wenn man danach geht, glaube ich, werden seit Hunderten von Jahren die Generationen immer und immer fauler. Und nie hat es gestimmt. kc: Ja, nur bewusster. Okay, aber wir können ja gleich mal in den Podcast einsteigen. Wer sind wir denn eigentlich? Vielleicht sind ja hier Leute dabei, die uns nicht kennen oder nur jeweils eine Person von uns. Wer bist du, Bommel? bommel: Oh Gott, direkt die existenziellen Fragen. Wer bin ich eigentlich? Naja, nee, also ich bin Bommel und ich glaube, ich meine gut, wir haben uns ja vorher Gedanken darüber gemacht, was wir erzählen wollen und da war klar, wir werden uns auch vorstellen müssen und schon da fand ich es schrecklich. Kann ich nachvollziehen. bommel: Und mir war auch da schon klar, egal wie viel ich mir aufschreibe oder überlege, was ich hier sagen werde, ich hätte definitiv die Hälfte vergessen. Aber vielleicht ist das doch gar nicht so schlecht, weil das hält dann so, das sage ich mir dann einfach, hält so ein bisschen die Spannung oben. Das heißt, man kann uns quasi während des Podcasts auch noch kennend lernen. Also alles, was ich jetzt über mich vergesse zu sagen, ist quasi intentional, um irgendwann nochmal für so kleine Überraschungsmomente zu sorgen. Ich bin Bommel. Vielleicht erstmal so ganz basic zu mir. Ich bin weiß, ich bin queer, ich bin neurodivergent, also ich bin autistisch. Ich glaube, das sind so basic Facts, die vielleicht auch für den Podcast einfach relativ relevant sind und werden. Ich bin behindert. Was durch den Autismus zustande kommt, da können wir ja vielleicht auch noch mal drüber sprechen, weil das ist tatsächlich auch was, was ich in letzter Zeit sehr, sehr oft lese, dass ADHS und Autismus nicht zwangsläufig Behinderungen sind. Und da würde mich auch deine Meinung und deine Perspektive interessieren tatsächlich. Ich habe dazu nämlich auch ein paar Gedanken. Aber wir wollen ja heute gar nicht so tief inhaltlich einsteigen. Also, ich streame seit vier Jahren oder so, glaube ich. Vier, fünf Jahren mittlerweile auf Twitch. Ich habe in einem anderen Projekt angefangen. Mittlerweile streame ich alleine. bommel: Und genau, ich spreche da auch viel über Themen von Intersektionalität, über sehr konzentriert auf Ableismus, viel über den aufstrebenden Faschismus. Sowohl in Deutschland als auch in US-Amerika, wobei Deutschland da mein Fokus ist, was das angeht. Genau, und in letzter Zeit gibt es aber auch wieder sehr viel mehr Gaming-Content, was ein bisschen mit meiner aktuellen Situation zusammenhängt. Ich bin nämlich gerade in so einer Phase, wo es mir insgesamt nicht ganz so gut geht. Da können wir sicherlich auch im Podcast an der einen oder anderen Stelle nochmal drauf eingehen. Und deswegen ist das auch alles im Moment relativ unregelmäßig und ich freue mich total darauf und darüber, dass wir den Podcast haben als Projekt, wo ich auch mal ein bisschen Arbeit wieder reinstecken kann in dem Sinne, dass es hier halt auch noch mal mehr inhaltliche Arbeit ist. Da freue ich mich drauf. Fällt dir irgendwas ein, was ich vergessen habe, wo du sagst, das muss man über Bommel wissen, sonst kann man nicht diesem Podcast folgen? kc: Also ich glaube, um diesem Podcast zu folgen, hast du alles Relevante gesagt, aber vielleicht noch was zu deinem Bildungshintergrund. Das ist ja auch sehr spannend vielleicht. bommel: Ich weiß gar nicht, ob das so spannend ist. Aber ja, ich habe mal mit Psychologie angefangen, lang, lang ist es her. Das habe ich so ein paar Semester vor mich hin studiert, habe ich aber nicht beendet, aus ganz verschiedenen Gründen. Ich habe dann Lehramt studiert mit Germanistik und Anglistik als Nebenfächer, habe dann insgesamt den Master of Education gemacht und habe dann auch noch ein bisschen Erziehungswissenschaft so studiert, habe das aber wegen einem Job dann auch alles nicht so richtig beendet. Das heißt, was ich hier in der Tasche habe, ist der Master of Education und ein bisschen was aus so Germanistik-Anglistik, wobei ich auch da sagen muss, ich habe mich extrem viel mit Sprache beschäftigt und einen ganz großen Bogen um Literatur gemacht. Also da, wo ich mich um Literatur drücken konnte, habe ich das getan, habe dementsprechend wirklich unfassbar viel in Linguistik gemacht. Und das ist so ein bisschen mein fachlicher Hintergrund. Ich habe dann bis auf während meiner Studienzeit darüber hinaus dann aber nicht weiter in der Schule gearbeitet, sondern bin danach abgerutscht in die Unternehmensberatung. Ich habe das ein paar Jahre gemacht. bommel: Und ich sage mal so, es war... Ein Sprung von einem schwierigen System in ein anderes schwieriges System, die auch unterschiedlich schwierig gewesen sind. Ich habe viele Erfahrungen gesammelt, das ist auch ganz toll. Aber ich sage mal so, Unternehmensberatung ist so mittelmäßig der Bereich, in dem ich mich zukünftig auch sehe. bommel: Bin ich auch ehrlich, ist halt mit meiner politischen Haltung tatsächlich auch schwierig einfach. Ich meine, das ist kein Geheimnis, das wird auch einfach in dem Podcast sehr oft auch zur Sprache kommen. Ich bin nicht der allergrößte Fan von Kapitalismus und generell sehr vielen Systemen, die unsere Gesellschaft bestimmen. Und das ist mitunter echt nicht so einfach. Ja, voll zur Zustimmung. Genau. Und ja, das hat sich dann in Richtungen entwickelt, die ich so auch nicht mehr mit mir vereinbaren konnte und deswegen dann dort aufgehört habe. Und seitdem bin ich quasi selbstständig und mache so Content-Dinge. Was ganz komisch ist, weil ich das selber mit mir eigentlich gefühlt nicht in Verbindung bringe, aber es ist, wie es ist. kc: Ja, dieser Podcast ja auch Content. Ja. bommel: Okay, aber jetzt ist genug von mir erstmal. Erzähl bitte erstmal was über dich. kc: Ja, jetzt tue ich mich richtig schwer, weil das war jetzt natürlich unfassbar viel und ich bin glaube ich genauso schlecht darin, mich irgendwie vorzustellen und Leuten zu erklären, wer ich bin und was ich mache, weil das eben auch so unfassbar viel geworden ist über die letzten Jahre. Aber ich bin die Casey. In den Kreisen, in denen ich mich bewege, kennt man manchmal meinen Nachnamen noch dazu, Crea. Und ich mache so digitale Barrierefreiheitsdinge. kc: Das heißt, ich erkläre Menschen, wie digitale Barrierefreiheit funktioniert. Ich schaue mir Gesetze an. Ich gucke mir an, wie Verwaltung mit diesem Thema so im deutschsprachigen Raum umgeht, was es da für Projekte, Initiativen und so weiter gibt. Und ich habe zu ganz vielen von diesen Dingen eine ziemlich starke Meinung und das ist, glaube ich, das, wofür ich im Internet am meisten bekannt bin. Ich habe dazu Vorträge gehalten beim Chaos Communication Congress auf der Republika und bei keine Ahnung wie vielen mehr Veranstaltungen mittlerweile. Ähm, Und das hat mir so ein bisschen Fame verholfen. Ansonsten schreibe ich ab und zu mal Artikel im ähnlichen Themenbereich, die dann bisher veröffentlicht wurden bei zum Beispiel Netzpolitik.org oder in der Taz und auch in vielen anderen Stellen. Ich bin ab und zu mal im Radio zu Gast oder in anderen Podcasts, wo ich dann auch darüber spreche und da halt häufig über Grundlagen Aufklärung mache. Und ich sehe diesen Podcast für mich als Testfeld quasi, um auch mal in Dinge tiefer einzutauchen, um Leute auch vielleicht ein bisschen tiefer zu educaten, wie verschiedene Dinge aussehen können. Ansonsten bin ich genau wie du weißt, queer und autistisch. kc: Und ich habe zusätzlich noch eine hochgradige Sehbehinderung. Ich persönlich mag für mich den Begriff blind sehr viel lieber, weil das aus meiner Sicht eher beschreibt, wie viel ich sehen kann oder wie viel halt nicht, weil ich tendenziell eher Dinge nicht sehe, als ich sie noch sehen kann. Ich fahre gern Bahn. kc: Ja, und ansonsten interessiere ich mich eigentlich auch ungefähr für alles, was man so in meine Richtung wirft. Und das kommt auch nicht selten vor. Ja, und neben diesem ganzen Kram kann ich noch programmieren. Ich mache das gerade beruflich gar nicht so häufig tatsächlich, aber doch auch ab und zu mal. Und bin gerade dabei, das ein bisschen als Hobby für mich wieder irgendwie so ein bisschen zurückzugewinnen, zurückzufinden. Und ich glaube, das ist erstmal so das Grobe über mich. Denkst du, es gibt irgendwas, das ich noch ergänzen könnte? bommel: Du hast gar nichts über deine Affinität zu Witzen und Wortwitzen gesagt. Das ist was, was ich sehr in Verbindung bringe mit dir, aber das ist auch sicherlich was, was man irgendwann nochmal mitbekommt. kc: Ich glaube, das ist generell so ein Internet-Ding. In Person bin ich gar nicht so. Aber ich habe irgendwann mal angefangen, in irgendwelche Twitch-Chats Wortwitze zu pasten, die ich aus zweifelhaften Quellen genommen habe, zum Beispiel von meinem Vater. Und Leute fanden das witzig und jetzt bin ich scheinbar an verschiedenen Orten die Witzebeauftragte. bommel: Das ist eine fantastische Überleitung zu dem nächsten Thema, was wir besprechen wollten, nämlich wie wir uns eigentlich kennengelernt haben. Stichwort Witze in Twitch-Chats. Irgendwann bist du, glaube ich, einfach bei mir im Twitch-Chat gespawnt, oder? Also ich habe dich vorher schon in den Communities von befreundeten StreamerInnen durchaus hier und da mal wahrgenommen, aber da haben wir nicht viel interagiert und irgendwann bist du bei mir gespawnt. kc: Ja, ich... Ich war so seit 2023 mehr oder weniger on und off in verschiedenen Twitch-Communities unterwegs und hatte dann 2024 mal eine längere Pause. Und ich glaube, seitdem bin ich mehr oder weniger exklusiv bei Lily Schote gewesen. Viele Grüße an der Stelle. Und da habe ich dich das eine oder andere Mal wahrgenommen, aber interagiert haben wir da nicht miteinander und irgendwann habe ich dann gemerkt, oh, Bommel scheint ja ziemlich cool zu sein, und dann bin ich mal in dein Programm rübergekommen und auf deinen Discord-Sorber, wo wir uns dann ein bisschen näher kennengelernt haben und da habe ich festgestellt, dass du schon wusstest, wer ich bin. bommel: Ja, das stimmt. Dein Ruf eilte dir voraus. Aber ich habe nur Positives gehört, Also du hast ja vorhin auch gesagt, dass du besonders für starke Meinungen im Internet bekannt bist. Und jetzt, wo ich dich besser kenne, weiß ich ja auch, dass die eine oder andere Person davon so mittelmäßig begeistert ist, tendenziell. Und ich muss sagen, ich habe von dir vorher nur Gutes gehört, was, finde ich, für mein Umfeld spricht. Weil ich deine Takes, die ich tatsächlich, also ich kannte dich quasi und hatte ein positives Bild von dir, bevor ich deine Takes im Internet kannte. Und ich muss sagen, für mich hat sich dieses positive Bild einfach nur bestätigt. kc: Das freut mich sehr. Ich habe dich auch sehr lieb, Bommel. bommel: Ja, aber das kann man halt auch sagen, dass über die letzten Monate tatsächlich einfach eine sehr enge Freundschaft entstanden ist. Und darüber bin ich sehr, sehr happy. kc: Wie lange kennen wir uns jetzt? Seit Anfang Juni? bommel: Ende Mai? Ja, halbes Jahr irgendwie so in dem Dreh, dachte ich. kc: Wahrscheinlich noch nicht ganz. bommel: Ja. Aber dafür umso besser. Ja. Manchmal ist es ja auch so, mit manchen Leuten passt es halt einfach. So, da braucht man dann halt auch nicht so unendlich viel Zeit oder so. Wenn die Basis einfach da ist, dann ist die irgendwie da, ne? kc: Ja. Und ich hoffe, die Menschen da draußen in den Endgeräten hören das auch. bommel: Ja, ich hoffe auch. kc: Das ist ja auch ein Ziel unseres Podcasts, so ein bisschen Leichtigkeit in unsere Vorstellung, oder? Also, ja, das ist vielleicht jetzt eine Überleitung zum Punkt, was haben wir eigentlich mit diesem Podcast vor? bommel: Die Überleitungen sind Bänger. Ja, dafür bin ich auch bekannt. Ja, was haben wir denn vor? kc: Wir wollen über Popkultur reden. bommel: Ja. kc: Du kennst dich sehr doll viel mit Popkultur aus und ich gar nicht so. bommel: Ja, dazu möchte ich einmal sagen, ich glaube dieser Eindruck, dass ich mich damit sehr, sehr viel auskenne, kommt vor allem dadurch, dass du dich gar nicht auskennst. Also ich glaube, mein Wissen ist relativ grundlegend, aber es ist stärker als deins. Und ich glaube, ich bekomme hier und da einfach tatsächlich ein bisschen mehr mit. bommel: Und das ist tatsächlich auch etwas, was uns so ein bisschen am Herzen lag, weil wir von Anfang an gesagt haben, dieser Podcast soll tatsächlich natürlich, sich um die Themen Ableismus, Behinderung und so weiter drehen. Aber behinderte Menschen sind halt mehr als ihre Behinderung. Deswegen wird es hier nicht nur darum gehen, dass wir euch erzählen, was jetzt alles total ableistisch ist und wie schlecht es behinderten Menschen geht, auch wenn das natürlich absolut Thema sein wird, weil das ist einfach Fakt, dass das so ist. Gerade auch die politische Situation von behinderten Menschen, vor allem in Deutschland, ist desaströs. Sie ist einfach kacke. Das kann man auch nicht anders sagen. Und darüber hinaus wird es aber einfach sehr viele positive Dinge geben auch. Und einfach auch sehr viel Quatschkram, der aber natürlich auch trotzdem immer irgendwie mit unserer Behinderung zusammenhängt, weil sich das einfach nicht trennen lässt. Also egal, was du machst, du bist halt immer blind. Und das, was du tust und wie du es tust, immer davon beeinflusst. kc: Deswegen diese Perspektive und unsere Behinderung selbst, die werden immer wieder eine Rolle spielen, selbst wenn es vielleicht gar nicht unbedingt danach aussieht im Folgentitel oder an anderer Stelle. bommel: Ja, aber gleichzeitig trotzdem natürlich auch News, Technik und Fachliches. Also gerade was so Zahlen und Technik angeht, da bist du wirklich, finde ich, unschlagbar gut informiert. Da lerne ich auch von dir einfach unglaublich viel, während ich da vielleicht eher so ein bisschen diese gesellschaftliche Perspektive einbringe und so. Und insgesamt aber auf jeden Fall immer anti-able-istisch. Das ist so das, was wir ja auch durchaus in den Fokus rücken wollen. Aber natürlich immer auch aus einer queeren Perspektive, weil auch das lässt sich von uns ja gar nicht trennen. kc: Das sind einfach wir, das ist ein Teil unserer Identität. Wo du sagst, News werden wir besprechen, was sind denn so News, die einfallen, was hier mal thematisiert werden könnte? Ja. bommel: Also, natürlich passiert in den USA ganz, ganz viel. Wenn ich da jetzt gerade auch dringend denke an bestimmte Aussagen, die in Bezug auf Autismus gefallen sind oder so, das sind schon Sachen, die ich ganz gerne auch mal besprechen würde. Aber auch, also wir haben zum Beispiel ja auch beide zusammen Stream gemacht, als das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz in Kraft getreten ist. Das sind so auch Dinge, die ich hier durchaus gerne mal besprechen würde. Sowohl wenn gute Dinge passieren in Deutschland oder auf der Welt, als auch nicht so schöne Dinge. Aber das sind so zwei Sachen, die mir gerade spontan eingefallen sind. Hast du irgendwas im Kopf noch? kc: Vielleicht ein bisschen geblickt in die Zukunft, es soll ja eine Novelle des Behindertengleichstellungsgesetzes geben in Deutschland und auch das wird auf jeden Fall ein Thema sein, das irgendwie möglichst anti-able-istisch beleuchtet werden will, weil, Man kann sich sicher vorstellen, wenn da irgendwie eine AfD und eine CDU mitfanschen in solchen Themen. Es gibt immer wieder Dinge, über die man da sprechen muss oder die man mal auseinandernehmen muss, um herauszufinden, was daran vielleicht jetzt problematisch ist oder wie Sachen vielleicht anders gestaltet werden können. Und dazu können wir uns dann ja immer auch ein paar GästInnen einladen. bommel: Ja, du hast schon so fantastische Ideen gehabt, was GästInnen angeht. Ich bin so gespannt. Noch ist nichts tatsächlich Konkretes geplant und wir haben viele Ideen und ich glaube, das kriegen wir auch umgesetzt, da bin ich mir sehr, sehr sicher. kc: Wenn ihr Vorschläge für GästInnen habt, die wir in diesen Podcast einladen können, das machen wir super, super gerne. Schreibt uns dazu gern einfach. bommel: Was uns aber auch auf jeden Fall wichtig ist, ist, dass dieser Podcast zwar immer kritisch ist und auch mit Blick darauf, was nicht so gut läuft und was auch vielleicht gut aussieht, aber innen drin gar nicht so gut ist, gerade wenn ich so an Gesetze denke oder so. Also es soll aber trotzdem immer hoffnungsvoll sein und mit ganz viel Raum für Utopie. Also es geht halt eigentlich immer eher darum, eine bessere Welt zu erdenken und zu erspinnen. Statt sich einfach nur in so einer Hoffnungslosigkeit zu verlieren. kc: Uns ist natürlich vollkommen klar, dass wir mit diesem Podcast jetzt hier nicht unendlich viel Einfluss auf die Welt haben und wir irgendwie ihren Lauf nehmen, aber wir haben eben ganz sicher einen Einfluss auf die Menschen, die diesen Podcast hören, die dadurch vielleicht neue Perspektiven haben und die unsere Ideen, unsere Philosophien, unsere Utopien für uns vielleicht an anderer Stelle weitertragen. Und dafür ist es natürlich eine super Sache hier. bommel: Wir haben richtig viel darüber gesprochen, dass wir ganz anti-ableistisch sein wollen und Ableismus halt auch so Thema sein soll und so. Ich habe vor dem, Autisten haben gerne mal wenigstens ein kleines Herz. Ich habe dir vor dem Podcast schon gesagt, bevor wir die Aufnahmen gestartet haben, dass ich eine kleine Überraschung für dich habe. Ja, ich habe es gehasst. Es tut mir auch ein bisschen leid. Aber ich dachte so, das ist eigentlich, glaube ich, was Schönes, dass man so mit in den Podcast mit reinnehmen kann. Ich hätte es auch gehasst an deiner Stelle, bin ich ehrlich. Aber ich wusste ja, dass du zumindest nicht so lange warten musst. Ich habe den Test auch gemacht. Ich habe einen Test gefunden, wie ableistisch du bist. Willst du den mal machen? kc: Ja. bommel: Ich habe den auch schon gemacht. Wir machen den erst mal und dann sind vier Fragen insgesamt. Also lässt sich super schnell herausfinden, ob man ableistisch ist oder nicht. Der Test ist auf Englisch. Ich würde das jetzt einmal so machen. Ich lese es auf Englisch einmal vor und dann übersetzen wir es noch mal kurz für die Leute, die nicht so gut Englisch können. und dann geben wir mal sehr hohe Fragen. Ich bin sehr gespannt. Also die erste Frage. Ja, vielleicht nicht so doll wie ich. Wir werden es sehen. Also, Frage Nummer eins. You are headed to class and are about to enter your building. A student in a wheelchair is approaching the entrance just ahead of you. What do you do? Also, du bist auf dem Weg, also der Test richtet sich an Studierende, passt ja auch, du bist ja an Studierend. kc: Das habe ich in meiner Vorstellung ganz vergessen. Ich studiere ja nebenbei an der Fernuni in Hagen Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie. Gerade im ersten Bachelor-Semester. bommel: Mal als hätten wir es geplant. kc: Einfach nur, weil es mich interessiert. Also jetzt nicht mit dem Ziel, da irgendwie einen Abschluss zu machen. Ich habe auch schon mal Medieninformatik studiert und abgebrochen. Haben wir auch nicht drüber geredet. Das ist sehr viele Sachen. Okay, also weiter. bommel: Genau, also du bist auf dem Weg zu einem Seminar und bist halt kurz davon, das Gebäude reinzugehen. und vor dir ist ein Studenti im Rollstuhl. Das ist so witzig. Ich habe ja Anglistik studiert, aber Übersetzung ist mein absolutes Kryptonit. In Englisch kann ich mich ganz gut bewegen, in Deutsch kann ich mich auch ganz gut bewegen, aber dieser Switch wird, na ja. Genau, also diese Person geht auf den Eingang zu. Was tust du? Du hast jetzt drei Handlungsmöglichkeiten. Die erste ist, du fragst, ob die Person Hilfe möchte. Die zweite Antwortmöglichkeit ist, du ignorierst die Person. Und die dritte ist, du rennst an der Person vorbei und öffnest die Tür für sie. kc: Wieder noch? Gibt es diese Antwort? Also ich glaube, wenn ich die Person ignorieren würde, dann würde ich halt mit voller Geschwindigkeit in diese Person reinlaufen. Also einfach halt, weil ich die Person generell nicht wahrnehme. Aber ich werde die Person jetzt auch nicht fragen, ob sie Hilfe braucht, wenn das jetzt nicht irgendwie offensichtlich aus der Handlung ist. Und ich glaube, wenn Rollstuhlnutzende sich einfach nur durch Räume bewegen, brauchen sie tendenziell keine Unterstützung. Und fürs Türenöffnen gilt das Gleiche. Außer es ist jetzt eine superschwere Tür, von der ich weiß, dass es da keinen automatischen Taster gibt, der die Tür öffnet. Warum sollte ich was tun? bommel: Selbst dann würdest du ja von hinten einfach mal sagen, boah, warte mal, die Tür ist sauschwer, ich helfe dir mal kurz. Oder ich frage halt. kc: Ob es okay ist, soll ich kurz aufreiten, die Person würde ja auch wissen, wie diese Tür beschaffen ist. bommel: Das ist auch das erste Mal, das wissen wir jetzt nicht, aber ja. kc: Ich bin mir sehr unsicher, was passt denn am besten dazu? Wahrscheinlich dann die ignorierende Antwort, oder? bommel: Okay, ich wähle das mal aus. kc: Okay. bommel: Das ist leider die falsche Antwort. The correct response wäre, ask them if they would like help. Was ich sehr wild finde. Ich kann es dir direkt sagen, ich habe mich auch fürs Ignorieren entschieden unter der Prämisse, dass ich natürlich trotzdem einfach, ja klar, mein Umfeld wahrnehme und wenn diese Person halt struggelt, dann ist aber auch egal, ob die im Rollstuhl sitzt oder einfach, keine Ahnung, zehn Bücher in der Hand hat oder so. Wenn eine Person struggelt, dann helfe ich dir halt oder frage, ob ich helfen soll. Aber ich finde das ein bisschen wild. Ich meine, sie schreiben ja auch, es ist am besten, dass man nicht annehmen sollte, dass eine behinderte Person Hilfe braucht. Es sei denn, sie macht auf sich aufmerksam oder es gibt auf jeden Fall eine Barriere, die du wahrnimmst oder es ist ein Bedürfnis, was da nicht erfüllt ist. Wir sprechen hier von Unmet Need. Was halt auch ein bisschen wild ist, weil das siehst du von außen ja auch nicht unbedingt, aber gut. Und hier steht aber auch noch, wenn es halt so einen Knopf gibt, mit dem die Person die Tür öffnen kann, dann braucht die Person deine Hilfe wahrscheinlich nicht. Ja, also schon mal reingeschissen, sehr gut. kc: Ja, richtig reingeschissen. Vielleicht habe ich dazu auch noch eine Geschichte, die ich gleich erzählen könnte, um das noch ein bisschen weiter zu kontextualisieren. Ja, dauert auch gar nicht so lang. Ich war Anfang des Jahres, so Mitte Februar war ich in Hamburg und da war ich mit einem Freund abends in einer Bar. Und das war im Hauptbahnhofsviertel St. Georg. Und da gibt es so eine gerade Straße, von der aus man zum Hauptbahnhof kam. Und ich bin mit meinem Blendenlangstock diese Straße langgelaufen und ungelogen alle zehn Meter wurde ich von irgendjemandem angehalten und gefragt, brauchen Sie Hilfe? Aber ich wusste in dieser Situation genau, wo ich bin, genau, wo ich hin muss. Ich hatte voll den Plan und ich sagte einfach immer wieder nein. Und ich hätte diese Strecke wahrscheinlich sehr viel stressfreier hinbekommen, wenn ich nicht immer wieder gefragt worden wäre. Und ich bilde mir zumindest auch ein, dass es nicht super offensichtlich so ausgesehen hat, dass ich gerade Hilfe brauche. Also Menschen sind schon irgendwie sehr seltsam. bommel: Ja gut, das sind sie sowieso, aber ja, ich kann das sehr gut nachvollziehen. Also ich kann deine Erzählung nachvollziehen, ich selber kann das nicht nachvollziehen, weil ich ja eine sogenannte unsichtbare Behinderung habe. Darüber würde ich auch unglaublich gerne nochmal sprechen, über diese Unterscheidung zwischen sichtbarer und unsichtbarer Behinderung. kc: Ja, mach doch jetzt nicht so viele Themen auf, Wommel. bommel: Ist tut mir leid. Ja, ja, wir machen einfach eine Liste. kc: Also, wenn wir bei Folge 2000 sind, dann reden wir. Haben wir über alle diese Dinge schon mal geredet. bommel: Guck mal, wir haben quasi schon Content-Plan. Das ist doch großartig. Szenario Nummer zwei hier. Wir müssen ja noch rausfinden, wie ableistisch du bist. Ich übersetze einfach mal direkt. Also, in der Studierendenzeitung entdeckst du eine Geschichte über eine blinde Studentin. Die oder der jetzt, Has been accepted to Harvard Law School, also die jetzt zugelassen worden ist zu Harvard Law School. Wie reagierst du? Du teilst die Story auf Social Media, weil es dich so gut über die Menschheit fühlen lässt. Du bist sehr inspiriert in deinem Leben, jetzt selber Dinge besser zu machen. Oder du fühlst dich schlecht über dich selbst, weil wenn eine blinde Person schon zu Harvard zugelassen wird, Was ist jetzt dann deine Entschuldigung dafür, dass du nicht mehr versuchst? Oder du freust dich einfach für die KommilitonInnen und lebst dein Leben weiter. kc: Ja, das ist es. bommel: Das ist die absolut korrekte Antwort. Genau, bei dem Rest geht es nämlich tatsächlich eher so ein bisschen um dieses Thema Inspiration, Exploitation. Also, dass behinderte Menschen gerne dafür genutzt werden, um sich selber besser zu fühlen, um anderen Menschen Inspiration zu geben. Sicherlich auch ein Thema, über das wir an der einen oder anderen Stelle mal sprechen werden, davon aus. kc: Das ist, glaube ich, ganz generell ein ganz, ganz großes Thema, gerade für sinnesbehinderte und für körperbehinderte Menschen. Also ich habe das selber gemerkt, als ich irgendwie an die Uni gekommen bin. Ich war zufälligerweise auch die erste Person in meiner Familie, die überhaupt jemals studiert hat. Und wie viele Leute dann sich auf einmal umgedreht haben und gesagt haben, ja, guck mal, wenn die das kann, wieso können wir das nicht? Oder was, also das war jetzt nicht in meiner Familie konkret, aber halt so in dem Umfeld, von was ich mitbekommen habe. War immer wieder so eine Sache und auch irgendwie an der Uni war ich so das besondere Kind, weil ich in meinem Jahrgang die einzige blinde Person in dem Studiengang war, logischerweise, weil wir existieren halt einfach irgendwie gar nicht. Und weil ich dann da Dinge gemacht habe. Ich war auch ein bisschen in der Studierendenvertretung, du ja auch, und trauen uns Leute komischerweise irgendwie gar nicht zu und finden das dann immer super krass und erzählen allen Leuten davon so, wow, die Casey, die hat es gemacht, die ist behindert, krass. bommel: So eine krasse Behinderte. Also es ist wahr, aber das existiert unabhängig voneinander. kc: Und natürlich ist das alles dann auch immer nur die halbe Wahrheit, weil Leute tendenziell gar nicht mal so sehen, was da alles irgendwie dahinter steckt. Also ich glaube, so, Unisachen, so vom Verständnis her, sind für mich jetzt nicht komplizierter als für andere Leute, aber was halt trotzdem dazu kommt, ist irgendwie haufenweise bürokratischer Aufwand, weil ich irgendwie Dokumente für mich extra angepasst brauchte und so weiter und so fort, weil ich mit Leuten sprechen musste, wie gestalten wir denn jetzt die Klausur, dass ich das machen kann. Ich musste mir Hardware besorgen, damit ich passende Sprachausgabe in bestimmten Situationen hatte, wo ich meine eigene nicht benutzen durfte, warum auch immer. Und das ist alles irgendwie super kompliziert und damit haben die meisten Leute normalerweise überhaupt nichts zu tun und dafür habe ich auch sehr, sehr gerne Anerkennung, aber nicht einfach nur für absolut normale Dinge, die jeder Mensch jeden Tag macht, wie dass ich morgens aufstehe und mir erstmal einen Kaffee rufe. bommel: Ja. Ja, das ist so spannend. Ich habe tausend Fragen im Kopf. Können wir ja auch mal drüber sprechen. kc: Jetzt habe ich wahrscheinlich auch wieder viel zu lang ausgeholt. Wir wollten doch nur eine Folge 0 machen. bommel: Ja, aber wir haben, das können wir auch schon mal vorwegnehmen, wir haben direkt gesagt, es gibt keine festen Folgenlängen. Das dauert so lang, wie es dauert. kc: Ja. bommel: Leute können ja skippen. kc: Ja, oder eine Pause machen und hört wann anders weiter. Wir wissen auch gar nicht, wann ihr Podcasts hört. Ihr könnt uns das ja mal schreiben und wir können dann so eine kleine eine Statistik haben und dann passen wir uns vielleicht drauf an, wenn jetzt irgendwie uns 20 Leute schreiben, dass sie das morgens auf ihrem Arbeitsweg hören. bommel: Dann hoffen wir, dass sie einen sehr langen Arbeitsweg hat. Nein, hoffe ich wirklich nicht. kc: Wenn ihr schreibt, ihr hört das abends im Bett, dann können wir den Podcast so ganz leise sprechen oder wir machen das so, wie wir es bisher gemacht haben. Je nachdem. Also wir passen uns da sehr gerne an. Machen wir weiter Fragen. Jetzt bin ich... bommel: Genau. Also die Prämisse für die nächste Frage ist, dass du daten möchtest. Da musst du dich jetzt drauf einlassen. Und zwar triffst du jemanden auf dem Campus und die Person ist interessant und freundlich und einfach attraktiv für dich. Und du hast schon länger überlegt, ob du diese Person mal auf ein Date bitten möchtest. Aber dann, dann, dann, dann, dann lernst du oder bemerkst oder erfährst, dass diese Person gerade erst aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden ist. Was ist dein nächster Step? kc: Mach es trotzdem. bommel: Ich habe dir noch gar nicht die Antwortmöglichkeiten vorgelesen, Casey. Du musst mein Spiel schon so spielen, wie ich das spielen will. kc: Das Spiel wäre viel besser, wenn ich es einfach nicht so spielen müsste. bommel: Ich kann schon mal spoilern, das ist Antwortmöglichkeit Nummer zwei. Es ist nämlich einfach, sie nach einem Date fragen. Es gibt aber auch noch die Antwortmöglichkeiten, ehrlich zu sein über dein Unwohlsein, was mentale Krankheiten, also Mental Irrnisses, wie übersetzt man das, psychische Krankheiten, angeht und die Person nicht auf ein Date einladen und die Person ghosten, weil du hast Joker gesehen und bist jetzt um deine Sicherheit besorgt. Die ist so fucking wild, diese Antwortmöglichkeit. kc: Also, das ist wirklich wild. Wer hat denn dieses Quiz ins Internet getan? bommel: Oh, das ist wissenschaftlich. Warte, das stimmt. Das habe ich dir gar nicht gesagt. Also das ist eine Variante eines Quiz, developed by Amanda Morris und Chris Alcantara for the Washington Post. Das wissenschaftlich habe ich dazu gedichtet. Weiß ich jetzt auch nicht, woher das kommt. kc: Okay. Für die Washington Post klingt ja erstmal, als hätte das irgendwie einen seriösen Hintergrund. bommel: Ja, es ist auch ein Blog, es heißt ableist.org und es ist Promoting Disability Coverage in Higher Education, Calling Out Ableist Media. Also ich muss schon sagen, auch die Erklärung zu den einzelnen Antworten und so, wir können den Link ja auch mal in die Shownotes packen. So dass die Leute den Test auch selber machen können. Ich meine, gut, der ist jetzt dann auch maximal gespoilert, aber ist jetzt dann auch nicht so schlimm. Und da gibt es nämlich dann auch nochmal sehr ausführliche Erklärungen dazu, warum bestimmte Antworten hier als korrekt gelten oder halt als inkorrekt. Und die finde ich auch gar nicht so schlecht, das jetzt nur wäre ein bisschen viel, das jetzt hier vorzulesen. Okay, gut. kc: Also wahrscheinlich sind die Fragen und die Antworten so, wie sie sind, damit Leute halt drüber nach denken, wie andere Leute reagieren und sich dann gut fühlen, weil sie die richtige Antwort wählen. Wahrscheinlich ist das so ein Quiz, oder? bommel: Nicht unbedingt, glaube ich. kc: Wieso? bommel: Ähm... Weiß ich nicht. Jetzt fragst du mich hier so komplizierte Fragen. Muss ich auch noch meine Meinung begründen? So habe ich mir das mit dem Podcast nicht vorgestellt. Nee, ich glaube, es geht nicht nur darum, zu überlegen, was andere Leute vielleicht denken oder so. Also ich habe schon den Eindruck, dass gerade die ausführlichen Kommentare zu den einzelnen Antworten tatsächlich dazu da sind, einfach wirklich Wissen zu vermitteln zu den bestimmten Dingen. Und auch gerade hier zu dem Joker-Ding steht halt auch so ein bisschen so, dass es halt total normal ist, auch sich unsicher zu fühlen, gerade wenn man das einfach noch nicht kennt. bommel: Und, warte. Genau, das ist halt, also hier steht dann zum Beispiel, dass es unfair ist, Leute immer über die schlechtesten Momente ihrem Leben irgendwie zu definieren oder über ihre Diagnose zu definieren und dass das deswegen halt nicht okay ist, da auf diesem Standpunkt stehen zu bleiben. Was ich ganz gut finde, weil das muss man ja auch sagen, selbst wenn du halt merkst, das macht dir eine scheiß Angst, vielleicht diese Person auf ein Date zu bitten und damit vielleicht nicht umgehen zu können. Die Angst ist ja da, egal ob du möchtest, dass sie da ist oder nicht. Und du kannst halt nur an genau diesem Punkt losgehen. Du musst akzeptieren, okay, ich habe eine scheiß Angst. Und von daraus kannst du dich halt weiterentwickeln. Und von daher finde ich die Antwort hier oder diese Erklärung tatsächlich gar nicht so schlecht, einfach zu sagen, okay, das kann total normal sein, wenn man das nicht kennt, aber denk doch nochmal drüber nach. Okay, bist du ready für die vierte und letzte Sitzung? Das letzte Szenario. Also in deinem Seminar musst du eine Präsentation halten. Du kannst einzeln arbeiten oder in Gruppen. Und es wirkt so, als hätte jeder in der Klasse jetzt eine Gruppe. bommel: Und du und ein anderer Top-Student in dieser Klasse, ihr arbeitet zusammen, was schon mal wild ist. Weil sobald ich die Möglichkeit habe, alleine zu arbeiten, werde ich das tun. bommel: Aber gut, wir lassen uns darauf ein. bommel: Aber es würde helfen, wenn die Arbeit halt einfach noch auf mehr Leute verteilt ist und ihr eine dritte Person mit in eure Gruppe bringt. Die einzige Person, die aber immer noch ohne Gruppe ist, ist Non-Speaking. Also non-verbal spricht nicht. Und was ist jetzt deine Wahl? Was tust du? Es gibt drei Möglichkeiten wieder mal. Die erste ist, du fragst die Person, ob sie die Gruppe joinen möchte und fragst, ob und welche Accommodations, also Anpassungen die Person braucht. kc: Das nehme ich. bommel: Ich sage die anderen Antworten. Genau, du entscheidest einfach, dass du das mit deinem aktuellen Partner zusammen machst oder, dass die Antwort gefehlt wird, fragst den Professor, was du machen sollst. Ich finde, das ist so eine Mami. kc: Das ist mir in der Uni tatsächlich auch mal untergekommen, dass es irgendwie eine Gruppenarbeit gab und eine Person fragte dann bei den Dozierenden nach, wie sie denn mit mir umzugehen haben. bommel: Nein. kc: Ja, doch. Und in der Schule ist das, glaube ich, auch ab und zu mal passiert, obwohl man da ja noch ein bisschen enger zusammenarbeitet. bommel: Ja, Schule kann ich auch eher verstehen. Ich kenne ja auch nicht alle so die Geflogenheiten an Universitäten, aber so wie ich das wahrgenommen habe, ist die Distanz zu Lehrkräften in der Schule viel, viel, viel geringer als zu ProfessorInnen an der Universität. Also das mag in sehr intensiven Seminaren oder so noch mal was anderes sein, aber ganz grundsätzlich sind Profs schon drüber, Zumindest meiner Erfahrung nach relativ weit weg von den Studierenden. Okay, ja, aber das war die korrekte Antwort. So, und jetzt kommen wir zu deiner Auswertung. Bist du ableistisch? Deine Auswertung besagt, you are ableist. kc: Ja, damit habe ich gerechnet. bommel: Weil, ich hatte übrigens das gleiche Result. Das kommt, weil du die Person im Rollstuhl ignoriert hast, weil das ja die falsche Antwort war. Ich bin aber, das heißt wir haben bei allem dasselbe geantwortet, das ist jetzt sehr unspektakulär ich muss jetzt hier nichts revealen, weil ich genau das gleiche gesagt habe wie du, und ich musste ein bisschen lachen weil, das wollte ich nämlich auch nochmal ausprobieren eigentlich was passiert, wenn man alles korrekt beantwortet weil ich das ehrlich gesagt ziemlich cool finde wenn dann dort auch steht, you are ableist das fände ich auch ziemlich cool weil wir alle ableistisch sind, es ist einfach so das ist halt genauso wie weiß die Person immer rassistisch sind. Und das heißt jetzt nicht, dann ist doch auch egal, was soll es so. Nein, es geht halt einfach darum, dass egal, wie viel wir an uns arbeiten, das wird immer ein Prozess sein. Und der wird niemals abgeschlossen sein. kc: Embedismus und Abwertung von behindertem Leben ist halt so tief in der Gesellschaft und im System verwurzelt und verankert, dass es überhaupt keine Möglichkeit da drum rum gibt und alle Leute sich mal ableistisch verhalten haben, alle Leute mindestens mal Ableismus irgendwo wahrgenommen haben oder in Situationen waren, wo Ableismus, gang und gäbe ist. Und jede anderen betrifft das genauso. Sei es Rassismus, sei es Queerfeindlichkeit und was wir halt sonst noch alles haben. bommel: Die Liste ist leider lang. kc: Die Liste ist leider wirklich lang. bommel: Ich habe mich nochmal durch das Quiz durchgeklickt und wenn man alle vier Szenarien korrekt beantwortet, dann bekommt man so eine kleine süße Katze, der so über den Kopf gestreichelt wird und dann steht so Congratulations drunter. Also leider kann man alles richtig machen. Ja, danke, dass du dich darauf eingelassen hast, auch wenn ich dich damit jetzt so ein bisschen überrumpelt habe. kc: Ja, ich hatte ja keine Wahl. bommel: Was würde ich so jetzt nicht sagen? kc: Ja, aber Bommel, was denken denn jetzt die Leute von mir? Also wir haben ja mit Sicherheit eine ziemlich häufig behinderte Hörendenschaft. bommel: Ja. kc: Und jetzt haben wir ein Abelismus-Quiz gemacht und jetzt kam da raus, dass ich Abelistisch bin und du auch. bommel: Ja. kc: Und jetzt? bommel: Ja, also ich verabschiede mich gerne von allen, die aufgrund dessen jetzt aufhören wollen, den Podcast zu hören. Ich glaube aber vielmehr, dass es erstens Leute, glaube ich, relativ dankbar dafür sind, weil ich finde, du hast sehr, differenzierte Perspektiven dazu auch gehabt und selbst die Frage, die wir falsch beantwortet haben, die haben wir ja schon falsch beantwortet, aber ja nicht aus einem, Punkt aus, wo wir sagen, was jucken mich denn RollstuhlfahrerInnen, sondern aus einem Punkt von so, naja, ich werde es sicherlich irgendwie merken, wenn die Person Hilfe braucht oder sie macht sich halt bemerkbar und dann helfe ich halt auch gerne. kc: Ja, und wenn ihr rollstuhlnutzende Person seid und euch davon gestört fühlt, schreibt uns und dann lernen wir gerne was von euch. bommel: Dieses Quiz war einfach nur Ragebait. Ja. kc: Und warum machen wir das Ganze jetzt hier eigentlich? Also wir haben jetzt hier dieses Quiz gemacht, wir wissen jetzt, wir sind ableistisch. Warum machen wir diesen Podcast? bommel: Ja, jetzt fragst du mich jetzt, musst du darauf antworten. Du hast es vorhin schon so ein bisschen anklingen lassen, dass wir uns auch beide einen Raum gewünscht haben, auch mal tatsächlich Deep Dives vielleicht in bestimmte Themen zu machen oder zumindest so ein bisschen deeper, als es irgendwie auf anderen Plattformen möglich ist. kc: Mein aktivistisches Medium ist ja Mastodon und dann immer da Threads zu schreiben mit 500 Zeichen maximal. Da passt nicht so viel rein und Videos mache ich ja generell nicht so viel und alles, was dann halt drüber ist, also so Artikel und Texte und die brauchen alle immer so unfassbar furchtbar viel Zeit, weil es halt alles irgendwie durchdacht werden muss, weil man sich Konzepte nicht einfach so währenddessen erarbeiten kann, weil die halt dann irgendwie vorher schon existieren müssen. Und das ist im Podcast halt ein bisschen anders. Und deswegen wollte ich auch schon immer gerne irgendwie so ein Format haben, das ich bespielen kann. Wie ist es bei dir? bommel: Ähnlich. Es ist wirklich sehr, sehr ähnlich. Also wir haben auch, also ich meine, wir sprechen ja so gut wie jeden Tag miteinander. Ich weiß nicht, ob das vorgekommen ist in den letzten Monaten, dass wir uns einen Tag nicht gesprochen haben. Und da sprechen wir natürlich auch oft über Dinge, die uns irgendwie so über den Weg laufen oder vor die Füße fallen häufig sind. Manchmal sind es positive Dinge, häufig sind es aber auch nicht so schöne Dinge. Und das hat halt immer so einen kleinen... So einen kleinen Meigeschmack von, ach Mensch, wenn die Welt nur irgendwie ein bisschen anders wäre, ein bisschen besser, ein bisschen zugewandter, mehr Leute Dinge verstehen würden oder behinderte Menschen generell auch einfach mehr einen Raum hätten oder mehr gehört werden würden. Und da liegt es natürlich dann irgendwie nah, zu überlegen oder irgendwann an diesen Punkt zu kommen, naja, warum sorgen wir nicht eigentlich dafür, dass behinderte Menschen mehr gehört werden und schaffen dafür halt auch in irgendeiner Art und Weise eine Plattform. Ich meine, ein bisschen Reichweite haben wir ja auch, du bedeutend mehr als ich, Aber daher ja auch die Idee mit GästInnen beispielsweise. bommel: Und generell einfach mehr behinderte Perspektive auf die Welt und das auch einfach ein bisschen in den Fokus rücken. Und zwar natürlich immer intersektional, weil uns das Bein wichtig ist. Aber genau. Und für mich ist es halt auch so, Und mein Medium, was so Aufklärung und so weiter angeht, ist ja tendenziell eher Twitch. Und Twitch ist ja eine Livestreaming-Plattform. Und da muss ich halt schon sagen, dass die Kommunikation natürlich auch sehr speziell ist. Ich sitze da vor der Kamera und erzähle die Dinge, die ich erzählen möchte und dann gibt es halt Leute im Chat. Manchmal habe ich dann auch Gästinnen dort, kann mich mit denen unterhalten. Tendenziell ist diese Kommunikation, ich sage was, die Leute schreiben was im Chat. Und das ist für mich manchmal auch sehr überfordernd, weil sehr viele Dinge gleichzeitig passieren. Es sind einfach viele Menschen dort, die alle eigene Fragen haben, die zum Teil untereinander im Chat über Dinge diskutieren, zu denen ich manchmal was sagen möchte und so. Und da bleibt es manchmal halt alleine aufgrund dessen ein bisschen oberflächlich, weil man halt nicht alles gleichzeitig irgendwie bearbeiten kann. bommel: Und was halt, ich meine gut, das ist bei Mastodon nicht anders, weil nicht jeder immer alle von deinen Tröts da im Glies, aber es sind halt auch immer unterschiedliche Menschen da und ich glaube, das ist auch was, was für dich, bei dir so ein bisschen für Unzufriedenheit sorgt, dass man wirklich immer nur über die absoluten Basisdinge redet und vor allem auch sehr, sehr viel, wenn über Behinderung gesprochen wird, für Nichtbehinderte. Also es ist sehr viel erklären, sehr viel aufgreifen und sehr viel immer wieder von vorne anfangen. Und es geht jetzt nicht darum, dass man total viel wissen muss, um dem Podcast zu folgen. kc: Nee, überhaupt nicht. bommel: Ich glaube, wir beide sind ja auch so, dass wir gerne Dinge erklären und, das muss man ja auch sagen, wir beide haben noch unglaublich viel dazu zu lernen. Das merken wir ja auch so im Alltag immer, dass wir voneinander sehr viel lernen, weil wir einfach, das haben wir auch schon gesagt, unterschiedliche Blickwinkel auf dieses Thema haben. Aber es ist halt so schön... Einfach eine andere Perspektive in den Fokus zu stellen, nämlich nicht ein Aufklären von nichtbehinderten oder uninformierten Leuten, auch wenn das schön ist, wenn das nebenbei auch passiert, aber der Fokus ist ein anderer. kc: Ja, und dies ist vielleicht auch nicht oder explizit nicht der Raum dafür, dass wir uns Fragen widmen, die überhaupt nichts mit dem Thema zu tun haben. Also mir fällt das immer wieder auf, wenn ich irgendwo auf einer Konferenz bin, dann da auf einer Bühne stehe und irgendwie einen Vortrag halte, sei es über Verwaltungsdigitalisierung und digitale Barrierefreiheit oder künstliche Intelligenz und solche Sachen. Jedes einzelne Mal, wenn es danach ein Q&A gibt, das ist ja auch wieder, ich spreche zu anderen Leuten und wollte Fragen dann im Anschluss irgendwas. Jedes einzelne Mal fragt dann irgendjemand was zu digitaler Barrierefreiheit oder zu Behinderung, das mit diesem Vortragsthema explizit überhaupt nichts zu tun hat. Und es regt mich jedes Mal innerlich wirklich so doll auf und ich will dann immer was dazu sagen. Aber es gibt häufig nicht die Gelegenheit dazu, diese Emotionen irgendwie auszudrücken, weil das ist natürlich unprofessionell und es wertet dann am Ende vielleicht den kompletten Vortrag ab und dann nehmen Leute das nicht mehr ernst. kc: Aber solche Sachen passieren halt wirklich häufig und das wird halt einfach was sein, was wir in diesem Podcast hier nicht haben, weil wir beide als behinderte Personen eben ein bestimmtes Grundset an Fähigkeiten haben, an Wissen haben, was man irgendwie machen kann. Und dann können unsere Fragen, die wir aneinander haben und zu Themen haben, auch eher mal tatsächlich auf das tatsächliche Thema, über das wir sprechen, aufbauen, statt halt immer wieder bei den Basics anzufangen. Also du kannst mir, keine Ahnung, was erzählen für, wie mache ich meine Website-Barriere frei und ich gehe da nicht hin und frage, ja, aber kannst du jetzt als rollstuhlfahrende Person, was du nicht bist, eigentlich im Supermarkt die Bananen greifen? Ja, ja. bommel: Ja, ich kann mir vorstellen, dass vielleicht Leute, die solche Fragen auch schon mal gestellt haben oder so, gerade auch so ein bisschen denken, warum finde ich das so komisch? Willst du dazu noch ein, zwei Sätze sagen? kc: Nee, mach du gut. bommel: Okay. Das hat, also für mich ist das was, es hat was sehr Reduzierendes. Das ist, als würde dich jemand nach so einem Vortrag, der ein sehr fachspezifisches Thema hat, dann einfach fragen zu einem Thema, wie ist es eigentlich als Frau dieses und jenes zu tun? Oder wie ist es als Frau irgendwie, keine Ahnung, in der Tech-Branche unterwegs zu sein oder so? Und ja, wenn das mal... bommel: Auftritt oder so, dann ist das nicht so schlimm. Aber wenn das immer wieder passiert, also wenn man jetzt davon ausgeht, dass nach jedem fachlichen Vortrag, den du hältst, immer Leute danach dich irgendwas dazu fragen, was sich nur auf dein Frausein bezieht, dann ist es halt einfach total reduzierend auf dieses eine Merkmal und spricht dich ja in dem Moment auch gar nicht in deiner Fachkompetenz an, sondern es spricht dich halt einfach auf ein bestimmtes Merkmal an, für das du im Zweifel ja auch gar nichts kannst. Für das hast du nichts getan, für das kannst du nichts. Das ist halt einfach so, wie es ist. Und da hat es halt zum Teil auch, finde ich, dann so ein bisschen Charakter davon, dass Leute die Situation auch ausnutzen, weil es halt ganz schwer ist, in dieser Situation Nein zu sagen oder zu sagen, auf die Frage möchte ich nicht antworten oder so. Während du, wenn du danach, wenn man irgendwie, keine Ahnung, danach noch was trinkt oder sich irgendwie auf dem Flur begegnet oder so und jemand fragt dich, hey, was ich dich eigentlich nochmal fragen wollte, weil du auch als Frau in der Tech-Branche unterwegs bist, wie ist das eigentlich für dich, können wir uns da mal austauschen? Das ist ja eine ganz andere Kommunikationssituation. Du bist viel mehr auf Augenhöhe. Du könntest viel mehr sagen, boah, ich lasse mir heute zu viel, da möchte ich gerade nicht drauf eingehen. Aber man kann vielleicht auch Kontakt herstellen. Das ist ein viel ehrlicherer Kontakt auch, als diese hierarchische Situation von dir als Vortragenden. Und dann ist da eine Person im Publikum, die halt eine Frage hat. kc: Ja, letztendlich sollte man halt einfach nicht übersehen, in welcher Kapazität Leute irgendwie da sind. Also nur, weil ich jetzt sehr offensiv mit meiner eigenen Behinderung umgehe und das halt immer wieder betone, weil es halt für dieses Thema sehr wichtig ist, weil es mir eine gewisse Art von Autorität auch gibt, aus dieser Rolle zu sprechen. Heißt das ja nicht, dass ich absolut nichts anderes bin als das. Und gerade wenn ich irgendwo Vortragende bin, dann häufig mit einem Thema, das ich so gut verstehe, wie wahrscheinlich sonst kaum jemand, weil ich da halt wirklich intensiv viel Arbeit reingesteckt habe, weil ich mich damit wirklich auskenne, dann will ich häufiger lieber doch mal darüber reden, als über diesen unveränderlichen Fakt meiner eigenen Behinderung. bommel: Ja. Und ich finde es sehr okay, diese Fragen zu haben. Die Sache, um die es hier gerade geht, ist halt vorrangig einfach Kontext. Und welche Situationen Menschen für welche Fragen nutzen. kc: Aber bevor wir jetzt zu tief thematisch einsteigen, ist es immer noch Folge 0 und wir sind jetzt schon bei fast 55 Minuten. bommel: Ich weiß. kc: Schauen wir doch mal in den Ausblick, was erwartet die Leute? Wie häufig veröffentlichen wir eigentlich? Zweiwöchentlich haben wir gesagt, oder? bommel: Ja, wöchentlich, zweiwöchentlich, je nachdem, wie wir es schaffen. Wir sind beide behinderte Busy Bees irgendwie so mit sehr schwankenden Energieleveln und das bringt es halt einfach dann mit sich, dass wir das nicht versprechen können, dass jede Woche eine Folge kommt. Und ich meine, also genug Themen hätten wir sicherlich schon genug zu sagen. Auch, wir müssen nur halt einfach schauen, wie wir es schaffen. Und deswegen so alle ein bis zwei, vielleicht manchmal drei Wochen, kommt, wenn es kommt. kc: Das ist ja auch alles irgendwie eine Menge Vorbereitungszeit. Wir müssen uns überlegen, was wir grob machen, wie jetzt hier so Timelines aussehen. Und dann natürlich noch Nachbearbeitung. Wir müssen Transkripte schreiben. Wir wollen ja, dass der Podcast irgendwie zugänglich ist, auch für hörbehinderte, gehörlose, taube Personen. Das kostet alles einfach Zeit und wir schauen mal, wie es sich so ergibt, aber wir peilen jetzt erstmal so zweiwöchentlicher. bommel: Genau. kc: Was erhoffst du dir denn von unserem Podcast in einem Jahr? Du hast diese Frage vorhin vorgeschlagen und sie steht ja in dieser Liste, die wir uns gemacht haben. Was war denn dein Gedanke dahinter? bommel: Ja. Tatsächlich zwei Sachen. Also einmal, dass wir uns selber immer fragen, was wir ja eigentlich vielleicht auch erreichen wollen, was uns wichtig wäre. Aber auch für die HörerInnen so ein bisschen so einen Erwartungshorizont abzustecken. Denn, wenn ich mir die Frage stelle, was ich mir erhoffe von diesem Podcast in einem Jahr, ist es einfach tatsächlich auch dieses Thema Community Building. Also ich habe tatsächlich Lust auf eine Community und auf Menschen und mich auszutauschen, auch mit den Leuten, die hier zuhören. Und habe wirklich große Lust darauf, dass das nicht so eine anonyme Masse ist, zu der wir irgendwie sprechen, sondern dass wir mit den Leuten in irgendeiner Art und Weise in Kontakt kommen. Und da bin ich ganz gespannt. Also ich habe da keine konkrete Vorstellung, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich Dinge entwickeln. Vielleicht haben wir irgendwann mal genug Leute, die das hier hören und es ergibt Sinn, gemeinsam Discord-Server zu machen oder lauter solche Sachen irgendwie. Das fände ich halt einfach richtig, richtig toll. Und in dem Sinne geht es mir gar nicht, also auch um Aufklärung und so, aber gar nicht mal so fokussiert, sondern eher um dieses Community-Building und tatsächlich im weitesten Sinne einen Ort zu schaffen. kc: Da kann ich einfach nur mitgehen. Ich glaube, was ich mir weiter von diesem Podcast wünsche, ist, dass wir uns irgendwann damit so ein bisschen in dieser deutschen Podcast-Landschaft etablieren und wir ein mehr oder weniger bekannter Name sind, den man eben kennt, weil das für das Disability-Abilismus-Thema, das wir immer wieder aufgreifen wollen, super wichtig ist, deshalb auch der Name des Podcasts. Wir reden über Glitches, über Sachen, die vielleicht nicht so normal sind, also normal im Sinne von normativ in der Gesellschaft. Ja. Und das ist mir eben wichtig, dass Leute wissen, es gibt so einen Podcast, der jetzt nicht superernst ist, der auch mal Raum hat für Lachen, wie wir es jetzt hier in dieser Folge natürlich auch schon ein paar Mal gemacht haben. Und dass Leute wissen, ja, da sind behinderte Leute, die jetzt vielleicht nicht die schlechtesten Takes haben, denen man mal folgen kann, wo man ab und zu mal reinhören kann und das dann eben gemeinsam mit dieser Community zu gestalten. bommel: Ja, finde ich schön. Aber wir werden scheiß Takes haben, weil da ist ja niemand vorgefeilt. Also das passiert halt einfach. Und wir haben uns tatsächlich natürlich auch was überlegt, wo Leute uns dann erreichen können, wenn wir mal einen richtigen Scheiß-Take rausgehauen haben und Leute uns ganz dringend das mitteilen müssen. Sag doch mal gerne, wie die Leute uns erreichen können. kc: Ihr könnt uns entweder eine Mail schreiben an glitches at consible.de, das ist c-o-n-e-s-i-b-l-e.de, steht auch nochmal in den Shownotes. Oder ihr geht auf unsere Website allglitcheswelcome.de, dann unter die entsprechende Folge und da könnt ihr unter jeder Folge drunter kommentieren. Wir schauen die Kommentare erstmal an, bevor wir sie freigeben, aber wir sind da, glaube ich, sehr, sehr freigängig oder freigiebig, was Kommentare angeht. Und wir freuen uns tatsächlich über alle und jede Kommentare, die wir von euch da draußen bekommen. Also ich mich ganz besonderer. Nicht nur Kritik. Nicht nur Kritik, aber vor allem auch Kritik und Themenvorschläge und alles Mögliche, was Leute an Gedanken für diesen Podcast haben, damit es eben so ein Community-Ding ist. Und wenn ihr sagt, ja, ich habe voll das krasse Thema, ich habe eine richtig coole Erfahrung, über die ich unbedingt schon mal in einem Podcast reden wollte, weil ich selbst behindert bin, weil ich selbst irgendwie marginalisiert bin, kommt auf uns zu, schreibt uns und wir machen es möglich. Das ist uns ein richtig großes Anliegen. bommel: Ja, du hast gesagt, dein Hauptmedium ist Mastodon. Möchtest du da nochmal teilen, wie man dich da findet? kc: Ja, ich bin auf chaos.social unter atkc, aber findet man auch in den Shownouts. Und wo findet man dich denn, Bommel? bommel: Genau, man findet mich unter Bommel auf Twitch, also auf queer.group auf Mastodon auch. Unter Edbommel. Das ist ganz neu. Deswegen bin ich da noch ein bisschen verwirrt. Und ansonsten bin ich auf Blue Sky und Threads als Frechbommel unterwegs, weil Bommel schon vergeben war. Und ich glaube, das nervt die Leute richtig. Ich glaube, allein dieses Frech ist für sehr viele Menschen schon so ein richtiger Aufreger. Also gerade mein Thread sieht manchmal wirklich ein bisschen wild aus für die absolut simpelsten Takes. Und Menschen sind nicht okay. Aber auch darüber werden wir sicherlich im Podcast dann nochmal sprechen, denn die erste Folge wird es ja bald geben. kc: Ja, und ich denke, das kündigen wir dann auf unseren Social Media Kanälen an, wenn die erste Folge da ist. bommel: Auf jeden Fall, klar. kc: Aber jetzt habt ihr auch erstmal eine Stunde Folge 0 und ich denke, dann wird erstmal eine weitere Woche oder zwei vergehen, bis wir dann tatsächlich die erste Folge da haben. bommel: Ich denke auch. kc: Ja, schauen wir mal, worüber das denn wird. bommel: Ja, und bis dahin bleibt gar nichts weiter übrig, außer, abonniert diesen Podcast, bewertet den. kc: Es gibt ihn auf allen Plattformen, in allen Podcatchern. bommel: Teilt das. Also gut, ich mag uns eh, aber ich glaube, diesen Podcast kann man auch ganz guten Gewissens teilen. kc: Also gerade so, wenn ihr irgendwie linke Macker kennt, die von einer behinderten Perspektive profitieren. Das ist jetzt kein spezifischer Outcall, aber schon. bommel: Ist auch so schön, so auf den letzten Metern nochmal so richtig viele Leute verloren. Oder auch dazu gewonnen, man weiß es ja nicht. kc: Ja, schauen wir mal. bommel: Ja, dann würde ich sagen, vielen Dank. Für diese fantastische Folge. Ich hatte eine sehr gute Zeit. Ich meine, ich nehme immer eine gute Zeit mit dir. kc: Ganz, ganz vielen Dank. Ganz vielen Dank fürs Zuschauen, liebe fürs Zuhören, liebe Menschen. bommel: Gibt es ja beides, Video und Audio. Ja. Also, war zumindest der Plan. Müssen wir jetzt nochmal gucken. Das werdet ihr ja sehen, ob es ein Video gibt oder nicht. Seid gespannt. kc: Ich habe mich gar nicht schön gemacht heute. bommel: Das ist immer schön. kc: Außerdem ist da hier so Müll. bommel: Ja, bei mir auch. Aber es ist geblurrter Müll, von daher alles gut. kc: Ja, bei mir ist der Müll nicht so geblurrt. Den erkennt man gut. bommel: Es gibt nur ein Video von mir. kc: Oder von No Way 4. Mal gucken. bommel: Ja gut, dann würde ich sagen, hören wir uns das nächste Mal dann zu Folge 1 von All Ditch is Welcome. Bis dann. Bis bald. Ciao.